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julia-elysia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.08.2021

Ein spannender Thriller, der gut durchdacht ist und zum Miträtseln anregt!

Die Nacht – Wirst du morgen noch leben?
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Da ich den ersten Band "Das Spiel" nicht gelesen habe, fiel es mir erst einmal schwer, die Beziehung zwischen der Europol-Ermittlerin Inga Björk und dem (Ex-)Polizisten Christian Brand nachzuempfinden ...

Da ich den ersten Band "Das Spiel" nicht gelesen habe, fiel es mir erst einmal schwer, die Beziehung zwischen der Europol-Ermittlerin Inga Björk und dem (Ex-)Polizisten Christian Brand nachzuempfinden oder zumindest zu verstehen. Doch dies legte sich nach einer Weile, als auch einige Momente aus der Vergangenheit erklärt wurden.

Der Roman spielt mit vielen verschiedenen Erzählperspektiven, die je Kapitel wechseln und auch nie zu viel verraten, so dass sie die Leserinnen an der richtigen Stelle oft mit einer Art Cliffhanger und einigen Fragen zurücklassen. Durch und durch rätselt und grübelt man als Leserin mit und versucht selbst, die Zusammenhänge zu ergründen.

Zu Beginn steht das Ermittlerinnenduo eher weniger im Vordergrund. Man hat das Gefühl, dass eher die anderen Charaktere die Geschichte vorantreiben und erzählen, doch das stört nicht das Handlungsgeschehen. Im Gegenteil - die Spannung wird dadurch nur noch mehr erhöht!

Jan Beck führt mit seiner Erzählstrategie die Leser
innen oft in die Irre, sprich, man glaubt zunächst zu wissen, wer der Täter/die Täterin ist, doch dann wird man immer wieder eines Besseren belehrt oder überrascht.

Ingesamt ist das ein super Thriller, dem es nicht an Spannung und Thrill fehlt. Man konnte ihn kaum noch aus der Hand legen und flog nur so durch die Seiten. Aus diesem Grund gebe ich dem Buch klare 5 Sterne!

Veröffentlicht am 04.08.2021

Fesselnder und tiefgründiger als Band 1!

Free like the Wind
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kann Spoiler enthalten


Eigentlich hatte ich nicht vorgehabt, den zweiten Teil der Dilogie zu lesen, weil ich Cayden im ersten Band unfassbar unsympathisch fand. Eine Freundin hat mir jedoch dieses Buch ...

kann Spoiler enthalten


Eigentlich hatte ich nicht vorgehabt, den zweiten Teil der Dilogie zu lesen, weil ich Cayden im ersten Band unfassbar unsympathisch fand. Eine Freundin hat mir jedoch dieses Buch ausgeliehen und da habe ich es gelesen, und ehrlich - ich bin begeistert.

Caydens Charakter ist natürlich nicht positiver, aber irgendwie fand ich ihn hier sympathischer und charismatischer. Auch wenn seine Alkoholsucht und seine Worte und Fehltritte nicht besonders gut und nett waren, so fand ich seine Kommentare manchmal ziemlich witzig.

Das Konzept der verstorbenen Zwillingsschwester und des tyrannischen Vaters ist kein neues. Ich habe in einigen Rezensionen gelesen, dass es viele gestört hat, dass die Leiden bzw. die Vergangenheit der Protagonist*innen erst zum Ende offenbart wurden. Mich hat das jedoch nicht gestört - wahrscheinlich auch deswegen, weil ich diesen "Plottwist" geahnt habe.

Auch wenn das Handlungsgeschehen ruhig voranging und es am Anfang noch ein "Hin und Her"-Spiel zwischen Cay und Rae war, fand ich, dass es zu der Geschichte gepasst und sich etwas an Band 1 angelehnt hat. Mir sind die beiden sogar noch weitaus mehr ans Herz gewachsen als Jax und Haven.

Der Schreibstil war wieder leicht verständlich, aber auch passend zu Cays und Raes Charakter. Die Umgebung wurde wieder szenerisch und eindrucksvoll beschrieben, so dass man klare Bilder von der Landschaft und dem Nationalpark vor Augen hatte.

In dem Buch werden nicht nur die Themen wie Verlust, Schuld und Reue behandelt, sondern auch der Drang und Wunsch nach Selbstfindung und Selbstbestimmtheit. Auf vielen verschiedenen Ebenen konnte ich mich damit identifizieren (wenn auch nicht anhand der direkten Beispiele und Inhalte). Ich glaube, deswegen hat mir das Buch auch so sehr gefallen und aus diesem Grund gebe ich dem zweiten Band 5 Sterne.

Veröffentlicht am 29.07.2021

Wichtige Leselektüre!

Im Westen nichts Neues
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Ich habe das Buch sowohl in der neunten Klasse als auch in der Universität im vierten Semester gelesen (ich studiere Germanistik/Geschichte). Beide Male wurde mir vor Augen geführt, wie wichtig dieses ...

Ich habe das Buch sowohl in der neunten Klasse als auch in der Universität im vierten Semester gelesen (ich studiere Germanistik/Geschichte). Beide Male wurde mir vor Augen geführt, wie wichtig dieses Buch ist und wie wichtig es auch ist, sich mit diesem auseinanderzusetzen.

Es handelt sich nicht um eine biografische Erzählung, jedoch um eine Erzählung, die repräsentativ für die Erlebnisse der Soldaten im Ersten Weltkrieg stehen kann. Als Leser erhält man einen Eindruck, wie sich die Soldaten an der Front gefühlt haben, wie sie damit umgegangen sind, dass sie keinen persönlichen Bezug mehr zu den Gegnern hatten, und wie sie damit umgegangen sind, als sie dem Gegner erstmals von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen und realisieren, dass sie genauso Menschen sind wie sie selbst.

Verluste, Umgang mit Entfremdung (vor allem in der eigenen Heimat und auch in Bezug auf die Gegner) und der Kampf ums Überleben sind zentrale Themen des Romans.

Der Protagonist Paul steht nicht für ein einziges Individuum, sondern für viele Soldaten im Ersten Weltkrieg, die gemeinsam diese Erfahrungen gemacht, gelitten und ihre Seelen und ihre Leben geopfert haben.

Selbst, nachdem ich den Roman zum zweiten Mal gelesen habe, kann ich sagen, dass es für mich immer noch ein 5-Sterne-Buch ist.

Veröffentlicht am 29.07.2021

What if we Drown (Band 1)

What if we Drown
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Normalerweise lese ich nicht gerne Bücher aus dem NA-Bereich, da ich immer etwas die Sorge habe, dass die Geschichten klischeehaft sind, aber dieses Buch konnte mich vollends überzeugen. Sarah Sprinz hat ...

Normalerweise lese ich nicht gerne Bücher aus dem NA-Bereich, da ich immer etwas die Sorge habe, dass die Geschichten klischeehaft sind, aber dieses Buch konnte mich vollends überzeugen. Sarah Sprinz hat mit ihrem Schreibstil und den Beschreibungen der Landschaften und des Uni-Lebens einen wundervollen Auftakt erschaffen, so dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Neben Romantik gab es auch Spannung, denn Laurie will unbedingt herausfinden, was mit ihrem Bruder geschehen ist, und unglücklicherweise hat ausgerechnet der Mann etwas damit zu tun, in den sie sich verliebt.

Die Geschichte hat ihre Höhen und Tiefen. Man fiebert mit Laurie mit und kann ihre Gedanken und Handlungen vollkommen nachvollziehen. Auch die Nebencharaktere bekommen eine eigene Hintergrundgeschichte und werden dadurch lebendiger und bekommen mehr Bedeutung, was nicht zuletzt Lust auf mehr macht, wenn man weiß, dass einige der Charaktere in den zwei nachfolgenden Bänden zur Geltung kommen.

Sarah Sprinz hat mich vor allem mit der Beschreibung der kanadischen Landschaft verzaubert. Außerdem waren die Schilderungen des Unilebens authentisch und glaubwürdig, was verständlich ist, wenn man weiß, dass die Autorin selbst Medizin studiert. Ein Pluspunkt gibt es von mir, weil sie oft auf Grey's Anatomy hingewiesen hat, was die Protagonistinnen mehrfach als Späße gesagt haben, allerdings auch darauf verwiesen haben, dass das Ärztinnen-Leben in der Realität anders aussieht.

Zwischendrin gab es einige Rückblicke zu Austins und Lauries Leben. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie sehr zufällig gesetzt waren und nicht wirklich eine tiefergehende Bedeutung hatten. Das Ende ging mir auch etwas zu schnell und die Versöhnung zwischen Laurie und Sam war mir auch etwas zu weit hergegriffen bzw. hat irgendwie etwas die Tiefe gefehlt.

Trotz der Kritikpunkte gebe ich dem ersten Band 5 Sterne.

Veröffentlicht am 29.07.2021

Ein spannender Auftakt einer neuen Krimi-Reihe!

Hundstage für Beck
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Zuallererst muss ich sagen, dass ich Charaktere liebe, die moralisch verwerfliche Taten begehen, obwohl sie sich in Positionen befinden, in denen sie diese lieber nicht tun sollten - so wie Nick Beck, ...

Zuallererst muss ich sagen, dass ich Charaktere liebe, die moralisch verwerfliche Taten begehen, obwohl sie sich in Positionen befinden, in denen sie diese lieber nicht tun sollten - so wie Nick Beck, ein Polizist, der eine Leiche verschwinden lässt, weil er denkt, dass er die Frau selbst getötet hat.

Der erste Band der neuen norddeutschen Krimi-Reihe "Beck" hat einen fesselnden Schreibstil und eine interessante Erzählstrategie, denn es wird nicht nur aus der Sicht der Protagonistinnen Nick und Cleo geschrieben, sondern auch aus der der vermeintlichen Täterinnen.

Nick ist ein gebrochener alkoholabhängiger Polizist, der sich nach dem Todesfall seiner Kollegin und Liebschaft in eine ländliche Region versetzen lassen hat, in der er als "Dorfbulle" bekannt ist und eher weniger ernst und wahrgenommen wird.

Er zettelt Streitigkeiten mit Bikern an, die seinen heißgeliebten Wagen demolieren und die er dafür nicht einmal festnimmt, da diese ihn im Vollsuf erwischt haben. Er fährt sturzbetrunken eine Landstraße entlang und überfährt dabei versehentlich eine Leiche, von der er denkt, dass er sie selbst getötet hat, und lässt diese dann verschwinden, ehe er herausfindet, dass jemand anderes sie umgebracht hat.

Cleo Torner wird wegen ihrer Schwangerschaft vom Drogendezernat in ein Dezernat für Vermisstenanzeigen versetzt. Ihre Verlobung mit Chris läuft nur semi-gut. Die geplante Hochzeit ist eher eine Bürde als eine Freude, und auch dass sie schwanger ist, begeistert sie immer weniger.

Nick und Cleo arbeiten nur durch Zufall zusammen. Während Cleo sich später an die Mordkommission ranhängt, obwohl sie nicht einmal bei dieser arbeitet, versucht Nick die Tat auf Alleingang aufzuklären - nebenbei immer mit Cleos Unterstützung, die dabei die Rolle seiner besseren Hälfte und des Moralapostels spielt.

Man merkt, dass die beiden irgendetwas miteinander verbindet und dass sie sich aufeinander verlassen können. Eine Liebesgeschichte entwickelt sich nicht, doch das braucht der Roman auch gar nicht. Die beiden funktionieren auch so als Team wunderbar.

Während Nick versucht, den Fall zu lösen und seine Tat dabei zu vertuschen, spielen sich an der Tankstelle, wo er wohnt, noch weitere Probleme und Ungereimtheiten ab, die er versucht, zu beheben. Auch der Streit mit den Bikern entpuppt sich als noch größere Sache. Generell merkt man, dass Nick versucht, ein besserer Mensch und Cop zu werden, doch das Schicksal hat oft andere Dinge mit ihm vor.

Das Ende konnte man ab einem gewissen Punkt teilweise erahnen, doch letztendlich hat es mich auf jeden Fall überrascht. Nicks Tat ist immer noch geheim, doch bekommt man bereits einen Hinweis, dass Cleo das irgendwann wahrscheinlich erfahren wird - vielleicht im zweiten Band.

Der Epilog hat auch noch einmal für einen Höhepunkt gesorgt, indem nämlich Becks Erzfeind, der Elbripper, vorgestellt und seine Sicht beschrieben wurde. Generell fehlt es dem Roman nicht an Spannung. Auch fiebert und rätselt man ununterbrochen mit, nicht zuletzt dadurch, weil man überlegt, ob Nicks Tat nun herauskommt oder nicht.

Aus diesem Grund gebe ich dem Buch 5 Sterne. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil!