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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2021

Leise und poetisch

Der Klang der Wälder
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"Mein Los war das Klavierstimmen, das mir den Duft der Wälder offenbart hatte. Ich konnte nicht mehr in die Berge zurück."

Im letzten Schuljahr hat der junge Tomura zufällig die Gelegenheit, den Klavierstimmer ...

"Mein Los war das Klavierstimmen, das mir den Duft der Wälder offenbart hatte. Ich konnte nicht mehr in die Berge zurück."

Im letzten Schuljahr hat der junge Tomura zufällig die Gelegenheit, den Klavierstimmer Itadori bei seiner Arbeit zu beobachten. Plötzlich eröffnet sich ihm eine ganz neue Welt, bisher unbekannte Gefühle überkommen ihn. Er weiß nun, dass er nicht in die Berge zu seiner Familie zurückkehren wird. Er möchte sich zum Klavierstimmer ausbilden lassen. Doch bis dahin liegt ein langer und steiniger Weg vor ihm...

Natsu Miyashita schreibt unglaublich ruhig und poetisch. Sie beschreibt die Wälder, die Natur, die Wassertropfen, den Klang des Klavieres... Ich habe die Reise von Tomura sehr genossen, obwohl sie zwischendurch manchmal etwas langatmig wurde. Ein unglaublich sensibler, bewegender Roman, der mir so schnell nicht aus dem Kopf gehen wird.

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Veröffentlicht am 29.11.2020

Höchste Zeit für eine Kehrtwende

Das Eis schmilzt
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„Es stimmt: Klimaschutz ist eine wahre Herkulesaufgabe. Ohne das Einschwenken der Wirtschaft wird es nicht gelingen, das Ruder herumzureißen.“

Nach seiner Ausbildung bei der Handelsmarine hat Arved Fuchs ...

„Es stimmt: Klimaschutz ist eine wahre Herkulesaufgabe. Ohne das Einschwenken der Wirtschaft wird es nicht gelingen, das Ruder herumzureißen.“

Nach seiner Ausbildung bei der Handelsmarine hat Arved Fuchs zahlreise Expeditionen unternommen, davon viele ins „ewige Eis“. Dabei konnte er förmlich zusehen, wie das Eis Jahr für Jahr und Jahrzehnt für Jahrzehnt weniger wurde. In diesem Buch teilt er seine Erlebnisse, seine Ansichten zur Klimakatastrophe – und wieso er nicht schwarzsieht, sondern noch an eine Lösung glaubt.

Das Buch ist sehr interessant zu lesen. Ich fand es spannend, über Arved Fuchs´ Erlebnisse im ewigen Eis und auf sonstigen Expeditionen zu lesen. Die vielen Bilder sind anschaulich und lockern die Lektüre auf. Er erklärt Lösungen zu einzelnen Themen, z.B. Energieversorgung, lässt dabei aber andere wie das Thema Ernährung, größtenteils links liegen. Ich hätte mir Diskussionen zu allen „Problembereichen“ des Klimawandels gewünscht, jedoch pickt er nur einzelne heraus. Am Schluss ist man zwar der Meinung, dass es eine Lösung gibt, aber dass man als Einzelner nicht viel beitragen kann. Zumindest ging es mir so. Insgesamt aber ein sehr interessantes Buch, das ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 25.10.2020

Vielseitig und ansprechend

Kochen wie in Indien
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Zwar gibt es zahlreiche indische Kochbücher, und wie sich dieses von den anderen unterscheidet kann ich nicht sagen. Dennoch, das Buch ist sehr ansprechend gestaltet und umfasst eine Reihe an interessanten ...

Zwar gibt es zahlreiche indische Kochbücher, und wie sich dieses von den anderen unterscheidet kann ich nicht sagen. Dennoch, das Buch ist sehr ansprechend gestaltet und umfasst eine Reihe an interessanten Rezepten. Toll fand ich, dass dein Grossteil der Rezepte vegetarisch ist. Leider waren die Zutaten nicht alle ganz einfach zu bekommen. Insgesamt ein schönes Buch zur vielseitigen indischen Küche!

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Veröffentlicht am 25.10.2020

Bunte orientalische Küche

Sila's Orientküche
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Die Schauspielerin Sila Sahin teilt mit uns die Küche ihrer Kindheit... und ihre Erinnerungen. Sie ist türkischer Abstammung, und ihre Eltern legten während ihrer Kindheit stets Wert auf frisches, selbst ...

Die Schauspielerin Sila Sahin teilt mit uns die Küche ihrer Kindheit... und ihre Erinnerungen. Sie ist türkischer Abstammung, und ihre Eltern legten während ihrer Kindheit stets Wert auf frisches, selbst gekochtes Essen. Mittlerweile ist sie verheiratet mit zwei Kindern und versucht, die Liebe zum türkischen Essen auch ihren Kindern mitzugeben. Ihr Mann ist Vegetarier, weshalb sie beim Kochen häufig auf Fleisch verzichtet. Gemäss ihren Anekdoten steht in der Familie hauptsächlich Sila am Herd, Die vorgestellten Rezepte reichen von Snacks über Hausmannskost, Suppen, Salat und Dessert bis hin zum türkischen Frühstück. Sie sind schön und verständlich gestaltet und von bunten, ansprechenden Fotos begleitet. Für das Kochen ist ein türkischer Supermarkt in der Nähe von Vorteil. Ich fand manche Rezepte trotdem nicht ganz einfach umzusetzen. Der Geschmack ist jedoch wunderbar und das Buch ist definitiv für Vegetarier geeignet. Ein sehr ansprechendes Buch mit vielen interessanten Rezepten.

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Veröffentlicht am 25.10.2020

Das Schweigen der Nachkriegszeit

Ada
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„Niemand sprach. Weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte, war nichts geschehen. Aber ihre dumpfe Angst, es könnte sich wiederholen, erinnerte sie daran, dass da noch etwas war. Diese Angst wurde ...

„Niemand sprach. Weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte, war nichts geschehen. Aber ihre dumpfe Angst, es könnte sich wiederholen, erinnerte sie daran, dass da noch etwas war. Diese Angst wurde zu unserer Mitgift. Auf der Suche nach einem Ventil schleppten wir sie mit uns herum.“

Ada wird 1945 geboren. Kurz nach dem Krieg flüchtet ihre Mutter mit ihr nach Argentinien, wo sie in Buenos Aires aufwächst. Die Mutter schlägt sich mit verschiedenen Jobs durch. Sie sprechen Spanisch. Ada kennt nichts anderes. Bis sie mit 9 Jahren nach Deutschland zurückkehren. In das ihr fremde Land, zu diesen schweigenden, verschlossenen Menschen, die eine fremde Sprache sprechen. Nur schleppend findet sie in Berlin Anschluss. Langsam lernt sie Deutsch. Schließlich taucht auch ihr vermeintlicher Vater auf, mit dem sie von nun an zusammenwohnen. Bald bekommt sie einen kleinen Bruder…

Das Buch beschreibt Adas Suche nach sich selbst in einer Welt, in der das Schweigen dominiert. Vieles wird Ada verschwiegen. Informationen, die sie für ihr Selbstbild brauchen würde. Und so entwickelt sie sich zum rebellierenden Teenager. Sie wächst im Nachkriegsberlin auf, erlebt die Mauer, den kalten Krieg, zieht vorübergehend nach New York City. Viele Umwege, über die sie hofft, ihre Familie wiederzufinden.

Der Schreibstil ist beschreibend, teils sehr poetisch und flüssig. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, einer Frau zuzuhören. Immer wieder gibt es Zeitsprünge, die für mich jedoch Sinn machten und mich nicht weiter störten. Ich habe das Lesen sehr genossen und bin gern in Adas Geschichte eingetaucht. Ein sehr gut geschriebenes, interessantes Buch.

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