Untreue ist keine Second-Chance-Romance
Kiss the Right BrideWorum geht’s?
Als Konditorin kann June ihre Leidenschaft für Romantik und Torten perfekt in die Hochzeitsagentur, die sie gemeinsam mit ihren Freundinnen betreibt, investieren. Die Hochzeit der Tochter ...
Worum geht’s?
Als Konditorin kann June ihre Leidenschaft für Romantik und Torten perfekt in die Hochzeitsagentur, die sie gemeinsam mit ihren Freundinnen betreibt, investieren. Die Hochzeit der Tochter des zukünftigen Bürgermeisters verspricht, ihrer Karriere den entscheidenden Schub zu verpassen – wäre da nicht der Bräutigam, der June vor Jahren das Herz gebrochen hat und es trotzdem noch immer zum Stolpern bringen kann.
Meine Meinung
Second-Chance-Romance hat in meinen Augen definitiv das Potenzial, berührende Liebesgeschichten hervorzubringen. In den Fällen, in denen das Ende der ersten Beziehung nicht auf Gewalt, Untreue oder ähnlichen Gründen basiert, lese ich diesen Trope daher auch wirklich gerne, hier wurde ich jedoch ehrlicherweise schon recht früh einfach nur unglaublich enttäuscht beim Lesen.
Schreibstil und Figuren waren ehrlicherweise bereits zu Beginn des Buches nicht mein Fall, da die Geschichte aber nicht allzu lang war, wollte ich trotzdem wenigstens bis zum Ende durchhalten. Gelohnt hat sich das für mich rückblickend leider nicht, dafür waren meine Kritikpunkte einfach zu zahlreich.
Am offensichtlichsten gestört hat mich definitiv der Aspekt der Untreue, der mich persönlich einfach überhaupt nicht anspricht. Die Umsetzung war darüber hinaus allerdings auch nur wenig durchdacht und kam mir eher hingeschmiert vor, was insbesondere in der fast schon lieblosen Figurengestaltung zum Ausdruck kam. Schon die Beziehung zwischen Ryder und seiner Verlobten kam mir nur wenig authentisch vor, weshalb ich eher den Eindruck hatte, dass nach einem fadenscheinigen Grund gesucht wurde, um die Beziehung zwischen ihm und June wiederaufleben lassen zu können.
Das Knistern zwischen den beiden fand ich beim Lesen jedoch auch nur wenig authentisch, da sich abgesehen von zahlreichen Lügengeschichten und knisternden Szenen eigentlich kaum etwas entwickelt hat, von dem ich behaupten würde, das es eine realistische Chance auf eine Beziehung gehabt hätte. Weder Ryder, noch June reflektieren wirklich, was da eigentlich gerade passiert und kommen so leider nicht an einen Punkt, an dem ich noch irgendein Fünkchen Sympathie für einen der beiden hätte hegen können.
Insgesamt hat mir dieser Auftaktband daher nicht nur das Leseerlebnis ziemlich vermiest, sondern die gesamte Reihe gleich mit. Untreue mit dem Anspruch auf Second-Chance-Romance in Verbindung zu bringen, finde ich persönlich unangebracht und in diesem speziellen Fall darüber hinaus auch einfach nicht angenehm zu lesen.
Fazit
Für mich war dieses Buch definitiv ein absoluter Fehlgriff, was nicht nur an dem mir absolut verhassten Cheating-Trope, sondern auch an den platten Figuren und dem für mich einfach nicht angenehm zu lesenden Schreibstil lag. Die weiteren Bände der Reihe werde ich mir daher definitiv nicht mehr antun, denn hier haben ich leider eindeutig meine Lebens- und Lesezeit verschwendet.
Dafür gibt es (aus Ermangelung an Alternativen) einen Bücherstapel.