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Veröffentlicht am 06.03.2022

Eine Geschichte, die die Welt in Indigoblau und Gold tränkt und ermutigt, über seine Schatten zu springen

Blue Seoul Nights
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“Blue Seoul Nights” erzählt eine Liebesgeschichte, die viel mehr als nur eine Liebesgeschichte ist. Irgendwie hat das Buch es geschafft, das große Ganze mit all seinen Facetten in den Mittelpunkt zu stellen, ...

“Blue Seoul Nights” erzählt eine Liebesgeschichte, die viel mehr als nur eine Liebesgeschichte ist. Irgendwie hat das Buch es geschafft, das große Ganze mit all seinen Facetten in den Mittelpunkt zu stellen, statt nur der zwei Protagonisten und ihrer Beziehung. Wenn ich auf das Cover blicke, sehe ich nicht (nur) Jade und Hyun-Joon, ich sehe Seoul in all seinen Farben.

Obwohl Jade und Hyun-Joon mir beide als Charaktere sympathisch waren und ich die Geschichte aus Jades Perspektive sehr gerne gelesen habe, ist es rückblickend das gesamte Buch über hinweg leider nur bei dieser Sympathie geblieben. Beide sind tolle Charaktere, zu denen mir bisher aber leider der tiefere Zugang gefehlt hat. Ich mag sie beide, aber das war’s auch.

Die Beziehung zwischen Jade und Hyun-Joon hingegen hat sich sehr schön entwickelt und es hat mich gefreut, dass sie von Beginn an offen gegenüber ihren Gefühlen waren. Sie haben sich trotz anfänglicher Unsicherheiten nicht unnötig hingehalten und ihre Gefühle verdrängt, sondern von Anfang an klar ihre Interessen bekundet, was eine schnelle Entwicklung der Beziehung ermöglichen konnte. (Und oh man, es gab ein paar wirklich cute Szenen zwischen den beiden!)

Was mir besonders positiv am Schreibstil und dem Aufbau der Geschichte aufgefallen ist, dass vieles, was zu Beginn des Buches nur angedeutet oder kurz erwähnt wird, später wieder aufgegriffen wird und mehr an Bedeutung gewinnt - die Geschichte hat keine losen Fäden und schließt all ihre Kreise, sofern es im ersten Teil möglich ist.

Der plötzliche Umschwung zum Ende der Geschichte hat mich allerdings ein wenig überrascht (oder schon fast verwirrt). Auch wenn einiges bereits angedeutet wurde und im zweiten Teil mit Sicherheit weiter ausgeführt wird, macht Hyun-Joons Charakter auf einmal eine 180°-Wendung und der “Plot Twist” sorgt für einen sehr starken Bruch in der Geschichte, der dazu auch noch wirklich erst auf den letzten paar Seiten aufkommt. Gleichzeitig war es aber auch schön zu sehen, dass die Problematik in der Liebesgeschichte mal nicht nur aus dem typischen “Plötzliche Zweifel und Ich-zieh-mich-jetzt-zurück”-Trope besteht, sondern andere Faktoren Teil zu haben scheinen. Ich bin wirklich gespannt, wie der Cliffhanger im nächsten Buch aufgegriffen und die Geschichte ausgehen wird.

Nun zum mir wichtigsten Punkt: Die größte Stärke des Buches ist allem voran auf jeden Fall das Setting.
Ich hatte große Erwartungen an dieses und (zugegebenermaßen) auch ein wenig Zweifel, jedoch hat das Buch alles richtig gemacht, was es nur richtig machen konnte. Es hat so viele verschiedene Seiten von Südkorea einfangen und realistisch umsetzen können, sodass ich durchgehend ganz große Sehnsucht nach Korea hatte und es nun noch viel mehr vermisse als ohnehin schon. Das Land und die Gesellschaft wurden nicht nur auf “Kpop und K-Drama”, das Essen und Nachtleben beschränkt und romantisiert, sondern (im Rahmen der Möglichkeiten) von verschiedenen Perspektiven beleuchtet, was sowohl die guten als auch die schlechten Aspekte, wie beispielsweise Hyun-Siks Storyline, miteinschließt. Hyun-Joons Gedanken über die Gesellschaft habe ich nur zu gut nachempfinden können und es wurde sehr deutlich, dass hier mit Sensitivity-Reader(n) gearbeitet wurde und ich bin wirklich dankbar darüber.
Ich hoffe sehr, dass im zweiten Teil (egal wie die Geschichte weitergeht) mit Jade weiterhin neue Seiten der Kultur entdeckt und erzählt werden können. Mir fällt es schwer überhaupt in Worte zu fassen, was die großartige Umsetzung beim Lesen in mir ausgelöst hat - auch die kleinen Details zwischendurch, wie dass Hyun-Joon und Hyun-Sik dieselbe erste Silbe im Vornamen haben (wie es für Geschwister in Korea typisch ist) und die Erklärung von “Jeong” haben mich immer wieder innerlich kurz freudig aufspringen lassen.

Was mir allerdings fast schon ein wenig zu einfach vorkam, ist die Tatsache, dass Jade nahezu gar keine Verständigungsprobleme hatte. Es ergibt zwar Sinn, dass die Personen in ihrem Umfeld alle Englisch sprechen und es gab einige Szenen, in denen sie Konversationen nicht folgen konnte, aber die Sprache schien nie ein großes Hindernis gewesen zu sein und ich hätte es schön gefunden, wenn dieser Aspekt noch ein wenig besser und realistischer beleuchtet worden wäre.

“Blue Seoul Nights” malt eine Geschichte in Indigoblau und Gold, die zeigt, dass es sich manchmal lohnt, über seinen Schatten zu springen und Neuem entgegen zu laufen. Als bloße Liebesgeschichte hat mich das Buch nicht komplett abholen können, aber es hat eindeutig durch das wunderschöne Setting punkten und mich auf ganz anderen Ebenen berühren können. Das Buch erhält 4,25 Sterne von mir (und die Autorin ein ganz ganz großes Lob!)

Vielen lieben Dank an LYX und die Lesejury für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 15.08.2021

"Das Letzte, an das ich denke, ist die Konstellation der Sterne"

Der dunkle Schwarm
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Die Welt, in der “Der Dunkle Schwarm” spielt, ist komplex und sehr beeindruckend gebaut - es hat wahnsinnig Spaß gemacht mehr über die Hives, ADICs und die Umstände, unter denen die Menschen in dieser ...

Die Welt, in der “Der Dunkle Schwarm” spielt, ist komplex und sehr beeindruckend gebaut - es hat wahnsinnig Spaß gemacht mehr über die Hives, ADICs und die Umstände, unter denen die Menschen in dieser fiktiven Zukunft leben, zu erfahren. Trotzdem hat mir leider bis zum Ende etwas zum World Building gefehlt, ich hatte einfach das Gefühl, als wüsste ich immernoch nicht vollständig, wie die Welt aufgebaut ist und wie sie funktioniert. Besonders zu den Androiden hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht; warum gibt es sie, ist es jedem erlaubt einen Androiden zu haben und existieren sie nur um den Menschen zu dienen? Es sind für mich einfach bis zum Schluss einige wichtige Fragen offen geblieben.

Die Geschichte ist definitiv super spannend. Die Kapitel sind kurz und knackig und die Story sehr schnelllebig, wodurch man quasi durch die Seiten fliegt, und trotzdem fehlt einem nichts. Die Auflösung bezüglich der Antagonisten und dem Ende der Geschichte fand ich insgesamt eher vorhersehbar, zwischendurch gab es aber einige Plottwists, die mich wirklich mehr als überrascht haben, da ich sie überhaupt nicht kommen gesehen habe. Auch wurden einige Themen, die wichtigen Bezug zu unserer realen Welt finden, gut in die Geschichte eingebaut und aufgegriffen, und haben mich beim Lesen mehrmals zum Nachdenken angeregt.

Atlas als Protagonistin ist einfach nur cool - sie ist tough und verfügt über eine wahnsinnige Macht durch ihre Fähigkeiten, und verhält sich dennoch weder überheblich noch eingebildet. Sie weiß was sie drauf hat, und bleibt trotzdem bodenständig und scheut später nicht davor zurück, Neues zu lernen und Hilfe anzunehmen. Von Noah war ich zu Beginn sehr begeistert, er hat mir als Charakter und vor allem als “Gegenpol” zu Atlas gut gefallen. Mit dem Fortlauf der Geschichte wurde sein Charakter jedoch ein wenig blass und geriet in den Hintergrund. Er hatte zwar einen wichtigen Einfluss auf Atlas und hat ihr viel gegeben, letztendlich erweckte es aber fast den Eindruck als habe er eher eine “Sidekick”-Rolle eingenommen. Das Vertrauen, das zwischen ihm und Atlas aufkeimt, fand ich toll, jedoch verlief es für mich in Hinblick auf ihre Beziehung leider etwas zu flach, sodass ich eine Entscheidung am Ende nicht ganz nachvollziehen konnte und als überstürzt empfand. Julien ist ebenfalls ein toller Charakter, den ich sehr gerne mochte. Über ihn hätte ich jedoch so gerne so viel mehr erfahren - über ihn selbst als Person, seine Fähigkeiten, aber auch über seine und Atlas’ gemeinsame Geschichte.

Der Schreibstil hat mir unfassbar gut gefallen. Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, als schwebe ich selbst in der Galaxie und betrachte das Universum von außen - die Autorin schreibt so bildlich und gleichzeitig so simpel, dass sich die Geschichte sehr angenehm lesen lässt. Die Verbindung zwischen den Satelliten, Sternen und Atlas wurde so schön beschrieben und ist mir bis zum Epilog und auch danach noch im Gedächtnis geblieben.

Insgesamt hatte ich wirklich sehr viel Spaß beim Lesen - es war total spannend und ich würde mich definitiv über eine zweite Staffel freuen! Als nächstes werde ich mich auf jeden Fall an die Neon-Birds Trilogie von Marie Graßhoff wagen.

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Veröffentlicht am 14.07.2021

"Niemand gibt einem einen Text. Niemand sagt einem, in welchem Stück man sich gerade befindet." - Ein Buch, das Freundschaft, Liebe und Musicals vereint

Kate in Waiting
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Kate In Waiting ist ein süßes Jugendbuch über Freundschaft, die erste Liebe und das Theater, das mir beim Lesen einfach unfassbar viel Spaß bereitet und mich mit einem glücklichen Gefühl zurückgelassen ...

Kate In Waiting ist ein süßes Jugendbuch über Freundschaft, die erste Liebe und das Theater, das mir beim Lesen einfach unfassbar viel Spaß bereitet und mich mit einem glücklichen Gefühl zurückgelassen hat.

Der Schreibstil ist sehr frisch und jugendlich. Vielleicht wurden ein, zwei Pop Kultur-Referenzen zu viel eingebaut, aber sie haben gut zum Charakter der Protagonistin Kate gepasst. Die Narration und Dialoge waren authentisch, umgangssprachlich und sehr von Kates Gedankengängen dominiert, wodurch sich die Geschichte sehr leicht und flüssig lesen ließ.

Die Autorin setzt mit dem Buch ein wunderbares Exempel für ein Jugendbuch mit viel Diversität und Repräsentation von verschiedenen Charakteren, besonders die Erwähnung und Behandlung von sozialen Ängsten möchte ich an dieser Stelle sehr loben.

Die generelle Prämisse der Geschichte ist eher simpel und auch der Ausgang der Geschichte wurde für mich bereits in den ersten paar Kapiteln vorhersehbar, was mich jedoch beim Lesen überhaupt nicht gehemmt hat. Während der Fortlauf der Geschichte in der Mitte schon fast ein wenig frustrierend war, da die Handhabung der Probleme, mit denen die Protagonisten konfrontiert werden, doch sehr naiv und eher toxisch war, hat die Geschichte ab etwa zwei Drittel des Buches noch einmal richtig an Fahrt aufgenommen und das Ende hat mir wirklich sehr gut gefallen.
Es gab jedoch einige Thematiken, die in der Geschichte eher nur kurz Erwähnung fanden und bei denen ich mir vor allem zum Abschluss ein bisschen mehr Tiefgang und Reflexion gewünscht hätte.

Die Theater-/Musical-Thematik wurde sehr schön umgesetzt und ich bin mir sicher, dass sich viele Leser:innen auch darin wieder finden konnten. Die vielen Proben, die in der Geschichte zu Genüge Platz fanden, wurden so authentisch und einladend geschrieben, dass sie einfach nur Freude ausgestrahlt und ein Gemeinschaftsgefühl übermittelt haben.

Kates Beziehung zu ihrem Bruder Ryan hat mir außerdem unfassbar gut gefallen. Mit einer guten Geschwisterdynamik in Büchern kriegt man mich eigentlich immer und diese hier war so schön zu lesen und konnte mich in voller Linie überzeugen. Generell sind mir besonders Ryan und Noah als Charaktere wahnsinnig ans Herz gewachsen.

Das einzige, was mich wirklich gestört hat, war der übermäßige Gebrauch von Wörtern wie A-Typen, A-Tussis, A-Gang, und jegliches weitere Wort, das man hinter A- setzen kann. Dabei geht es mir nicht um den tatsächlichen Gebrauch der Begriffe, sondern wie unerträglich oft es benutzt wurde - man könnte eine beliebige Seite im Buch aufschlagen und ich bin mir sicher, dass man das Wort gleich fünf mal finden würde.

Trotz einiger Schwachstellen hat mir "Kate In Waiting" wirklich viel Spaß und Freude beim Lesen bereitet und ich spreche definitiv eine Leseempfehlung für alle Leser:innen, die gerne zuckersüße und authentische Jugendbücher lesen, aus!

Und wenn das am Ende mal nicht die allersüßeste und kreativste Danksagung war, dann weiß ich auch nicht!

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Veröffentlicht am 23.06.2021

Die Liebe zum Tanzen als Buch - absolute Empfehlung für alle New Adult Romance Leser:innen!

One Last Dance
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Das war schön.

Die Leidenschaft fürs Tanzen, welche im Buch eine große Rolle spielt, wurde in meinen Augen wirklich schön dargestellt. Sowohl Jaz als auch Gillian empfinden so eine tiefe Liebe zum Tanzen, ...

Das war schön.

Die Leidenschaft fürs Tanzen, welche im Buch eine große Rolle spielt, wurde in meinen Augen wirklich schön dargestellt. Sowohl Jaz als auch Gillian empfinden so eine tiefe Liebe zum Tanzen, aber auf so verschiedene Art und Weisen, und es war toll, dass die unterschiedlichen Gefühle und Empfindungen gegenüber des Tanzens bis zum Ende so deutlich beschrieben und thematisiert wurden.

Jaz und Gillian als Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein - in jeder Hinsicht. Sie haben sich jedoch so schön ergänzt, dass ich mir gewünscht hätte, noch mehr von ihren Unterschieden und ihrem Weg miteinander, wie sie Kompromisse eingehen und einander immer besser kennenlernen, zu sehen. Besonders Jaz als Charakter hat mir so wahnsinnig gut gefallen, und ich war begeistert davon, dass sein Leben auf der Straße so authentisch behandelt wurde (und allem voran überhaupt behandelt wurde und nicht nur Baiting im Klappentext war).

Das Ende kam mir dann jedoch viel zu abrupt. Auf einmal ist viel zu viel, und dann auch wieder nichts wirklich Bedeutendes passiert, und das Buch kam plötzlich zum Ende. Auch das Drama durch die "Streitigkeit" zu Ende der Geschichte wirkte eher unnötig und daher erzwungen auf mich. Die Unterschiede und dadurch entstehenden Probleme zwischen Jaz und Gillians Welten, die durchgehend im Hintergrund eine Rolle spielen, wurden zum Abschluss auch viel zu wenig behandelt und auf einmal war die Geschichte einfach vorbei. Auf den letzten Metern hat das Buch für mich daher leider enorm geschwächelt.

Insgesamt hat mich One Last Dance allerdings sehr positiv überraschen und definitiv überzeugen können. Da ich erst mit dem zweiten Teil eingestiegen bin und daher den ersten noch nicht gelesen habe, freue ich mich bald auch noch die anderen beiden Geschichten zu lesen - vor allem auf Riley und Julian bin ich gespannt.

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Veröffentlicht am 22.06.2021

Das Buch gehört in meine YA Empfehlungs-(Play)List!

Long Distance Playlist
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Aw, das war ein richtig schönes YA-Buch!

Das besondere Format des Buches, bestehend aus gewöhnlichen Kapiteln, E-Mails, Chats, Anrufen und - wie der Titel bereits verrät - Musik-Playlisten, hat die Autorin ...

Aw, das war ein richtig schönes YA-Buch!

Das besondere Format des Buches, bestehend aus gewöhnlichen Kapiteln, E-Mails, Chats, Anrufen und - wie der Titel bereits verrät - Musik-Playlisten, hat die Autorin sehr gut umgesetzt und mir damit sehr viel Freude bereitet. Die Abwechslung zwischen längerem Prosatext, E-Mails oder kürzeren Chat-Verläufen war sehr erfrischend und auch die häufigeren Zeitsprünge waren durch die verschiedenen Kapitelformate und den zeitlichen (und auch örtlichen) Unterschied zwischen den Charakteren passend und gut nachvollziehbar.

Isolde und Taylor waren beide tolle Protagonisten, aber besonders Taylors Art und Weise ist mir sehr ans Herz gewachsen. Die beiden waren durchaus impulsiv, eben wie Teenager so sind, und dennoch sehr reflektiert und haben meist sehr reif gehandelt, was mir wirklich gut gefallen hat, da sie mir mit ihrem Verhalten nie zu kindisch waren. Aufkommende Konflikte und Missverständnisse haben sie meistens relativ schnell geklärt, sodass sich die Story nie zu lang an diesen aufgehalten hat. Wie die beiden ihre Freundschaft wieder aufblühen lassen und ihr Vertrauen ineinander haben mir wahnsinnig gut gefallen.
Auch die Nebencharaktere, welche sich fast ausschließlich auf die Familien der beiden und ihre besten Freunde beschränken, haben der Geschichte ihren gewissen Charme verliehen - die Freundschaft und Vertrautheit zwischen den zwei Familien hat eine ganz einzigartige Wohlfühl-Atmosphäre beim Lesen geschaffen. Besonders Taylors bester Freund Finn war ein unfassbar toller Charakter; er war Taylor stets ein guter und loyaler Freund und die Chat-Nachrichten zwischen den beiden haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.

Das Thema Zukunft in Hinblick auf die jeweiligen Leidenschaften der beiden, Ballett und Snowboarden, wurde sehr realistisch und organisch eingebaut, sodass ich mir sogar fast ein wenig mehr darüber gewünscht habe. Auch den Umgang mit dem Thema Körperliche Behinderung möchte ich loben - zwar bin ich nicht davon betroffen, als Leserin hatte ich jedoch das Gefühl, dass unfassbar gut mit dem Thema umgegangen wurde und ich auch noch einmal was dazu lernen konnte und sensibilisiert wurde.

Inhaltlich hat mir letztlich jedoch ein wenig was gefehlt. Auch wenn mir das Buch bis zum Schluss Freude am Lesen bereitet hat, da Isolde und Taylor als Charaktere einfach wunderbar harmoniert haben, hatte die Geschichte etwa ab der Mitte durchaus ihre Längen und war, bis auf einige wenige Nebenstränge, sehr vorhersehbar. Während ich es angenehm fand, dass nicht auf Teufel komm raus noch unnötig Drama erzwungen wurde, hat mir letztendlich einfach noch ein letzter Knall für den Spannungsbogen gefehlt; dieser verlief dann doch eher flach.

Long Distance Playlist ist eine süße Liebesgeschichte, die Freundschaften und die erste Liebe, aber gleichzeitig auch ernstere Themen gewissenhaft behandelt, und von mir definitiv eine Leseempfehlung erhält - besonders für jüngere Leser:innen.

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