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Mianna

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2022

Eher mittelmäßige Fiktion

Papier & Blut
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Diesmal macht sich der alternde Siegelagent Al MacBharrais mit seinem derb fluchenden Hobgoblin Buck Foi auf den Weg, um eine Kollegin in Australien zu retten. Begleitet von dem Eisernen Druiden und der ...

Diesmal macht sich der alternde Siegelagent Al MacBharrais mit seinem derb fluchenden Hobgoblin Buck Foi auf den Weg, um eine Kollegin in Australien zu retten. Begleitet von dem Eisernen Druiden und der ein oder anderen Göttin stellen sie sich dem Bösen entgegen. Es gibt einige Unwägbarkeiten, viel Blut und zahllose Tote.

Zu Beginn des Romans steht eine Zusammenfassung des vorangegangenen Romans. Den muss man also nicht mehr lesen. Darauf folgt eine aufregende und aufreibende Roadstory, bei der Al mit seinen Schwächen und seiner Bürde im Mittelpunkt steht. Obwohl dieser zweite Band wieder unterhaltsam und kurzweilig ist, steckt er doch vorallem voller platter und alberner Dialoge. Die Charaktere leben ihre Verrücktheiten und streben nach einer merkwürdigen Harmonie. Die Geschichte ist nicht immer logisch, nicht so richtig ausgegoren. Auch die Charaktere schöpfen ihr Potential nicht aus. Dem Autoren scheint es wichtig zu sein, innerhalb des fiktionalen Geschehens die Corona-Pandemie und seine Bevorzung für die besonders sichere Signal-App einzubauen, die für das eigentliche Geschehen keine Bedeutung spielt. Der Rest ist ein seichtes Abenteuer, in dem die ein oder andere irrelevante Geschichte erzählt wird, worauf ein deplaziert wirkender Blutrausch folgt.

Oberflächliche und holprige, aber unterhaltsame Fiktion mit unnötig viel Blut.

Veröffentlicht am 14.03.2022

Anstrengende Hauptfigur

The Maid
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Molly ist ein Zimmermädchen im Regency Grand Hotel. Als sie den superreichen Mr. Black in seinem Zimmer tot auffindet, gerät sie ins Visier der Ermittlungen.

Molly ist eine anstrengende Hauptfigur. Sie ...

Molly ist ein Zimmermädchen im Regency Grand Hotel. Als sie den superreichen Mr. Black in seinem Zimmer tot auffindet, gerät sie ins Visier der Ermittlungen.

Molly ist eine anstrengende Hauptfigur. Sie ist einerseits liebenswert, aber andererseits extrem unterwürfig und bringt sich durch ihre ständigen Fehldeutungen der Mimik und Verhaltensweisen der Anderen in schwierige Situationen. Fast schon autistisch. Sie wird fürchterlich ausgenutzt und macht dumme Sachen, die ihr dann zur Last gelegt werden können. Sie wird zum Opfer und das ist schwer zu ertragen. Die Ankündigung, dass sie im Mordfall ermittelt, erfüllt sich nicht. Dazu fehlt es ihr an Durchblick und Kombinationsgabe. Vielmehr stolpert sie kopflos durch die Geschichte und wird verhaftet. Die eingestreuten Weisheiten der Oma wirken eher fehl am Platz und entfalten ihre Wirkung nicht. Fürchterlich! Wären da nicht andere gute Seelen, die ihr beiseite stehen würden und ihr helfen die Welt zu verstehen. Doch auch die anderen Charaktere haben ihre anstrengenden Seiten. Meine Güte, wie gerne hätte ich mir beim Lesen die Augen zugehalten, um die Katastrophen nicht erleben zu müssen.
Die Geschichte ist insgesamt trotzdem unterhaltsam und atmosphärisch. Das Hotel hat eine charmante Atmosphäre und eignet sich gut als Ort des Verbrechens. Im Laufe der Geschichte gibt es ein paar erwartbare aber auch geschickte unerwartete Wendungen.
Nochmal lesen würde ich das Buch nicht! Die Atmosphäre und Unterhaltung des Buches können die fürchterlich anstrengende Hauptfigur nicht ausgleichen.

Veröffentlicht am 19.09.2021

Wirr

Weiße Nacht
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Das Hörtheater im südkoreanischen Seoul, in dem Ayami arbeitet wird an diesem Abend geschlossen. Sie hat noch keine Perspektive. In der unerträglichen Hitze des Sommers erlebt sie eine Nacht, in der alles ...

Das Hörtheater im südkoreanischen Seoul, in dem Ayami arbeitet wird an diesem Abend geschlossen. Sie hat noch keine Perspektive. In der unerträglichen Hitze des Sommers erlebt sie eine Nacht, in der alles zerfließt. Ihre Erlebnisse sind wie ein Fiebertraum, schwer zu greifen und bruchstückenhaft.

Genau so ist die gesamte Erzählung. Unklar, unstetig und sprunghaft. Die Situationen sind surreal. Die Erzählung lässt sich kaum nachvollziehen. Zusammenhänge bleiben unklar. Das ist auch das, was im Titel und Klappentext angekündigt wird und das Lesen unerwartet schwer macht. Das liegt wohl auch daran, dass die Umsetzung der Geschichte in Sprache und Erzählweise wirr ist. Alles bleibt im Unklaren und auf Distanz. Ayami bleibt merkwürdig fremd. Das ist enttäuschend, da die anfängliche Sympathie, die für sie erzeugt wird, nicht weiter ausgebaut wird.
Die Hitze und die Schwebe, in der sich Ayami befindet, sind gut nachvollziehbar. Die Grenzen sind fließend, alles befindet sich in einer Auflösung. Die Autorin hat dies sehr konsequent umgesetzt. Aber genau das ist es, weswegen ich das Buch vorzeitig weggelegt habe. Die Geschichte führt zu nichts.

Verwirrend, nicht greifbar und schwer lesbar.

Veröffentlicht am 31.03.2021

Endlos

Big Sky Country
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August wächst als Sohn eines Farmers in Michigan auf. Seine Eltern trennen sich. Mit seiner Mutter zieht er nach Montana. Dort macht er seine ersten Erfahrungen mit Football, Frauen und dem Autofahren. ...

August wächst als Sohn eines Farmers in Michigan auf. Seine Eltern trennen sich. Mit seiner Mutter zieht er nach Montana. Dort macht er seine ersten Erfahrungen mit Football, Frauen und dem Autofahren. Doch eigentlich ist er einsam.

Das ist auch schon gefühlt die ganze Geschichte. August wächst auf, verloren in der Weite Amerikas. Er wirkt fehl am Platz, macht vieles unreflektiert mit, scheint ganz der typische amerikanische Jugendliche zu sein. Er macht verstörende Erfahrungen, tötet zum Beispiel auf brutale Weise Katzen, nicht zu schweigen von der Gruppenvergewaltigung. Diese Brutalität und Gedankenlosigkeit ist erschreckend. Scheinbar geht aber alles an ihm vorbei.

Beim Lesen bekommt man einen guten Eindruck von der Natur, den Tieren und der Weite. Auf Dauer jedoch nehmen diese Beschreibungen zu viel Raum ein, es wird eintönig. Zudem passiert in der Geschichte ziemlich wenig. Es fehlt an Spannung. Der Roman beschäftigt sich sehr mit August's Innenleben, das jedoch nicht so viel hergibt.

Obwohl sich der Text gut lesen lässt, bin ich aus der gefühlt endlosen und trostlosen Erzählung immer wieder ausgestiegen.

Fazit
Eine trostlose und teils brutale Erzählung mit einigen Längen über das Aufwachsen in der Weite Amerikas.

Veröffentlicht am 26.03.2020

Eintönige Geschichte

Ein Sommer auf Sylt
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Julia erbt ein Haus auf Sylt, dabei hatte sie den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen. Doch plötzlich ist sie mit ihrer verwitweten Mutter und ihren zwei unausgeglichenen Tanten auf dem Weg zu genau diesem ...

Julia erbt ein Haus auf Sylt, dabei hatte sie den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen. Doch plötzlich ist sie mit ihrer verwitweten Mutter und ihren zwei unausgeglichenen Tanten auf dem Weg zu genau diesem Haus. Eine Reise mit vielen Konflikten und Überraschungen beginnt.

Die Geschichte ist sehr gewöhnlich und vorhersehbar. Als Familien- und Liebesgeschichte fügt sie sich gut in die Reihe ähnlicher Romane, hebt sich nicht hervor.

Die Charaktere sind blass gezeichnet und wirken austauschbar. Besonders Julia wirkt als Hauptfigur in ihrer Naivität und Verstocktheit anstrengend. Die Männerfiguren sind in gut und schlecht eingeteilt, fügen sich in ihre mit Vorurteilen behafteten Rollen. Aus der Sicht von Julia erzählt, erleben die Lesenden die emotionalen Höhen und Tiefen der Protagonisten auf dem Weg der Selbstfindung. Allesamt sind sie unzufrieden mit ihrem Leben, als Familie zerstritten. Die Protagonisten entwickeln sich im Laufe des Romans, es ist berührend dies mitzuverfolgen. Dabei entstehen einige unterhaltsame Szenen.

Zu Anfang ist schon klar wie sich die Geschichte entwickeln wird. Das reduziert die Spannung sehr. Gleichzeitig ziehen sich die Geschehnisse stark in die Länge.

Insgesamt eher enttäuschend. Blasse Charaktere, vorhersehbare Geschichte und wenig Spannung.