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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2021

Leider enttäuschend

Kalte Knochen
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Die Geschichte wird im Wechsel aus den Perspektiven von Mac und Lucie erzählt, die beide ein Geheimnis haben. Mac schreibt ein Buch über alte Legenden der Gegend und da sie nicht mit einem Computer umgehen ...

Die Geschichte wird im Wechsel aus den Perspektiven von Mac und Lucie erzählt, die beide ein Geheimnis haben. Mac schreibt ein Buch über alte Legenden der Gegend und da sie nicht mit einem Computer umgehen kann, tippt Lucie ihre handschriftlichen Notizen über die tragische Sage der Schwestern Bell und Elsbeth ab. Auszüge dieser Sage sind in kursiver Schrift zwischendurch eingefügt, allerdings fand ich sie diese Abschnitte im Laufe der Geschichte immer langweiliger statt spannender.
Leider waren mir die Protagonistinnen Mac noch Lucie nicht besonders sympathisch. Auch die anderen Charaktere konnten mich nicht überzeugen. Das Setting und die düstere Atmosphäre der Mühle und des alten Cottage haben mir aber gut gefallen und der Schreibstil von Sandra Ireland lässt sich leicht und flüssig lesen. Die Handlung plätschert lange Zeit vor sich hin, ohne dass etwas passiert. Später zieht die Spannung dann etwas an und es gibt durchaus einige gute Ansätze und man beginnt langsam Zusammenhänge zu erahnen, was mich auf Grusel und Spannung hoffen ließ, doch leider wird die Geschichte gegen Ende immer wirrer.

Fazit: Leider hat das Buch trotz guter Ansätze nicht gehalten, was Cover und Klappentext versprochen haben.

Veröffentlicht am 26.07.2021

Ein Roman über Vorurteile und Rassismus

Gute Nachbarn
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Inhalt: Als die Familie Whitmore in den beschaulichen kleinen Ort Oak Knoll in North Carolina zieht und ihren neugewonnenen Reichtum durch ein protziges neues Haus samt Pool und teurem, aber kahlem Garten ...

Inhalt: Als die Familie Whitmore in den beschaulichen kleinen Ort Oak Knoll in North Carolina zieht und ihren neugewonnenen Reichtum durch ein protziges neues Haus samt Pool und teurem, aber kahlem Garten zur Schau stellt, kommt das vor allem bei der schwarzen Nachbarin und Forstwirtschafterin Valerie Alston-Holt nicht gut an. Dann verlieben sich Valeries Sohn Xavier und Juniper, die Tochter der Whitmores ineinander, was schließlich zu einer Katastrophe führt…

Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus der Perspektive der (ich glaube ausschließlich weiblichen) Nachbarn erzählt, was mich zuerst etwas irritiert und mir auch nicht gefallen hat.
In der typischen amerikanischen kleinen Vorort-Siedlung à la Desperate Housewives, zieht eine weiße, zu Geld gekommene, Familie ein, für deren protzigen Neubau mitten in der Siedlung ein kleines Haus abgerissen wurde, sowie einige stattliche Laubbäume fallen mussten. Nach außen scheint die Familie perfekt zu sein, doch hinter der Fassade hat jeder seine Geheimnisse. Brad Whitmore ist der unsympathischste Charakter des Buches.
Ich persönlich war von Anfang an auf der Seite von Valerie, die die Natur und ihren Garten liebt und erleben muss, wie durch den Neubau ihre geliebte alte mächtige Eiche stirbt. Trotzdem fand ich ihre Reaktion darauf zu extrem.
Die beiden Teenager, Juniper und Xavier, verlieben sich schnell ineinander und möchten nach Möglichkeit nicht in den Streit der Eltern hineingezogen werden. Juniper hat vor einigen Jahren ein Keuschheitsgelübte abgelegt, was ihre Beziehung zusätzlich zu den verschiedenen Hautfarben noch erschwert.
Ganz langsam und mit vielen Rückblicken in die Vergangenheit der Charaktere - hauptsächlich der Erwachsenen - steuert die Geschichte auf eine große Tragödie zu, die ich nicht so erwartet hätte und die mich sehr erschüttert hat.
Die Grundidee des Buches gefiel mir gut, doch der Aufbau und Stil konnte mich nicht überzeugen. Leider zieht sich die Handlung auch ziemlich in die Länge. Erst gegen Ende kommt Spannung auf.

Fazit: „Gute Nachbarn“ ist ein Gesellschaftsroman, der die erschreckende Wahrheit über Vorurteile und Rassismus in Amerika offenbart, der aber auch viele Klischees beinhaltet.

Veröffentlicht am 06.07.2021

Wenig überzeugend

Besuch aus ferner Zeit
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Inhalt: Liv hat vor einigen Monaten, nur kurz vor dem errechneten Entbindungstermin, ihr ungeborenes Baby verloren. Als dann ihr Vater spurlos verschwindet, sucht sie in seinem alten Haus in Bristol nach ...

Inhalt: Liv hat vor einigen Monaten, nur kurz vor dem errechneten Entbindungstermin, ihr ungeborenes Baby verloren. Als dann ihr Vater spurlos verschwindet, sucht sie in seinem alten Haus in Bristol nach Spuren. Im Haus sieht es danach aus, als hätte ihr Vater nach etwas gesucht. Hat auch er, so wie Liv, nachts Frauenstimmen und das Weinen eines Babys gehört? Oder bildet Liv sich das in Ihrer Trauer nur ein?

Meine Meinung: Eine Spukgeschichte von Katherine Webb, erzählt auf zwei Zeitebenen - darauf hatte ich mich sehr gefreut, doch leider konnten mich beide Geschichten nicht ganz überzeugen.
Liv hat Schuldgefühle, weil sie in der großen Trauer um ihr totes Baby nicht auf die Anrufe ihres Vaters reagiert hat. Jetzt ist er spurlos verschwunden und die Polizei vermutet, dass er sich aufgrund seiner Depression selbst das Leben genommen hat. Liv will das nicht glauben und sucht verzweifelt nach ihm. Livs Trauer um ihr Baby und ihren Vater konnte ich gut nachempfinden.
Ihre Suche fand ich allerdings nicht besonders fesselnd und die nächtlichen Geräusche und mysteriösen Gestalten erzeugten bei mir leider keine Gänsehaut.
Die Geschichte in der Vergangenheit spielt in den Jahren 1831 und 1791. Sie ist etwas komplexer und interessanter, hat aber leider auch viel zu lange gebraucht, um Fahrt aufzunehmen. Vor allem der Mittelteil des Buches hat sich ziemlich gezogen. Erst im letzten Drittel, als auch die Perspektive wechselt, wird die Handlung spannender.
Bethia, die Protagonistin in der Vergangenheit, ist sehr unsympathisch. Sie ist gefühlskalt, böse und egozentrisch. Das wurde im Lauf der Geschichte immer deutlicher. Ellen (auch ein Charakter in der Vergangenheit) mochte ich zwar wesentlich lieber, aber ihre Beziehung zu einem Sklaven fand ich doch etwas unrealistisch und ihre Pläne ziemlich naiv, wenn man bedenkt zu welcher Zeit die Handlung spielt.

Fazit: Eine Geschichte um ein düsteres und sehr trauriges Geheimnis, das mich leider nicht fesseln konnte.

Veröffentlicht am 25.05.2021

Enttäuschend

Die Glasperlenmädchen
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Inhalt: 1875: Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg und dem Ende der Sklaverei lebt die 18 jährige Hattie immer noch auf der Plantage Gossett Grove. Ihre Mutter und ihre Geschwister dagegen sind vor vielen ...


Inhalt: 1875: Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg und dem Ende der Sklaverei lebt die 18 jährige Hattie immer noch auf der Plantage Gossett Grove. Ihre Mutter und ihre Geschwister dagegen sind vor vielen Jahren von einem skrupellosen Sklavenhändler verkauft worden. Als Hattie zufällig mitbekommt, dass Missy Lavinia, die Tochter des Plantagenbesitzers und Juneau Jane, deren Halbschwester und Tochter einer farbigen Mätresse, sich gemeinsam auf die Reise nach Texas machen, um den Vater zu finden, begleitet sie die beiden.
Hattie hofft, auf dieser Reise ihre verlorene Familie wiederzufinden. Ihr einziges Erkennungszeichen ist eine Kette mit drei blauen Glasperlen…
1987: Die Lehrerin Bernedetta Silva, genannt Benny, wechselt nach einer gescheiterten Beziehung zu einer Schule in Augustine, Luisiana. Ihre Schüler kommen alle aus der Unterschicht und es fällt Benny schwer, ihr Interesse für den Unterricht zu wecken. Vor allem die Neuntklässler machen es der neuen Lehrerin nicht leicht. Erst als Benny die Kinder nach ihren Vorfahren forschen lässt, kann sie deren Interesse wecken.

Meine Meinung: Wie erwartet wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen erzählt und beide beginnen wirklich vielversprechend.
Hatties Schicksal ist sehr berührend. Bereits als sechsjähriges Kind wurde sie von ihrer Mutter und allen Geschwistern getrennt. Dass diese Familien-Trennungen vor dem Bürgerkrieg an der Tagesordnung waren, wird in diesem Roman ganz deutlich. Ein Sklave war ein Besitz und hatte keine Rechte. Noch viele Jahre später suchten viele ehemalige Sklaven nach ihren Angehörigen.
Leider entwickelt sich Hatties Reise nach Texas aber schon bald als zähe und (für mich) emotionslose Abenteuergeschichte. Viele Kapitel enden mit Cliffhangern, die aber meistens im nächsten Kapitel kaum noch erwähnt werden.
Benny fand ich sofort sympathisch. Sie ist als Lehrerin sehr motiviert, steht aber ihrer neuen Klasse sehr hilflos gegenüber. Ganz langsam erkämpft sie sich den Respekt ihrer Schüler. Das hat mir gut gefallen, doch leider habe ich auch ihre Geschichte als immer langweiliger empfunden.
Zudem fand ich es schade, dass die Handlung in der Vergangenheit nur für ganz kurze Zeit auf der Plantage spielt, denn Gossett Grove ist ein wichtiges Verbindungsglied der beiden Geschichten.

Fazit: Meine hohen Erwartungen konnte das Buch leider nicht erfüllen. Ich habe mich mit jeder weiteren gelesenen Seite mehr gelangweilt.

Veröffentlicht am 09.03.2021

Ich hatte mehr erwartet

Mordsand
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Inhalt: Auf der kleinen Insel Bargsand inmitten der Unterelbe entdeckt ein junges Paar den Schädel eines Skeletts, der am Strand aus dem Sand herausragt. Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn von der Mordkommission ...

Inhalt: Auf der kleinen Insel Bargsand inmitten der Unterelbe entdeckt ein junges Paar den Schädel eines Skeletts, der am Strand aus dem Sand herausragt. Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn von der Mordkommission Itzehoe werden hinzugezogen. Schnell stellt sich heraus, dass der männliche Tote schon vor etwa dreißig Jahren dort vergraben wurde - mit gefesselten Händen und Füßen. Nur kurze Zeit später wird auf einer anderen Elbinsel eine Leiche gefunden. Bis zum Rumpf im Sand eingegraben und gefesselt wie das Opfer von Bargsand. Handelt es sich um denselben Täter…?

Meine Meinung: „Mordsand“ ist bereits der vierte Fall für Frida und Bjarne, zwei sehr sympathische Protagonisten. Besonders Bjarne mag ich sehr. Ich kannte bisher nur den ersten Fall „Totenweg“, der mir sehr gut gefallen hat. Beim Lesen wurde mir bewusst, dass ich (da ich Teil 2 und 3 nicht kenne) einiges aus dem Privatleben der Ermittler verpasst habe, denn gerade der private Bereich nimmt in den Büchern viel Raum ein. Deshalb würde ich empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten. Trotzdem ist das Buch natürlich auch als Einzelband zu lesen, denn der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen.
Das Rätsel um die zwei Mordfälle im Abstand von 30 Jahren gestaltet sich bis zum Ende sehr rätselhaft und wenig vorhersehbar, trotzdem vermisste ich die Spannung und die Handlung konnte mich nicht durchweg fesseln. Auch fand ich nicht alle Handlungen logisch und authentisch.
In Rückblicken erzählt die Autorin von äußerst erschreckenden und berührenden Ereignissen in einem Jugendwerkhof in der ehemaligen DDR in den 80er Jahren. Als Leser ahnt man schnell, dass es einen Zusammenhang mit den Morden geben muss, wird aber am Schluss trotzdem überrascht.
Sehr gut gefallen hat mir der flüssige Schreibstil und die bildlichen und schönen Beschreibungen der Elblandschaft.

Fazit: Ein unterhaltsamer und unblutiger Kriminalroman, der mich leider nicht völlig überzeugen konnte.

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