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Veröffentlicht am 23.03.2021

Es ist so schön hier. Man muss hier nicht weg.

Aus der Mitte des Sees
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Lukas lebt als mit Abstand Jüngster der Mönche in einem Benediktinerkloster. Bis vor kurzem lebte noch Andreas dort, doch dieser entschied sich, das Kloster zu verlassen und hat mittlerweile Frau und Kind. ...

Lukas lebt als mit Abstand Jüngster der Mönche in einem Benediktinerkloster. Bis vor kurzem lebte noch Andreas dort, doch dieser entschied sich, das Kloster zu verlassen und hat mittlerweile Frau und Kind. Lukas hadert sehr mit dieser Situation, fühlt sich von Andreas im Stich gelassen. In Gedanken spricht Lukas viel mit Andreas und auch mit dessen Frau Juli.
Das Klostergelände grenzt an einen See, in dem Lukas täglich schwimmt. Er verbringt Stunden auf dem Badesteg, schaut hinaus aufs Wasser und hängt seinen Gedanken nach. Eines Tages kommt eine junge Frau über den See geschwommen und setzt sich zu ihm. Sie ist ganz unbefangen, sieht in ihm nicht nur den Mönch, sondern vor allem den Mensch Lukas. Sarah erzählt ihm offen von sich, was es Lukas einfach macht, sich auch ihr zu öffnen. Sarah ist eine attraktive Frau und Lukas entwickelt Gefühle für sie.
Zur selben Zeit tritt ein Mitbruder mit der Bitte an Lukas heran, er möge die Position des Priors einnehmen. Lukas fühlt sich überrumpelt. Einerseits ist er gerne Mönch und als Jüngster gibt es nur Sinn, dass er die Stelle annimmt. Andererseits steckt er in einer Sinnkrise: hat er wirklich den richtigen Lebensentwurf für sich gewählt?
Das Buch ist in einer sehr poetischen Sprache geschrieben, die aber nicht immer leicht zu lesen ist. Mit Sätzen wie beispielsweise "Ein Schöpfer, der nicht auch zerstört, ist keiner, sondern nur ein dementer Greis, der debil in eine gottlos gewordene Welt grinst“ kann ich so rein gar nichts anfangen. Obwohl mich solche Stellen sehr irritiert haben, bereue ich nicht, das Buch gelesen zu haben. Es hat mich nachdenklich gemacht und ich beschäftige mich auch nach der Lektüre noch gedanklich mit den angesprochenen Themen Zölibat, Lebensform Kloster, Sexualität von Priestern, um nur ein paar zu nennen. Über weite Strecken hat mich die Nabelschau des Mönchs allerdings auch gelangweilt.

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Veröffentlicht am 11.08.2020

Düster und deprimierend

Hagebuttenblut
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Durch Zufall trifft die Stockholmer Ermittlerin Charlie Lager den Journalisten Johan wieder, den sie in Zusammenhang mit ihrem letzten Fall in Gullspang kennenlernte. Johan recherchiert in einem ungeklärten ...

Durch Zufall trifft die Stockholmer Ermittlerin Charlie Lager den Journalisten Johan wieder, den sie in Zusammenhang mit ihrem letzten Fall in Gullspang kennenlernte. Johan recherchiert in einem ungeklärten Vermisstenfall. Vor 30 Jahren verschwand die 16jährige Francesca Mild aus Charlies Heimatort.
Da Charlie große Probleme mit ihrem destruktive Lebensstil hat und ihre Jugendfreundin Susanne in Gullspang ihre Hilfe braucht, beschließt Charlie, eine Auszeit zu nehmen und in ihren Heimatort zurückzukehren. Auch Johan fährt nach Gullspang, um mit Charlies Hilfe seine Recherchen vor Ort zu betreiben. Doch die Einheimischen haben kein Interesse daran, ihnen zu helfen. Trotzdem schaffen die beiden es, die Puzzleteilchen zusammenzufügen.
Der Roman – denn um einen Thriller handelt es sich nicht – hat zwei Handlungsstränge. Zum einen Charlies Perspektive in der Neuzeit, zum anderen lernen wir die 16jährige Francesca Mild kennen. Die Kapitel sind kurz und leicht lesbar. Fesseln konnte mich die Story allerdings nicht. Da sind zum einen Charlies Flashbacks und Erinnerungen an ihre Mutter Betty, die ein ähnlich destruktives Leben führte wie Charlie heute. Außerdem wird immer wieder auf den Fall Bezug genommen, der im ersten Band der Reihe, Löwenzahnkind, behandelt wird. Diese ständige Rückblicke und Wiederholungen empfand ich als äußerst ermüdend.
Was ich auch wenig glaubhaft fand, war die Art und Weise, wie Charlie und Johan an ihre Informationen kommen. Näher darauf eingehen, kann ich nicht, ohne zu spoilern.
Für das Buch wird ziemlich reißerisch mit „So wenig Bullerbü war selten“ oder ähnlich geworben. Wenn man Bullerbü mit idyllischer Kindheit in Schweden gleichsetzt, stimmt das, denn hier wird ein Schweden portraitiert, in dem alle, auch Teenager, permanent saufen oder Drogen einwerfen und Kinder in kaputten lieblosen Familien aufwachsen. Mich hat dieses Buch regelrecht deprimiert. Den dritten Teil der Reihe werde ich nicht lesen.

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Veröffentlicht am 23.06.2020

Das Geheimnis in der Vergangenheit

Ein Wort, um dich zu retten
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Nathan Fawles hat drei Bestsellerromane geschrieben, vor er sich aus der Öffentlichkeit zurückzieht und fortan als Einsiedler auf der abgeschiedenen Insel Ile Beaumont lebt. Seine Fans weltweit wollen ...

Nathan Fawles hat drei Bestsellerromane geschrieben, vor er sich aus der Öffentlichkeit zurückzieht und fortan als Einsiedler auf der abgeschiedenen Insel Ile Beaumont lebt. Seine Fans weltweit wollen sich damit nicht zufrieden geben. Einer davon nimmt allein um der Chance willen, dem Schriftsteller eventuell doch zu begegnen, eine Stelle als Buchhändlergehilfe auf der Ile Beaumont an. Er schafft es tatsächlich, sich dem Schriftsteller zu nähern, auch wenn der Empfang alles andere als freundlich ist. Doch mit der Zeit entspannt sich die Lage und Fawles bittet den jungen Mann sogar um Hilfe. Etwa zur selben Zeit kommt die Journalistin Mathilde Monney auf die Insel. Ausgerechnet sie ist es, die den verschwundenen Hund von Nathan Fawles findet und ihn dem Schriftsteller zurückbringt. Fawles ist von der jungen Frau fasziniert, zumal sie ihm eine Geschichte erzählt, die ihn tief berührt. Dann geschieht auf der beschaulichen abgeschiedenen Insel ein grausamer Mord und die Insel wird von der Außenwelt abgeriegelt... Bis zu diesem Punkt habe ich das Hörbuch wirklich gern gehört, doch hier beginnt die Geschichte sehr absurd zu werden. Musso will uns glauben machen, dass praktisch jeder in der Lage ist, zum Folterer und Mörder zu werden, wenn sein Leben aus den Fugen gerät. Die Auflösung und Hintergründe der Mordfälle - es geht auch um einen 20 Jahre zurück liegenden Fall - sind dermaßen konstruiert und abstrus, dass einem die Haare zu Berge stehen. Für mich eine große Enttäuschung. Was allerdings positiv zu bewerten ist, ist die ruhige und angenehme Stimme des Hörbuchsprechers.

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Veröffentlicht am 16.06.2020

Mir ist die Lust auf Fleisch vergangen

Am zwölften Tag
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Denglers Sohn Jakob ist mit Freunden nach Barcelona gefahren. Denken zumindest die Eltern. Doch die Jugendlichen sind telefonisch nicht erreichbar und melden sich nur per SMS. Denglers Ex-Frau bittet ...

Denglers Sohn Jakob ist mit Freunden nach Barcelona gefahren. Denken zumindest die Eltern. Doch die Jugendlichen sind telefonisch nicht erreichbar und melden sich nur per SMS. Denglers Ex-Frau bittet ihn, der Sache auf die Spur zu gehen. Er hält sie zunächst für überbesorgt und gibt zu bedenken, dass Jakob inzwischen volljährig ist und sich nicht mehr täglich melden muss, doch dann merkt auch er, dass etwas ganz und gar nicht stimmt.

In Wirklichkeit wollten die Jugendlichen keineswegs nach Barcelona fahren, sondern Missstände in der deutschen Fleischindustrie dokumentieren, doch sie fliegen auf und werden von einer kriminellen Bande gefangen gehalten. Gleichzeitig erfährt der Leser, um welche Missstände es geht. Diese Passagen sind dermaßen ekelerregend, dass ich nicht weiß, ob ich jemals wieder Putenfleisch essen kann. Es ist schwer, sich mit diesen Beschreibungen auseinanderzusetzen. Nicht nur die Tiere werden gequält, auch die billigen Arbeiter aus dem Osten leben ein menschenunwürdiges Leben und werden ausgebeutet.

Alles in allem ist "Am zwölften Tag" ein durchaus spannender und sicherlich gut recherchierter Krimi, der jedoch teilweise auch sehr klischeehaft daherkommt. Eine vergewaltigende und prügelnde Rockergang aus Berlin, ein skrupelloser Fleischproduzent, der über Leichen geht... Eines hat das Buch auf jeden Fall bewirkt: mir ist der Appetit auf Fleisch gründlich vergangen.

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Veröffentlicht am 08.06.2020

Absurdes Ende

Sieben Lügen
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Jane hat das große Glück, eine beste Freundin zu haben, mit der sie alles teilt. Marnie ist ihre Seelenverwandte, die beiden verbringen jede freie Minute miteinander, von der Schulzeit bis ins Erwachsenenalter. ...

Jane hat das große Glück, eine beste Freundin zu haben, mit der sie alles teilt. Marnie ist ihre Seelenverwandte, die beiden verbringen jede freie Minute miteinander, von der Schulzeit bis ins Erwachsenenalter. Als Erwachsene teilen sie sich zunächst eine Wohnung, doch dann lernt Jane ihren Mann kennen und heiratet. Leider ist ihr Glück nur von kurzer Dauer. Später lernt auch Marnie den Mann ihres Lebens kennen, doch auch sie erleidet einen Schicksalsschlag. Gut, dass ihre beste Freundin zur Stelle ist...

Ich hatte Probleme, in das Buch reinzufinden, doch dann hat mich die Story durchaus gefesselt. Allerdings, und das ist mein großer Kritikpunkt, ist das Ende so dermaßen absurd, dass es mir den Lesegenuss gründlich vergällt hat. Was für ein idiotisches Ende! Die Ich-Erzählerin spricht jemanden an, von dem man nicht weiß, wer es ist. Ich ging davon aus, dass sie ganz einfach den Leser adressiert, doch ich lag falsch. Erst ganz am Schluss erfährt man, wer gemeint ist. Was mich an diesem Ende so stört, kann ich leider nicht schreiben ohne zu spoilern.

Eine Story mit Potential, doch das Ende lässt sehr zu wünschen übrig.

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