Profilbild von Buchgarten

Buchgarten

Lesejury Star
offline

Buchgarten ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Buchgarten über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2021

emotional berührend Mut machende Geschichte

Die Nachtbushelden
0

konnte mich als Kinder- und Jugendbuch überzeugen.
Die ungewöhnliche Perspektive, die Sichtweise des Antihelden, in diesem Falle jungen Mobbers Hector, ließ mich als Leser ein seinen Gedanken, seinen Gefühlen ...

konnte mich als Kinder- und Jugendbuch überzeugen.
Die ungewöhnliche Perspektive, die Sichtweise des Antihelden, in diesem Falle jungen Mobbers Hector, ließ mich als Leser ein seinen Gedanken, seinen Gefühlen teilnehmen. Machte ihn mir als Leser zutiefst unsympathisch kennt doch jeder den ein oder anderen Mitschüler, der sich so – oder so ähnlich verhält. Und verstärkt so die Antipathie gegen Hector. Macht ihn zu einem Unsympathischen und schwierigen Charakter, der es dem Leser nicht leicht macht, die Geschichte zu lesen.
Andererseits wecken Hectors Schilderungen sicherlich beim ein oder anderen Leser Erinnerungen an ein ähnliches Verhalten seitens der Erwachsenen. Das Gefühl Hectors, von seinen Eltern, aber auch seinen Lehrern als Enttäuschung wahrgenommen zu werden. Als ungeliebt dürfte jeder Leser mehr oder weniger häufig bereits erfahren haben.
Ebenso, die Wirkungen die Freunde auf unser eigenes Verhalten haben, waren für mich als Leser deutlich erkennbar und nachvollziehbar.
Die Angst der Mobbingopfer, die Untätigkeit der übrigen, die Einzelnen, die sich den Mobbern entgegenstellen. Und die Erwachsenen, die es häufig nicht schaffen, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Ihn sogar gar nicht wahrnehmen, untätig bleiben.
Die Mechanismen wie Mobbing funktioniert, die Hilflosigkeit und Ohnmacht der Erwachsenen, aber auch die der Schüler, ihre Gefühle und Motive wurden sehr gut eingefangen, fein herausgearbeitet und dem Leser deutlich gemacht.
Das Hector durchaus weiß, was richtig und falsch ist, konnte man als Leser immer wieder bemerken. Er steht zu seinen Streichen, wird nicht zum Lügner. Seine Hoffnungslosigkeit jemals die Sichtweise der Erwachsenen auf sich selbst zu ändern wird deutlich.
Sein gefangen sein, in seiner Rolle wird deutlich spürbar, als der zu Beginn „harmlose Streich“ gegenüber dem Obdachlosen ungeahnte Dimensionen annimmt.
Er zum ersten Mal in seinem Leben jemandem gegenübersteht der den Mut hat, ihn für sein Verhalten in angemessener, sinnvoller Form zu „bestrafen“. Von ihm erwartet, das Richtige zu tun. Und nicht vor ihm einknickt und zurückschreckt.
Dieses Verhalten ihm Gegenüber, sein im tiefsten Innern verstecktes Rechtsbewusstsein und die nachfolgenden Ereignisse bewirken, das Hector sich nach und nach weiterentwickelt und ihn zu einer Änderung seines Verhaltens bringt.

Fazit:
Von mir eine klare Leseempfehlung.
Eine Geschichte, die bewegt, nachdenklich stimmt und den Finger in die Wunde steckt. Die Mechanismen des Mobbings aufzeigt. Unser aller Verhalten gegenüber Obdachlosen hinterfragt und an den Pranger stellt. Unsere Sichtweise auf Obdachlose, auf den Einzelnen verändern kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2021

Offen sein für die vielfältigen Lebensweisen und Einstellungen

Zwei Jungs und eine Hochzeit
0

Wenn wir groß sind … heiraten wir! Möchtest du mich heiraten?

Ein Wunsch, den viele als Kinder an einen anderen richteten. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere sogar an eine „Kinderhochzeit“, ...

Wenn wir groß sind … heiraten wir! Möchtest du mich heiraten?

Ein Wunsch, den viele als Kinder an einen anderen richteten. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere sogar an eine „Kinderhochzeit“, in der sie die Hochzeit nachgespielt haben.

In der Geschichte

„Zwei Jungs und eine Hochzeit“ von Andrée Poulin

geht es genau darum. Zwei Jungs, beste Freunde die alles miteinander teilen und als einer der Jungs einen Ring findet – fragt er seinen besten Freund, ob er ihn heiraten möchte.
Aus dieser Idee heraus ergeben sich viele Fragen. Kinder können nicht heiraten, und Jungs schon gar nicht … und den Kindern begegnen die unterschiedlichsten Reaktionen seitens der Erwachsenen.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen.
Passende Illustrationen begleiten die Geschichte, unterstreichen die Gefühlswelt der Kinder, die sich im Laufe der Geschichte immer wieder verändern.

Die Idee der beiden Jungs zu heiraten, eine Hochzeit zu feiern – die Reaktionen der Erwachsenen auf die Hochzeit der beiden – ihre sich verändernden Gefühle, als sie die Reaktionen der Erwachsenen erfahren – ihr Weg, ihre Erkenntnis.
Einfühlsam, auf Augenhöhe der Kinder vermittelt.
Eine Geschichte die zeigt, wie vorurteilsfrei Kinder sein können.
Wie wichtig es ist ihnen wertschätzend gegenüberzutreten.
Eine Geschichte, die zeigt, dass die Eltern nicht immer Recht haben.

Fazit:
Eine einfühlsame Geschichte, die zeigt wie unterschiedlich die Menschen sein können.
Wie wichtig es ist, diese zu respektieren. Ihnen mit Offenheit zu begegnen.

Von mir eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2021

Gewaltprävention im Grundschulalter - ein klasse Einstieg

Der Grundschul-STOPP-Alarm
0


Das Buch „Der Grundschul-STOPP-Alarm Stopp das will ich nicht!“ von Marion Klara Mazzgalla

greift die bei Gewaltprävention erfolgreich angewandete „Stopp“-Methode auf.

Sie wird den Grundschulkindern ...


Das Buch „Der Grundschul-STOPP-Alarm Stopp das will ich nicht!“ von Marion Klara Mazzgalla

greift die bei Gewaltprävention erfolgreich angewandete „Stopp“-Methode auf.

Sie wird den Grundschulkindern hier durch eine Geschichte vermittelt.
In der Geschichte wurden Situationen beschrieben, die den Kindern aus dem Schulalltag bekannt sind.
Diese werden von der Lehrerein zum Anlass genommen, gemeinsam mit den Kindern zu besprechen.
So werden die Kinder aufgefordert, sich selbst in diese Situation zu versetzten. Wie würden sie sich fühlen.
Wie würden sie reagieren – um den Gegenüber dazu bringen mit seinem Verhalten aufzuhören.
Was passiert, wenn der Gegenüber nicht aufhört. Welche Möglichkeiten bieten sich –
In diesem Zusammenhang wird die STOPP-Methode eingeführt.
Ihre Vorteile und ihre Wirkungsweise besprochen. (Als Zeichen für die Lehrerin, einen Erwachsenen bzw. Außenstehenden – in die Situation „helfend“ einzugreifen.) Warum sie wirkungsvoller als ein „Nein“ ist.
Um dies dann anschließend im Unterricht einzuüben – und Situationen zu entdecken – wo diese Methode helfen kann. Und wie sie wirkt.

Ich selbst hätte mir bei meinen Kindern Erzieher gewünscht – die diese Regel eingeführt hätten. Und ihre Rolle auch tatsächlich ausgefüllt hätten. (Meine Kinder sollten nein sagen – immer wieder freundlich (ohne Weglaufen, ohne nach dem 20 mal zu schreiben, …) .Irgendwann würde der Gegenüber aufhören .
Empathie, die Handlungsmöglichkeiten der Kinder, aber auch die Rolle der Erwachsenen wird den Kindern auf Augenhöhe vermittelt.

Fazit:
Für mich ein gelungener Einstieg in das Thema. Ein Geschichte, anhand der das Thema „Gewaltprävention“ immer wieder spielerisch in Erinnerung gerufen werden kann. Bzw. als Einstieg in das Thema dienen kann.
Als weiterführende Geschichte, die Eltern mit ihren Kindern immer wieder lesen können – um das Thema immer wieder anzusprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.01.2021

fantastische Fortsetzung

Cassardim 2: Jenseits der Schwarzen Treppe
0

Cassardim – Jenseits der schwarzen Treppe

von Julia Dippel

konnte mich fesseln, bewegen, emotional berühren und mich in die Welt Cassardims entführen.

Cassardim, eine fantastische, faszinierende Welt ...

Cassardim – Jenseits der schwarzen Treppe

von Julia Dippel

konnte mich fesseln, bewegen, emotional berühren und mich in die Welt Cassardims entführen.

Cassardim, eine fantastische, faszinierende Welt mit detailreich ausgearbeiteten Schauplätzen, sodass es mir als Leser leicht fiel mir die verschiedensten Orte bildlich vorzustellen, Bilder von Cassardim in meinem Kopf entstehen zu lassen – in die Welt einzutauchen und mit Amaia zusammen die Welt, ihre Besonderheiten und Bewohner zu entdecken.

Die Charaktere wurden wieder fein ausgearbeitet. Ich konnte sie mir bildlich vorstellen, mich in sie verlieben (ich sage nur Flummel). Mich mit ihnen emotional verbinden, sodass ich konstant mit ihnen mitfieberte, mit liebte, mitlitt – mir gedanklich die unterschiedlichsten weiteren Handlungsverläufe ausmalte – um diese dann teilweise bestätigt zu finden.
Emotional wurde ich als Leser in ein Wechselbad der Gefühle geworfen und erlebte immer wieder eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
Der Umgang der unterschiedlichsten Charaktere miteinander, die tiefsinnigen Dialoge – zum Lachen und Weinen.

Spannende Momente, im Wechsel mit eher ruhigen Elementen, weniger Kampf – dafür mehr Intrigen, diplomatische Verwicklungen und Machtspielereien. Sich auf einen weiteren Showdown zuspitzend – um ruhig und emotional zu Enden. Bis dann der letzte Satz (meine heimlichen Erwartungen und Befürchtungen erfüllend) alle Emotionen auf den Kopf stellte ….

Fazit:
Von mir eine klare Leseempfehlung.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.12.2020

eindrucksvoller fiktiver Einblick in die Kindheit während des Zweiten Weltkriegs, lebendig gewordene Zeitgeschichte

Held Hermann
0

Held Hermann – Als ich Hitler im Garten vergrub

von Leonora Leitl

erzählt die fiktive Geschichte des 12 jährigen Hermanns und seiner Familie, während des Zweiten Weltkriegs in Österreich.
Als Leser ...

Held Hermann – Als ich Hitler im Garten vergrub

von Leonora Leitl

erzählt die fiktive Geschichte des 12 jährigen Hermanns und seiner Familie, während des Zweiten Weltkriegs in Österreich.
Als Leser fühlte ich mich an die Erzählungen meiner Großeltern über ihre Kindheit erinnert. Ihr Leben in dieser Zeit, ihre Streiche und Abenteuer, die Entbehrungen aber auch das Misstrauen wer Freund und Feind ist, die Furcht und Angst sobald sie mit den Funktionären und begeisterten Anhängern in Berührung kamen. Ihren Versuch das Beste aus der Situation zu machen.
Hermanns Entdeckung, die ihn und seine Freunde – aber auch seine Familie in immer größere Gefahr bringt.
Alltägliches aus dem Leben der Kinder zur damaligen Zeit. Ihre Sorgen und Ängste, der vorsichtige Umgang miteinander – wurden sehr fein und eindringlich vermittelt. Die Frage – warum es viele Mitläufer gab – ein Stück weit greifbar und nachvollziehbar gemacht. Ging es doch recht schnell – auch um das eigene Leben.

Fazit:
Eine Zeitreise in die österreichische Kindheit während des Zweiten Weltkriegs. Die Lebensfreude und Abenteuerlust der Kinder – aber auch die Angst, der Schrecken des Krieges das Misstrauen untereinander – die bedrückende Atmosphäre während des Zweiten Weltkriegs wurde mir als Leser eindrücklich vermittelt.

Von mir eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere