Profilbild von readinglikekidult

readinglikekidult

Lesejury Profi
offline

readinglikekidult ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit readinglikekidult über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2021

"Weil Du die Einzige bist, mit der es Sinn macht"

Back To Us
0

“Ich habe immer davon geträumt, die Heldin in einem K-Drama zu sein. Aber das Leben ist nunmal kein K-Drama… Es ist viel besser.”

Fleur und Aaron waren als Kinder unzertrennlich, doch durch ein grausames ...

“Ich habe immer davon geträumt, die Heldin in einem K-Drama zu sein. Aber das Leben ist nunmal kein K-Drama… Es ist viel besser.”

Fleur und Aaron waren als Kinder unzertrennlich, doch durch ein grausames Ereignis wurden sie eines Tages voneinander getrennt. Sechzehn Jahre später treffen sie nun unerwartet wieder aufeinander, als Fleur unter ihrem Alias Lilas ihren neuen Job in einer Game Design Firma antritt und dort ihre Kindheitsliebe Aaron wieder sieht. Doch Aaron scheint nicht nur völlig verändert und in sich gekehrt, er scheint sich auch nicht daran zu erinnern was damals geschehen ist…

In Back To Us, dem dritten New Adult-Roman von Autorin Morgane Moncomble aus dem LYX-Verlag, wird die Geschichte von Lilas und Aaron erzählt, die nicht nur von Liebe, Gefühlen und einer Menge Drama, sondern auch von Stärke, Selbstentwicklung und Freundschaft geprägt ist.

Lilas erschien mir zunächst wie die typische New Adult-Protagonistin, jedoch ist sie mir schnell aufgrund ihrer Selbstlosigkeit und ihrer humorvollen Tollpatschigkeit ans Herz gewachsen. Ich habe mich wegen ihrer Selbstzweifel und ihrer Unsicherheit über ihren Beruf und ihre Zukunft schon fast ein bisschen zu sehr mit ihr identifizieren können und habe mich daher umso mehr gefreut, ihre persönliche Entwicklung, die sie im Verlaufe der Geschichte durchlebt, mitzuerleben und sie auf ihrer Reise zurück zur Sicherheit und zum Selbstvertrauen zu begleiten. Aaron begegnet dem/der Leser:in und auch Lilas zunächst mürrisch und kühl, jedoch erblickt man schnell seinen weichen Kern und möchte umso mehr erfahren, was damals geschehen ist und welches Schicksal Aaron als Kind widerfahren ist, da schnell klar wird, dass jenes deutlich mit seinem jetzigen Verhalten zusammenhängt.

Doch nicht nur die Protagonisten Lilas und Aaron, sondern auch die wunderbaren Nebencharaktere machen die Geschichte zu der Besonderen, die sie ist. Lilas Mitbewohnerinnen Dana und Eleanor sind zwei starke Frauen, die Lilas immer zur Seite stehen und ihre beider Geschichten, die ebenfalls im Hintergrund miterzählt werden, sprühen nur so vor Frauenpower und gaben mir ein richtig gutes Gefühl beim Lesen. Und auch Lilas Väter und Bruder, und Nicolas und Emma haben mir gut gefallen und die Geschichte noch ein Stück weit wärmer und liebevoller gemacht.

Das Thema Game Design, welches durch die gemeinsame Arbeit der Charaktere durchgehend sehr präsent ist, wurde gut eingebaut und die Art, wie von der Spielentwicklung erzählt wurde, und die vielen Szenen im Büro haben mich jedes Mal sehr begeistern können, da ich mich selbst auch für Gaming interessiere.

Die Liebesgeschichte von Lilas und Aaron ist eine absolut vorhersehbare, aber gleichzeitig absolut einzigartige. Mich hat es ganz besonders begeistert, wie sich eine einzige Liebesgeschichte von Enemies to Lovers zunächst zu Friends to Lovers und dann schließlich zu einer Second Chance Romance entwickeln und dabei nur die schönen, humorvollen und tragischen Aspekte einfangen konnte.
Dem/Der Leser:in wird ein K-Drama in Romanform versprochen und genau dies erwartet einen auch. Die Geschichte sprüht vor Klischees und das teilweise überdramatisierte, fast schon kindliche Verhalten der Protagonisten mag überspitzt wirken, aber genau davon lebt sie. Rückblickend ist genau hierbei das Besondere, dass die Autorin es geschafft hat, aus so einer vorhersehbaren und vorbestimmten Geschichte einen liebevollen New Adult Liebesroman zu schreiben. Auch die Spannung über die Vergangenheit wurde gut aufgebaut, da ich bis zur großen Auflösung mitgefiebert und mitgerätselt habe, was wohl passiert ist. Das Erlebnis und das damit verbundene Thema ist unfassbar wichtig und tiefgründig, jedoch hätte ich mir gewünscht, dass es noch intensiver behandelt und am ausgeführt wurde, da es nach der Auflösung doch sehr schnell und fast schon im Zeitraffer zum Ende kam.

Die Aufmachung der Geschichte, welche in Staffeln und Folgen eingeteilt ist, spielt dem Gesamtbild als K-Drama ebenfalls zu. Zu jeder Folge gibt es einen Song; die Musik passt allgemein gut zu der Geschichte und bietet noch das “gewisse Extra” für Fans von K-Drama Soundtracks. Ich habe mich daher jedes Mal sehr gefreut habe, wenn ich einen Song wieder erkannt habe. Die Kapitel sind entsprechend eher kürzer gehalten, dabei jedoch nie gehaltlos, da die kurzen Szenen und häufigen Zeitsprünge gut umgesetzt wurden und immer verständlich waren.

Die Geschichte wurde durch Morgane Moncombles Schreibstil gut untermalt, dieser ist passend zum Genre leicht und entspannt. Hin und wieder mussten mich einige Dialoge deutlich schmunzeln lassen (“Scheiße, sind Sie Freizeitkannibalin oder was?”), und besonders nachdem ich erst vor kurzem Moncombles Debütroman “Never Too Close” gelesen habe, habe ich erfreulicherweise feststellen können, dass der Schreibstil um einiges fließender geworden ist und sich dem Leser genähert hat.
Einen Kritikpunkt habe ich jedoch hinsichtlich den koreanischen Sätzen, die meist im Dialog mit Aarons Mutter eingebaut wurden. Es wurde mir leider überhaupt nicht ersichtlich, warum nur einige Sätze wahllos auf koreanisch eingefügt wurden, statt diese wie gewohnt zu übersetzen, zumal einige von diesen auch noch unnatürlich, beinahe schon falsch und dadurch eher unpassend waren. Nicht zuletzt ist auch das Cover passend zum New Adult-Stil im schlichten und seichten Farbmuster gestaltet und reiht sich den bisherigen Büchern der Autorin perfekt an.

Zusammenfassend wird einem mit "Back To Us" ein süßer New Adult Roman geboten, der genau das hält, was er verspricht: ein K-Drama in Schriftform voller Gefühle, Drama, Liebe und Humor.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 09.02.2026

Ein Abenteuer in ein Meer voller Geheimnisse

Fable – Der Gesang des Wassers (Fable 1)
0

Fable zeigt seine Stärke in erster Linie in der Atmosphäre, die es schafft - es wird gerade zu Beginn viel Zeit damit verbracht, das Meer und die Umgebung zu beschreiben, sodass man gut in das Setting ...

Fable zeigt seine Stärke in erster Linie in der Atmosphäre, die es schafft - es wird gerade zu Beginn viel Zeit damit verbracht, das Meer und die Umgebung zu beschreiben, sodass man gut in das Setting eingeführt wird und in die Geschichte eintauchen kann. Auch wenn der Weltenbau für mich an einigen Stellen noch Lücken hat und ich gerne ein paar mehr Informationen erhalten hätte, kann man den Geschehnissen innerhalb der Welt trotzdem gut folgen. Zwar hatte ich durch die Empfehlungen, die ich zu dem Buch erhalten hatte, mehr mit einer Piratengeschichte gerechnet und diese Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt, aber das Seefahrer- und Handelsschiff-Setting hat mir trotzdem gut gefallen.

Etwas verwirrend war allerdings das Pacing, sowohl von der Story als auch der Charaktere(ntwicklungen). In der ersten Hälfte ist das Buch eher langsam - es wird, wie bereits erwähnt, viel das Meer und das Tauchen beschrieben und eher ein Fokus auf atmosphärisches Erzählen gelegt. Als es dann aber richtig mit dem Plot losgeht, kommt alles ziemlich Schlag auf Schlag, und die einzelnen Szenen sind recht kurz und wirken fast schon gerade so auf das Mindeste, um die Handlung voranzutreiben, begrenzt. So hat mich das zügige Tempo zwar am Lesen gehalten, aber gleichzeitig habe ich mich auch ein wenig durch die Story gedrängt gefühlt, als ob möglichst schnell alles auf den verbleibenden Seiten abgehandelt wurde. Insgesamt hat mir daher in der zweiten Hälfte des Buches die schöne Atmosphäre und das Drumherum etwas gefehlt und ich hätte mir mehr Zeit mit den einzelnen Orten und Charakteren gewünscht.

Etwas zu kurz kamen mir auch die Nebencharaktere. Sie bekommen zwar alle jeweils eine Hintergrundgeschichte, sodass man sie einordnen kann, aber darüber hinaus konnten sie mich nicht wirklich berühren und blieben mir auch nicht lange im Gedächtnis - einschließlich West, obwohl er als Kapitän das "Zentrum" der Crew bildet, und der Love Interest der Protagonistin ist.

Womit wir bei dem Punkt wären, der mir an diesem Buch leider gar nicht gefallen hat: die Romance. Fable und West haben eigentlich eine interessante Dynamik, die vor allem durch die Natur ihrer Begegnung und die Geheimnisse und Offenbarungen, die im Verlauf der Geschichte aufkommen, entsteht, und in der ich absolut Potential für eine schöne Liebesgeschichte gesehen habe. Ich hatte daher damit gerechnet, dass diese sich über beide Bände hinweg entwickelt (vor allem in Anbetracht des Tempos, in dem es in diesem Band voranging) - aber dann kam alles viel zu schnell und plötzlich ohne richtige Grundlage, sodass ich die romantischen Szenen wirklich gar nicht nachvollziehen konnte, und mich das Buch in dem Aspekt nicht mehr überzeugen konnte.

Spannend fand ich dann aber wieder die Vater-Tochter-Dynamik zwischen Fable und Saint, und welche Rolle ihre Vergangenheit für ihre Handlungen und Prinzipien heute spielt. Auch hier hätte ich mir noch ein bisschen mehr gewünscht, einfach weil es so ein interessanter Plotpoint war und die Begegnung zwischen den beiden dann doch recht kurz war.

Abschließend hatte ich auf jeden Fall Spaß mit dem Buch und habe vor allem die Atmosphäre und das Seefahrer-Setting mit seinen Elementen genossen. An vielen Stellen hätte ich mir einfach noch ein bisschen mehr gewünscht, und war leider gar nicht begeistert von der Liebesgeschichte. Den zweiten Band würde ich bei Gelegenheit trotzdem noch lesen, da ich neugierig bin, wie die Geschichten der Mitglieder der Marigold ausgehen, vor allem nach dem Ende des ersten Bandes.

Vielen Dank an arsEdition und NetGalley für das Rezensionsexemplar.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2026

Wortstarkes Debut mit bereits eher bekannten feministischen Messages

Bestie
0

Spannend! Bestie ist ein Roman, der Themen wie Freundschaft, Äußerung von Feminismus, Identität und die Inszenierung von und Suche nach dem Selbst behandelt, die vor allem für in unserer Gesellschaft weiblich ...

Spannend! Bestie ist ein Roman, der Themen wie Freundschaft, Äußerung von Feminismus, Identität und die Inszenierung von und Suche nach dem Selbst behandelt, die vor allem für in unserer Gesellschaft weiblich sozialisierte Leser:innen relatable sind, und dabei besonders mit einer klugen, gewählten Sprache beeindruckt.

Das Buch hat, was Charaktere und Story betrifft, extrem stark angefangen und mich total in den Bann gezogen - es hat schon fast in die Kerbe Weird Girl Fiction geschlagen, mit Delia, die durch beinahe manisches Verhalten versucht, ihre neue Identität aufzubauen und Anouks Leben zu infiltrieren, die wiederum selbst eigennützige Pläne zu haben scheint, und der seltsamen Beziehung, die zwischen den beiden entsteht, von der man als Leser:in direkt weiß, dass sie zur Katastrophe vorbestimmt ist.
Es war aufregend, ein wenig seltsam und wurde durch einen wahnsinnig klugen, teils schon poetischen, aber dennoch leicht zu lesenden Schreibstil begleitet. Man kann definitiv herauslesen, wie intensiv sich die Autorin mit dem Buch und ihren Worten auseinandergesetzt hat. Ich habe mir beim Lesen wirklich viele Stellen und Zitate markiert, die sowohl inhaltlich als auch sprachlich in mir nachgewirkt haben und einfach nur relatable waren, obwohl ich eigentlich gar nicht der Annotating Typ bin.

Leider ist das Buch dann, sowohl was die Charakterisierungen als auch den Plot angeht, zunehmend abgeflacht und hat sich etwa ab der Hälfte in eine Richtung entwickelt, die mir nach den Erwartungen, die der starke erste Teil der Geschichte in mir geweckt hat, fast schon etwas zu generisch war. Die feministischen Messages waren zwar stark, aber ich hatte gehofft, dass mir das Buch noch etwas mehr gibt. Es wurden viele relevante und interessante Themen (Familie, Freundschaft, Inszenierung als Influencer, feministische Solidarität, …) angesprochen und ehrlich behandelt, aber für mich blieb es an vielen Stellen letztendlich doch zu oberflächlich.

Ich glaube, der größte Faktor dabei war, dass Lilly und Anouk mir beide bis zum Ende zu flach und undurchsichtig (oder vielleicht sogar eher zu durchsichtig?) blieben, obwohl die Geschichte von den zwei zentralen Charakteren und ihrer Dynamik miteinander lebt.
Vor allem über Lilly/Delia erfährt man letztendlich so wenig? Woher rührt ihre Obsession über Anouk und ihr Leben? Wie kann sie ihr Leben einfach so hinter sich lassen und (ohne einen Job) in einer neuen Stadt eine recht teure Wohnung beziehen? Auch Anouk war mir insgesamt zu blass - ich hätte mir gewünscht, mehr über ihre Familiendynamik zu Hause und ihren Hintergrund zu erfahren, und dass durch ihren Charakter das Influencerdasein differenzierter kritisiert wird (und das über “auch Influencersein ist ein richtiger Job mit echten Aufgaben” hinausgehend). Die Erkenntnisse, zu denen beide am Ende des Buches kommen, finde ich an sich gut und sind etwas, worüber man sich auch als Leser:in Gedanken machen kann, aber ich hatte mir insgesamt einfach etwas mehr …Biss? und Extreme auf allen Seiten erhofft.

Irritiert haben mich auch die traumähnlichen Sequenzen mit dem Hund und die vielen Möwen-Metaphern. Ich bin hier auch völlig davon überzeugt, dass ich sie persönlich einfach nicht verstanden habe, aber da ich das originale Theaterstück nicht kenne und Lücken nicht ausreichend von der Geschichte selbst gefüllt wurden, hatte ich den Eindruck, dass ein wichtiges Stück der Geschichte für mich undurchdringbar geblieben ist und mir keine Chance gegeben wurde, den “tieferen Sinn” zu verstehen.

Da ich zwischendurch auch auf das Hörbuch umgestiegen bin, möchte ich an dieser Stelle auch noch eine kurze Empfehlung dafür aussprechen. Mir haben die Sprecherinnen sehr gut gefallen, die verschiedenen Stimmfarben haben gut zu den zwei Charakteren gepasst, und gerade am Ende gab es eine Stelle, die im Hörbuch wirklich gut umgesetzt wurde.

Obwohl ich viele Kritikpunkte genannt habe, muss ich abschließend sagen, dass ich das Buch auch nur so kritisch betrachten kann, weil es eben so viele interessante Themen und Diskussionsgrundlagen bietet und ich der Geschichte zugetraut habe, tiefer zu gehen. Insgesamt war das Buch trotzdem extrem spannend zu lesen und vor allem der Schreibstil der Autorin hat mich wirklich beeindruckt. Ich bin gespannt auf zukünftige Werke!

Vielen Dank an den pola Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.11.2025

Eine unbeschönigte Geschichte über missbräuchliche Liebe

Loverboy – Niemand liebt dich so wie ich
0

Loverboy ist ein Buch, auf das ich wegen der Thematik, die hier behandelt wird, wahnsinnig gespannt war, das mich aber nun, nachdem ich es endlich gelesen habe, mit sehr gemischten Gefühlen zurück lässt.

Die ...

Loverboy ist ein Buch, auf das ich wegen der Thematik, die hier behandelt wird, wahnsinnig gespannt war, das mich aber nun, nachdem ich es endlich gelesen habe, mit sehr gemischten Gefühlen zurück lässt.

Die Prämisse und der Beginn waren recht stark und konnten mich direkt in die Geschichte ziehen - es ging zügig los und Setting und Charaktere wurden gut eingeführt. Auch das Thema Loverboy wurde direkt aufgebaut - allerdings glaube ich, dass ich mit etwas anderen Erwartungen an das Buch herangegangen bin und dann durch eine etwas deplazierte Liebesgeschichte und viele Nebenstorys, die mit sehr ungleichmäßigem (oder verwirrendem) Tempo erzählt wurden, abgelenkt wurde.

Die Charaktere waren allesamt okay, jedoch wurde ich mit niemandem richtig warm - über jeden Charakter habe ich genug erfahren, sodass sie nicht unbedingt flach wirken und ich mir ein Bild von ihnen machen konnte, und trotzdem hatte ich gleichzeitig den Eindruck, dass ich kaum etwas über sie weiß und sie so recht blass für mich blieben. Als weniger okay empfand ich dann jedoch die Liebesgeschichte zwischen Lola und Elias, die mich leider gar nicht überzeugen konnte. Obwohl sie in meinen Augen sogar hätte gut funktionieren können (Bonden über ein gemeinsames Ziel), ist sie leider viel zu überstürzt und instalove-y, sodass ich überhaupt keine Gefühle nachvollziehen konnte und die Beziehung und der Spice wirken, als ob sie eben rein der Romance im Buch willen existieren, und gar nicht richtig in die Geschichte passen.

Der Schreibstil ist einfach und angenehm zu lesen. An manchen Stellen ist er sogar recht krass, was jedoch gut zur Geschichte passt, da sie die Geschehnisse so sehr nahbar macht. Die Szenen waren mir allerdings teilweise etwas zu sprunghaft, um der Geschichte gut folgen zu können. Die Perspektivwechsel und Rückblicke an sich haben mir zwar gut gefallen, den schnellen Wechseln konnte ich jedoch manchmal nicht gut folgen und hatte den Eindruck, dass das Potential, das mögliche Perspektiv- und Timelinewechsel bringen, nicht ganz ausgenutzt wurde - zum Beispiel hätte ich mir mehr Kapitel aus Vivis Perspektive und der Vergangenheit gewünscht.

Ein weiterer Aspekt, über den ich etwas zwiegespalten bin, sind die Nebenplots, die zwar spannend waren und auch durchaus mit dem Hauptplot zusammenhängen, allerdings wirkte es gerade zum Ende hin als ob sie eher den Hauptteil der Geschichte einnehmen und es mehr um die Auflösung dieser Plotlines, als um Vivis Geschichte geht. Auch hatte ich den Eindruck, dass es ein paar Logik-/Kohärenzlücken gibt? Ich will nicht ausschließen, dass mir Dinge beim Lesen/Hören entgangen sind, aber gerade was die große Auflösung der Geschichte betrifft, wirkte es etwas zu vorteilhaft zusammengelegt.

Letztendlich würde ich trotzdem nicht sagen, dass ich die Loverboy-Thematik nicht gut umgesetzt finde - die Geschichte schafft es, realistisch und nahbar aufzuzeigen, wie Personen den sogenannten Loverboy-Maschen verfallen und in eine missbräuliche Beziehung geraten, und welche furchtbaren Gefühle sowohl bei den Opfern als auch den Beistehenden ausgelöst werden. Dennoch war die Geschichte einfach eine andere war, als ich erwartet und erhofft hatte. Ich hätte über den Verlauf des Buches gerne so viel mehr über Vivi erfahren, und wurde stattdessen mehr mit Lola und Elias Romance und Sideplots vertröstet.
Insgesamt bin ich also sehr unschlüssig, weil mir die vielen spannenden Szenen und der Erzählstil, der wenn nötig nicht vor der Krassheit und Brutalität der Geschichte zurückschreckt, und die übergreifende Message und Thematik des Buches zwar gut gefallen haben, das Buch mich aber in seiner Gesamtheit einfach etwas enttäuscht hat. An Leser:innen des Romance-Thriller Genres würde ich Loverboy dennoch brennend empfehlen (und bitte auch gleich die Triggerwarnung dazu), allein schon wegen der Thematik, da ich mir sicher bin, dass viele etwas aus dem Buch lernen und mitnehmen können.

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.07.2025

Wenn Licht und Dunkelheit aufeinander treffen - YA-Romantasy vom Feinsten

Shadowflame - Licht und Dunkelheit
0

Shadowflame ist ein schneller Romantasy-Read mit Academy-Setting, einem interessanten Magiesystem und einer klassischen Liebesgeschichte, den ich gerne gelesen habe!

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm ...

Shadowflame ist ein schneller Romantasy-Read mit Academy-Setting, einem interessanten Magiesystem und einer klassischen Liebesgeschichte, den ich gerne gelesen habe!

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig, und hat für meinen Geschmack einen guten Mix zwischen fantasy-angemessener und alltäglicher Sprache getroffen, bei dem ich mir das Setting und die Geschichte gut vorstellen konnte.
Um in das World Building richtig reinzukommen, habe ich ehrlich gesagt ein wenig gebraucht. Das Magiesystem war leicht verständlich und hat mir vor allem mit seiner Gegenüberstellung von Licht und Schatten und der Paarung von Lux und Nox gut gefallen, bei der Vorstellung der Welt hang ich gerade in der ersten Hälfte jedoch öfter mal hinterher - ich habe mich hin und wieder dabei erwischt, mich bei Orts- und Personennamen zu fragen, “wer/was war das nochmal?”. Mit Fortlauf der Geschichte wird das Ganze allerdings deutlicher ausgearbeitet, sodass ich dann zumindest die Weltpolitik gut nachvollziehen konnte. Ich finde, es wurde auf jeden Fall deutlich, dass die Autorin ein klares Bild von der Welt und dem Geschehen hatte.

Gut gefallen hat mir auch das Akademie-Setting, wobei es mir sogar schon fast ein wenig zu kurz kam. Zu Beginn bekommt man viel vom Alltag an der Akademie und dem Training zur Shadowflame mit, und auch wenn es verständlich ist, dass diese Aspekte mit wechselndem Fokus der Geschichte in den Hintergrund rücken, hätte ich gerne weiterhin mehr davon gelesen.
Die Story insgesamt war trotz des eigentlich sehr typischen und vorhersehbaren Grundbaus spannend und ich habe gerne mitverfolgt, wie sie sich entwickelt hat. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass die Szenen teilweise etwas sprunghaft waren und gerade die spannenden und aufgeladenen Kapitel häufig abrupt (und irgendwie auch konsequenzlos) geendet haben, sodass ich mir an vielen Stellen ein paar Seiten mehr gewünscht hätte, damit die Szenen etwas vollständiger und die Gesamtgeschichte runder wirken.

Avalon als Protagonistin hat mir ganz gut gefallen. Ich mochte, dass sie so tough und “haudrauf” ist und sich zu wehren weiß, aber auch ihre Grenzen lernt. Über die Liebesgeschichte mit Zion bin ich jedoch etwas zwiegespalten. Die beiden als Shadowflame-Paar waren total interessant und ich hätte gerne mehr darüber gelesen, wie sie ihre gemeinsame Kraft erkunden und gemeinsam wachsen. Allerdings war mir Zion zu sehr "mysteriöser Love Interest", der zu Beginn so extrem abweisend ist, dass mich die wiederholende Dynamik von Annäherung und Ablehnung leider schon fast genervt hat. Der Switch in Charakter und Beziehung kamen mir dann zu plötzlich, als dass ich sie vollständig mitfühlen konnte, auch wenn die beiden als Paar eigentlich gut funktioniert haben.

Insgesamt war Shadowflame ein solider Dilogie-Auftakt, der mit allem dient, was das klassische Romantasy-Herz begehrt und die Leser:innen mit einem fiesen Cliffhanger zurücklässt. Ich hatte Spaß beim Lesen und kann das Buch gerade für Genre-Einsteiger empfehlen, nur hätte ich mir an einigen Stellen einfach etwas mehr und gerade ein paar Seiten mehr gewünscht.

Vielen Dank an die Lesejury und den ONE Verlag für das Rezensionsexemplar!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl