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Veröffentlicht am 27.02.2022

Starker Beginn, aber Geschichte zu kurz

Das zaubernde Klassenzimmer - Achterbahn statt Stundenplan (Das zaubernde Klassenzimmer 1)
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Elenas Begeisterung über den Umzug in das kleine Kaff namens Eigam hält sich in Grenzen, muss sie doch ihre beste Freundin zurücklassen und wer weiß, ob sie an der neuen Schule auch Freunde findet. Denn ...

Elenas Begeisterung über den Umzug in das kleine Kaff namens Eigam hält sich in Grenzen, muss sie doch ihre beste Freundin zurücklassen und wer weiß, ob sie an der neuen Schule auch Freunde findet. Denn die Schule selbst hat ihre besten Tage auch schon hinter sich, wie sie bei einem Besuch dorthin mit ihrem großen Bruder feststellt. Und natürlich treffen sie bei dieser Gelegenheit auch gleich auf die Schulzicke namens Friedlinde, deren Vorfahr einst diese Lehranstalt gegründet hat. Na, das kann ja was werden... Und dann wäre da noch Felix, der es immer schafft, zu spät in die Schule zu kommen, weil er an keinem Tier vorbeigehen kann, ohne es zu betrachten. Aber Felix kann nicht nur jede Weinbergschnecke auf dem Schulweg finden, sondern auch eine verborgene Tür, die seit über 50 Jahren verschlossen ist und hinter der sich ein sehr eigensinniges Klassenzimmer verbirgt... Seit wann können Skelette winken? Und wer schreibt wie von Geisterhand die Lösungen der Kopfrechenaufgaben an die Tafel? Sind Elena und Felix die einzigen, die etwas magisches an diesem Raum bemerken?

Ich hatte mich auf Grund des Buchcovers und des Titels sehr auf das Buch gefreut, der Prolog gefiel mir auch sehr gut, aber insgesamt war die Geschichte dann leider zu kurz für meinen Geschmack. Aber vielleicht bin ich da auch nicht die angesprochene Zielgruppe. Für einen Frühleser bzw. Leseanfänger ist die Länge wahrscheinlich perfekt und es wird animiert, auch die Folgebände zu lesen. Aber mir fehlte da etwas der Spannungsbogen bzw. Cliffhanger zu Band 2.

Dennoch gefielen mir die Wortwitze, besonders in Bezug auf die Namen. Auch die unabsichtlich absichtlichen sprachlichen Ausrutscher des neuen Klassenlehrers waren herrlich. Ich hoffe aber dennoch, dass ich in den nächsten Bänden etwas mehr über Felix‘ und Elenas Innenwelt erfahren kann. Auf Grund der Kürze der Geschichte blieb mir das etwas auf der Strecke.

Ich bin gespannt auf ein Wiedersehen im zaubernden Klassenzimmer, das Schuljahr hat ja gerade erst begonnen...

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Veröffentlicht am 15.08.2021

Anders als erwartet...

Catacombia, Band 1: Abstieg in die Tiefe. Ausgezeichnet mit dem Leipziger Lesekompass 2022! (Spannendes Fantasy-Abenteuer ab 10 Jahren)
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Sam ist 13 und lebt in einem Waisenhaus in New York. Über seine Herkunft und seine Eltern weiß er leider gar nichts und irgendwie fühlt er sich auch immer wieder fehl am Platze, so als gehöre er gar nicht ...

Sam ist 13 und lebt in einem Waisenhaus in New York. Über seine Herkunft und seine Eltern weiß er leider gar nichts und irgendwie fühlt er sich auch immer wieder fehl am Platze, so als gehöre er gar nicht in diese Welt. Sein Gefühl bekommt Bestätigung, als eines Tages bei Bauarbeiten an der U-Bahn Ruinen entdeckt werden, auf denen sich Schriftzeichen befinden – und eines sieht genau so aus, wie das Muttermal, das Sam auf seiner Brust trägt... Er beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen, wird aber nachts auf der Baustelle erwischt und gerät bei seiner Flucht in einen Schacht, der ihn immer weiter in das Erdinnere befördert. Als er schließlich das Ende erreicht, traut er seinen Augen kaum: Sam befindet sich in einer Stadt unter der Oberfläche, deren Architektur sich aus allen auf der Erde bekannten Stilen zusammensetzt, in der fliegende Fahrzeuge die Menschen transportieren und in der mittels des Gedankenfeuers viele Abläufe vereinfacht sind. Doch schon sehr schnell muss Sam feststellen, dass auch in dieser Gesellschaft nicht alles so friedlich ist, wie ihm vorgemacht wird: Eine religiöse Splittergruppe, die die Grimorga verehrt, bedroht die Stadt mit Terrorangriffen. Und Sam spielt dabei eine ausschlaggebende Rolle...

Ich war sehr gespannt auf die Geschichte rund um Catacombia und hatte mir grob vorgestellt, in eine Story im Stil von Susanne Collins Gregor-Reihe abzutauchen. Aber weit gefehlt! Catacombia hat mehr mit den Hunger Games gemeinsam als mit den Gregor-Büchern, wie ich schnell feststellen musste. Der Einstieg vollzieht sich recht harmlos und interessant, wird aber zusehends dramatischer und auch brutaler. Meiner Meinung nach ist es daher definitiv erst für ältere Kinder geeignet, ab zwölf oder – je nach Charakter – vielleicht sogar erst ab 14 Jahren. Zum einen auf Grund der Intrigen, der Gewalt und einiger Aussagen des Protagonisten diesbezüglich, die verstörend und verherrlichend wirken können, zum anderen da die Thematiken, die diese Geschichte beinhaltet, mit Erwachsenen besprochen und aufgearbeitet werden sollten. Diese Aspekte sind unter anderem: Mythologie, Religion, Glaube, Extremismus, Terrorismus, Gewalt, Gesellschaftsspaltung, Abgrenzung, Umbruch/Wandel, aber auch Freundschaft, Ehrlichkeit, ebenso wie weiterentwickelte Technologien, Potenzialnutzung und Magie.

Doch der Umstand, dass die Geschichte anders verlief als erwartet, ist nicht der Grund für den Punkteabzug. Zwei Aspekte haben mich an diesem Buch arg gestört:
1. Die Erzählung hat einfach zu viele Leerstellen! So viele Aspekte bleiben ungeklärt, die aber für mich und meinen Wissenshunger essenziell sind. Die Geschehnisse rund um Sams Eltern und die Jünger der Grimorga und der Mythos um Grimorga selbst wird kaum erwähnt; warum Sam gerade zu Ellas Eltern gegeben wird, wird nie aufgelöst; warum die noch in Ausbildung befindlichen Schüler der Akademie auf eine Oberflächenmission mitgenommen werden, wird nicht hinterfragt oder erklärt und es wird nie aufgelöst, woher die Lehrer immer sofort wissen, was geschehen ist – Telepathie? An diesen Leerstellen im Text stoße ich mich sehr und sie lassen die Geschichte für mich unvollständig, halbherzig und unrund erscheinen. Da dieses Abenteuer auf drei Bände ausgelegt ist, hätte ich mir doch etwas mehr ‚Füllstoff’ gewünscht, besonders in Bezug auf die Geschichte und Gesellschaft Catacombias.
2. Die Figurenentwicklung des Protagonisten Sam ist kaum nachvollziehbar und zu sprunghaft. Am meisten stört mich seine Abgebrühtheit der Gewalt gegenüber, die er plötzlich an den Tag legt. Zudem hinterfragt er kaum und nimmt zu viele Umstände einfach so hin. Das würde ich bei einem 13-jährigen, der endlich Antworten auf all die angestauten Fragen haben will, anders erwarten.

Trotz allem ist das Weltensetting spannend und kreativ umgesetzt. Einen großen Beitrag dazu leistet in jeden Fall das Cover! Es regt die Fantasie an und erschafft in Kombination mit den detailreichen Beschreibungen im Text einen ganz eigenen Kosmos. Eine weitere Frage bleibt allerdings ungeklärt: Warum „Catacombia“? Wo ist die Verbindung zu Katakomben? Vielleicht werden wir es im zweiten Band erfahren. Lesen werde ich ihn auf jeden Fall, denn Sams Abenteuer ist ohne Frage spannend. Und nun weiß ich ja auch, worauf ich mich einstellen muss.

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Veröffentlicht am 23.05.2021

Ein verheißungsvoller Auftakt!

Goldene Flammen
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Alina Starkov, ein Waisenmädchen aus Keramsin, dient in der Ersten Armee des Kaisers von Ravka als Kartografin. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Malyen Oretsev, dem besten Fährtenleser der Einheit, soll ...

Alina Starkov, ein Waisenmädchen aus Keramsin, dient in der Ersten Armee des Kaisers von Ravka als Kartografin. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Malyen Oretsev, dem besten Fährtenleser der Einheit, soll sie die Schattenflur durchqueren, um Nachschub aus West-Ravka zu holen. In diesem durch ein schiefgegangenes Experiment entstandenen toten Landstreifen existiert kein Licht und er wird beherrscht von den Volkra, die durch dunkle Magie zu Monstern verwandelte, ehemalige Einwohner sind. Bei der Überfahrt wird das Schiff von ihnen angegriffen und mit Alina passiert etwas außergewöhnliches: Um Mal zu beschützen bricht plötzlich helles Licht aus ihr hervor, das die Volkra tötet und ihnen selbst das Leben rettet. Von jetzt an ändert sich alles in Alinas Leben, denn nun ist sie eine Grisha, eine Magierin – und noch dazu die lang erwartete und einzige Sonnenkriegerin. Der mächtigste Grisha, der Dunkle, nimmt sich Alinas Ausbildung an, denn er hat große Pläne mit ihr...
Es beginnt wie ein russisches Märchen... Leigh Bardugo hat hier eine unglaubliche Welt erschaffen: ein wenig nostalgisch-real, und doch so fantastisch anders! Sie schubst den Leser ohne große Umschweife in ihre Erzählung, konfrontiert ihn direkt mit den wirren politischen und gesellschaftlichen Umständen Ravkas und erklärt dabei nichts. Typisch Bardugo also. Wer sich nicht in die Geschichte fallen lässt und viel hinterfragt, dem dürfte der Einstieg schwer fallen. So erging es auch mir zunächst, denn ich bin sehr detailverliebt und wollte alles über die Hintergründe der Grisha-Magie erfahren. Ich musste mich allerdings schnell damit abfinden, dass Leigh Bardugo so einfach nicht erzählt. Es ärgert mich dennoch und ich hoffe, in den Folgebänden mehr Aufklärung zu finden. Daher ein halber Stern Abzug.
Die Figuren sind komplex und authentisch angelegt. Die Sympathielenkung auf Alina gelingt von der ersten Zeile an und auch Mals Treue konnte ich nachempfinden. Das Figurenensemble gefällt mir gut, von verabscheuungswürdig bis liebenswert ist alles vertreten. Auch die Janusgesichtigkeit des Dunklen hat Bardugo vortrefflich inszeniert.
Eine absolute Leseempfehlung für alle Fantasy-Fans, die starke weibliche Protagonistinnen mögen.

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Veröffentlicht am 23.05.2021

Leider ein etwas schwacher Band...

Internat der bösen Tiere, Band 3 - Die Reise
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Noël hat sich kaum vom Schock der Entführung durch das Walross erholt, da erreicht ihn eine neue Hiobsbotschaft: Mrs Moa, die Schulleiterin, hat die geheimen Inseln verlassen! Doch zuvor hat sie auf der ...

Noël hat sich kaum vom Schock der Entführung durch das Walross erholt, da erreicht ihn eine neue Hiobsbotschaft: Mrs Moa, die Schulleiterin, hat die geheimen Inseln verlassen! Doch zuvor hat sie auf der Insel der Jäger eine Schatulle mit Briefen für Noël hinterlassen. Doch diese ist nun spurlos verschwunden, ebenso wie die Würgeschlange. Gemeinsam mit seinen Freunden Taiyo und Katókwe versucht Noël, dem Geheimnis der Schatulle auf den Grund zu gehen und gerät dabei – wieder einmal – in große Gefahr. Denn sein Gegner Uko wartet nur darauf, dass Noël unvorsichtig wird und die geheimen Inseln verlässt...

Leider konnte mich dieser dritte Band nicht so richtig mitreißen. Die Geschichte war abschnittsweise leider zu langatmig, die Story kam nicht recht voran und der Informationsgehalt war – im Vergleich zu den Vorbänden – doch recht spärlich bzw. trat erst auf den letzten ca. 50 Seiten komprimiert hervor. Dieser Teil erscheint mir eher ein ‚Füllband‘ zu sein, der Themen wie illegalen Tierhandel und die Logistik hinter den geheimen Inseln hervorhebt.

In Bezug auf die Figuren ist mir aufgefallen, wie anstrengend ich Noëls Impulsivität zunehmend finde. Ob ihm irgendwann einmal nicht mehr der Zufall und das Glück zur Seite stehen, wenn er sich unvorbereitet und Hals über Kopf in Gefahr begibt? Und auch Mr Pi habe ich bis zum Ende der Geschichte nicht vollends durchschaut. Ist er wirklich einer der ‚guten‘ Charaktere dieser Erzählung? Ich habe da so meine Zweifel... Denn nicht aufgeklärt wurde, warum er die geheimen Inseln und das Internat verlassen hat. Außerdem: Wer stiftet denn einen Jugendlichen so abgebrüht zum Diebstahl an, wenn nicht jemand, dessen täglich Brot dies ist? Ich bin gespannt, ob wir der kleinen Kakerlake mit dem großen Ego noch einmal begegnen werden.

Die unangefochtenen Highlights waren die Auftritte von Poison und Nummer 29! Sie haben einfach eine so charmante und unbeschwerte Art – man muss sie einfach lieben. Auch das Bild von Nummer 8 hat mich tief berührt, denn es zeigt einmal mehr, wie wir Menschen mit unserer Umwelt und Natur umgehen. Ich mag diese kleinen Episoden, in denen die Autorin an die Vernunft der menschlichen Leser appelliert und ihnen vor Augen hält, was tagtäglich in und mit Flora und Fauna passiert.

Die beigefügte Leseprobe zu Band 4 prophezeit einen Spannungsanstieg, ich freue mich sehr auf den Herbst 2021!

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Veröffentlicht am 21.03.2021

Das magische Internat der Gestaltwandler öffnet den Lesern seine Tore

Falcon Peak – Wächter der Lüfte (Falcon Peak 1)
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Kendricks Vater wird der neue Direktor des Mount Alveston Internats – die Schule, die auch Kendricks Mutter besuchte. Mit dem Umzug muss sich Kendrick also nicht nur auf eine emotionale Reise begeben und ...

Kendricks Vater wird der neue Direktor des Mount Alveston Internats – die Schule, die auch Kendricks Mutter besuchte. Mit dem Umzug muss sich Kendrick also nicht nur auf eine emotionale Reise begeben und den Tod seiner Mutter vor zehn Jahren dort verarbeiten, sondern sich auch auf die neue Schule und die dortige Konkurrenz zwischen White und Black Wing einlassen. Seine anfängliche Zurückhaltung gibt Kendrick jedoch schnell auf, als die Mädchen der Schule ihn in ihren Kreis aufnehmen. Aber irgendwas ist anders an ihnen... Ständig verschwinden sie in Gruppen im Wald. Als Kendrick ihnen eines Abends heimlich auf den Falcon Peak folgt, erlebt er etwas Undenkbares...

Heiko Wolz hat hier eine spannende, magische Fantasy-Geschichte rund um Gestaltenwandler und einen alten Mythos erschaffen, die mit einem starken und authentischen Protagonisten gesegnet ist. Das Setting rund um das Internat in Alveston wird von wunderbaren Beschreibungen der Landschaft, und vor allem der Vögel, abgerundet. Herausragend ist auch das Cover mit den verschiedenen Rottönen des Greifvogels, der auf der Stelle schwebt und den Protagonisten mit seinen Schwingen umfängt. Ein echter Eye-Catcher!

Leider zeigt der Reihenauftakt doch einige Schwächen. Für meinen Geschmack waren es zu viele Figuren, die ich häufig durcheinander gebracht habe, da sie einfach zu blass und zu oberflächlich bleiben. Ich konnte Namen, Vogelgestalt und Wing irgendwann nicht mehr zuordnen. Auch fehlten mir Ausschmückungen zum Schulalltag, zu Ereignissen, zu der „vererbten“ Rivalität zwischen Black und White Wing und zum Mythos an sich. Und, was mich am meisten störte: Warum spricht keiner über den Tod von Kendricks Mutter, auch Kendrick selbst nicht, als er die Situation rund um die Schule langsam durchschaut? Kann so ein Geheimnis an einem Internat wirklich so lange vor nicht-eingeweihten Mitschülern verborgen werden? Die Tiefe der Geschichte habe ich an so einigen Stellen leider vermisst.

Trotz meiner Kritikpunkte hatte ich ein spannendes, unterhaltsames und schnelles Leseerlebnis, das zwar ausbaufähig ist, mich aber trotzdem in gespannter Erwartung auf Band 2 zurücklässt!

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