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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.05.2026

Absolut empfehlenswert

Altes Leid
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Kurz nach Kriegsende beschließt Ida zur Polizei zu gehen. Ihre zukünftige Dienststelle ist die Davidwache in Hamburg. Zu dieser Zeit sind die männlichen Kollegen wenig angetan von der weiblichen Unterstützung, ...

Kurz nach Kriegsende beschließt Ida zur Polizei zu gehen. Ihre zukünftige Dienststelle ist die Davidwache in Hamburg. Zu dieser Zeit sind die männlichen Kollegen wenig angetan von der weiblichen Unterstützung, deshalb muss sich Ida mit einem Büro im feuchten Keller zufrieden geben. Nicht einmal Papier bekommt sie zur Verfügung gestellt. Doch das hindert Ida nicht daran einer Spur nachzugehen, die ihrer Meinung nach äußerst verdächtig erscheint. Vermehrt werden Frauen bestohlen. Doch damit nicht genug, denn diese Frauen gestehen ihr bald, dass sie auch Opfer einer Vergewaltigung wurden. Und dann stößt Ida auch noch auf eine Leiche...

Ich muss gestehen, der Anfang war schon ein wenig zäh. Allerdings nicht der Handlung wegen, sondern wegen dem Schreibstil. Er wirkte etwas kühl und distanziert. Wenn man aber erst einmal hinein gefunden hat, kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Die Zeit nach dem Krieg war wirklich super beschrieben. Als Leser taucht man direkt ab in eine Welt voller Hunger und Leid. Man spürt die Düsternis am eigenen Körper, ich konnte sogar den Mief oder Leichengeruch riechen. Es war fast wie in einem 4D-Kino.
Außerdem wurde mit Ida ein Charakter geschaffen, der für viele Frauen ein Vorbild symbolisiert. Als einer der ersten Polizistinnen, muss sie sich in einer von Männern dominierten Welt durchsetzen.
Hier habe ich auch tatsächlich mal nachgeforscht, ob es stimmt, dass 1947 Frauen zur Polizei durften. In Österreich hinkten wir hier gewaltig hinterher. So viel ich weiß, kamen die ersten Frauen erst in den 90ern zur Polizei. Doch, die Autorin hat ihre Hausaufgaben gemacht, denn bereits 1927 wurde die erste weibliche Kriminalpolizei in Hamburg gegründet.
Aber zurück zu Ida, die oft nicht ernst genommen oder für ihr Verhalten gerügt wird. Doch das hält sie zu keiner Zeit auf. Viel zu stark ist ihr Sinn nach Gerechtigkeit, sich für die Frauen einzusetzen, deren zu unrecht Leid angetan wurde.
Was für eine starke Persönlichkeit in einer Welt, in der Gleichberechtigung ein Fremdwort ist. In einer Welt, in der Frauen nicht nur zeigen müssen, dass sie GENAUSO gut sind, wie ihre männlichen Kollegen, sondern BESSER.
Dieses Buch war nicht nur besonders spannend, es war zudem auch besonders emotional. Es werden nicht nur Themen, wie Frauenfeindlichkeit aufgegriffen, hier geht es um Menschen, denen alles genommen wurde, die Hunger leiden müssen. Kinder, die missbraucht werden. Frauen, die vergewaltigt werden und als Lügnerin abgestempelt werden.
Allzu viel darüber nachdenken, darf ich nicht. Solche Themen nehmen mich immer zu sehr mit.

Fazit: Über mir hängt noch immer eine dunkelgraue Wolke, die erst einmal verschwinden muss. Danach möchte ich aber gerne mehr von Ida Rabe lesen.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

"Zu Hause ist da, wo das Herz wohnt."

Der kleine Grimlin und das ganz große Herz - Eine Freundschaftsgeschichte
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Ein neuer Wichtel zieht in das Wichteldorf. Einer, der zaubern kann. Das kennen die anderen Wichtel nicht. Das Gerücht, dass es sich hier um einen bösen Wichtelzauberer handelt, macht schnell die Runde. ...

Ein neuer Wichtel zieht in das Wichteldorf. Einer, der zaubern kann. Das kennen die anderen Wichtel nicht. Das Gerücht, dass es sich hier um einen bösen Wichtelzauberer handelt, macht schnell die Runde. Es geht so weit, dass der Wichtelzauberer aus dem Dorf vertrieben wird. Doch damit kann Grimlin nicht leben. Er macht sich auf die Suche, um sich selbst ein Bild zu machen, ob an den Gerüchten etwas Wahres dran ist.

Wir hatten ja zuerst einmal mit der Leseprobe gestartet, die meiner Tochter (5 Jahre) und mir sehr gut gefiel. Allem voran natürlich, weil die Geschichte von einem (oder eigentlich mehreren) Wichteln handelt. Wichtel kommen bei meinen Kindern super an, da bei uns seit 2 Jahren ein Weihnachtswichtel einzieht. Diese kleinen Wesen haben etwas magisches an sich, das die Kinder total fasziniert.
Die Euphorie anfangs ließ dann leider schnell nach. Die ersten drei Kapitel waren für mein Kind etwas zäh, obwohl das Lieblingsbuch meiner Tochter eine Version von Schneewittchen ist, die, vorgelesen, eine dreiviertel Stunde dauert. Sie hat also eine große Aufmerksamkeitsspanne.
Hier war sie allerdings nur deshalb motiviert weiterzulesen, weil sie nach jedem Kapitel ein Bild ausschneiden und aufkleben durfte.
Es wurde sich meiner Meinung nach etwas zu lang damit aufgehalten zu erzählen, wer welche Freundschaften im vorherigen Teil geschlossen hatte.
Als es dann aber mit der Suche dann Tjelle losging, wollte meine Tochter das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die verschiedenen Fantasiewesen fand sie besonders spannend. Nicht nur ihre Charaktere, die keineswegs böse sind, wie man vielleicht annimmt, auch die Illustrationen sind mit viel Liebe gestaltet und deshalb umso schöner anzusehen. Ihre Namen brachten uns oft zum Schmunzeln. Da gibt es Wiesenbrummler, die Süßschnecke, den Schnappzahn mit seinen gelben Zähnen (der sich laut meiner Tochter nicht gut die Zähne putzt) und die Wiesenzischler mit ihren Gummistiefel (die waren besonders beliebt).
Gerade auch diese Fantasietiere machten das Buch spannend, interessant und vor allem magisch.
Zudem sind immer wieder Botschaften mit eingeflochten, wie eben, dass man sich nicht von Vorurteilen leiten lassen, sondern sich selbst eine Meinung bilden sollte.
Dass man auch mal Fehler machen darf.
Dass man für sich selbst einsteht.
Und natürlich wie wichtig Freunde sind. Denn ZUSAMMEN ist man oft stärker.

Fazit: Beginn und Ende hätten ein wenig kompakter gestaltet sein können. Ansonsten ein wunderbares Buch zum Vorlesen, Anschauen und Nachdenken ab 5 Jahren. (Darunter ist, denke ich mal, die Konzentration noch nicht so da, wobei ich sowieso empfehle, das Buch nicht in einem Rutsch, sondern in mehreren Abschnitten zu lesen.)

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Welche Ehe ist schon perfekt

Was perfekt war
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Quinn und Graham lernen sich unter ungewöhnlichen Umständen kennen. Doch wie es das Schicksal manchmal so möchte, führen sie schon bald eine Ehe. Eine PERFEKTE Ehe. 8 Jahre lang.
Doch Quinn wünscht sich ...

Quinn und Graham lernen sich unter ungewöhnlichen Umständen kennen. Doch wie es das Schicksal manchmal so möchte, führen sie schon bald eine Ehe. Eine PERFEKTE Ehe. 8 Jahre lang.
Doch Quinn wünscht sich nichts sehnlicher, als Mutter zu werden. Nur klappt das leider nicht. Werden sie diese Herausforderung gemeinsam überwinden? Oder wird ihre Ehe daran zu Grunde gehen?

Was kann eine Ehe alles ertragen?
Diese Frage stellt sich wohl jedes Paar einmal. Früher oder später. Wenn man frisch verheiratet ist, ist es noch ein leichtes zu sagen, man ist immer füreinander da. Man geht GEMEINSAM durch schwierige Zeiten. Doch sind diese Zeiten dann tatsächlich da, zeigt sich erst, wie ernst man diese Worte gemeint hat.
"Du sagst das so, als wäre eine Ehe so was wie ein Hurrikan der Stärke fünf."
"Nicht die ganze Zeit über, das nicht. Aber ich bin davon überzeugt, dass es in jeder Ehe Zeiten gibt, die sich sehr gut mit einem Hurrikan vergleichen lassen. Und ja, ich glaube nicht, dass Ethan und ich diese Zeiten überlebt hätten."

Quinn hat eine sehr realistische Einstellung. Sowohl was ihre Gefühle betrifft, als auch was die von Graham betrifft. Sie schätzt Situationen immer sehr gut ein. In jedem Moment beschreibt sie nicht nur ihre Gefühle dazu, sondern argumentiert auch, warum sie so fühlt. Ich konnte mich richtig gut in sie hineinversetzen. Deswegen hat mich die gesamte Geschichte auch total emotional abgeholt und zurück gelassen. Gott sei Dank kenne ich persönlich das Thema "Ungewollter Kinderwunsch" nicht. Wenn das so wäre, hätte ich dieses Buch mit Sicherheit nicht lesen können. Gerade deshalb fehlte mir hier eine Triggerwarnung.

Graham fand ich an manchen Stellen etwas komisch. Ein Mann ohne viele Worte, total unsympathisch. Lässt seine Frau einfach angelehnt stehen. Und am Ende plötzlich die 180 Grad Drehung. Passte für mich überhaupt nicht zusammen.
Ich hatte nicht das Gefühl, dass ER um die Ehe kämpfen würde.

Trotzdem nahm ich einen seiner Briefe als Inspiration für meinen eigenen Trauspruch.

Fazit: Eine herzzerreissende Liebesgeschichte über die Hochs und Tiefs einer jeden Ehe.

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Veröffentlicht am 22.03.2021

Auris Teil 2

Die Frequenz des Todes
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Ein Notruf geht ein. Eine Mutter bittet um Hilfe. Ihr Baby sei verschwunden. Leider ist gegen Ende jedoch nicht mehr viel zu verstehen. Da kommt unser phonetischer Forensiker ins Spiel, Dr. Hegel. Der ...

Ein Notruf geht ein. Eine Mutter bittet um Hilfe. Ihr Baby sei verschwunden. Leider ist gegen Ende jedoch nicht mehr viel zu verstehen. Da kommt unser phonetischer Forensiker ins Spiel, Dr. Hegel. Der allerdings darf sich aufgrund seiner Fußfessel nicht außer Haus begeben. Wie wird er diesen Fall wohl lösen können?

Das Buch war von Beginn an spannend und konnte mich fesseln. Die Kapitel waren kurz, was mir persönlich immer sehr gut gefällt, da der Lesefluss besser aufrecht erhalten wird. Der Handlung kann man gut folgen. Jedoch finde ich, dass bei diesem Teil Hegel mehr in den Hintergrund rückt. Außerdem würde ich empfehlen, die Teile nacheinander zu lesen und einen nicht allzu großen Zeitraum dazwischen verstreichen zu lassen. Es wird immer wieder auf die vorherige Geschichte verwiesen, die ich leider nicht mehr so ganz klar in meinem Kopf hatte und man dann als Leser mit einigen Fragezeichen in den Augen da sitzt.

Das Ende war leider etwas zu vorhersehbar. Hier hätte ich mir eine Wende a la Fitzek gewunschen. Dennoch eine klare Empfehlung an alle Thrillerfans!!

Fazit: Ein sehr gelungener Thriller, der Freude auf den dritten Teil macht.

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Veröffentlicht am 23.02.2021

Voller Humor

Totentanz im Pulverschnee
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Wer kennt denn schon den Herrn Bussi? Ich machte erst in "Totentanz im Pulverschnee" Bekanntschaft mit dem lieben Herrn Gruppeninspektor.
Dieser fährt mit seiner lieben Frau Muttern nach Maria Schnee, ...

Wer kennt denn schon den Herrn Bussi? Ich machte erst in "Totentanz im Pulverschnee" Bekanntschaft mit dem lieben Herrn Gruppeninspektor.
Dieser fährt mit seiner lieben Frau Muttern nach Maria Schnee, das im schönen Tiroler Ländle liegt und wird prompt verwickelt in einen Mordfall.

Was den Leser, so wie den Herrn Gruppeninspektor, anfangs noch glauben lässt man wäre in einer Komödie gefangen, wird schon bald bitterer Ernst, als es dann tatsächlich einen Mordfall zu klären gibt. Die Spannung hält sich allerdings in Grenzen. Trotz allem verliert man die Motivation zum Lesen in keinster Sekunde, da es während der gesamten Ermittlungsarbeit immer wieder Momente gibt, die einem vor Lachen den Bauch halten lassen.
Gegen Ende hin merkt man auch, dass das Cover mehr als gelungen ist. Der Fuchs dürfte hier auf gar keinen Fall fehlen.
Und natürlich wird der Leser mit einer Überraschung belohnt. Denn zu all dem Humor gesellt sich eine Auflösung, mit der wohl niemand gerechnet hätte.

Fazit: Ein Krimi, der jedem ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

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