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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2017

Eine Liebhaber-Erzählung

Der Fürst des Parnass
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Zum Welttag des Buches hat Carlos Ruiz Zafón einen kleinen Schatz hervorgezaubert: In ›Der Fürst des Parnass‹ erzählt er, wie alles begann, wie im prachtvollen Barcelona des 16. Jahrhunderts ein passionierter ...

Zum Welttag des Buches hat Carlos Ruiz Zafón einen kleinen Schatz hervorgezaubert: In ›Der Fürst des Parnass‹ erzählt er, wie alles begann, wie im prachtvollen Barcelona des 16. Jahrhunderts ein passionierter Buchdrucker namens Sempere auf einen glücklosen jungen Dichter trifft – er heißt Cervantes und wird eines Tages den ›Don Quijote‹ schaffen –, wie ein geheimnisvoller Verleger mit Engel am Revers die Bühne betritt und sich ein unscheinbarer Gottesacker zum sagenumwobenen Friedhof der Vergessenen Bücher wandelt. Eine Geschichte von Ehrgeiz und Scheitern, von Wahnsinn und unsterblicher Liebe, eine Hommage an eine verwunschene Stadt am Meer und an die universelle Magie der Bücher.

„Der Fürst des Parnass“ wurde, wie oben erwähnt, zum Welttag des Buches geschrieben. Als Dankeschön für die Leser Zafóns. Und wirklich genau für diese ist dieser Band gedacht.
All diejenigen, die schon Geschichten um die Bibliothek der vergessenen Bücher gelesen haben, werden ihre Freude an dieser kleinen Erzählung haben.
Sie bringt ein paar Zusatzinformationen und webt keinen anderen, als Miguel de Cervantes und zum ersten Mal den Patron Corelli mit in das Geflecht Barcelonas, welches dank Zafón so wunderbar mystisch und phantastisch geworden ist.
Dieses Büchlein ist wirklich nur ein kleiner Happen, den man als Beigabe zu einer guten Reihe sehen sollte.
Liebhabern dieser Reihe wird diese Erzählung auf jeden Fall Freude bereiten.

Veröffentlicht am 10.03.2017

Ein Thriller, dem in meinen Augen das gewisse Etwas fehlt

Das Mädchen im Dunkeln
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Als Karen Brown ihre neue Patientin zum ersten Mal sieht, hält sie Jessica für einen psychologischen Routinefall: eine gelangweilte Frau, die ihren tristen Alltag mit einer heimlichen Affäre aufpeppt. ...

Als Karen Brown ihre neue Patientin zum ersten Mal sieht, hält sie Jessica für einen psychologischen Routinefall: eine gelangweilte Frau, die ihren tristen Alltag mit einer heimlichen Affäre aufpeppt. Doch schon nach ihrem ersten Gespräch hat Karen das Gefühl, dass Jessica geradezu besessen ist von der Ehefrau ihres Liebhabers. Als wenig später die Leiche jener Frau gefunden wird, steht die Polizei vor Karens Tür. Sie gilt als dringend mordverdächtig. Karen ahnt, dass Jessica sie nicht zufällig ausgewählt hat - und dass es ein großer Fehler war, Jessica zu unterschätzen.

Mich faszinieren Bücher in denen es um die Psyche geht und in denen am besten auch mit der Psyche des Lesers gespielt wird. Auch bei dieser Story habe ich genau das erwartet –und eine etwas zähe Version davon bekommen.
Die Autorin springt in ihren Erzählungen kapitelweise zwischen den einzelnen Protagonisten des Buchs. So erfährt man von Jedem die Gedanken, Gefühle und Geheimnisse und erhält einen guten Blick hinter die Kulissen. Dazu gibt es noch einzelne Abschnitte, die Karen scheinbar mit einem Kollegen führt und Kapitel, bei denen der Leser nicht weiß, aus wessen Sicht diese geschrieben sind.
Ich mag eigentlich Bücher, in denen so viele Erzählstränge einen Kulissenblick liefern, besonders wenn sie im Abschluss gekonnt miteinander verknüpft werden. Leider fand ich es hier nicht komplett gelungen.
Das Buch beginnt relativ schleppend. Wir erfahren zuerst etwas über das Leben von Karen und ihren Freundinnen Bea und Eleanor. Wir erfahren etwas über ihre gemeinsame Vergangenheit und ihr jetziges Leben. Auch lernen wir Karens Patientin Jessica kennen.
Der Teil war für mich ehrlich gesagt, ziemlich langweilig. Er wollte nicht so recht in Fahrt kommen und plätscherte so vor sich hin. Von einer Info zur anderen und von einem Gespräch oder Gedanken zum nächsten. Dazu haben mich noch Karens Gefühle in ihren Sitzungen mit Jessica sehr irritiert. Ich habe ihr Verhalten etwas übertrieben empfunden. Es war für meinen Geschmack da schon zu stark hervorgehoben. Und auch schon in diesem ersten Drittel kam mir manches sehr verworren vor.
Der Mittelteil wird zum Ende hin doch spannender. Langsam werden einige Teile verworrener aber so, dass man doch in der Lage ist, eigene Vermutungen anzustellen, was mir im ersten Teil nicht so gelingen wollte. Man merkt hier, dass die Lage sich immer mehr zuspitzt und auch die Gemütszustände der drei Frauen immer wackeliger werden. Ich habe ab hier immer auf den richtigen Höhepunkt, auf das Inferno gewartet aber leider umsonst. Die Geschichte gewinnt zwar etwas an Fahrt und manchmal mischt sich ein wenig Ungläubigkeit hinein aber im Großen und Ganzen läuft diese verworrene Geschichte wie ein verknotetes Garnknäul den Abhang hinunter, um unten aufgefangen zu werden, in dem Versuch es wieder sauber aufzuwickeln.
Die Autorin hat wirklich versucht das Buch mit einem Knall enden zu lassen. Doch für mich galt hier, manchmal ist weniger mehr. Grade diese letzte Situation (ich will nicht spoilern) war für mich doch zu konstruiert. Und auch die restlichen Ereignisse waren für mich irgendwie noch zu ungeklärt. Einige Themen wurden am Ende überhaupt nicht mehr angesprochen, wieder andere wirkten für mich im Nachhinein zu geplant und fast schon unnötig. Das hat mir dieses ohnehin schon ruhelose und verworrene Ende leider nicht schmackhafter gemacht.
Ich gebe dem Buch trotzdem drei Sterne, da der Schreibstil angenehm zu lesen war und die Geschichte viel Potenzial beinhaltet, auch wenn dieses nicht voll genutzt wurde.

Veröffentlicht am 05.02.2017

Leider so gar nicht mein Genre

Die Krone der Sterne
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Das galaktische Reich von Tiamande wird von der allmächtigen Gottkaiserin und ihrem Hexenorden beherrscht. Regelmäßig werden ihr Mädchen von fernen Planeten als Bräute zugeführt. Niemand weiß, was mit ...

Das galaktische Reich von Tiamande wird von der allmächtigen Gottkaiserin und ihrem Hexenorden beherrscht. Regelmäßig werden ihr Mädchen von fernen Planeten als Bräute zugeführt. Niemand weiß, was mit ihnen geschieht. Als die Wahl auf die junge Adelige Iniza fällt, soll sie an Bord einer Weltraumkathedrale auf die Thronwelt gebracht werden. Ihr heimlicher Geliebter Glanis, der desillusionierte Kopfgeldjäger Kranit und die Alleshändlerin Shara Bitterstern tun alles, um den Plan der Hexen zu vereiteln. Im Laserfeuer gewaltiger Raumschiffe kämpfen sie um ihre Zukunft – und gegen eine kosmische Bedrohung, die selbst die Sternenmagie der Gottkaiserin in den Schatten stellt.

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, da ich von Kai Meyer bisher nur Gutes gehört habe aber noch keins seiner Bücher lesen durfte. Auch das Genre hat mich neugierig gemacht. Science Fiction gepaart mit Magie, klang für mich sehr spannend.
Leider musste ich feststellen, dass dieses Genre absolut nichts für mich ist. Dieses Genre lebt eben von Science Fiction Begriffen. Es geht um Raumschiffe aller Art, Blaster oder andere Waffen, Planeten, Zeitrechnungen, Maschinen usw. Und all das interessiert mich überhaupt nicht, wie ich feststellen musste.
Der Schreibstil von Kai Meyer ist wirklich gut. Wäre es nicht so, hätte ich das Buch nie beendet. Seine Formulierungen und seine Art sich auszudrücken gefallen mir. Auch sind ihm Spannungsbögen und Dramakurven sehr gut gelungen. Leider war das alles für mich aber alles sehr schleppend, da mich der Inhalt nicht wirklich interessiert oder abgeholt hat.
Das Cover, die Kapitelanfänge und die vordere Klappe sind total schön gestaltet. Zum Buch passende Illustrationen haben mir vieles vereinfacht. Da steckt Liebe drin.
Auch mit seinen Figuren konnte der Autor mich nicht ganz mitreißen. Sie sind interessant und anders aber ein paar sind wirklich blass geblieben. Es fehlten einfach Infos. Zum Glück, gab es ein paar die mich interessiert und amüsiert haben.
Zum Ende der Geschichte bleiben viele Dinge offen und ungeklärt. Das gibt für alle die Hoffnung, die einen zweiten Band lesen möchten. Ich gehöre wohl nicht dazu.

Veröffentlicht am 22.01.2017

Eine Gemeinschaft, so dunkel wie die Nacht

Young Elites (Band 1) - Die Gemeinschaft der Dolche
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Adelina Amouteru wurde vom Blutfieber gezeichnet. Einer Krankheit, die viele Erwachsene dahingeraffte und viele Kinder mit Makeln zurückließ. In einigen dieser Kinder, dieser Malfettos, erwachte eine Begabung. ...

Adelina Amouteru wurde vom Blutfieber gezeichnet. Einer Krankheit, die viele Erwachsene dahingeraffte und viele Kinder mit Makeln zurückließ. In einigen dieser Kinder, dieser Malfettos, erwachte eine Begabung. Adelinas Vater versucht mit allen grausamen Mitteln diese Begabung in ihr zu wecken, ohne Erfolg. Eines Tages beschließt sie zu verschwinden, doch ihre Flucht geht schief und sie landet auf dem Scheiterhaufen. Als alles schon zu spät scheint, erwachen ihre Kräfte und sie wird gerettet. Ihre Retter sind keine anderen, als die Elite der Begabten. Die selbsternannte Gemeinschaft der Dolche. Und diese Dolche brauchen Adelinas Hilfe um den König vom Thron zu stürzen.

Dieses Buch lässt mich zwiegespalten zurück. Selten ist es mir so schwergefallen, eine Rezension zu schreiben. Dieses Buch ist in vielerlei Hinsicht ganz anders als ich es erwartet habe. In einigen Punkten besser und in wieder anderen leider schlechter.
Adelina und die anderen Figuren sind allesamt keine strahlenden Ritter in glänzender Rüstung oder taffe Prinzessinnen mit formschöner Frisur. Irgendwie sind alle schon fast böse. Keiner der Charaktere zeigt mehr gute als schlechte Seiten. Es ist eher andersherum. Adelina ist in ihrem Innern so voller Angst, Wut, Hass und Trauer, dass sie die positiven Dinge kaum noch wahrnimmt. Doch daher zehrt sie ihre Kräfte. Und auch die anderen haben immer noch ihren Eigennutz im Kopf und handeln für ihr eigenes Ziel. Dafür benutzen sie auch gerne mal andere für ihren Zweck.
Ich weiß, das klingt erst einmal sehr unschön aber für mich hat es das Buch sehr interessant gemacht. Ich glaube, jeder von uns hat schon mindestens ein Buch gelesen, in dem die Hauptfiguren allesamt schön, mutig, stark, klug und dazu auch noch total liebenswert sind. Und wenn sie es nicht von Beginn an sind, dann aber doch am Ende. Nun, das ist hier definitiv nicht so. Hier muss man zweimal überlegen, ob man die Personen mag oder nicht. Ich fand es klasse, einfach mal eine Geschichte voller Anti-Helden zu erleben. Definitiv ein positiver Punkt. Leider sind viele der Figuren auch bis zum Schluss sehr blass geblieben. Grade bei den Dolchen fehlte mir einfach die Tiefe und die Hintergrundinformationen zu den einzelnen Personen. Wir haben zwar einige Eckpunkte erfahren aber letztendlich weiß man so gut wie nichts über sie. Das ist leider ein Minuspunkt.
Ein weiterer positiver Punkt ist für mich die Welt. Die Autorin hat eine tolle Umgebung für ihre Geschichte geschaffen. Mit fabelhaften Wesen, edler und ausgefallener Kleidung, ungewöhnlichen Namen und schönen Beschreibungen. Aber auch hier hätte die Autorin gerne noch tiefer spinnen können und uns mit mehr Informationen versorgen sollen. So konnte die Welt mich leider nicht mitreißen und ganz gefangen nehmen.
Ein weiterer negativer Punkt ist für mich der schwache rote Faden. Er ist zwar zu erkennen und man weiß auch immer worum es geht aber irgendwie erschien es mir doch ziemlich lieblos. Die Aktivitäten der Dolche wirkten planlos und ungelenk, die Ziele waren blass und für mich kaum zu verstehen und auch das Zwischendurch war ein wenig dahingeplätschert. Hier hat die Autorin wirklich viel Potenzial verschenkt. Ich hätte mir mehr Action, mehr Handlung, mehr Zwischenmenschliches, mehr Tiefgang der Figuren und noch mehr Beschreibungen gewünscht.
Eigentlich sollten es vier Sterne werden aber ich gebe jetzt nur drei, damit der zweite Teil eine bessere Chance bekommt.

Veröffentlicht am 01.12.2016

Zu viel Fachsprache und zu wenig Emotionen

HELIX - Sie werden uns ersetzen
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Ein Außenminister stirbt plötzlich während eines Auslandsbesuchs. Auf seinem Herz wird später ein Totenkopf entdeckt, erzeugt von Viren. Gleichzeitig tauchen super widerstandsfähige Nutzpflanzen und –Tiere ...

Ein Außenminister stirbt plötzlich während eines Auslandsbesuchs. Auf seinem Herz wird später ein Totenkopf entdeckt, erzeugt von Viren. Gleichzeitig tauchen super widerstandsfähige Nutzpflanzen und –Tiere auf, die es so eigentlich gar nicht geben dürfte. Auch mehrere Paare wird das Wunder der Forschung gezeigt. Sie bekommen die einmalige Gelegenheit, sich ihre Kinder selbst zu designen. Doch als eins der Kinder verschwindet, überschlagen sich die Ereignisse

Ich habe das Buch im Zuge einer Leserunde gelesen und ich hätte es mir ohne wohl auch nicht gekauft. Das Thema finde ich jedoch sehr spannend und bin ganz froh, dass ich das Buch gelesen habe. Leider konnten mich Geschichte und Schreibstil nicht überzeugen. Grade der Beginn des Buchs war ein Kampf für mich. Der Autor wirft nur so mit Fachbegriffen, Abkürzungen und Behördenbezeichnungen um sich. Es kam mir fast so vor, als würde ich ein Fachbuch lesen. Die Handlung kommt grade am Anfang, für meinen Geschmack zu kurz. Ich mag Bücher mit wissenschaftlichen Themen. „Der dritte Zwilling“ von Follett und „Der Schwarm“ von Schätzing habe ich wirklich verschlungen. Aber Marc Elsberg übermittelt dieses Thema einfach furchtbar trocken und ohne jegliche Emotionen.
Dazu kommen noch die Charaktere, die für mich einfach blass und unsympathisch geblieben sind. Durch die fehlenden Emotionen konnte ich keiner der Personen näherkommen oder mich wirklich in sie hineinversetzen. Wenn es dann doch mal einen Satz gab, der von Emotionen zeugte, waren diese schon wenige Zeilen später dem trockenen und fachlichen Erzählstil gewichen.
Das einzig Gute für mich war das interessante Thema. Der Autor hat ein paar wirklich gute Diskussions- und Gedankenpunkte angestoßen und ein wirklich spannendes Thema angeschnitten. Leider war alles immer etwas konfus und man konnte sich nicht in Ruhe mit einem Punkt befassen, da es ziemlich schnell abgehakt wurde.
Auch das Ende war eher unausgereift. Es wurde zwar endlich etwas spannender, da die Handlung die Fachsprache überschritten hat und wirklich in Fahrt gekommen ist aber trotzdem bleibt es ziemlich schwammig. Es bleiben einige offene Fragen und ich habe weniger das Gefühl, dass das die Absicht des Autors war, sondern eher die Befürchtung, dass dem Leser Infos vorenthalten werden oder der Autor gewisse Dinge nicht bis zum Ende durchdacht hat.
Für das interessante Thema und die paar guten Diskussionsansätze gibt es von mir trotzdem drei Sterne.