Profilbild von Flyspy

Flyspy

Lesejury Star
offline

Flyspy ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Flyspy über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2021

Eine herzerwärmende Geschichte

Schmittmanns Weihnachten
0

Schmittmann ist es sich bequem gemacht in seinem Eigenbrötlerdasein. Und dann wird sein Leben kurz vor Weihnachten auf den Kopf gestellt.
Die kurze Geschichte für „Zwischendurch“ kommt passend zur Weihnachtszeit ...

Schmittmann ist es sich bequem gemacht in seinem Eigenbrötlerdasein. Und dann wird sein Leben kurz vor Weihnachten auf den Kopf gestellt.
Die kurze Geschichte für „Zwischendurch“ kommt passend zur Weihnachtszeit und kann als ein Plädoyer für mehr Nächstenliebe verstanden werden. Unterschiedliche Kulturen treffen aufeinander, unerwarteter Weise wohnen sie dann sogar zusammen. Und verstehen sich besser als zuvor gedacht. Wenn dann noch wenigstens ein Teil der Familie wieder zusammenfindet, sich mit Respekt und Toleranz begegnet, dann wird dies wahrscheinlich eines der schönsten Weihnachtsfeste, die Schmittmann jemals erlebt hat. Nette Geschichte, zum Vorlesen, Miteinanderlesen und Selbstlesen und zum Verschenken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.12.2021

Konsumverhalten überdenken

Magische Welt der Dinge (1) Antons geheime Reise mit Paul Pulli
0

Alexandra Wagner erzählt in Form einer Supermann-Story, wie ein Pulli hergestellt wird und welche Auswirkungen mit der Produktion verbunden sind.
Eine schöne Idee, Kindern die Auswirkungen unseres Konsums ...

Alexandra Wagner erzählt in Form einer Supermann-Story, wie ein Pulli hergestellt wird und welche Auswirkungen mit der Produktion verbunden sind.
Eine schöne Idee, Kindern die Auswirkungen unseres Konsums auf Menschen und Umwelt mittels einer Geschichte zu vermitteln. Die rückwärts erzählte Reise vom fertigen Lieblingspullover bis zurück zum Baumwollanbau wird durch zahlreiche Zeichnungen in Schwarzweiß illustriert. Die Zeichnungen sind gelungen, farbig wären sie für Kinder ab 8 Jahren, an die sich das Buch richtet, sicher noch anschaulicher.
Es ist zwar eine Supermann-Geschichte, aber nicht super spannend geschrieben. Sprachlich jedoch ist das Buch gut geschrieben, in Kapitel mit einer passenden Leselänge für das Alter eingeteilt und auch der Schriftsatz ist einfach lesbar.
Mich hat beim (Mit-)Lesen die Erzählweise „zurück zum Beginn“ gestört, dadurch wurde die Geschichte etwas unübersichtlich und hatte einigen Erklärungsbedarf zur Folge. Ich würde das Buch nicht zum Alleine-Lesen empfehlen.
Es werden einige globale Zusammenhänge erklärt, was sicher zum Nachdenken anregt und das Buch durchaus lesenswert macht. Eine wichtige Botschaft, die den Kindern hier ohne erhobenen Zeigefinger vermittelt wird. Und sich auch mancher Erwachsener zu Herzen nehmen könnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2021

Eine kurze, nette Geschichte

Auf dem Mond ist alles gut
0

Die Hose kratzt und Lina ist sauer. Sie will ausziehen, am liebsten auf den Mond. Ihr Bruder Paul baut eine Rakete und los geht das kleine Abenteuer.
Das Erlebnis der beiden Kinder wirkt authentisch, aus ...

Die Hose kratzt und Lina ist sauer. Sie will ausziehen, am liebsten auf den Mond. Ihr Bruder Paul baut eine Rakete und los geht das kleine Abenteuer.
Das Erlebnis der beiden Kinder wirkt authentisch, aus dem Leben gegriffen. So können sich Kinder wirklich fühlen. Es sind nicht immer die großen Ereignisse, die zu einem Abenteuer werden können. Und mit Vorstellungskraft lassen sich fantastische Erfahrungen machen.
Die Geschichte ist in einfachen, überwiegend kurzen Sätzen geschrieben. Erstleser werden damit gut zurechtkommen. Am Ende des Buches befindet sich noch ein kleines Rätsel (könnte auch ein kleiner Test sein, ob das Buch konzentriert gelesen wurde) und eine Bastelanleitung für eine kleine Rakete. Nette Idee.
Das Cover ist farblich ansprechend, passt mit dem dunklen Blau gut zu einer Reise zum Mond. Die hübschen schwarz-weiß-Illustrationen, teils ganzseitig, zeigen einen eigenen Stil, vereinfacht, aber dennoch mit ausreichender Detailgenauigkeit.
Ich finde die Geschichte mit 46 Seiten (die restlichen Seiten sind Rätsel und Bastelanleitung) sehr kurz, meine Patentochter, die sechs Jahre alt wird, will schon jetzt lieber längere Geschichten vorgelesen bekommen. Für mein Empfinden ist dies auch eine „Einmal-Lese-Geschichte“. Einmal lesen und dann das Buch weiterverschenken. Meine Bewertung: 3,5 Sterne, auf 4 Sterne aufgerundet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.08.2021

Milieustudie Harlems

Harlem Shuffle
0

Colson Whitehead entführt uns nach Harlem, in das Leben des Möbelladenbesitzers Ray Carney: Durch seine Augen entfaltet sich das soziale Gefüge Harlems mit all seinen Sehnsüchten und Hoffnungen der sechziger, ...

Colson Whitehead entführt uns nach Harlem, in das Leben des Möbelladenbesitzers Ray Carney: Durch seine Augen entfaltet sich das soziale Gefüge Harlems mit all seinen Sehnsüchten und Hoffnungen der sechziger, aber auch mit all seinen Problemen und Abgründen. Harlem als Ort im damaligen Zeitgefüge wurde sehr gut und lebendig beschrieben, die sozialen Ungerechtigkeiten springen einen direkt an.


Ray ist im Grunde genommen ein bodenständiger Familienvater, der versucht Fuß in der Gesellschaft zu fassen und sich hochzuarbeiten. Sein Cousin verwickelt ihn immer wieder in krumme Dinger hinein und Ray nimmt den Profit daraus auch gerne mit. Doch er ist kein waschechter Gangster. In einer Welt voller Grauzonen verschieben sich oft die Grenzen der Legalität. In diesem Spannungsfeld zwischen Gut und Böse, zwischen Manhattan und Harlem, zwischen arm und reich bewegt sich Ray. Man fragt sich automatisch, wie weit man selbst gehen würde.

Ein Großteil der Handlung spielt sich in Rückblenden ab und das ist ein Manko des Romans. Viele Protagonisten treten auf, deren Vorgeschichte wird erzählt. Familiären Verbindungen werden beschrieben, historische Gegebenheiten werden analysiert. Es bedarf einer gewissen Konzentration beim Lesen, will man den Überblick nicht verlieren. Viel passiert im originären Sinn nicht. Vielleicht eine wunderbare Milieustudie mit viel Lokalkolorit, wenn man so will, aber kein wirklich spannender oder temporeicher Roman.

Von mir gibt es 3,5 Sterne, da ich den Roman trotz seiner Längen als lesenswert erachte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2021

Die Zukunft ist näher, als vermutet.

Dürre
0

Der Klimawandel konnte nicht aufgehalten werden. Ein Dürresommer nach dem anderen führt zu Engpässen in der Versorgung und zu drakonischen Maßnahmen, um die Menschen dazu zu bringen, den eigenen CO2-Verbrauch ...

Der Klimawandel konnte nicht aufgehalten werden. Ein Dürresommer nach dem anderen führt zu Engpässen in der Versorgung und zu drakonischen Maßnahmen, um die Menschen dazu zu bringen, den eigenen CO2-Verbrauch einzuschränken. Die Geschwister Julian und Leni werden in kriminelle Machenschaften hineingezogen und geben vermeintlich gute Bauernopfer ab, während skrupellose Betrüger versuchen, das System zu unterwandern und den eigenen Profit zu maximieren. Eine Zukunft, so wie wir sie nicht erleben möchten.

Uwe Lauf skizziert in diesem Thriller gekonnt ein interessantes, sowie gleichermaßen beängstigendes und durchaus mögliches Bild von einer nahen Zukunft, in dem Landwirtschaft verstaatlich wird. Regierungen wissen sich nicht mehr anders zu helfen, um die Klimaziele zu erreichen und die Bevölkerung ernähren zu können und greifen daher zu Mitteln der absoluten Kontrolle, unterstützt von moderner Technik. Aber auch in diesem Wirtschaftssystem ergeben sich Möglichkeiten zum Betrug und wo Technik eingesetzt wird, sind Hacker auch nicht weit.

Die Hauptprotagonisten, durchaus sympathisch, kommen mir gelegentlich etwas zu blauäugig vor, insbesondere bei Leni ist dies auch ihrer Jugend zuzuschreiben. Julian dagegen müsste schon etwas reifer sein und die Folgen seiner Handlungen mehr abschätzen können. Nur dann würde der Plot so nicht funktionieren, wie erdacht. Die übrigen Charaktere sind vielschichtig, auch in den Bösewichten steckt irgendwie ein Stückchen Gutes, nur dass sich dies nicht gleich und nicht für jedermann erschließt.

Insgesamt liest sich das Buch flüssig und interessant, ich habe es in 2 Tagen ausgelesen. Der Schluss kam mir dann doch etwas zu kurz ausgeführt vor, auch wenn die wesentlichen Fragen beantwortet wurden. Interessant ist auch noch das Nachwort. Das Thema „Urban Mining“ hatte ich zuvor noch nicht so richtig verinnerlicht, obwohl es grundsätzlich ja heute schon Bestandteil des Recycling-Prozesses ist, wenn auch noch nicht so fortgeschritten, wie im Buch beschrieben.

Eine Lektüre, die ich gerne empfehle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere