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Veröffentlicht am 16.12.2022

Lebenstraum

Caroline Märklin - Sie brachte Kinderaugen zum Leuchten, doch kämpfte um ihr eigenes Glück
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„Nur die wurden groß, die sich etwas trauten, nur die bekamen etwas, die nicht zögerten.“

„Caroline Märklin“ ist ein historischer Roman von Charlotte von Feyerabend. Er erschien im November 2022 im Droemer ...

„Nur die wurden groß, die sich etwas trauten, nur die bekamen etwas, die nicht zögerten.“

„Caroline Märklin“ ist ein historischer Roman von Charlotte von Feyerabend. Er erschien im November 2022 im Droemer Knaur Verlag.
Caroline ist 32 Jahre alt und unverheiratet, als sie den Flaschner Wilhelm Märklin kennenlernt. Die beiden heiraten und Caroline bringt frischen Wind in das Geschäft ihres Mannes… Sie hat Ideen und sie möchte die Welt kennenlernen. Beides passt leider nicht immer in die Ansichten des 19. Jahrhunderts und auch das Leben meint es nicht immer gut mit Caroline. So muss sie stets für ihr Glück kämpfen und an ihren Zielen festhalten…

Caroline Märklin – eine Frau, die weiß was sie will. Sie möchte reisen, sie möchte handeln, sie möchte Kinder zum Lachen bringen. Caroline hat Ideen, wirklich gute Ideen. Sie hat einen scharfsinnigen Verstand, besitzt Mut, Kämpfergeist und großes Verhandlungsgeschick. Dies alles sind tolle Eigenschaften für eine eigenständige und selbstbewusste Frau. Allerdings nicht unbedingt zum Ende des 19. Jahrhunderts, denn die Frauen hatten noch nicht viele Rechte. Sie sollten Hausfrau und Mutter sein, durften keine eigenen Geschäfte führen und wurden schon gar nicht als gleichberechtigte Verhandlungspartner angesehen. Caroline fällt es daher unglaublich schwer, sich ein Leben aufzubauen, in dem sie sich wohlfühlt und in dem sie zurechtkommt. Sie scheint ihrer Zeit weit voraus und obwohl sie dann einen Mann findet, der ihre Intelligenz und ihren Geschäftssinn zu würdigen scheint, muss sie weiterhin für ihre eigenen Ideen kämpfen. Zusätzlich hält das Leben einige Schicksalsschläge für Caroline bereit, sodass sie irgendwie nie lange Zeit vollkommen glücklich sein kann…
Charlotte von Feyerabend beschreibt Carolines Lebensweg von 1858 – 1892. Der historische Roman basiert dabei auf dem wahren Leben von Caroline Märklin und wird nur an wenigen Stellen durch künstlerische Freiheiten ergänzt. Dieser historische Kontext ist dabei aber wirklich gut recherchiert und dargestellt. Neben dem Stand der Frau wird unter anderem auch die Industrialisierung in den Fokus der Handlung gerückt und unkompliziert in die Handlung eingearbeitet. Leider werden viele historische Punkte durch hochgestellte Zahlen im Text markiert und in einem extra Kapitel am Ende erläutert. In sich finde ich dies gut, hätte mir aber den Verzicht auf die Verweiszahlen und eher ein zusammenfassendes Schlusswurt mit Erläuterungen gewünscht. Durch die Zahlen habe ich mich nämlich immer wieder von der Geschichte ablenken lassen und nach hinten geblättert, um die entsprechende Anmerkung zu lesen…
Obwohl ich Carolines Geschichte insgesamt absolut spannend fand und sie auch für eine interessante Persönlichkeit halte, bin ich aber von Anfang an leider nicht wirklich in den Roman hineinkommen. Der Schreibstil ist recht sachlich und wirkt irgendwie nüchtern. Durch die personale Erzählperspektive kommen die Gefühle von Caroline leider nicht so sehr beim Leser an und obwohl es einige Passagen gibt, an denen sehr große Gefühle eine Rolle spielen, konnten sie mich leider einfach nicht erreichen. Man lernt viel über Caroline und dennoch bleibt sie einem irgendwie fremd...
Dennoch fand ich es interessant, etwas über Caroline Märklin zu erfahren und finde, dass sie definitiv eine Frau ist, die man kennen sollte. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, den Spielwaren- und Modelleisenbahnbetrieb Märklin aufzubauen und ist eine starke und kluge Frau gewesen. Sie war ihrer Zeit weit voraus und musste dadurch viel Kummer erleiden, welcher ihr heutzutage wohl erspart bliebe. Dies bringt Charlotte von Feyerabend in ihrem Roman sehr gut zur Geltung und obwohl ich insgesamt nicht vollständig in die Geschichte eintauchen konnte, fand ich es dennoch super interessant, etwas über Caroline zu lernen!

Mein Fazit: Von mir gibt es leider nur 3,5 von 5 Sternen, da ich den historischen Roman über Caroline Märklin insgesamt etwas zu sachlich und trocken fand. Dennoch ist er eine gute Möglichkeit, etwas über diese starke und imposante Frau zu erfahren. Zudem gibt es viele Hintergrundinfos zum damaligen Stand der Frau, zur Emanzipation und zur Industrialisierung, die definitiv brillant recherchiert und dargestellt sind.

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Veröffentlicht am 01.12.2022

Fehdewesen

Die letzte Fehde an der Havel
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„Du wirst ihn nicht töten, weil du ihn liebst. Du liebst Dietrich von Quitzow wie einen Vater.“

„Die letzte Fehde an der Havel“ ist ein historischer Roman von Silke Elzner. Er erschien im Oktober 2022 ...

„Du wirst ihn nicht töten, weil du ihn liebst. Du liebst Dietrich von Quitzow wie einen Vater.“

„Die letzte Fehde an der Havel“ ist ein historischer Roman von Silke Elzner. Er erschien im Oktober 2022 im Gmeiner Verlag.
Carl wächst in einem kleinen Dorf in Brandenburg auf. Sein Lebensweg scheint klar, er wird Bauer und irgendwann den Grund seiner Familie übernehmen. Eines Tages wird das Dorf jedoch überfallen und ausgeraubt. Carl selbst wird bei dem Überfall entführt und schließt sich nach einiger Zeit des Widerstands seinem Entführer Dietrich von Quitzow an. Gemeinsam mit ihm zieht er als Waffenknecht durch die Lande, seinen Hass gegen Dietrich vergisst er jedoch nie…

Als Carl von Dietrich von Quitzow und seinen Kumpanen entführt wird, ist er voller Hass und Angst. Sein einziger Gedanke ist Flucht, doch obwohl er es mehrfach versucht, will es ihm nicht gelingen, sich aus den Fängen des Ritters zu befreien. Nach einiger Zeit der Gefangenschaft gibt er schließlich auf und aus dem einstigen Feind wird eine Art Vaterfigur oder sogar Freund. Carl beginnt sich in Dietrichs Haushalt wohlzufühlen. Aus dem Bauern wird ein starker Kämpfer und ein Gegner, den man nicht unterschätzen sollte. Tatsächlich vergisst Carl seinen Hass zwischenzeitlich vollständig und wäre da nicht Mette, Magd in Dietrichs Haushalt und seine Geliebte, würde ihm wohl auch die schließliche Flucht nicht gelingen…
Carl ist für mich ein Protagonist, mit dem ich absolut nicht warmwerden konnte. Ich empfinde ihn als naiv, feige und unehrenhaft. Natürlich muss er sich zunächst aus Zwang dem Haushalt von Dietrich anschließen und tatsächlich hat er es dort auch nicht immer leicht - Dietrich ist exzentrisch und reizbar, man sollte sich bei ihm nie zu sicher sein und schlussendlich ist er sich selbst der Nächste. Was Carl allerdings an Dietrich verachtet, ist meiner Meinung nach ein Wesenszug, denn er selbst ebenso in sich trägt und der während der gesamten Handlung auch immer wieder zum Vorschein kommt. Carl hat eigentlich kein Ziel im Leben. Er hängt sein Fähnchen in den Wind und lässt sich treiben. Er ist ein Verräter und ein Feigling – selbst Freunde hintergeht er, ohne mit der Wimper zu zucken. Lediglich am Ende des Romans beweist er etwas Mut, wobei auch hier sein Handeln wenig gnädig ist.
Deutlich besser als Carl haben mir die Nebenfiguren gefallen. Mette ist eine interessante Person, die deutlich klüger als Karl zu sein scheint und die für sich selbst einsteht und kämpft. Auch die Quitzow-Brüder als historische Figuren fand ich authentisch dargestellt und gut charakterisiert.
Die Handlung selbst fand ich insgesamt spannend. Die Taten von Dietrich und seinem Bruder basieren auf wahren Begebenheiten und das Fehdewesen des Mittelalters war mir in diesem Ausmaß bislang unbekannt. So war das Lesen auf keinen Fall langweilig. Die Handlung umfasst mehrere Jahre, überspringt dabei aber immer wieder größere Zeitabschnitte, und konzentriert sich somit auf die wesentlichen Inhalte.
Leider konnte ich mich aber mit Carl absolut nicht identifizieren. Obwohl sein Handeln vielleiht durchaus menschlich zu sein scheint und natürlich nicht jede Figur ein Held sein kann, haben mich ob seiner Handlungen meist einfach nur wütend gemacht. Zudem hatte ich arge Schwierigkeiten mit seiner Sprachweise, bei der meistens die Pronomen fehlen. Dies hat ihn für mich noch dümmer erscheinen lassen, als er vielleicht sein sollte und genervt hat es mich außerdem.

Mein Fazit: Die Romanidee finde ich gut, den historischen Kontext gelungen. Insgesamt liest sich der Roman flüssig und leicht. Da ich aber mit Carl als Protagonist leider überhaupt nicht warm werden konnte und ich ihn einfach nicht mag, fällt es mir sehr schwer eine gute Bewertung abzugeben. Ich vergebe daher nur 3,5 von 5 Sternen und empfehle euch, euch ein eigenes Bild über den Roman zu verschaffen! Nur weil er mir mit diesem Protagonisten nicht lag, heißt es nicht, dass er nicht lesenswert wäre!

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Veröffentlicht am 25.07.2022

Memory Lane

Die kleinen Geheimnisse des Herzens
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„Folge deinem Herzen und triff mutige Entscheidungen, bevor der Zug abgefahren ist.“

„Die kleinen Geheimnisse des Herzens“ ist ein Roman von Celia Anderson. Er erschien im April 2020 bei Bastei Lübbe.
Erinnerungen ...

„Folge deinem Herzen und triff mutige Entscheidungen, bevor der Zug abgefahren ist.“

„Die kleinen Geheimnisse des Herzens“ ist ein Roman von Celia Anderson. Er erschien im April 2020 bei Bastei Lübbe.
Erinnerungen sind kostbar. Das weiß wohl jeder, aber May Rosevere ist sich dieser Tatsache noch bewusster, denn ohne Erinnerungen hätte sie wohl ihre 110 Jahre niemals erreicht. Doch schadet es derjenigen Person, der sie die Erinnerungen stielt? May ist sich nicht ganz sicher, doch als bei ihrer Nachbarin Julia mehr und mehr Erinnerungslücken auftreten, fasst May einen Entschluss…

Der Roman hat an sich eine niedliche und interessante Thematik. May ist 110 Jahre alt und nahezu besessen davon, auch die 111 Jahre zu erreichen. Der Schlüssel dazu sind Erinnerungsstücke, aus denen sie Kraft schöpfen kann. Sie beherrscht diese Art der Magie schon ihr gesamtes Leben lang, doch was genau die Konsequenzen dieser Fähigkeit sind, weiß sie nicht. Diejenigen, die ihr dies hätten erklären können, starben nämlich leider viel zu früh. Auch ihr Mann starb vor vielen Jahren und so May ist mittlerweile doch häufig allein. Erst das Nachbarschaftsprojekt im Dorf ändert diesen Umstand nachhaltig, denn May wird ihrer Nachbarin Julia zugeteilt und obwohl eine alte Fehde zwischen den beiden Frauen steht, nähern sie sich einander mehr und mehr an.
Als Julia jedoch immer wieder Gedächtnislücken aufweist, machen sich May und auch die anderen Nachbarn langsam Sorgen und verständigen Emily, Julias Enkeltochter. Diese reist dann an, um ihrer Oma zu helfen, aber auch für einen persönlichen Neuanfang, denn ihre Beziehung ist grade in die Brüche gegangen…
Leider ist der Schreibstil des Romans gerade am Anfang recht zäh und stockend. Ich tat mich mit dem Lesen sehr schwer, was sich erst zum letzten Buchdrittel besserte. Durch die wechselnde personale Erzählperspektive und verschiedene Handlungsstränge und Konflikte springt die Geschichte immer wieder von einem Ereignis zum anderen. Ein roter Faden ist zwar da, er wird aber immer wieder fallengelassen und vergessen, um anderen Geschehnissen Raum zu geben, die mit dem Kernkonflikt nichts zu tun haben. Letztlich verbindet der Roman für meinen Geschmack zu viele Ereignisse und Themen und vermischt die Geschicke von zu vielen Personen miteinander. Dies ist sehr schade, denn der Romanbeginn und die dort angerissenen Rätsel um eine Familienfehde, einen verschwundenen Ring und den mysteriösen Tod von Mays Mann haben mich schon sehr gereizt.
Am Ende werden dann einige Fragen gelöst, andere Lösungen werden jedoch nur angedeutet, was mich dann wirklich nicht recht glücklich machen wollte.
Letztlich habe ich den Roman ganz gern gelesen, hatte mir aber etwas vollkommen anderes vorgestellt und glaube auch, dass man aus der Handlung deutlich mehr hätte herausholen können. Ein Handlungsschwerpunkt mit weniger Sprüngen hätte der Geschichte gutgetan. Gerettet wird dieser Minuspunkt aber durch charmante und herzliche Figuren und eine gute Prise Kleinstadtcharme, den man einfach gernhaben muss. Klatsch und Tratsch sind an der Tagesordnung, ebenso unterstützt man sich aber gegenseitig und sorgt für die Nachbarn. Humorvolle Szenen kommen ebenfalls nicht zu kurz und tragen gerade in der zweiten Romanhälfte zu einem guten Lesefluss bei.

Mein Fazit: „Die kleinen Geheimnisse des Herzens“ ist ein Roman mit Fantasy-, Familien- und Liebesromanaspekten. Leider werden sehr viele Themen und Ereignisse vermischt, der rote Faden immer wieder verloren. Für mich sprang die Handlung dadurch zu sehr, die Ereignisse waren zu durcheinander und dadurch teilweise recht abgehackt. Sehr charmant waren hingegen die Figuren an sich und auch die Handlungsidee selbst gefällt mir gut. Von mir gibt es aber dennoch nur 3,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 03.06.2021

Mann gesucht

Stadt, Land, Mann
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„Alkohol muss man mit Alkohol bekämpfen, und Männer kann man sowieso nicht anders ertragen als betrunken.“

„Stadt, Land, Mann“ ist eine romantische Komödie von Nina Bach. Sie erschien im Mai 2021 im Montlake ...

„Alkohol muss man mit Alkohol bekämpfen, und Männer kann man sowieso nicht anders ertragen als betrunken.“

„Stadt, Land, Mann“ ist eine romantische Komödie von Nina Bach. Sie erschien im Mai 2021 im Montlake Verlag von Amazon Publishing und ist der erste Band der „Liebe im Schwarzwald-Reihe“. Der Roman ist in sich abgeschlossen.
Als Inas Freund Tom sie verlässt, fällt diese aus allen Wolken. Sie selbst würde nun in Selbstmitleid zergehen, wäre da nicht ihre Freundin Nathalie, die sofort einen Plan schmiedet, um einen neuen Partner für Ina zu finden. Der attraktive Barkeeper Nick kommt dabei gerade Recht, doch als Ina beginnt sich mit Nick zu treffen, findet auch Nathalie diesen plötzlich nicht mehr uninteressant und als Ina dann noch einen Gasthof im Schwarzwald erbt, wird die Freundschaft der beiden auf eine harte Probe gestellt…

Puh, dieser Roman war für mich leider tatsächlich eher weniger amüsant, als anstrengend. Von Anfang an hatte ich Probleme, mich in die Handlung einzufinden. Die ständigen „10-Punkte-Listen“ von Nathalie, die sie für eine Zeitschrift schreibt, fand ich sehr nervig und störend. Insgesamt war der Schreibstil und damit der Lesefluss zu Beginn sehr abgehakt und ruckelig. Durch den an einigen Stellen einfließenden badischen Dialekt habe ich mich zusätzlich schwergetan.
Leider tat ich mich nicht nur mit dem Lesen schwer, sondern auch mit der Handlung selbst. Diese empfand ich als sehr oberflächlich und nur wenig ins Detail gehend. Die Kapitel waren sehr kurz und wirkten häufig wie abrupt abgebrochen. Immer dann, wenn ich dachte: Oh, jetzt geht es los – war die jeweilige Episode auch schon wieder vorbei.
Ebenso flach und wenig charakterisiert fand ich leider die Figuren. Zwar sind sie irgendwie humorvoll, gerade Nathalie als wirkliche Schickimicki-Frau und Ina als etwas naive und teilweise hilflos wirkende Frau, die irgendwie immer etwas planlos ist und zu viel will, aber wirkliche Emotionen und Gefühle sowie tatsächliche Charakterzüge kamen bei mir leider nicht an. Die Handlungen der beiden konnte ich häufig nicht nachvollziehen und fand sie absolut überzogen. Natürlich soll in einer RomCom nicht alles ganz authentisch sein, die Geschehnisse hier fand ich dann aber doch irgendwie übertrieben und teilweise albern.
Gestört hat mich außerdem, dass permanent auf Inas Gewicht herumgeritten wird. Offenbar hat sie ein paar Kilos zu viel, aber dass dies immer wieder negativ thematisiert werden musste, fand ich absolut unangemessen.
Schade finde ich außerdem mal wieder, dass im Buch selbst kein Hinweis auf die Reihenzugehörigkeit zu finden ist. Es ist zwar in sich abgeschlossen, aber es wäre doch schön zu wissen, dass man es mit einer Buchreihe zu tun hat…
Ab etwa der Hälfte des Romans fiel mir das Lesen dann allerdings tatsächlich leichter. Die Handlung wurde endlich flüssiger und ein roter Faden begann sich durch den Roman zu ziehen. Die Geschichte wurde nun auch tatsächlich zusammenhängender und damit deutlich humorvoller und niedlicher als zuvor.
Sowohl Nathalie als auch Ina entwickeln sich in ihrer Rolle und erkennen, was eigentlich in ihnen stecken kann. Sie packen die Dinge an, die ihnen wichtig sind und versuchen ihre Freundschaft trotz aller Geschehnisse zu erhalten. Die Schwarzwaldkulisse gefällt mir dabei sehr gut, wobei ich den Dialekt wirklich nicht gerne lese – ich höre ihn im Übrigen auch nicht gerne, da ich es absolut nicht verstehe…

Mein Fazit: Ich kann leider nur 3,5 von 5 Sternen für „Stadt, Land, Mann“ vergeben. Über weite Strecken fand ich den Roman eher anstrengend als unterhaltsam, wobei ich die zweite Romanhälfte deutlich lieber gelesen habe als die erste und die Geschichte hier sogar niedlich und unterhaltsam fand. Das konnte aber den zähen Anfang leider trotzdem nicht vollständig aufwiegen.

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Veröffentlicht am 21.05.2021

Universum

Danke für die wunderbare Lösung
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„Es ist MEINE Lebenszeit. Ich tue, was mein Herz mir sagt.“

„Danke für die wunderbare Lösung“ ist ein Ratgeber zum Lösen alltäglichere Probleme von Anjana Gill. Er erschien im Februar 2021 im Omega-Verlag ...

„Es ist MEINE Lebenszeit. Ich tue, was mein Herz mir sagt.“

„Danke für die wunderbare Lösung“ ist ein Ratgeber zum Lösen alltäglichere Probleme von Anjana Gill. Er erschien im Februar 2021 im Omega-Verlag (Imprint von Silberschnur).

„Ja liebes Universum, ich habe dir eine Chance gegeben. Aber nein, es hat leider nicht funktioniert mit uns…“ - dies ist leider irgendwie mein Hauptgedanke, wenn ich an den Ratgeber von Anjana Gill denke.
Die Grundidee des Buches sagt mir zwar tatsächlich zu, viele der genannten Tipps und auch einige Herangehensweisen kann ich mir in meinem Alltag wirklich gut vorstellen. Eine der Kernaussagen ist zum Beispiel, dass man sich auf die positiven Dinge konzentrieren und nicht an negativen Aspekten festbeißen soll, denn dies zieht die eigene Energie nur unnötig herunter. Dies ist etwas, das ich wirklich verstehen und auch sinnvoll finden kann. Auch das im Buch beschriebene Visualisieren, das so fest an etwas Glauben / die persönliche Einstellung zu etwas ändern und so Lösungswege leichter zu erkennen oder die Situation erträglicher zu machen, ist für mich absolut nachvollziehbar und logisch.
Auf den Umgang und den Austausch mit „dem Universum“ kann ich mich allerdings einfach nicht einlassen und dies ist im Grunde der Kerngedanke des Ratgebers. Es wird davon ausgegangen, dass jemand anderes (das Universum) die Probleme schon lösen wird und sie sich quasi von alleine regeln. Man soll in den konkreten Austausch mit dem Universum gehen und daran glauben.
Sicherlich ist dies nicht immer ganz wörtlich gemeint und soll nur möglicherweise nur den Fokus der Gedanken verschieben, dennoch ist mir diese Denkweise häufig zu passiv, zu naiv und manchmal schon fast lächerlich. Für mich gehört zum Lösen von Problemen mehr, als der reine Glaube daran. Mehr, als das Erstellen von Collagen und die „Bitte an das Universum“. Ich brauche praktische Tipps, zum Beispiel Listen (Für und Wider) oder praktische Ideen wie ich mein Gedankenkarussell stoppen kann.
Aus diesem Grund konnte mich der Ratgeber leider nicht überzeugen. Vielleicht bin ich einfach zu pragmatisch und zu wissenschaftlich dafür. Ich kann mir gut vorstellen, dass man mit einer anderen Grundvorstellung mehr aus dem Ratgeber ziehen kann und wahrscheinlich einfach mit einer anderen Einstellung auf die Tipps der Autorin eingeht.
Aufbau und Struktur haben mir nämlich durchaus gut gefallen. Es gibt eine kurze Einleitung und ein Abschlusswort, den Hauptteil bilden aber Probleme und entsprechende Beispiele für Lösungswege, in denen das System der Autorin mit dem Gedanken an das Universum deutlich herausgearbeitet wird. Viele der Probleme werden den meisten von uns bekannt vorkommen, sodass man sich sicherlich an irgendeiner Stelle im Ratgeber wiederfinden kann. Auch der Schreibstil ist nicht sachlich oder langweilig, sondern humorvoll und ansprechend.

Mein Fazit: Ich konnte mich auf „Danke für die wunderbare Lösung“ leider nicht richtig einlassen und hatte große Probleme mit der Vorstellung vom „Universum“, das für mich sorgt. Ich glaube daran, dass Dinge aus bestimmten Gründen passieren, die wir nicht immer erkennen. Dass aber alles ohne konkretes Zutun meinerseits irgendwann gut wird, glaube ich so nicht. Daher vergebe ich nur 3,5 von 5 Sternen, denke aber, dass man mit einer anderen Einstellung als ich durchaus hilfreiche Tipps aus dem Ratgeber ziehen kann!

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