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Veröffentlicht am 27.07.2025

Dorfleben mit der Online-Oma

Ihr habt es gut, ihr habt ja mich
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Dies ist nicht mein erstes Buch, in dem Renate Bergmann die Hauptrolle spielt. In diesem ist sie allerdings weniger die „Online-Oma“ sondern eher Oma Nate, die sich um ihre Nichten kümmert.
Aber der Reihe ...

Dies ist nicht mein erstes Buch, in dem Renate Bergmann die Hauptrolle spielt. In diesem ist sie allerdings weniger die „Online-Oma“ sondern eher Oma Nate, die sich um ihre Nichten kümmert.
Aber der Reihe nach: Als Renate einen Anruf von Stefan aus Spreeweide bekommt und erfährt, dass seine Schwiegermutter einen Unfall hatte, weiß sie genau was zu tun ist. Da Stefans Frau sich natürlich ihre Mutter, ihren Vater und das Familienunternehmen kümmern muss ist Renates Stunde gekommen sich nach Spreeweide einzuladen. Praktischerweise besitzt sie dort schon ein kleine Häuschen und kann Stefan und die beiden Kinder tatkräftig im Haushalt unterstützen.
Vor Ort merkt sie schnell, dass Stefan den Haushalt gut im Griff hat und auch die Mädchen nicht viel Betreuung brauchen. Spreeweide und der Nachbarort Spreeheide sind ganz anders als Berlin, jeder kennt jeden und jeder ist mit dem Bürgermeister verwandt. Die reinste Vetternwirtschaft überall im Ort, kein Wunder dass die wichtigen Projekte nicht umgesetzt werden. So wartet Renate jede Woche auf das Bäckerauto – ganz ohne eine Bank auf der man sich ausruhen könnte. Renate sorgt für mächtig Wirbel und findet Mitstreiterinnen, am Ende tritt sie zur Wahl in den Bürgerrat an. Aber ist doch alles ganz anders als gedacht?
Dieser Roman macht Spaß, ein wenig gestört hat mich jedoch, dass der Autor sich immer absichert ja nichts falsches zu schreiben. Er möchte auf der einen Seite mit Klischees spielen und auf der anderen Seite politisch korrekt bleiben. Das gelingt manchmal eher umständlich und am Ende passt doch jeder Charakter in seine Schublade. Ein schönes Buch über das Dorfleben, das man wie alle anderen der Reihe nicht ganz ernst nehmen darf.

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Veröffentlicht am 27.12.2022

Lebensmittelspekulation

Letzte Ernte
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Der Koch Xavier Kieffer möchte sich in diesem Jahr an der Sommerkirmes beteiligen. Natürlich mit etwas handfestem und so werden Kartoffeln für traditionelle Puffer geschält. Auch seine Freundin Valerie ...

Der Koch Xavier Kieffer möchte sich in diesem Jahr an der Sommerkirmes beteiligen. Natürlich mit etwas handfestem und so werden Kartoffeln für traditionelle Puffer geschält. Auch seine Freundin Valerie Gabin ist dabei und gleich am ersten Abend geraten sie in eine Schlägerei, die sofort merkwürdig erscheint. Am nächsten Morgen ist ein Mann tot und Xavier hat eine Keycard und einen Schlüsselbund gefunden. Wie hängt alles zusammen und kann er der Polizei noch trauen, nachdem er relativ schlechte Erfahrungen mit dem zuständigen Kommissar gemacht hat?
In diesem Band geht es zwar um Lebensmittel, besser gesagt Spekulation mit Lebensmitteln, aber gekocht wird relativ wenig.
Der Autor hat sich wieder einmal in ein Thema eingearbeitet, dass er auch Laien nahebringen möchte. Der internationale Rohstoffhandel ist für mich eher kompliziert und auch nichts, was für mich zur Unterhaltungsliteratur gehört, aber Tom Hillenbrand hat es wieder einmal geschafft mich zu fesseln. Lokalkolorit und Humor kommen nicht zu kurz und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Der Kriminalfall an sich war dabei eher Nebensache und auch nicht sonderlich spannend, aber insgesamt kann ich alle Bücher des Autors nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 25.05.2021

Geschichten von Früher

Bretonisches Vermächtnis
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Dies ist schon der achte Fall, den Kommissar Dupin in seiner „neuen Heimat“ Concarneau lösen muss. Und dieses Mal beginnt es mit einem klassischen Mord: Ein reicher Arzt wird aus einem Fenster gestürzt. ...

Dies ist schon der achte Fall, den Kommissar Dupin in seiner „neuen Heimat“ Concarneau lösen muss. Und dieses Mal beginnt es mit einem klassischen Mord: Ein reicher Arzt wird aus einem Fenster gestürzt.
Aus unterschiedlichen Gründen sind weder Nolven noch die anderen Mitarbeiter, mit denen Dupin normalerweise zusammen arbeitet in der Bretagne. Das gibt uns die Chance, neue Mitarbeiter der Polizeidirektion kennen zu lernen.

Wie immer liegt ein Schwerpunkt auf den wundervollen Landschaftsbeschreibungen und der Geschichte der Bretagne. Der (deutsche) Autor schreibt so begeistert von der Gegend um Concarneau, dass man am liebsten sofort dort einen Urlaub buchen würde! Ich bin wohl nicht die einzige, die seine Bücher aus genau diesem Grund lesen (oder sich vorlesen lassen).

Immer wieder muss sich Dupin in diesem Fall auch mit dem Buch „Maigret und der gelbe Hund“ auseinander setzen, das auch in Concarneau spielt. Ein schöner Nebenschauplatz, der am Ende natürlich hilft, den Fall zu lösen.

Weniger Gefallen hat mir der Erzählstrang um Dupins „Schwiegereltern“ die natürlich genau am Abend des ersten Mordes für ein paar Tage zu Besuch kommen wollen.

Gesprochen wird das Hörbuch von Gerd Wameling, der Kommissar Dupin auch in den anderen Krimis seine Stimme geliehen hat. Er gehört mittlerweile fest dazu und das auch berechtigt. Seine Stimme hat einen hohen Wiedererkennungswert und die französischen und bretonischen Ausdrücke gelingen ihm gut.

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Veröffentlicht am 25.01.2021

Seichte Story in toller Landschaft

Der kleine Strickladen in den Highlands
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Die junge Maighread wird vom Pech verfolgt: Durch die Trennung von ihrem Freund verliert sie auch den Job in seiner Firma und wohnt vorübergehend wieder bei ihrer Mutter. Dort findet sie ein Foto ihrer ...

Die junge Maighread wird vom Pech verfolgt: Durch die Trennung von ihrem Freund verliert sie auch den Job in seiner Firma und wohnt vorübergehend wieder bei ihrer Mutter. Dort findet sie ein Foto ihrer Großeltern und erfährt, dass diese nicht schon lange tot sind, wie ihre Mutter immer behauptet hat. Sie macht sich auf den Weg zum Loch Lomond in die Schottischen Highlands. Dort angekommen trifft sie auf den charmanten Joshua. Viel mehr muss ich eigentlich nicht erzählen, denn es ist klar, wie die Geschichte weiter geht. Ach ja, einen Strickladen gibt es auch noch.

Die Landschaft ist wundervoll beschrieben und man bekommt sofort Lust dorthin zu reisen. Man merkt, dass die Autorin sich viel Mühe mit der Beschreibung gegeben hat! Die Story ist anfänglich auch wirklich gut, es gibt Irrungen und Wirrungen, Flirts, Freundschaften... Alles verläuft ganz gut und ich war gespannt, welche Wendungen es am Ende gibt um die losen Fäden zu verknüpfen. Was dann aber kam, war so hanebüchen, dass es das mir einen Teil Lesevergnügen genommen hat.

Ich möchte nicht spoilern, deshalb gehe ich nicht näher darauf ein.

Ein Schwerpunkt des Buches ist natürlich das Stricken. Diesen Teil hat die Autorin gut umgesetzt, am Ende des Buches gibt es die Strickanleitungen von Maighread auch zum Nachstricken. Auch über Wolle lernt man ein wenig und es ist schön, über dieses Hobby zu lesen.

Insgesamt ein Wohlfühlbuch, bei dem man das Ende hätte weglassen können. So viele "Zufälle" von denen vorher niemand gewusst hat (was nicht sein kann) mag ich nicht. Wer darüber hinwegsehen kann, wird hier seine Freude haben und sich mit diesem Buch in die selbstgestrickte Wolldecke kuscheln.

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Veröffentlicht am 16.05.2020

Traurig und schön zugleich

Denn Geister vergessen nie
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Ich muss zugeben, dass mich Cover und Titel wenig angesprochen haben. Die Beschreibung hat mich aber neugierig gemacht und ich habe es nicht bereut, dass Buch gelesen zu haben.

Im Zentrum der Geschichte ...


Ich muss zugeben, dass mich Cover und Titel wenig angesprochen haben. Die Beschreibung hat mich aber neugierig gemacht und ich habe es nicht bereut, dass Buch gelesen zu haben.

Im Zentrum der Geschichte steht ein Segeltrip, den die Freunde Jayden und Ben geplant haben. Sie nehmen Jaydens jungen Schwager Collin mit, der auch seine neue Freundin Amy mitbringt. Aber Amy hat ein Geheimnis, sie hat einen geliebten Menschen verloren. Diese traurige Erinnerung trägt sie im Herzen, teilt sie aber mit niemandem. Dadurch kann sie ihre Trauer nicht verarbeiten und ist teilweise wie gelähmt ihn ihrem Leben. Das merkt auch der lebensfrohe Mian, der ihr helfen möchte. Mian und sein Bruder Jano haben als Kinder an einem Ritual teilgenommen, dass Mians Leben rettete. Seit dem sind beide hochsensibel und können Emotionen anderer Menschen und sogar Tiere spüren. Mian versucht alles um Amy beim Loslassen zu helfen und muss dazu auch am Segeltrip teilnehmen.

Dieses Buch ist wirklich schön geschrieben und sehr gefühlvoll. Für Leute, denen Emotionen schnell zu anstrengend werden ist es sicher nichts. Alle anderen sollten sich selbst ein Bild machen. Ein wenig schade fand ich, dass es nicht länger war. An einigen Stellen hätte ein wenig mehr Zeit die Spannung deutlich erhöht und das Buch noch intensiver werden lassen.

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