Profilbild von lielo99

lielo99

Lesejury Star
offline

lielo99 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit lielo99 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2021

Ein sehr guter historischer Roman

Paracelsus - Die Fragen der Toten
0

Theophrastus Bombast von Hohenheim, kurz Theo, war und ist noch immer ein berühmter Arzt und Namensgeber von Schulen und Instituten. Bekannt ist er als Paracelsus. In dem Buch wird von seiner Flucht vor ...

Theophrastus Bombast von Hohenheim, kurz Theo, war und ist noch immer ein berühmter Arzt und Namensgeber von Schulen und Instituten. Bekannt ist er als Paracelsus. In dem Buch wird von seiner Flucht vor den Häschern, die ihn der Ketzerei beschuldigen, berichtet. Wie gut, dass sein Freund Simon ihn begleitet. Caspar kämpft in der Heimat Basel gegen die Pest und der Reisende Paracelsus wird von vielen Menschen als Heilsbringer gefeiert. „Paracelsus Die Fragen der Toten“ zeigt eindrücklich, wie schwer es Mediziner hatten, die gleichzeitig forschten und dabei nicht mit den „Oberen“ der Kirche einer Meinung waren.

Erfrischend humorvoll und ausgeschmückt mit vielen Beschreibungen von Menschen und Landschaft, gefiel mir der Stil sehr gut. Welche Maßnahmen Paracelsus ergriff, um seinen Patienten zu helfen, war ebenfalls klar beschrieben und wird zuweilen noch heute durchgeführt. Interessant fand ich die Begegnung mit Lucrezia Borgia und einigen weiteren Personen, die tatsächlich zu der Zeit lebten.

Mit Sicherheit war der Zeitaufwand der Autorin sehr hoch, wenn es um die Recherchen geht. Das macht das Buch einmal mehr lesenswert und sehr wertvoll. Ja, und spannend ist es noch dazu. Es ist der zweite Band einer Dilogie und ich rate dazu, das erste Buch vorher zu lesen. Eine Empfehlung gebe ich auf jeden Fall.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.05.2021

Ich bin begeistert

Hamlet
0

Am 26. April 1564 wurde William Shakespeare geboren. Sein Geburtstag jährte sich also im Jahr 2014 zum 450. Mal. Dieser Jahrestag veranlasste dazu, vier seiner bekanntesten Stücke als Hörspiel zu veröffentlichen. ...

Am 26. April 1564 wurde William Shakespeare geboren. Sein Geburtstag jährte sich also im Jahr 2014 zum 450. Mal. Dieser Jahrestag veranlasste dazu, vier seiner bekanntesten Stücke als Hörspiel zu veröffentlichen. Eindrucksvolle und bekannte Stimmen trafen sich auch bei „Hamlet“ und dazu zählen unter anderem Christiane Hörbiger und Wolfgang Reichmann. Der Inhalt des Stückes wird wohl jedem Interessierten bekannt sein und aus dem Grund wiederhole ich ihn hier nicht.

Es mag sein, dass William Shakespeare nicht bei allen Gymnasiasten beliebt war. Manche empfanden es gar als Qual, dass sie „gezwungen“ wurden, sich mit seinen Werken zu beschäftigen. Aber mal ehrlich, gibt es heute noch Dichter, die sich mit ihm messen können? Seine Brillanz in Sprache und Stil ist kaum erreichbar. Okay, das liegt auch immer am Alter der Hörenden. Will sagen, dass zum Beispiel ein Fitzek so ganz anders schreibt als der gute William.

Dieses Hörbuch gefiel mir sehr gut. Es fasst sehr gut zusammen, worum es bei Hamlet geht. Selbst dann, wenn jemand nie das Stück las weiß er, worum es hier geht. Schon zur Lebzeiten Shakespeares gab es Intrigen und Erbstreitigkeiten. Nicht nur diese beiden Tatsachen machen „Hamlet“ so zeitgemäß.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2021

Ein außergewöhnlich gutes Sachbuch

Gefallene Ritter. Malteserorden und Vatikan. Der Machtkampf zwischen zwei der ältesten Institutionen der Welt – AKTUALISIERTE TASCHENBUCHAUSGABE
0

Es war im Jahr 2017 als ein lange schwelender Streit seinen Höhepunkt erreichte. Papst Franziskus ordnete an, dass der Großmeister des Ritterordens der Malteser dem Amt enthoben wurde. Es war ein außergewöhnlicher ...

Es war im Jahr 2017 als ein lange schwelender Streit seinen Höhepunkt erreichte. Papst Franziskus ordnete an, dass der Großmeister des Ritterordens der Malteser dem Amt enthoben wurde. Es war ein außergewöhnlicher Schritt und es gab viele kleine und große Episoden, bis es dazu kam. Fakt ist, dass es zum größten Zerwürfnis zwischen Maltesern und dem Vatikan kam. Der Autor des Buches #GefalleneRitter, Constantin Magnus, ist wie kein anderer dazu berufen, hinter die Kulissen des Ordens zu schauen. Ist doch seine Familie seit Generationen innerhalb der Malteser vertreten. Er weiß von den Herrenclubs, den großen Landsitzen und dem Reichtum, der im Zusammenhang mit dem Orden der Malteser steht.

Der Autor begann im Jahr 2018 mit seiner Recherche. Aus dem Grund traf er sich mit dem abgesetzten und ins Exil geschickten Großmeister Matthew Festing in Nordengland. Zudem sprach er mit etlichen Beteiligten und heraus kam ein Sachbuch, das spannend ist und mit feinem Humor das Lesen zu einem außergewöhnlichen Genuss macht. Viele Adjektive bringen die Lebendigkeit der Sprache zum Ausdruck. Oder kennen Sie ein Sachbuch, wo „die genderbewegte Yogalehrerin aus Berlin Mitte“ erwähnt wird?

Zugleich lernte ich auch, worum es sich bei der Enzyklika „Humanae Vitae“ handelt. Hier steht zum Beispiel, dass jede Handlung verwerflich ist, die beim Vollzug des ehelichen Aktes darauf abstellt, die Fortpflanzung zu verhindern. Sprich: Verhütung ist Sünde. Auch das war beim Streit der „Großen“ ein Thema und kaum nachvollziehbar. Egal, ob Zwangsprostitution oder die Liebe von Jugendlichen. Das Aushändigen von Kondomen ist strengstens untersagt. Nein, es ist kein Buch, welches ich schnell durchlesen konnte. Dafür ist es zu faktenreich und mit vielen Namen bestückt. Ich werde es mit Sicherheit noch mehrmals lesen und empfehle es ausdrücklich weiter. Das Lesen bringt einen ganz anderen Blick auf die Malteser und den Papst Franziskus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2021

Auch dieses Buch brachte mir Rumänien wieder ein Stück näher

Haus ohne Volk
0

Was sind eigentlich Donauschwaben und welches Abkommen schloss Ceaușescu mit der Bundesrepublik Deutschland? Diese und noch mehr Fragen werden in dem Buch von Silvia Hildebrandt beantwortet. Sie beschreibt ...

Was sind eigentlich Donauschwaben und welches Abkommen schloss Ceaușescu mit der Bundesrepublik Deutschland? Diese und noch mehr Fragen werden in dem Buch von Silvia Hildebrandt beantwortet. Sie beschreibt Rumänien im Jahr 1969, wo es in voller Blüte stand. Die jungen Leute Corneliu und Magdalena lieben sich und kämpfen gegen Vorurteile ihrer Familie und von Freunden. Ihre Tochter wird als „Mischling“ betrachtet. Magdalena ist nämlich eine Donauschwäbin und dass sie einen „reinrassigen“ Rumänen heiratet, das stößt bei vielen Leuten auf Unverständnis.

Mit Herzblut und Sachkenntnis schrieb Frau Hildebrandt auch dieses Buch. Es ist Teil einer Saga, kann aber auch gut ohne Vorkenntnis gelesen werden. Die Autorin schildert nicht nur das Leben in Rumänien. Sie beschreibt auch, wie die „Mächtigen“ dafür sorgten, dass die Menschen ausgebeutet wurden. Das macht sie, indem sie Figuren schuf, die zwar fiktiv aber dennoch dem typischen Alltag der Rumänen entsprechen. Ich lesen diese Bücher gerne, da sie so ganz anders sind als das, was mir Journalisten über Rumänien einreden wollen. Der Roman lässt sich gut lesen, da er in einer angenehmen und sehr lebendigen Sprache verfasst wurde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2021

Grandios

Betrachtungen einer Barbarin
0

Das Buch „Betrachtungen einer Barbarin“ ist für den #DSP21 nominiert. Doch, was bedeutet dies genau? Mit meiner Rezension möchte ich dazu beitragen, dass diese Frage beantwortet wird. Die Eltern der Autorin ...

Das Buch „Betrachtungen einer Barbarin“ ist für den #DSP21 nominiert. Doch, was bedeutet dies genau? Mit meiner Rezension möchte ich dazu beitragen, dass diese Frage beantwortet wird. Die Eltern der Autorin Asal Dardan flohen aus ihrer Heimat und Asal, gerade mal ein Jahr auf dieser Welt, wuchs in Deutschland auf. Einem Land, dessen Einwohner ihr kein Verständnis für die Flucht der Eltern entgegenbrachte und die sich immer wieder negativ über ihr Aussehen äußerten. So geschehen bei Bewerbungsgesprächen und beim Konflikt mit einem Mitschüler, der sie als „zu dunkel“ ansah. Dann gab es auch noch den eifrigen Lehrer, der sie an den Haaren zog, weil er sie als „aufsässiges Ausländermädchen“ ansah.

Asal Dardan schaut kritisch in die ach so „gemütlichen“ deutschen Wohnzimmer. Sie beschreibt zum Beispiel, wie die Gerichtsverhandlungen gegen das Trio Bönhardt, Mundlos und Zschäpe aus ihrer Sicht verlief. Was sie dabei empfand, dass Staatsdiener jahrelang der Meinung waren, die Ermordeten hätten ihre Tötung selbst verschuldet. Wie Polizisten sowohl Opfer als auch Familienmitglieder diskriminierten und dabei nie die Fakten des Tötens aus Rassismus erkannten.

„Betrachtungen einer Barbarin“ ist keineswegs ein Sachbuch, wie ich es kenne. Hier gibt es viele Passagen, die eher an eine Autobiographie erinnern. Das ist auch gut, weil Frau Dardan die Probleme von Emigranten kennt und ihre Erfahrungen beim Schreiben des Buches einfließen ließ. Sie beschreibt unter anderem, wie sehr gedankenlos dahingesagte Aussagen verletzen. Dabei geht es keineswegs nur um Begegnungen mit Nachbarn oder flüchtigen Bekannten. Nein, hier werden Gespräche geschildert, die bei Behörden und deren Mitarbeitern stattfanden. Hier sollten die Verantwortlichen darauf achten, dass sie Schulungen anbieten, die sich dem Thema „Gesprächsführung“ widmen. Auch wenn niemand nachvollziehen kann, was Menschen empfinden, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. So ist es umso wichtiger, dass sie ihre Erfahrungen mitteilen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere