Krönender Abschluss
ErntejahreInhalt übernommen:
Evas Tochter Bettina wird in eine zerrissene Welt hineingeboren. Sie ist noch ein kleines Mädchen, als der Bau der Berliner Mauer das Land und ihre Familie trennt. Die Bilder verfolgen ...
Inhalt übernommen:
Evas Tochter Bettina wird in eine zerrissene Welt hineingeboren. Sie ist noch ein kleines Mädchen, als der Bau der Berliner Mauer das Land und ihre Familie trennt. Die Bilder verfolgen sie ein Leben lang: Hilflos muss sie mit ansehen, wie Grenzsoldaten verhindern, dass Eva ihre Mutter Constanze noch einmal in die Arme schließen und sich mit ihr aussöhnen kann.
Im freien Westen der siebziger Jahre reift Bettina zu einer politisch engagierten jungen Frau heran, die sich schon früh der Friedensbewegung anschließt. Dann steht plötzlich ihr unbekannter Halbbruder aus den USA vor der Tür und Bettina ahnt, wie wenig sie über ihre eigene Familie weiß. Sie will Antworten und beginnt Fragen zu stellen …
Meine Meinung:
Nach „Libellenjahre“ und „Wunderjahre “ist dieses Buch der Abschluss der Reihe um die Familie von Warthenberg. Ich habe dem Buch regelrecht entgegen gefiebert, weil mir die Familie sehr ans Herz gewachsen ist. Wieder hat es die Autorin hervorragend verstanden eine Familiengeschichte, mit vielen Höhen und Tiefen, in ein Kapitel Zeitgeschichte zu integrieren.
In diesem Buch steht Bettina im Mittelpunkt, eine junge Frau mit Verstand und Herz, die sich sehr für ihre Mitmenschen interessiert und außerdem ihre eigenen Pläne und Ziele fest im Blick hat. Beim Durchblättern alter Fotoalben erkennt sie, dass es in dieser Familie viele Geheimnisse gibt, die sorgsam im Verborgenen bleiben. Auf Ihre Fragen bekommt sie nur scheibchenweise die richtigen Antworten.
Die Autorin wechselt ständig zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, wobei auch für Leser, welche die vorhergehenden Bücher nicht kennen, einiges erklärt wird. Trotzdem finde ich es besser, die anderen Bücher zu kennen,da einiges noch klarer wird.
Neben der Familiengeschichte sind es auch die vielen politischen Ereignisse (Mauerbau,Attentat bei den olympischen Spielen in München,Glasnost, Perestroika, Katastrophe von Tschernobyl, Fall der Mauer) ,sind nur einige Ereignisse, die thematisiert werden. Ich zähle zur älteren Generation und habe das alles schon erlebt, jedoch ist mir beim Lesen einiges wieder ins Gedächtnis zurück geholt worden, was schon vergessen war.
Das Schicksal von Clemens und Constanze hat mich tief berührt,es ist unfassbar was Menschen einander antun können.Was mir auch besonders gut gefallen hat, war das ausführliche Gespräch zwischen Bettina und ihrer Mutter, wobei viele Geheimnisse der umfangreichen Familiengeschichte gelüftet worden sind.
Abschließend kann ich nur sagen, dass mir der Abschied von dieser großartigen Familie sehr schwerfällt. Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen, in jeder Hinsicht eine lohnende Lektüre.