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Veröffentlicht am 06.04.2021

Krankenschwester

Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder (Die Kinderärztin 1)
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„Kinderklinik Weißensee – Zeit der Wunder“ ist der erste Band der Saga „Die Kinderärztin“ von Antonia Blum. Er erschien im November 2020 im Ullstein Verlag.
Marlene und Emma Lindow werden früh zu Waisen. ...

„Kinderklinik Weißensee – Zeit der Wunder“ ist der erste Band der Saga „Die Kinderärztin“ von Antonia Blum. Er erschien im November 2020 im Ullstein Verlag.
Marlene und Emma Lindow werden früh zu Waisen. Dennoch haben sie Glück und dürfen nach ihrem Abitur und ihrer Zeit im Waisenhaus eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in der neu eröffneten Kinderklinik Weißensee beginnen. Diese Ausbildung ist jedoch kein Zuckerschlecken und die Schwestern werden vor schwierige Aufgaben gestellt. Zudem beginnen sie, sich voneinander zu entfernen, denn jede entwickelt eigene Lebensansichten und -interessen…

Die Geschichte um Marlene und Emma Lindow basiert in Teilen auf wahren Begebenheiten. Die Kinderklinik Weißensee wurde 1911 in Berlin gegründet und sollte die damals sehr hohe Kindersterblichkeit senken. Die Anfänge der Klinik dürfen wir als Leser nun an der Seite von Emma und Lene erleben. Diese selbst sowie ihre Erlebnisse sind allerdings frei erfunden, sie treffen aber immer wieder auf Personen, die es wirklich gegeben hat. Diese realen Aspekte und die historisch unglaublich gut ausgearbeitete Handlung haben mich absolut überzeugt. Antonia Blum beschreibt die medizinischen sowie gesellschaftlichen Aspekte der damaligen Zeit sehr authentisch und nachvollziehbar. Sie thematisiert neben der Medizin zudem die damalige Rolle der Frau und die noch vorherrschende Klassengesellschaft und webt um diese Zustände eine mitreißende und zu Herzen gehende Geschichte.
Lene und Emma haben es mit ihrer Vergangenheit nicht immer leicht, so ist es doch absolut unüblich, dass Waisenkinder eine Ausbildung beginnen. Dazu noch als Krankenschwester beim Roten Kreuz... Dennoch bekommen die beiden eine gerechte Chance und beweisen viel Stärke indem sie sich durch die Ausbildung kämpfen. Beide Protagonistinnen sind dabei sehr authentisch dargestellt. Sie sind nicht perfekt und machen Fehler, doch genau diese Ecken und Kanten sind es, die sie so realistisch wirken lassen. Ihnen wird nichts geschenkt, sie haben Gefühle wie Eifersucht und Wut und müssen für ihre Zukunft hart arbeiten. Trotzdem bleiben sie meist zuversichtlich und finden große Freude an ihrem Beruf.
Marlene mochte ich insgesamt ein kleines bisschen mehr - Ihre aufopfernde Art, der große Wunsch nach Wissen und schließlich der entstehende Traum Ärztin zu werden, haben mir sehr gefallen. Emma hingegen empfand ich lange Zeit als etwas naiv und engstirnig, erst zum Ende des Romans wurde sie mir sympathischer, was aber sicherlich auch an ihrer eigenen Entwicklung liegt. Aus der jüngeren und eher bevormundeten Schwester wird nämlich eine junge Frau, die eigene Erfahrungen machen muss und nicht mehr von ihrer älteren Schwester beschützt wird und daran sehr an Stärke und Charakter gewinnt hat.
Als Leser begleiten wir die jungen Frauen auf dem ersten Weg in ihr erwachsenes Leben und in der Welt außerhalb des Waisenhauses. Wir erleben ihre Ausbildung in der Kinderklinik, die erste Liebe und eine große Entwicklung bei beiden Frauen. Die Handlung ist sehr flüssig, mitreißend und vielseitig. Das Leben im Kinderkrankenhaus sowie die Reibereien und Rivalitäten zwischen den Elevinnen wird sehr realistisch beschrieben und entspricht dem Bild, das ich von einer solchen Institution habe. Ich konnte mich sehr schnell in den Roman einfinden und ihn dann nur noch schwer aus der Hand legen. Die Kämpfe, die die beiden ausfechten müssen sind interessant gestaltet ohne dramatisch zu wirken und gerade die medizinischen Aspekte, die immer wieder in die Geschichte eingeflochten werden, haben mir persönlich sehr gut gefallen. Die wechselnde personale Erzählperspektive ermöglicht einen guten Einblick in die Gedanken von Marlene und Emma und lässt die jeweiligen Gefühle nochmal deutlicher werden.
Das Ende des ersten Bands birgt einen gemeinen Cliffhanger, sodass ich nun dem zweiten Teil der Reihe sehr entgegenfiebere!

Mein Fazit: Ein unglaublich guter und historisch ausgezeichnet recherchierter Roman, der viele Aspekte der damaligen Zeit aufgreift und thematisiert. Dabei steht jedoch klar der Lesespaß im Vordergrund, keines der angerissenen Themen wirkt zu dominant oder zu theoretisch. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und vergebe 5 von 5 Sternen für „Kinderklinik Weißensee – Zeit der Wunder“.

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Veröffentlicht am 03.04.2021

Gefährliche Entscheidungen

Das Grand Hotel - Die mit dem Feuer spielen
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„Sie wollte die alte Bernadette von Plesow zurückhaben, die Kämpferin, und es war an ihr, dafür zu sorgen, dass diese ins Leben zurückkehrte.“

„Das Grand Hotel – Die mit dem Feuer spielen“ ist der zweite ...

„Sie wollte die alte Bernadette von Plesow zurückhaben, die Kämpferin, und es war an ihr, dafür zu sorgen, dass diese ins Leben zurückkehrte.“

„Das Grand Hotel – Die mit dem Feuer spielen“ ist der zweite Band der Grand-Hotel-Saga von Caren Benedikt. Er erschien im März 2021 im Blanvalet Verlag.

[Achtung, möglicherweise Spoiler, wenn Band 1 unbekannt]

Nach dem Tod von Alexander von Plesow müssen sowohl seine Mutter Bernadette, als auch sein Bruder Constantin das Geschehene verarbeiten. Doch während Bernadette versucht sich mit der Situation abzufinden, will Constantin Rache zu üben, denn Alexanders Tod war kein Unfall, wie alle denken. Beide treffen gefährliche Entscheidungen und spielen dabei geradezu mit dem Feuer…

Der zweite Teil der Grand-Hotel-Saga hat mir deutlich besser gefallen als Band 1. Dabei fand ich diesen nicht schlecht, die Handlung war mir jedoch insgesamt zu langatmig und nahm erst im Laufe der Geschichte an Fahrt auf. Teilweise fehlte mir ein Hauptkonflikt und ein roter Faden. Der nun folgende zweite Band hingegen, lässt den Leser direkt mitten in die Handlung eintauchen. Der Handlungsverlauf ist deutlich flüssiger und spannender, die Ereignisse und Entwicklungen der Figuren sehr interessant.
Alle von Plesows haben sich deutlich verändert und entwickelt. Die einzelnen Entwicklungen haben mir sehr gut gefallen, da sie die Figuren authentisch machen und die Geschichte wunderbar abrunden. Ihre Darstellung ist sehr detailliert und durch die häufigen Selbstreflektionen sowie Beobachtungen anderer Figuren erschafft die Autorin unglaublich gut beschriebene Charaktere.
Bernadette ist und bleibt die Hauptfigur der Geschichte. Durch den Tod ihres Sohnes zeigt sie erstmals auch eine echte Seite an sich und lässt für kurze Zeit sogar ihre Maske ein wenig fallen. Erst durch die Rückkehr Josies nach Binz, beginnt sie neuen Lebensmut zu schöpfen und ihre alte Stärke zurückzugewinnen. Erneut hat sie mich als Frau unglaublich beeindruckt. Sie ist stark und klug und lässt sich nur selten die Butter vom Brot nehmen. Sie handelt meist im Interesse der Familie und des Hotels und damit sicherlich manchmal egoistisch, dennoch hat sie ein unglaublich großes Herz und bietet Hilfe immer genau dort, wo sie gebraucht wird. Dies sehen aber nur die wenigsten, denn nach außen wirkt sie eher unnahbar…
Auch Constantin hat sich durch den Tod seines Bruders verändert. Er ist voller Wut auf den Täter und nahezu blind vor Rachsucht. Er beginnt gefährliche Rachepläne zu schmieden und entdeckt gleichzeitig, dass die Liebe auch vor Menschen wie ihm nicht Halt macht. Ihm ist klar, dass eine Beziehung in seiner Position angreifbar macht, lässt sich aber dennoch darauf ein. Mit dieser Handlung zeigt er mehr Gefühle als jemals zuvor. Es wird deutlich, dass auch er eine weiche Seite hat, was ihn mir deutlich sympathischer gemacht hat. Auch versucht er, sich mit seiner Mutter zu versöhnen, was ebenfalls zeigt, dass er nicht immer der „harte Kerl“ ist, der er zu sein vorgibt.
Josie hat sich ebenfalls entwickelt und aus einer unreifen jungen Frau ist eine Frau geworden, die sich selbst gefunden hat und ihren Weg gehen möchte. Insgesamt finde ich sie noch ein wenig farblos, vielleicht kommt ihre Zeit aber ja noch. Das ehemalige Zimmermädchen Marie überzeugt erneut durch ihre Handlungen und ihren Charakter. Dennoch hat auch sie sich verändert, doch ob ich diese Veränderung insgesamt gut finde, kann ich derzeit noch nicht beurteilen.
Vollkommen unsympathisch hingegen ist die Schwiegertochter von Bernadette. Ihre Darstellung ist dafür aber umso brillanter gelungen. Sie strotz nur so vor Egoismus, Naivität und Dummheit. Ihre Handlungen sprechen für sich und werden die Familie vermutlich noch in Gefahr bringen. Ich habe mich über sie tatsächlich sehr geärgert, erkenne aber zum Teil auch, was sich hinter der Fassade verbirgt. Am Ende möchte Margrit wohl nur „dazugehören“ und sich nicht als Außenseiter fühlen…
Insgesamt haben mich außerdem die bildlichen Beschreibungen der Handlungsorte sowie die Einbindung historischer Fakten begeistert. Einiges war mir bisher so einfach nicht bewusst und gerade, dass die Nationalsozialisten bereits Anfang der 20er Jahre so sehr nach Macht strebten, hatte ich bisher so nicht auf dem Zettel.
Der Schreibstil hat mich vollständig in seinen Bann gezogen und ermöglichte mir ein flüssiges und mitreißendes Leseerlebnis. Ich konnte den Roman kaum aus der Hand legen und empfinde den ersten Teil nun nahezu als Einführung in die eigentliche Geschichte. Die Handlung ist sehr spannend - voller Intrigen und Missgunst, gleichzeitig aber auch gespickt mit Liebe, Mut und Unterstützung, was mir als Mischung sehr gut gefallen hat. Hinzukommen einige tiefgründige Gedanken und interessante Denkansätze, die immer wieder in die Handlung eingeflochten werden, ohne aufdringlich oder gekünstelt zu wirken.
Der Romantitel passt für mich sehr gut, denn die von Plesows agieren mit viel Mut und gerade im Geschäft von Constantin ist das Spiel mit dem Feuer wohl an der Tagesordnung. Doch auch Bernadette scheut nicht vor Hindernissen zurück und macht sich mit ihren Handlungen nicht immer nur Freunde…
Ebenfalls sehr gut gelungen ist die Verknüpfung der Bände und obwohl Teil 2 wohl auch ohne Band 1 lesbar ist, würde ich das Lesen in der richtigen Reihenfolge absolut empfehlen. Nun fiebere ich aber erstmal dem nächsten Buch entgegen, denn erneut endet die Geschichte mit einem Cliffhanger…

Mein Fazit: Eine großartige Fortsetzung der „Grand-Hotel-Saga mit flüssigem und mitreißendem Schreibstil, unglaublich authentischen Figuren und viel Spannung und Raffinesse. Ich habe den zweiten Band der Reihe nahezu verschlungen und freue mich nun unglaublich auf den nächsten Band. Für „Die mit dem Feuer spielen“ vergebe ich 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 20.03.2021

Wintersucher

Mückebär und die Suche nach dem geraubten Winter
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„Mückebär ist zwar klein […] aber er ist klug und mutig! Wenn er den Mumm hat, es mit der Eiskönigin aufzunehmen, soll er sein Glück versuchen.“

„Mückebär und die Suche nach dem geraubten Winter“ ist ...

„Mückebär ist zwar klein […] aber er ist klug und mutig! Wenn er den Mumm hat, es mit der Eiskönigin aufzunehmen, soll er sein Glück versuchen.“

„Mückebär und die Suche nach dem geraubten Winter“ ist ein Kinderbuch (Altersempfehlung: 5-8 Jahre) von Anne-Friederike Heinrich. Es erschien im Dezember 2020 bei Books on Demand.
Der winzige Eisbär Mückebär begibt sich mit der Eismöwe Edla auf die Suche nach dem geraubten Winter. Die Eiskönigin hat nämlich die Eiskristalle gestohlen, das Eis in der Arktis schmilzt und die Polartiere finden immer weniger Futter…

Normalerweise lese ich keine oder kaum Kinderbücher, auf dieses bin ich allerdings aufmerksam geworden, weil es als „Kinderroman mit Fakten zum Klimawandel“ beschrieben wurde und ich zudem die Idee des kleinen Eisbärs einfach zu schön fand. Dieser erinnert mich nämlich an den „Kleinen Eisbären Lars“, den ich noch aus meiner Kindheit kenne…
Ich finde die Idee, das Kinderbuch mit dem Sachbuch zu verknüpfen und damit Eltern einen Ansatzpunkt für entsprechende Gespräche zu geben, sehr gut. Das Buch ist perfekt zum Vor- oder gemeinsamen Lesen. Es regt zum Diskurs über den Klimawandel an und nebenbei lernen sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen gewiss noch etwas dazu.
Den Mückebär habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Er ist ein sehr kleiner, eben ein „Mücke“-Bär, hat dafür aber unglaublich viel Mut. Während die anderen Polartiere noch lamentieren und jammern, aber nicht den Mut aufbringen nach dem gestohlenen Winter zu suchen, ist Mückebär schon längst losgezogen. Dabei ist die ihm bevorstehende Reise alles andere als leicht und sein genaues Ziel kennt er im Grunde auch nicht… Glücklicherweise steht ihm die kluge Möwe Edla zur Seite und gemeinsam begeben sie sich auf die gefährliche Suche.
Auch Edla fand ich total niedlich, auch wenn sie, wie sonst häufig Eulen, ein wenig distanziert und mürrisch beschrieben wird. Die gemeinsame Suche der beiden ist sehr kindgerecht und spannend beschrieben. Sie erleben auf ihrem Weg einige Abenteuer und müssen der ein oder anderen brenzligen Situation aus dem Weg gehen. Die bildlichen Beschreibungen der Kulisse sowie die tollen und aus kindlicher Sicht dargestellten Erläuterungen zu den jeweiligen Handlungen und Gedanken der Tiere lassen beim Lesen ein wunderschönes Bild vor dem inneren Auge entstehen.
Insgesamt ist die Schreibweise für die Alterszielgruppe gut gelungen. Die Kapitel enthalten meist abgeschlossene Episoden der Reise und am Anfang steht eine klare Frage bzw. Aufgabe, die am Ende gelöst wird. Es sind zudem immer wieder Illustrationen eingebaut, welche aber nicht dominieren und nur an bestimmten Buchstellen die Geschichte abrunden.
Sehr gefallen haben mir auch die Namen den Polartiere, die, wie in Kinderromanen typisch, häufig auch schon etwas über die Eigenschaft oder Stellung des Tieres aussagen. Manche Namen sind dabei auf grönländisch und werden neben dem eigentlichen Text in einem blauen Balken in kleinerer Schrift erläutert. Ebenfalls an den Buchseiten sind weitere nähere Beschreibungen, Fakten und Hintergründe zum Klimawandel und zu den Polartieren dargestellt. Diese richten sich aber mehr an den vorlesenden Erwachsenen als an das Kind. Die Erklärungen tauchen immer passend zur jeweiligen Textpassage auf, waren mir dadurch an manchen Stellen aber ein wenig zu gequetscht und damit „zu viel“. Dabei fand ich die Informationen klasse, hätte sie mir aber ein bisschen verteilter über das gesamte Buch gewünscht. Manche Buchseiten sind nämlich ohne Randtext, während andere nahezu überquellen.
Nichtsdestotrotz fand ich diese ergänzenden Passagen sehr gut und absolut informativ. Ebenso runden die Tipps zum Klimaschutz am Ende des Buches die Geschichte ab.

Mein Fazit: Mir hat der Mückebär sehr gut gefallen. Die Idee ein Kinderbuch mit einem wichtigen Sachthema zu verknüpfen finde ich sehr geschickt und wunderbar umgesetzt. Die Geschichte kann von Erstlesern sicherlich gut gelesen werden, im Grunde halte ich sie aber perfekt fürs Vorlesen. Durch die ergänzenden Informationen kann man mit den Kindern spielend über ein wichtiges Thema diskutieren und gemeinsam lernen. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 14.03.2021

Blind Dates

10 Blind Dates für die große Liebe
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„So war ich früher nicht. Die letzte Woche hat mir gezeigt, wie sehr ich mich von mir selbst entfernt habe.“

„10 Blind Dates für die große Liebe“ ist ein New-Age-Roman von Ashley Elston. Er erschien am ...

„So war ich früher nicht. Die letzte Woche hat mir gezeigt, wie sehr ich mich von mir selbst entfernt habe.“

„10 Blind Dates für die große Liebe“ ist ein New-Age-Roman von Ashley Elston. Er erschien am 31.10.2019 im One Verlag und ist in sich abgeschlossen.
Sophies Freund trennt sich völlig unerwartet von ihr und für Sophie bricht eine Welt zusammen. Doch ihre Großmutter hat eine Idee: Ablenkung hilft gegen Trübsal. Kurzerhand werden für Sophie 10 Blind Dates arrangiert und das totale Durcheinander bricht aus…

„10 Blind Dates für die große Liebe“ ist ein unglaublich niedlicher und humorvoller New-Age-Roman für kurzweilige Lesestunden.
Ich habe mich in der Geschichte sofort wohlgefühlt und konnte mich gut mit Sophie identifizieren. Diese ist 17 und im Grunde noch auf der Suche nach sich selbst und ihrer Zukunft. Nachdem ihr Freund sich unerwartet von ihr trennt, bricht für sie die Welt zunächst zusammen. Ihre unglaublich große Familie lässt ihr allerdings nicht viel Zeit zum Trauern, denn nachdem sich die Nachricht über die Trennung in kürzester Zeit herumgesprochen hat, sind alle bereit Sophie zu helfen. Sie sind sich einig: Ablenkung ist das Einzige, das bei Liebeskummer hilft. Also werden 10 Blind Dates arrangiert, auf denen Sophie einen neuen Freund finden soll, dabei ist die große Liebe im Grunde gar nicht so weit entfernt…
Sophies Dates sind dabei sowohl gelungen, als auch absolute Katastrophen. Mein Favorit ist der „Hundert-Hände-Harold“ und an so vielen Stellen musste ich herzlich lachen. Der Schreibstil ist enorm flüssig und humorvoll, die Ich-Perspektive von Sophie stellt ihre Gedanken und Gefühle gut dar. Diese sind typisch für eine 17-jährige und zeigen das Weltbild von jungen Erwachsenen sehr gut.
Auf der Suche nach „dem Richtigen“ und in der Umgebung ihrer Familie, die sie eine lange Zeit nicht mehr gesehen hat, lernt Sophie aber auch einiges über sich selbst. Sie erkennt, dass aus der Sophie, mit der man immer Spaß haben konnte, eine sehr organisierte und eher spießige junge Frau geworden ist, die sich zudem extrem von ihren Jugendfreunden entfernt hat.
Ihre Entwicklung und der Umgang ihrer ehemals besten Freunde mit der Situation haben mir sehr gut gefallen. „Die Fantastischen Vier“ halten auch nach der langen Zeit zu Sophie und unterstützen sie, wo und wie sie nur können. Dies hat mir sehr imponiert und ist für mich ein Zeichen von wahrer Freundschaft!
Mit der großen Familie von Sophie und den vielen damit verbundenen Namen hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, habe aber schließlich einfach drüber weggelesen, da es für die Story nicht unbedingt wichtig ist, jedes Familienmitglied eindeutig zuordnen zu können.
Die Charaktere sind insgesamt sehr liebevoll dargestellt und authentisch beschrieben. An manchen Stellen ist die Darstellung etwas überspitzt, dies trägt aber zur lustigen Atmosphäre bei und hat mir daher sehr gut gefallen.
Natürlich ist die Liebesgeschichte insgesamt eher vorhersehbar und wenig spektakulär. Typische Jugenddramen und -konflikte werden eingebaut und behandelt, das Ende ist nicht unbedingt überraschend. Trotzdem haben mir die Umsetzung, der wirklich schöne und flüssige Schreibstil und vor allem die grandiose Idee sehr gut gefallen!

Mein Fazit: Ich vergebe 5 von 5 Sternen für einen kurzweiligen, humorvollen und niedlichen New-Age-/Jugendroman, der einem einige kurzweilige Lesestunden beschert!

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Veröffentlicht am 07.03.2021

Lügenkonstrukt

Klaras Schweigen
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„Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“

„Klaras Schweigen“ ist ein historischer Roman von Bettina Storks. Er erscheint am 08.03.2021 im Diana Verlag und ...

„Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“

„Klaras Schweigen“ ist ein historischer Roman von Bettina Storks. Er erscheint am 08.03.2021 im Diana Verlag und ist in sich abgeschlossen.
Als Miriams Großmutter beginnt, sich im Krankenhaus von ihrem Schlaganfall zu erholen, sind ihre ersten Worte Französisch. Diese Sprache hat Klara aber bisher nie gesprochen und wer ist der unbekannte „Pascal“ von dem Klara versucht zu erzählen? Miriam beschließt die Vergangenheit ihrer Großmutter zu erforschen und stößt dabei auf ungeahnte Familiengeheimnisse…

Der neuste Roman von Bettina Storks hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Man ist sofort mitten in der Geschichte und hat das Gefühl alles live zu erleben. Während Miriam beginnt die Vergangenheit ihrer Familie zu erforschen erfährt sie einige Dinge, die nicht gerade leicht zu verarbeiten sind. Sie stolpert über Familienfehden, Vorurteile, Missverständnisse sowie Geheimnisse und Lügen und stellt sich dabei immer wieder die Frage, wieso ihre Großmutter so lange geschwiegen hat.
Der mitreißende und unkomplizierte Schreibstil der Autorin lässt die Buchseiten nur so dahinfliegen. Mir gefällt, dass Bettina Storks ihre Romane sehr gradlinig und präzise aufbaut. Die Handlung ist auf die wichtigsten Aspekte reduziert ohne dabei zu kurz zu wirken. Sie ist schnörkellos, aber gerade dadurch unglaublich gut nachvollziehbar und der rote Faden, der in anderen Geschichten manchmal abhandenkommt, klar erkennbar. Gefühle und Gedanken sind nahezu greifbar und einige Szenen waren wirklich sehr emotional.
Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt, welche sich immer wieder miteinander abwechseln. Die jeweiligen Abschnitte haben eine sehr gute Länge, der Wechsel gelingt fließend und durch entsprechende Kapitelüberschriften eindeutig. Die Geschichte baut sich durch Miriams Suche und die eingebauten Rückblicke auf Klaras Vergangenheit nach und nach auf, bis schließlich alle Familiengeheimnisse aufgedeckt sind und auch Klara mit den Ereignissen in ihrem Leben abschließen kann. Es wird klar, warum Klara während ihres gesamten Lebens geschwiegen hat und was sie zu ihren Handlungen bewogen hat. „Es hängt zu viel dran“ ist dabei ein Satz, der zunächst unlogisch erscheint, sich aber nach und nach besser erklärt und schließlich eindeutig wird.
Beide Protagonistinnen waren mir sehr sympathisch. Ich kann sehr gut verstehen, dass Miriam die Geschichte ihre Familie aufarbeiten will, auch wenn sie damit alte Wunden aufreißt und gerade ihre Tante Lotte verstimmt. Während ihrer Suche stößt sie auf Tatsachen, die ihr Leben in ein anderes Licht rücken und sie zum Nachdenken und Grübeln bringen. Es wird sehr deutlich, wieso Miriam mit manchen Handlungen ihrer Vorfahren hadert, was vermutlich auf viele Menschen der Gegenwart zutrifft, wenn sie sich mit ihrer Familiengeschichte auseinandersetzen würden. Thematisiert wird dabei die Enteignung der Juden zur Zeit des Nationalsozialismus sowie die „Entschädigungen“ die anschließend zu leisten waren, aber auch die Frage, ob unsere Eltern und Großeltern es uns überhaupt schuldig sind von ihrer Vergangenheit zu erzählen.
Der historische Kontext wird anschaulich und authentisch in die fiktive Handlung eingebaut und erläutert ohne dabei langweilig zu wirken. Der Leser erhält realistische Einblicke in die Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg sowie die Ansichten und Weltbilder der damaligen Bevölkerung, was den Roman sehr intensiv und teilweise tragisch macht.
Besonders gefallen haben mir aber auch die bildlichen Beschreibungen der Stadt Freiburg sowie dem Freiburger Umland, da ich selbst Familie in dieser Umgebung besitze und daher einige der Orte zuordnen konnte.

Mein Fazit: „Klaras Schweigen“ ist ein weiterer brillanter und unterhaltsamer historischer Roman aus der Feder von Bettina Storks. Mitreißend und interessant beschreibt er die Suche von Miriam nach ihrer Familiengeschichte und dem Grund für das jahrelange Schweigen ihrer Großmutter. Fiktion und historische Ereignisse werden sehr gut miteinander verknüpft, die Handlung im historischen Kontext anschaulich erläutert. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und vergebe 5 von 5 Sternen!

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