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Veröffentlicht am 20.08.2021

Die Isdalfrau

Das letzte Bild
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Die Schriftstellerin Eva entdeckt eines Morgens in der Zeitung das Bild einer Frau , die ihrer Mutter zum Verwechseln ähnlich sieht.Es handelt sich um eine Frau, die 1970 in Norwegen tot aufgefunden wurde ...

Die Schriftstellerin Eva entdeckt eines Morgens in der Zeitung das Bild einer Frau , die ihrer Mutter zum Verwechseln ähnlich sieht.Es handelt sich um eine Frau, die 1970 in Norwegen tot aufgefunden wurde und deren Identität nie geklärt werden konnte. Als sie ihre Mutter damit konfrontiert, tut diese die Sache ganz lapidar ab, Eva jedoch merkt, dass sie etwas verbirgt. Ihr Spürsinn ist geweckt ,sie beginnt zu recherchieren und findet heraus, dass es sich um ihre Tante handelte, die vor vielen Jahren verschwundene Zwillingsschwester ihrer Mutter. Eva reist nach Norwegen und versucht Licht ins Dunkel zu bringen. Nach und nach kommen unglaubliche Geschehnisse ans Tageslicht.

Das Buch wird abwechselnd in der Gegenwart und in der Vergangenheit, im Leben von Margarete, Evas Tante, erzählt.
Geschickt vermischt die Autorin Fiktion und Wirklichkeit und enthüllt eine Geschichte von unglaublicher Tragweite. Neben mehreren miteinander verwobenen Familiengeschichten, geht es auch um die dunkle Vergangenheit zur Zeit der Naziherrschaft. Ich habe schon verschiedene Bücher gelesen, welche sich mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, jedoch war noch keines darunter, in welchem die Rolle Norwegens zu dieser Zeit thematisiert wurde.
Man merkt dem Buch die außerordentlich gute Recherche Arbeit sehr deutlich an. Die im Anhang aufgeführten Erläuterungen untermauern diese Tatsache noch einmal.
Obwohl es an einigen Stellen etwas zähflüssig war,hat mich das Buch begeistert.

Fazit:
Eine absolute Empfehlung für Leser mit geschichtlichen Interesse.

Veröffentlicht am 23.07.2021

Zwei Frauen - zwei Schicksale

Wir für uns
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Inhalt:
Josie ist mit Anfang 40 schwanger von ihrem Geliebten,der verheiratet ist und bereits zwei Kinder hat. Er drängt Josie zur Abtreibung,doch was will sie?Kathi hat gerade nach fast 50 Jahren Ehe ...

Inhalt:
Josie ist mit Anfang 40 schwanger von ihrem Geliebten,der verheiratet ist und bereits zwei Kinder hat. Er drängt Josie zur Abtreibung,doch was will sie?Kathi hat gerade nach fast 50 Jahren Ehe ihren Mann verloren. Durch einen Zufall treffen die beiden Frauen auf einander und ganz langsam entwickelt sich zwischen ihnen eine Freundschaft. Neben diesem Kernthema gibt es noch einige andere Probleme. Kathis Sohn hat sich gerade von seiner Frau getrennt, den Grund dafür kann Kathi nur sehr schwer akzeptieren.Josie hat ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter und außerdem gibt es in ihrer Familie das Geheimnis um Babette, ihre früh verstorbene Schwester. Dann gibt es noch Melanie, allein erziehende Mutter von zwei Kindern, von denen eines das Down-Syndrom hat. Die beiden Frauen lernen sich per Zufall kennen und werden nach und nach Freundinnen.

Auf eine unaufgeregte,dennoch emotionale Weise berichtet die Autorin über die verschiedenen Schicksale und Zusammenhänge.
Zu Anfang habe ich über Josie manchmal den Kopf geschüttelt und gedacht, wie kann eine Frau in dem Alter noch so naiv sein und sich durch einen Mann über mehrere Jahre in die zweite Reihe stellen lassen, immer die Hoffnung im Hinterkopf, dass er sich doch irgendwann von seiner Frau trennt. Im Verlauf der Geschichte wurde sie mir jedoch zunehmend sympathischer, weil sie es geschafft hat, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich nach und nach von der Meinung anderer Leute befreit.
Kathi ist eigentlich eine Frau, die zupackt und sich nicht unterkriegen lässt. Allerdings ist sie,was ihre Meinung betrifft, oft sehr stur und festgefahren.
Beide Frauen profitieren im Verlauf der Geschichte voneinander und so kommt es zu einer Entwicklung, die für beide viele Vorteile bringt.
Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen, sie war emotional und hatte auch einen gewissen Tiefgang.

Veröffentlicht am 21.07.2021

Mehr Familiendrama als Krimi

Unter dem Sturm
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Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Mord, der in dem kleinen schwedischen Dorf Marbäck im Jahr 1994 passiert. Eine junge Frau wurde in einem völlig abgebrannten Haus gefunden, der Täter schnell dingfest ...

Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Mord, der in dem kleinen schwedischen Dorf Marbäck im Jahr 1994 passiert. Eine junge Frau wurde in einem völlig abgebrannten Haus gefunden, der Täter schnell dingfest gemacht und verurteilt, obwohl er seine Unschuld immer beteuerte. Für die Polizei und auch die Menschen in der Umgebung schien es aber von Anfang an festzustehen, dass Edvard Christensson,der mit Lovisa befreundet war,der Täter ist.
Lediglich sein 7jähriger Neffe Isak und der junge Polizist Vidar zweifeln an seiner Schuld.Für Isak bricht die Welt ein Stückchen zusammen, hat er doch seinen Onkel sehr verehrt. Er fragt sich ob er auch etwas Böses in sich trägt.
Die Geschichte wechselt dann ins Jahr 2004, in dem sich Vidar und Isak erneut begegnen,bei beiden sind die Zweifel nicht beseitigt.
Dann ein weiterer Zeitsprung ins Jahr 2017,Isak ist verschwunden und Vidar,der inzwischen nicht mehr als Polizist arbeitet,begibt sich auf die Suche und versucht gleichzeitig zu ergründen,was damals in der Novembernacht wirklich geschah.

Der Autor nimmt sich sehr viel Zeit, die Geschichte zu erzählen. Er zeichnet ein genaues Bild der Gesellschaft und betrachtet den Umgang der Menschen untereinander. Seine Personenbeschreibungen sind so gut, dass man ein genaues Bild vor Augen hat. Ebenso wird eine düstere Atmosphäre vermittelt, wie man sie in vielen Schweden Krimis findet. Obwohl sich eine gewisse Grundspannung durch das gesamte Buch zog,gab es immer wieder einige Längen ,die das Lesen erschwerten.
Zum Schluss nahm das Buch dann noch einmal richtig Fahrt auf und es kam zu einer teilweise unerwarteten Wendung.

Fazit:

Das Buch ist für Leser, die einen actionreichen Krimi erwarten,nicht geeignet. Wenn man jedoch gerne etwas in die Tiefe geht und die psychologischen Aspekte zu schätzen weiß, ist man mit diesem Buch gut bedient. Allerdings würde ich es eher als Familiendrama, denn als Krimi einordnen.

Veröffentlicht am 18.07.2021

Die dunkle Seite von Berlin

Berlin 1922 - Crime Mysteries
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Berlin 1922 – eine Stadt zwischen Vergnügen und Verbrechen. Der knorrige Kommissar Gunther Hartmann und seine aufstrebende Assistentin Rosalie Menzel sind beauftragt, eine Reihe geheimnisvoller Kriminalfälle ...

Berlin 1922 – eine Stadt zwischen Vergnügen und Verbrechen. Der knorrige Kommissar Gunther Hartmann und seine aufstrebende Assistentin Rosalie Menzel sind beauftragt, eine Reihe geheimnisvoller Kriminalfälle aufzuklären. Folgen Sie Hartmann und Menzel in die mondäne Welt des Stummfilms, in elegante Stadtvillen und ins verrufene Scheunenviertel. Tauchen Sie ein in 11 spannende, reich illustrierte Geschichten mit viel Zeitkolorit und werden Sie selbst zum Ermittler: Finden Sie Antworten auf eine Reihe tatrelevanter Fragen und kommen Sie dem Täter auf die Schliche! Unabdingbar sind eine gute Kombinationsgabe, logisches Denken und akribische Detektivarbeit

Meine Meinung:

Die Autorin vermittelt auf eine unterhaltsame und spannende Weise einen Einblick in die Ermittlungstätigkeit in früherer Zeit. Kommissar Hartmann und die ihm zur Seite gestellte Kriminalassistentin Menzel sind ein ungewöhnliches Paar,was mir sehr sympathisch war.

Nach einer anfänglich etwas schwierigen Eingewöhnungsphase, haben Sie als Team gut zusammen gearbeitet und mit Logik und Scharfsinn die verschiedenen Fälle gelöst. Was den Roman zu etwas Besonderem machte, waren die verschiedenen Bilder aus der damaligen Zeit, die jede Geschichte auf spezielle Weise abrundeten.

Zu jedem Fall gab es 2-3 Fragen ,deren Beantwortung mir allerdings nur zum Teil gelungen ist.Diese neue Herangehensweise hat mir jedoch sehr gut gefallen.

Fazit:

Das Buch hat mir spannende und informative Unterhaltung beschert, gerne empfehle ich es weiter.

Veröffentlicht am 15.07.2021

Original oder Fälschung

Fälschung à la Provence
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Inhalt übernommen:

Eigentlich lebt Dorfgendarm Pascal Chevrier in der Provence, weil er die regionale Küche und das ruhige, pittoreske Leben schätzt. Doch die Idylle findet ein jähes Ende, als im Picasso-Schloss ...

Inhalt übernommen:

Eigentlich lebt Dorfgendarm Pascal Chevrier in der Provence, weil er die regionale Küche und das ruhige, pittoreske Leben schätzt. Doch die Idylle findet ein jähes Ende, als im Picasso-Schloss eine junge Kunsthistorikerin ermordet aufgefunden wird. In exklusiven Kreisen sucht Chevrier nach Hinweisen und trifft auf exzentrische Kunstsammler und Galeristen, die alle mehr oder weniger verdächtig wirken. Aber nicht nur der verzwickte Fall in der spätsommerlichen Hitze des Luberon treibt ihm den Schweiß auf die Stirn. Audrey von der Police nationale, für die er mehr als kollegiale Gefühle hegt, macht alles noch viel komplizierter ...

Meine Meinung:

Als im Picasso Schloß eine junge Kunsthistorikerin ermordet wird, sind Pascal und seine Kollegin Audrey im Einsatz. Je tiefer sie in die Kunstszene eintauchen, umso mehr kriminelle Machenschaften kommen zu Tage und dadurch finden sie immer mehr Leute, die ein Tatmotiv haben. Als eine weitere Leiche auftaucht, spitzen sich die Ereignisse zu. Letztendlich hilft dem Kommissar sein guter Instinkt bei der Aufklärung.

Neben der Krimihandlung nimmt sich der Autor auch Zeit, dem Leser die schöne Landschaft, das gute Essen und Trinken, kurz gesagt die französische Lebensart etwas näher zu bringen. Mir hat der gelungene Mix aus diesen Themen ebenso gut gefallen, wie die Einblicke in das Privatleben der Ermittler.

Gerne würde ich mich von neuen Fällen mit diesem sympathischen Kommissar unterhalten lassen.

Eine kleine Anmerkung hätte ich noch. Mir hätte es gut gefallen, wenn es für die vielen französischen Begriffe eine Übersetzung gegeben hätte.