Profilbild von tweed

tweed

Lesejury Star
offline

tweed ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tweed über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2021

Armin Trosts 6. Fall

Der Fall des Grazer Königs
0

"Der Fall des Grazer Königs" ist Armin Trosts 6. Fall und nicht minder fesselnd als die vorigen Teile.

Mit einem zweitausend Jahre alten Pfeil wird ein ehemaliger Richter getötet. Doch Gstrein war nicht ...

"Der Fall des Grazer Königs" ist Armin Trosts 6. Fall und nicht minder fesselnd als die vorigen Teile.

Mit einem zweitausend Jahre alten Pfeil wird ein ehemaliger Richter getötet. Doch Gstrein war nicht nur ehemaliger Richter, seine Frau ist Abgeordnete und er selbst Gutachter beim geplanten Autobahn-Ausbauprojekt. Gibt es ein politisches Motiv für den Mord? Einige Politiker haben Drohbriefe erhalten...

Armin Trost, Schulmeister und Lemberg ermitteln in alle Richtungen.

Auch dieser Teil hat mich begeistert. Eine dichte Story, Spannung und viel Lokalkolorit lassen die Seiten nur so dahin fliegen. Jeder Band ist in sich abgeschlossen, trotzdem empfehle ich die Reihe mit dem ersten Teil zu beginnen. Nur so lernt man Trost wirklich kennen, erfährt alles über seine Beziehungen sowohl im privaten als auch beruflichen Bereich.

Ich habe mich über das Wiedersehen mit all den alten Bekannten gefreut, zwischen Trost und Annette funkt es immer noch und Schulmeister ist wieder mit von der Partie. Trost hat eine Antenne für das Böse, er kann es spüren. Er hat Tagträume, Visionen? Diese erzeugen eine schaurige Atmosphäre. Überhaupt ist die Atmosphäre dicht, teils mystisch und gruselig, im Kaiserwald perfekt eingefangen. Es gibt immer wieder skurrile Szenen, die diese Reihe für mich so Besonders machen. Mein Highlight war die Szene auf dem Portiunkulamarkt, so plastisch und skurril.

Auch lebt diese Serie von ihren Figuren. Hier gibt es keine austauschbaren 08/15 Typen, sondern Menschen mit Ecken und Kanten, die facettenreich gezeichnet sind. Wie in den anderen Teil haben merkwürdige Gestalten ihren Auftritt.

Ich habe die Handlung atemlos verfolgt, mitgerätselt und gefiebert, vor allem als Trost und Schulmeister sich in gefährlichen Situationen befanden. Die Beschreibungen sind detailliert, so dass ich die Szenen plastisch vor Augen hatte. Kopfkino pur.

Fazit: Hier stimmt alles, die Mischung aus Spannung, Humor und Lokalkolorit ist perfekt gelungen. Man darf auf Trosts nächsten Fall gespannt sein, auch wie es im privaten Bereich weiter geht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2021

Spannung und viel Atmosphäre vor landschaftlich schöner Kulisse

Finstere Havel
0

"Finstere Havel" aus der Feder von Tim Pieper ist bereits der fünfte Fall für den sympathischen Hauptkommissar Toni Sanftleben. Ich habe die Reihe von Anfang an verfolgt, da die Fälle in sich abgeschlossen ...

"Finstere Havel" aus der Feder von Tim Pieper ist bereits der fünfte Fall für den sympathischen Hauptkommissar Toni Sanftleben. Ich habe die Reihe von Anfang an verfolgt, da die Fälle in sich abgeschlossen sind ist ein Einstieg aber auch ohne Vorkenntnisse kein Problem. Natürlich macht es eindeutig mehr Spaß, wenn man die vorigen Teile gelesen hat und Tonis Hintergrund kennt. Kann ich nur empfehlen.

Worum geht es in diesem Teil? Aus der Havel wird ein Auto nebst Fahrerin geborgen. Die Umstände deuten auf ein tragisches Unglück hin, auch Selbstmord wird nicht ausgeschlossen. Toni und sein Team untersuchen den Fall und haben bald Zweifel an der Theorie eines Unglücks. Könnte es sich um einen Mord handeln? Sie ermitteln in alle Richtungen, erfahren mehr über die Tote Melanie Berndt und die Männer, die in ihrem Leben eine Rolle spielten. Werden sie den Fall aufklären können?

Der Prolog ist atmosphärisch, düster, wir erleben hautnah mit, wie das Auto mit Melanie in der Havel versinkt. Die Story rollt sich aus der Sicht von Toni auf, zwischendurch gibt es auch Kapitel aus Melanies Sicht, so dass man sie kennen und einschätzen lernt. Melanie ist hochsensibel, sie kommt mit ihrer besonderen Fähigkeit leider nicht gut zurecht, entwickelt sich zur Einsiedlerin. In ihrem Beruf als Biologin glänzt sie, hat einen verständnisvollen Chef, der sie schätzt. Ihre Beziehung ist jedoch zerbrochen und mit ihrem einzigen Nachbarn liegt sie im Dauerclinch.

Melanies Persönlichkeit ist sehr gut skizziert, auch die anderen Protagonisten, selbst die Nebendarsteller, erscheinen plastisch. Ich habe mich über das Wiedersehen mit all den alten Bekannten gefreut. In diesem Teil wächst Phong über sich hinaus, zeigt ganz neue Seiten, was mir sehr gut gefallen hat.

Als Leser kann man mitermitteln, sich Gedanken machen wer ein Motiv hätte, Melanie umzubringen. Verdächtige gibt es einige, doch selbst bis ganz zum Schluss gibt es Wendungen, die alle meine Theorien über den Haufen warfen.

Tim Piepers Schreibstil ist gewohnt locker mit lebhaften Dialogen. Ein dichter Plot, der Themen wie Stalking, Erpressung, sexuelle Nötigung sowie Umwelt- und Naturschutz behandelt. Spannung und ganz viel Atmosphäre machen den Krimi zu einem Pageturner. Die Natur an der Havel, die Stimmungen sind perfekt eingefangen.

Fazit: Spannender Havelkrimi mit viel Atmosphäre. Dazu ein dichter Plot mit unvorhersehbaren Wendungen. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.03.2021

spannender Politthriller, der Titel passt perfekt

Die Stunde der Wut
0

Im zweiten Fall für Melia Adan und Vincent Veih packt Autor Horst Eckert aktuelle politische brisante Themen an. Der Titel "Die Stunde der Wut" passt perfekt.

Eine junge Frau wird in ihrer Wohnung angegriffen, ...

Im zweiten Fall für Melia Adan und Vincent Veih packt Autor Horst Eckert aktuelle politische brisante Themen an. Der Titel "Die Stunde der Wut" passt perfekt.

Eine junge Frau wird in ihrer Wohnung angegriffen, mit einem Messer schwer verletzt, ihr gelingt es noch den Notruf zu wählen. Als die Sanitäter eintreffen, erwartet sie eine böse Überraschung. Der Täter ist noch in der Wohnung und greift sie an. Die junge Frau überlebt nicht, Vincent Veih übernimmt die Ermittlungen im Mordfall Klara Dorau. Klara ist die Tochter eines angesehenen Psychiaters, doch in dieser Familie ist nicht alles so, wie es scheint. War es wirklich eine Beziehungstat, wie es den Anschein hat?

Melia lässt das Verschwinden ihrer ehemaligen Kollegin Solveig keine Ruhe, sie ist überzeugt, dass die sterblichen Überreste unter dem Neubau einer Osterkamp-Immobilie liegen. Sie versucht mit allen Mitteln, diesen Fall aufzuklären.

Die Ermittlungen im Fall Klara sind spannend, durch die verschiedenen Blickwinkel hat man als Leser mehr Informationen als die Polizei. Mit jeder Information wird das Bild klarer.

Viele verschiedene Stränge und Sichtweisen sorgen für eine ganz eigene Dynamik. Wir verfolgen sowohl Melia und Vincents Ermittlungen, als auch Osterkamps Machenschaften und einige andere Akteure. Altbekannte aus dem ersten Teil tauchen wieder auf, auch Vincents Mutter Brigitte hat eine kurze Gastrolle, von ihr hätte ich gerne noch mehr gelesen.

Der Schreibstil ist wie gewohnt angenehm lesbar, Tempo und Spannung auf hohem Niveau. Horst Eckert greift aktuelle politische Themen auf, aber auch den Hass im Netz, der nicht nur im Netz bleibt. Drogenmissbrauch, Korruption, Mietwucher und seine Folgen, um nur einige zu nennen.

Fazit: Geniale Fortsetzung mit viel politischer Brisanz, ich bin sehr gespannt wie es im nächsten Teil weiter geht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.03.2021

Die Jagd nach Montecrypto

Montecrypto
0

Gregory Hollister ist tot, kam bei einem Flugzeugabsturz um Leben. Er war einer der Pioniere im Bereich Kryptowährung, hat das digitale Bezahlsystem Juno entwickelt und ein großes Vermögen angehäuft.

Privatdetektiv ...

Gregory Hollister ist tot, kam bei einem Flugzeugabsturz um Leben. Er war einer der Pioniere im Bereich Kryptowährung, hat das digitale Bezahlsystem Juno entwickelt und ein großes Vermögen angehäuft.

Privatdetektiv Ed Dante, ein in Ungnade gefallener Ex-Banker erhält von Gregory Hollisters Schwester den Auftrag, Hollisters Vermögen aufzuspüren, denn ein Großteil seines digitalen Vermögens ist unauffindbar. Wie hoch das Vermögen ist, ist nicht genau bekannt, die Spekulationen im Netz nehmen Dimensionen an und schnell steht ein Name für den digitalen Schatz fest: Montecrypto.

Dante macht sich auf die Suche nach dem digitalen Vermögen. Bald lernt er Mercy Modego kennen, eine Bloggerin und Journalistin, die den Blog "Tales From the Crypto" betreibt. Auch sie interessiert sich brennend für Hollisters Vermächtnis. Die beiden treffen immer wieder aufeinander und beschließen zusammenzuarbeiten. Doch sie sind nicht alleine, haben unzählige Konkurrenten, die den Schatz finden wollen. Die Jagd nach Montecrypto beginnt.

Von Tom Hillenbrand habe ich alle Bücher gelesen, ich schätze seinen Schreibstil, der besonders in diesem Buch heraussticht. Absolut trendy, am Puls der Zeit, viele Begrifflichkeiten aus dem Bereich Kryptowährung. Man sollte am Thema schon Interesse haben, denn letztlich dreht sich alles um den Bereich Kryptowährung. Für mich war es sehr interessant, mehr über dieses Thema zu erfahren.

Wir verfolgen die Handlung aus der Sicht von Dante, er ist als Figur gut ausgearbeitet, ihn hatte ich bildlich vor Augen. Ein Typ, der als Banker einen Fehler gemacht hat und jetzt als Privatdetektiv versucht, über die Runden zu kommen. Er ist mit seinem Trilby ein Charaktertyp und Vorbild für all die Schatzsucher. Der "First Quatermain", wie er genannt wird, der Trilby wird zum Markenzeichen aller Schatzjäger. Die anderen Figuren bleiben leider blasser, was sich aber nicht negativ auf die Story auswirkt.

Die Schatzsuche ist fesselnd, Dante bringt sich in Gefahr, kommt dem Geheimnis um Montecrypto aber Stück für Stück näher. Es gibt Wendungen und einige Überraschungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Der Thriller ist temporeich, die Schauplätze befinden sich in den USA, Deutschland, der Schweiz und Mexiko. Die Spannung hätte für meinen Geschmack noch höher ausfallen können, aber das ist Geschmackssache.

Von mir gibt es 5 Sterne für einen fesselnden und informativen Thriller rund um Kryptowährungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2021

Der Arno, die Katz, der Fuchs und der Schmarrn

Totentanz im Pulverschnee
0

Teil drei für Arno Bussi, der sein Dasein in der Statistik-Abteilung des Bundeskriminalamts Wien fristet. Zumindest liebestechnisch scheint es aufwärts zu gehen, durch einen Zusammenstoß hat er Franzi ...

Teil drei für Arno Bussi, der sein Dasein in der Statistik-Abteilung des Bundeskriminalamts Wien fristet. Zumindest liebestechnisch scheint es aufwärts zu gehen, durch einen Zusammenstoß hat er Franzi kennengelernt, mit der er nun zusammen auf einen Triathlon trainiert.

Als die Mama den Arno als Ersatz für ihren aktuellen Freund Lorenzo zum Urlaub in Maria Schnee überredet, ist Arno nicht begeistert. Viel lieber würde er bei der Franzi bleiben und mit ihr zusammen trainieren. Doch im Internet wirbt das Hotel in Maria Schnee mit einer Schwimmhalle, also ist auch das Training gerettet. Denn ein Nein lässt die Mama sowieso nicht gelten.

In Maria Schnee angekommen stolpert der Arno dank Mama in einen Fall. Denn die Mama will nachts eine Entführung bemerkt haben. Auf Arnos Nachbohren zerfällt die Theorie einer Entführung aber schnell, die beiden genießen das Treiben im Ort mit all den anderen Feiernden. Schlittschuhfahren, Kaiserschmarrn, Arno hat ihn schon lange nicht mehr gegessen, kann aber nicht widerstehen und wird zum Schmarrn-o-holic. Bis eine Leiche auftaucht, jede Menge Verdächtiger und Ermittler, und der Arno ist mitten drin. Sogar die Katz vom LKA Tirol ist vorort.

Herrlich, ich habe jede Seite dieses Tirol-Krimis genossen. Der Arno und alle anderen Charaktere sind klasse beschrieben. Teils schrullige Typen, die ich bildlich vor Augen hatte. Definitiv Typen mit Wiedererkennungswert, ich hatte kein Problem, sie alle auseinanderzuhalten. Neben Bussi ist die Katz mein Favorit, die Frau mit ihrem nervigen Berliner Dialekt ist so klasse.

Der Schreibstil ist wie gewohnt bildhaft und wunderbar flüssig zu lesen, der Plot undurchsichtig mit immer wieder neuen Wendungen, selbst bis zum Schluss. Ich konnte miträtseln und habe Arnos Suche nach der Wahrheit hautnah miterlebt. Und hatte doch keine Ahnung, um was es wirklich ging, wo das Motiv zu finden ist. Das wird tatsächlich erst am Ende klar.

Was ich bei dieser Reihe schätze ist der Humor, der sich durch die Handlung zieht, das hatte mir schon bei der Veilchen-Reihe so gut gefallen.

Fazit: Der Krimi hat mich wieder super gut unterhalten, ich mag einfach die Mischung aus Krimi und Humor. Freue mich jetzt schon auf den nächsten Bussi und bin gespannt, wie er sich als Ermittler für Cold-Case-Fälle macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere