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Veröffentlicht am 20.08.2021

Käfighaltung

Der Käfig: Entkommen ist tödlich
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Eddie Gal hat eine schreckliche Kindheit hinter sich. Von der Mutter gehasst und zum Sadisten erzogen, nachdem ihr Versuch, ihn als Baby zu töten, zu einem Hirnschaden geführt hat. In seinen Wahnvorstellungen ...

Eddie Gal hat eine schreckliche Kindheit hinter sich. Von der Mutter gehasst und zum Sadisten erzogen, nachdem ihr Versuch, ihn als Baby zu töten, zu einem Hirnschaden geführt hat. In seinen Wahnvorstellungen sind Menschen Hühner, die er zum Eierlegen in Käfige sperrt und nach Belieben foltert oder tötet. Sehr unwahrscheinlich, dass die Gefangenen so überleben, wie sie das unter den geschilderten Bedingungen tun: Nahrung aus Insekten und Menschenfleisch, Amputationen und Schussverletzungen ohne medizinische Behandlung, ohne sanitäre Einrichtungen, ohne Hoffnung. Hier aber ist es möglich, eine starke Motivation gibt der Hauptfigur, einem ehemaligen Junkie und gefängniserfahrenen Mann, Kraft.
Morbider Grusel mit Ekel beim Lesen vulgärer und sehr einfacher Sprache wechselt mit durchaus spannenden Passagen. Gerade zum Ende hin fiebert man einer Lösung entgegen.
Ungewöhnlicher Psychothriller von Mike Chick, verlegt von Piper.

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Veröffentlicht am 28.07.2021

Mut und Vorsicht

The Rules of Magic. Eine zauberhafte Familie
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Die Owens haben merkwürdige Kinder. Sie sind stets Außenseiter, haben merkwürdige Begabungen.
Auf Vincent, Franny, Jet liegt ein Fluch: kein Mann, den sie lieben, überlebt. Ihre Eltern tun alles, um junge ...

Die Owens haben merkwürdige Kinder. Sie sind stets Außenseiter, haben merkwürdige Begabungen.
Auf Vincent, Franny, Jet liegt ein Fluch: kein Mann, den sie lieben, überlebt. Ihre Eltern tun alles, um junge Männer von den Mädchen fern zu halten. Vergebens. Wenn die verliebt sind, schmilzt die Butter, es gibt kein Halten. Ein dunkles Geheimnis umgibt sie alle.
Meine Erwartungen haben sich nicht erfüllt. Was nach heiterer Lektüre klang, ist trauriger Stoff. Eine interessante Zeit sind die 60-er Jahre, zauberhafte Episoden hätten gut dazu gepasst. Magie spielt schon eine Rolle, aber über allem liegt viel Tragik.
Als Prequel gedacht, lässt dieser mit vorsichtigem Optimismus endende Roman von Alice Hoffman die Vermutung zu, dass in den folgenden Büchern die Hexengeschwister besseren Zeiten entgegen gehen.
Aus dem amerikanischen Englisch von Eva Kemper.

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Veröffentlicht am 01.07.2021

Mord in Cambridge

Die verschwundenen Studentinnen
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Mariana, Psychotherapeutin, ist 36, stammt aus Griechenland und trauert sehr um ihren verstorbenen Ehemann. Sie hat schon viele Verluste erlitten; ihre Mutter, ihren Vater, die Schwester und deren Mann. ...

Mariana, Psychotherapeutin, ist 36, stammt aus Griechenland und trauert sehr um ihren verstorbenen Ehemann. Sie hat schon viele Verluste erlitten; ihre Mutter, ihren Vater, die Schwester und deren Mann. Aber es gibt noch Nichte Zoe, die in Cambridge studiert und zutiefst verstört ist, weil eine befreundete Mitstudentin ermordet wurde. Mariana reist zu ihr, will helfen und betätigt sich als Detektiv. Dafür verlässt sie sogar ihre Therapiegruppe samt dem in sie verliebten
Henry, ein schwieriger Charakter, der sie zudem noch stalkt. Im Universitätsstädtchen ist vieles merkwürdig, ein Protagonist scheint besonders verdächtig.
Mir gefällt nicht, dass Täter bzw. Mörder als Opfer durch Vernachlässigung in der Kindheit dargestellt werden, die sich durch ihre Opfer provoziert fühlen und somit das Recht zu töten haben. Mir sind es zu viele Zufälle, die Mariana immer wieder auf den Tod ihres Mannes stoßen. Auch merkwürdig, dass sie nach anfänglichen Ablehnung eines Studenten diesem sehr schnell sehr vertraut. Und auch die übergriffige Einmischung in die Mordermittlungen scheinen mir für eine Psychotherapeutin unrealistisch.
Gut gefallen hat mir der Einblick in die Welt des Cambridger Campus. Unter anderem werden die Bedeutung von Beddern oder Portern erklärt.
Teilweise liest sich dieser Thriller von Alex Michaelides spannend, wirkt aber oft konstruiert und abschweifend.
Aus dem Englischen von Kristina Lake-Zapp.

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Veröffentlicht am 23.06.2021

Gretchen in Berlin

Die Damen vom Pariser Platz
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Berlin, März 1926. Gretchen kommt nach Berlin, hat ihre langweilige Schreibstelle satt und bekommt eine der raren Tipp-Stellen. Ausgerechnet bei Isis, der Nilkönigin. Das ist nicht ihr Lebensziel, sie ...

Berlin, März 1926. Gretchen kommt nach Berlin, hat ihre langweilige Schreibstelle satt und bekommt eine der raren Tipp-Stellen. Ausgerechnet bei Isis, der Nilkönigin. Das ist nicht ihr Lebensziel, sie möchte gern alte Sprachen studieren. Zunächst aber darf sie in das aufregende Berliner Nachtleben hineinschnuppern.
Ein bisschen angepasstes Lokalkolorit, ein wenig Künstlermilieu, etwas Gesellschaftskritik und Liebe obendrauf - das wars fast schon. Kleine Schusselfehler inclusive. Den Figuren fehlt die Tiefe, sie sind klischeehaft. Gretchen ist arm, aber herzensgut, ... Einzig die Figur der Frieda wirkte ein wenig interessanter. Heiraten und sich als unterdrücktes Hausweibchen definieren will sie nicht. Sie wählt einen anderen Weg.
Nett zu Lesendes von Joan Weng.

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Veröffentlicht am 12.04.2021

Ehrenwerte Herren

Weiter Himmel
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Jackson Brody, Ex-Polizist und jetzt Privatdetektiv, übt seine eigeneGerechtigkeit aus. Der Leser erfährt viel über seine Kinder, seine Arbeit.
Auch viel erfährt man über den magischen Zirkel, dem unter ...

Jackson Brody, Ex-Polizist und jetzt Privatdetektiv, übt seine eigeneGerechtigkeit aus. Der Leser erfährt viel über seine Kinder, seine Arbeit.
Auch viel erfährt man über den magischen Zirkel, dem unter anderen Tommy, Andy und Steve angehören. Wohlhabend, erfolgreich, seriös. So scheint es. Aber sie und einige andere betreiben schmutzigste Geschäfte.
Sehr, sehr langsam nimmt die Geschichte Fahrt auf, Hintergründe werden offenbart. Irgendwie gerät Jackson in alte Ermittlungen zu einem Fall, der mit den Geschäftsleuten und der Ehefrau von einem von ihnen in Verbindung steht.
Kate Atkinson greift ein leider weit verbreitetes und scheinbar unausrottbares skrupelloses Geschäftsgebaren auf, zeigt, wie gewissenlose, sogenannte Ehrenmänner agieren. Die Opfer werden auch einbezogen. Das wird anschaulich beschrieben. Allerdings konnten die handelnden Personen mich nicht wirklich überzeugen, wirkten blutleer, sowohl die „Bösen“ als auch die Opfer oder die Polizisten (obwohl: die zwei DIs durften ein wenig Humor beisteuern). Jedoch: das Thema ist auf jeden Fall brisant.
Aus dem Englischen von Anette Grube, DuMont Buchverlag.

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