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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.09.2021

Nicht ganz überzeugend

Die Karte
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"Die Karte" von Andreas Winkelmann ist der vierte Band der Reihe um Kerner und Oswald. Es ist aber kein Problem, es als eigenständiges Buch zu lesen, dabei bleiben lediglich die Beziehungen der Ermittler ...

"Die Karte" von Andreas Winkelmann ist der vierte Band der Reihe um Kerner und Oswald. Es ist aber kein Problem, es als eigenständiges Buch zu lesen, dabei bleiben lediglich die Beziehungen der Ermittler untereinander etwas oberflächiger.
Im Fokus eines Serienmörders befinden sich hier junge Joggerinnen, ihnen gemeinsam ist die Nutzung einer Fitness-App, die unter anderem auch die Laufstrecken im Internet veröffentlicht. Diese Verbindung soll für Sicherheit sorgen, aber tut sie das wirklich?
Jens Kerner und Rebecca Oswald sind sehr sympathische Ermittler und mir gefällt es sehr, wie sich hier ihr Verhältnis zueinander entwickelt.
Der Schreibstil des Autors ist spannend, wie ich es von ihm gewohnt bin und trotzdem bin ich mit diesem Fall nicht richtig zurecht gekommen. Durch die verschiedenen Handlungsstränge passte für mich die Auflösung nicht ganz. Da hatte ich wohl andere Erwartungen an diesen Thriller.
Grundsolide, aber kein neues Meisterstück.

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Veröffentlicht am 24.08.2021

Neuanfang mit Hindernissen

Der Himmel ist hier weiter als anderswo
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"Der Himmel ist hier weiter als anderswo" von Valerie Pauling ist ein Familienroman mit einer Liebesgeschichte.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Fee, eine Mutter von vier Kindern und Geigerin in einem ...

"Der Himmel ist hier weiter als anderswo" von Valerie Pauling ist ein Familienroman mit einer Liebesgeschichte.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Fee, eine Mutter von vier Kindern und Geigerin in einem Orchester. Als ihr geliebter Mann stirbt, steht sie grade auf der Bühne und danach verändert sich ihr Leben total.
Sie kann nicht mehr spielen, sie kann nicht in der gemeinsamen Wohnung bleiben, weil ihr wegen Eigenbedarf gekündigt wird und sie von zu vielen Erinnerungen geplagt.
Also wagt sie einen kompletten Neuanfang. Sie kauft einen alten Gasthof im Alten Land und renoviert so, dass sie mit den Kindern dort einziehen kann.
Für jedes der Kinder ist es eine ganz eigene Erfahrung mit der neuen Situation zurechtzukommen und Fee selber hat es auch nicht leicht heimisch zu werden. Einige der auf sie zukommenden Probleme waren ihr unbekannt und hat sie unterschätzt.
Sehr gut haben mir die Geschichten der Kinder gefallen, die sehr eigen und vielfältig waren, wobei sich hier schon übertrieben viele Probleme auftaten.
Was mir an dem Buch so richtig gut gefallen hat, war die sehr ruhige, gemächliche Erzählweise und die Bilder der wundervollen Landschaft, die hier geschaffen werden. Man konnte den alten Gasthof mit seinem Steg davor und die vielen Obstbäume, die Radwege auf den Deichen fast vor sich sehen. Eine sehr schöne Atmosphäre wird hier erschaffen.
Die Handlung selber war für mich trotz einigem Hin und Her einfach zu vorhersehbar. Eine nette Geschichte für die Urlaubslektüre.

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Veröffentlicht am 08.08.2021

Laut und schrill

Berlin Heat
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"Berlin Heat" von Johannes Groschupf ist ein schnelles Buch, ein lautes Buch, ein hartes Buch. Berlin, Corona läßt die erste Atempause und die Partyszene läuft wieder an, jeder will schnell Geld verdienen ...

"Berlin Heat" von Johannes Groschupf ist ein schnelles Buch, ein lautes Buch, ein hartes Buch. Berlin, Corona läßt die erste Atempause und die Partyszene läuft wieder an, jeder will schnell Geld verdienen und es auch ausgeben, an Spieltischen, für Drogen und Mädchen.
Tom Lohoff ist mitten drin, er vermietet Wohnungen an Berlintouristen und besorgt auch sonst, was diese so begehren. Nebenbei ist er spielsüchtig und hat Schulden bei einem Kredithai, der bei der Eintreibung nicht zimperlich ist.
Lohoff tut für Geld fast alles, beklaut seinen Kumpel und Mitbewohner, bettelt seinen Vater an und vermietet eine seiner Wohnungen dann dummerweise an den Falschen. Ein entführter Politiker der rechten Szene wird in der Wohnung gefangen gehalten und seine "Befreiung" dann spektakulär aufgezogen. Verlierer dabei wieder Lohoff.
So ganz warm wurde ich mit dem Protagonisten nicht, da er einige ziemlich dumme und unreife Entscheidungen trifft. Gefallen hat mir hier die Darstellung von Berlin, man kann es fast hören und spüren, wenn Tom hier durch die Tage und Nächte hetzt, immer auf der Jagd oder Flucht. Tempo ist in diesem Thriller auf jeden Fall vorhanden und alles läuft auf ein Showdown hinaus, dass echt filmreif ist.

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Veröffentlicht am 04.08.2021

Kein Anschluss mehr

Systemfehler
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"Systemfehler" von Wolf Harlander ist nun schon das zweite Buch des Autors nach "42 Grad", welches ich gelesen habe. Wieder steht ein Szenario im Mittelpunkt, dass erschreckend echt und absolut vorstellbar ...

"Systemfehler" von Wolf Harlander ist nun schon das zweite Buch des Autors nach "42 Grad", welches ich gelesen habe. Wieder steht ein Szenario im Mittelpunkt, dass erschreckend echt und absolut vorstellbar wirkt, das furchterregend ist.
Diesmal ist es nicht das Wasser, was uns ausgeht, sondern das Internet, die Vernetzung der Daten, die Kommunikation mit weitreichenden Folgen.
Im Mittelpunkt der Handlung befinden sich Daniel, ein Spieleentwickler im PC-Bereich mit seiner Familie und auch Nelson, ein neuer Mitarbeiter im BND. Durch das begleiten dieser Leute wird das ganze Geschehen etwas persönlicher dargestellt. Daniel gerät in den Verdacht mitschuldig an der Katastrophe zu sein und Nelson arbeitet an der Aufklärung des Falles. Im Buch selber wechseln sich die Orte des Geschehens und die Erzählperspektiven ständig und schnell ab. Das hält die Spannung hoch, was und wo als nächstes geschieht.
Es wird knallhart aufgezeigt, wie abhängig wir von der Vernetzung geworden sind und wie viele Bereiche unseres Lebens davon betroffen sind, von der medizinischen Versorgung über die Lieferketten bis hin zum Flug-und Bahnverkehr. Die Szenarien werden immer härter und auch die Menschen selbst immer aggressiver und weniger hilfsbereit.
Gestört hat mich, dass viele Charaktere fremd blieben und unnötige Erzählstränge eingebaut wurden, die keinen Abschluß fanden. Auch waren viele Handlungen nicht unbedingt logisch und nachvollziehbar aufgebaut. Spannend und lesenswert fand ich es aber allemal.

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Veröffentlicht am 26.07.2021

Emotionale Trauerbewältigung

Betreff: Falls ich sterbe
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"Betreff: Falls ich sterbe" von Carolina Setterwall ist ein zum Teil autobiografischer und zum Teil auch fiktionaler Roman. Das Buch beginnt mit dieser Mail "Betreff : Falls ich sterbe", in der ihr Lebensgefährte ...

"Betreff: Falls ich sterbe" von Carolina Setterwall ist ein zum Teil autobiografischer und zum Teil auch fiktionaler Roman. Das Buch beginnt mit dieser Mail "Betreff : Falls ich sterbe", in der ihr Lebensgefährte Aksel ihr alle Paßwörter und wichtigen Dokumente sendet. Carolina fühlt sich grad überfordert mit ihrem Baby Ivan und vergißt sie nach anfänglichem Erschrecken bald. Bis Aksel dann plötzlich stirbt.
Hier berichtet Carolina in zeitlich zwei gegenläufigen Erzählsträngen von ihrem Kennenlernen und Leben mit Aksel und von seinem Tod und den Tagen und Wochen danach.
Dieses Erzählen fühlt sich unglaublich echt und lebensnah an, sie berichtet von vielen glücklichen und unbeschwerten Momenten, Momenten reinen Glücks. Aber sie berichtet auch davon, wie sie die treibende Kraft in dieser Beziehung war, ihn mit manchen Entscheidungen unter Druck gesetzt hat, ihm Stress gemacht hat. Es ist sehr emotional geschrieben, fast wie ein Tagebuch, wo sie ihre geheimsten Gedanken festhält und auch nichts beschönigt. Durch diese große Offenheit entsteht nicht nur Sympathie zur Protagonistin, da man ja auch alle negativen Gedanken schonungslos mitgeteilt bekommt.
Der Alltag einer jungen Mutter mit einem kleinen Kind steht hier ebenso im Mittelpunkt, wie die Schwierigkeit eine ehrliche Beziehung zu führen und vor allem die Trauerbewältigung. Der Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen und diese schwierige Zeit danach, es ist sehr wichtig, dass darüber auch geschrieben wird
Das letzte Drittel des Buches geht dann um das weiterleben von Carolina mit ihrem Kind und dem Versuch ihren eigenen Platz im Leben wieder zu finden. Dieser Teil war für mich viel zu lang und ich konnte viele Gedanken der Protagonistin nicht nachvollziehen, die so viel Hilfe und Liebe bekam und sich irgendwie nur beschwerte und auch den Umgang mit ihrem Kind fand ich teilweise sehr schwierig.

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