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Veröffentlicht am 11.09.2021

Welch ein beeindruckendes Buch

Arab
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Der Autor Tim Mackintosh-Smith lebt im Jemen. Er wickelt das arabische Leben so akribisch auf, dass auch jene dem Werk gut folgen können, die sich bis dato nicht so intensiv für die „Araber“ interessierte. ...

Der Autor Tim Mackintosh-Smith lebt im Jemen. Er wickelt das arabische Leben so akribisch auf, dass auch jene dem Werk gut folgen können, die sich bis dato nicht so intensiv für die „Araber“ interessierte. Ein wenig Kenntnis der Materie sollte man allerdings mitbringen. Herr Mackintosh-Smith beginnt seine Erzählung im 9. Jahrhundert vor Christi und endet beim Bestreben der jungen Leute, einen „arabischen Frühling“ ins Leben zu rufen. Es endet also im Jetzt. War es anfangs die Sprache und somit auch der Koran, welcher die unterschiedlichen Ansichten der arabischen Herrscher einte, so ließt diese Einheit sehr bald nach. Kaum ein Volk war derart zerstritten, wie dieses.

Ja, es ist ein dickes Buch mit immerhin 686 Seiten und zu wertvoll, als dass es „überflogen“ wird. Daher nahm ich mir viel Zeit zum Lesen und es lohnte sich. Niemals zuvor wurde mir so präzise vermittelt, was die „Araber“ ausmacht. Aber auch viele Gemeinsamkeiten mit Juden und Christen lernte ich kennen. Eigentlich unvorstellbar, dass jüdische und palästinensische Bewohner sich derart bekriegen. Der biblische Sam ist der Urvater von Semiten und Arabern. Ob die Kontrahenten das nicht wissen?

Mohammed schrieb den Koran und hoffte darauf, dass seine Glaubensbrüder mit einer Stimme sprechen. Dabei gibt es immerhin 50 Dialekte. Spannend fand ich auch dies:
Allein für die Vokabel Kamel gibt es 1000 Synonyme. Wenn ich mir diese Zahl vergegenwärtige bin ich beeindruckt. Wie lebendig und bildhaft muss diese Sprache doch sein. Und nicht nur das war erstaunlich. Ich wusste nicht, dass es bereits im 4. Jahrtausend vor Christus bereits Bewässerungsanlagen gab. Also, die Araber waren ihrer Zeit weit voraus.

Das, was für viele von uns heute TV und Social Media ist, das war für die Araber ihre Dichtkunst. Auch das zeugt von bildhafter Sprache und Phantasie. Sehr schön fand ich die Erklärung der „Schöpfung von Pferden“. Gott nahm es selbst in die Hand, diese edlen Geschöpfe zu formen. Bis heute gibt es viele Besitzer, die ihre Tiere als Partner ansehen.

Ich hoffe sehr, dass ich nicht zu viel verriet, Ihnen aber das Lesen dieses wertvollen Buches schmackhaft machen konnte. Es ist so wertvoll und hilft, die Araber (noch) besser zu verstehen. Viele von ihnen sind doch auch nur die Spielbälle ihrer Herrscher.

Im Nachwort schreibt der Autor noch einmal seine Überlegungen zu den Arabern der heutigen Zeit und welche Gedanken ihm beim Schreiben kamen. Im Anhang gibt es eine ausführliche Zeittafel mit sämtlichen relevanten Ereignissen in der arabischen Welt. Darauf folgen etliche Seiten mit Anmerkungen zu Fußnoten. In der Bibliographie kann der Leser schnell bestimmte Begriffe finden und sie dann rasch im Buch finden und ihre Bedeutung nachlesen.

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Veröffentlicht am 30.08.2021

Ein ernstes Thema mit einer Prise Humor umgesetzt

Mitgift
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„Mitgift“, so lautet der Titel des neuen Romans von Henning Ahrens. Es ist ein Gang durch die Jahrzehnte und dem Leben einer Familie, die nach „Traditionen“ lebt. Oberhaupt ist jeweils ein Wilhelm, der ...

„Mitgift“, so lautet der Titel des neuen Romans von Henning Ahrens. Es ist ein Gang durch die Jahrzehnte und dem Leben einer Familie, die nach „Traditionen“ lebt. Oberhaupt ist jeweils ein Wilhelm, der mit strenger Hand Frau und Kinder zur Arbeit auf dem Hof antreibt. Sowohl Erster als auch Zweiter Weltkrieg spielen eine Rolle. Aber auch dem 18. Jahrhundert und dem Leben damals wird ein Kapitel gewidmet. Das Heute liegt im Jahr 1962 und hier beginnt auch der Roman, der von vielen Rückblicken geprägt ist.

Die Familie Leeb wohnt in Klein Ilsede bei Peine. Es ist ein Dorf, wo jeder jeden kennt und auch geschaut wird, dass der Nachbar nichts Schlechtes über einen erzählen kann. Man trifft sich in der Dorfkneipe und hier werden Wiederaufbau und Politik Deutschlands intensiv und mit vielen Doppelkörnern unterlegt, besprochen. Selbst ernste Themen, wie etwa die Rohheit und Strenge von Vätern und Ehemännern, werden von Herrn Ahrens mit Humor erzählt. Dabei vergisst er allerdings nicht, die Gefühle der Betroffenen so klar zu beschreiben, dass mir als Leser zuweilen die Tränen in den Augen standen.

Die Sprache ist gehoben und viele Adjektive erlauben es, dass Leser sich Häuser und Orte ohne viel Phantasie vorstellen können. Ich las den Roman sehr gerne und empfehle in daher ohne Einwände. Es ist eine gute Zusammenfassung eines bäuerlichen Lebens, wie es dies heute nur noch selten gibt.

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Veröffentlicht am 23.08.2021

Ein Lesehighlight und ein ganz besonderes Buch

Wir für uns
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Kathi und Josie sind die Hauptpersonen im Roman „Wir für uns“. Ein segensreicher Zufall führt sie zusammen und sie verstehen sich auf Anhieb. Obwohl sie etwa 30 Jahre trennen, spüren sie, dass sie in der ...

Kathi und Josie sind die Hauptpersonen im Roman „Wir für uns“. Ein segensreicher Zufall führt sie zusammen und sie verstehen sich auf Anhieb. Obwohl sie etwa 30 Jahre trennen, spüren sie, dass sie in der momentanen Situation eine Stütze für das Gegenüber sein können. Kathi trauert um ihren Mann, mit dem sie nahezu 50 Jahre verheiratet war. Josie steht vor der Frage: abtreiben oder als Alleinerziehende durchs Leben gehen? Kathis Geschichte wird von einer dritten Person und Josies von ihr selbst erzählt. Der Leser begleitet die beide Frauen über einen Zeitraum von etwa 11 Monaten und es geschieht sehr viel.

Josie ist bereits über 40 und sorgt sich um ihr Baby. Ist es nicht zu gefährlich, in diesem Alter noch ein Kind zu entbinden? Was wäre, wenn es behindert ist? Wie lebt es sich als Alleinerziehende und wird der Erzeuger ihr Unterhalt zahlen? Diese Sorgen treiben Josie um und es gibt viele Überlegungen, die nachvollziehbar sind. Am Ende des Buches schreibt die Autorin, wie sie beim Schreiben damit umging und welche Gedanken sie sich dabei machte. Das merkte ich beim Lesen und sage ihr, dass sie ihre Intension perfekt realisierte.

Kathi hat ganz andere Sorgen. Ihr großer Sohn ist ihr fremd geworden und sie fragt sich, was in der Erziehung falsch lief. Sie denkt auch viel an ihren verstorbenen Mann und es wird klar, dass in der Ehe nicht alles perfekt vonstattenging. Aber, so war es früher, die Menschen rauften sich zusammen. Trennung kam nicht infrage. Allerdings denke ich, dass Kathi doch einige ihrer Schritte im Nachhinein bereut.

Nur das Heute zählt und dann auch nur das, was einem selbst gut tut. Nicht zu viel nach den Anderen schauen und sich nur nach deren Meinung richten. Das nehme ich aus dem Buch mit in den Alltag. Aber auch die Gedanken zur Pränataldiagnostik werden mich noch eine Weile begleiten.

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Veröffentlicht am 23.08.2021

Sehr guter historischer Roman

Das Spiel der Ketzerin
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Nur einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass Alida ihrem Mörder entkommen kann. Dabei handelt es sich keineswegs um Schurken sondern es sind Ritter des Deutschordens, die ihr nach dem Leben trachten. ...

Nur einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass Alida ihrem Mörder entkommen kann. Dabei handelt es sich keineswegs um Schurken sondern es sind Ritter des Deutschordens, die ihr nach dem Leben trachten. Alida flüchtet nach Coellen und dort sucht sie Schutz bei einem jüdischen Kaufmann. Der nimmt sie mit auf eine weite Reise zu ihrem Vater. Dort erhofft sie sich Antworten auf Fragen und den Sieg gegen die brutalen Ritter.

Alle Romane von Manuela Schörghofer las ich bisher und dieses gefiel mir am besten. Die Autorin zeigt in einem Verzeichnis der Personen genau, welche Figuren damals lebten und welche Menschen ihrer Phantasie entsprangen. Auch für die hier verwandten Namen gibt es Erläuterungen. Dazu dient das Verzeichnis, welches die alten und neuen Bezeichnungen von Orten und Flüssen gegenüberstellt. Der Weg Alidas lässt sich so wunderbar nachverfolgen.

Alle Personen zeigen sich glaubhaft und der Zeit entsprechend. Die Charaktere sind mit viel Fingerspitzengefühl ausgearbeitet und der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz. Sicher, eine Liebesgeschichte darf auch hier nicht fehlen. Die nimmt aber keinen übermäßigen Raum ein und ist absolut nicht kitschig. Ja, das war ein Roman so ganz nach meinem Geschmack und hat das Adjektiv „historisch“ auf jeden Fall verdient.

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Veröffentlicht am 16.08.2021

Gut konstruierte Krimikost

Todeswelle
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Der junge Mann heißt Bastian Gundlach und arbeitet freiberuflich für eine Firma, bei der auch Emmas Freund tätig ist. Und dann bekommt sie den Auftrag, diesen Mann zu beschatten. Das ist eine ihrer leichtesten ...

Der junge Mann heißt Bastian Gundlach und arbeitet freiberuflich für eine Firma, bei der auch Emmas Freund tätig ist. Und dann bekommt sie den Auftrag, diesen Mann zu beschatten. Das ist eine ihrer leichtesten Übungen, so scheint es zunächst. Bastian verhält sich absolut nicht auffallend und der Auftraggeber Emmas zieht sie rasch ab. Das wiederum wundert Emma, sie vergisst es aber bald. Bis sie einige Wochen später die Nachricht erhält, dass Bastian Gundlach gemeinsam mit einer jungen Frau tot am Strand liegt. Emma beginnt sich zu erinnern und ein neuer Fall fordert ihren kriminalistischen Spürsinn.

„Todeswelle“ ist bereits der sechste Band mit Ermittlerin Emma Klar. Für mich war es das erste Buch von dieser Autorin und das minderte keineswegs den Lesespaß. Es ist nicht wichtig, die vorherigen Bücher der „Ostsee-Krimis“ zu kennen. Das Buch ließ sich gut lesen, da es ohne viel drumherum auskam und sich auf das Wesentliche konzentrierte. Viele Ansatzpunkte für die Ermittler gab es und auch die Verdächtigen wechselten immer mal wieder. Mir gefiel gut, dass die privaten Befindlichkeiten der Beamten hier kaum eine Rolle spielten.

Die Spannung blieb gleichbleibend hoch und es ist wohl der Vielzahl von gelesenen Büchern geschuldet, dass mir der Täter recht bald klar war. Aber wie die Ermittler dann zum Ziel kamen und wie sie ihn überführten, das war ausgeklügelt und sehr realistisch konstruiert. Es war zwar mein erster aber mit Sicherheit nicht mein letzter Krimi von Katharina Peters.

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