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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2022

Vergnüglich

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Nachbar
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Schon das angenehm zurückhaltend gestaltete Cover lässt an einen englischen Krimi denken. Judith Potts, eine clevere alte Dame mit eigenem Kopf, wird Zeuge eines Mordes, den die Polizei mangels ausreichender ...

Schon das angenehm zurückhaltend gestaltete Cover lässt an einen englischen Krimi denken. Judith Potts, eine clevere alte Dame mit eigenem Kopf, wird Zeuge eines Mordes, den die Polizei mangels ausreichender Spuren nicht weiterverfolgt. So ermittelt sie zunächst alleine, findet schließlich (mehr oder weniger freiwillige) Unterstützung – der „Marlow Murder Club“ ist geboren.

Das Buch liest sich einfach gut und besticht durch lebendige Beschreibungen. Die Protagonisten haben ihren ganz eigenen Charakter mit der einen oder anderen „Macke“, die durchaus liebenswert sind. Natürlich dürfen auch die unsympathischen Akteure in der Geschichte nicht fehlen. Die ein oder andere Figur, wie beispielsweise die Polizistin, wird auch mal überzeichnet, das stört etwas. Ein unterhaltsamer Krimi, den ich jedoch nicht unbedingt als typisch englisch einordnen würde, die geheimnisvolle bis düstere Atmosphäre, das Hintergründige fehlt hier. Dennoch bleibt es durchaus spannend und die Handlung ist komplex genug, dass man die Lust am Lesen behält - wenn man den Krimi nicht zu ernst nimmt und sich einfach eine Weile unterhalten lassen möchte.

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Veröffentlicht am 12.12.2021

Eine herzerwärmende Geschichte

Schmittmanns Weihnachten
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Schmittmann ist es sich bequem gemacht in seinem Eigenbrötlerdasein. Und dann wird sein Leben kurz vor Weihnachten auf den Kopf gestellt.
Die kurze Geschichte für „Zwischendurch“ kommt passend zur Weihnachtszeit ...

Schmittmann ist es sich bequem gemacht in seinem Eigenbrötlerdasein. Und dann wird sein Leben kurz vor Weihnachten auf den Kopf gestellt.
Die kurze Geschichte für „Zwischendurch“ kommt passend zur Weihnachtszeit und kann als ein Plädoyer für mehr Nächstenliebe verstanden werden. Unterschiedliche Kulturen treffen aufeinander, unerwarteter Weise wohnen sie dann sogar zusammen. Und verstehen sich besser als zuvor gedacht. Wenn dann noch wenigstens ein Teil der Familie wieder zusammenfindet, sich mit Respekt und Toleranz begegnet, dann wird dies wahrscheinlich eines der schönsten Weihnachtsfeste, die Schmittmann jemals erlebt hat. Nette Geschichte, zum Vorlesen, Miteinanderlesen und Selbstlesen und zum Verschenken.

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Veröffentlicht am 01.12.2021

Konsumverhalten überdenken

Magische Welt der Dinge (1) Antons geheime Reise mit Paul Pulli
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Alexandra Wagner erzählt in Form einer Supermann-Story, wie ein Pulli hergestellt wird und welche Auswirkungen mit der Produktion verbunden sind.
Eine schöne Idee, Kindern die Auswirkungen unseres Konsums ...

Alexandra Wagner erzählt in Form einer Supermann-Story, wie ein Pulli hergestellt wird und welche Auswirkungen mit der Produktion verbunden sind.
Eine schöne Idee, Kindern die Auswirkungen unseres Konsums auf Menschen und Umwelt mittels einer Geschichte zu vermitteln. Die rückwärts erzählte Reise vom fertigen Lieblingspullover bis zurück zum Baumwollanbau wird durch zahlreiche Zeichnungen in Schwarzweiß illustriert. Die Zeichnungen sind gelungen, farbig wären sie für Kinder ab 8 Jahren, an die sich das Buch richtet, sicher noch anschaulicher.
Es ist zwar eine Supermann-Geschichte, aber nicht super spannend geschrieben. Sprachlich jedoch ist das Buch gut geschrieben, in Kapitel mit einer passenden Leselänge für das Alter eingeteilt und auch der Schriftsatz ist einfach lesbar.
Mich hat beim (Mit-)Lesen die Erzählweise „zurück zum Beginn“ gestört, dadurch wurde die Geschichte etwas unübersichtlich und hatte einigen Erklärungsbedarf zur Folge. Ich würde das Buch nicht zum Alleine-Lesen empfehlen.
Es werden einige globale Zusammenhänge erklärt, was sicher zum Nachdenken anregt und das Buch durchaus lesenswert macht. Eine wichtige Botschaft, die den Kindern hier ohne erhobenen Zeigefinger vermittelt wird. Und sich auch mancher Erwachsener zu Herzen nehmen könnte.

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Veröffentlicht am 05.09.2021

Eine kurze, nette Geschichte

Auf dem Mond ist alles gut
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Die Hose kratzt und Lina ist sauer. Sie will ausziehen, am liebsten auf den Mond. Ihr Bruder Paul baut eine Rakete und los geht das kleine Abenteuer.
Das Erlebnis der beiden Kinder wirkt authentisch, aus ...

Die Hose kratzt und Lina ist sauer. Sie will ausziehen, am liebsten auf den Mond. Ihr Bruder Paul baut eine Rakete und los geht das kleine Abenteuer.
Das Erlebnis der beiden Kinder wirkt authentisch, aus dem Leben gegriffen. So können sich Kinder wirklich fühlen. Es sind nicht immer die großen Ereignisse, die zu einem Abenteuer werden können. Und mit Vorstellungskraft lassen sich fantastische Erfahrungen machen.
Die Geschichte ist in einfachen, überwiegend kurzen Sätzen geschrieben. Erstleser werden damit gut zurechtkommen. Am Ende des Buches befindet sich noch ein kleines Rätsel (könnte auch ein kleiner Test sein, ob das Buch konzentriert gelesen wurde) und eine Bastelanleitung für eine kleine Rakete. Nette Idee.
Das Cover ist farblich ansprechend, passt mit dem dunklen Blau gut zu einer Reise zum Mond. Die hübschen schwarz-weiß-Illustrationen, teils ganzseitig, zeigen einen eigenen Stil, vereinfacht, aber dennoch mit ausreichender Detailgenauigkeit.
Ich finde die Geschichte mit 46 Seiten (die restlichen Seiten sind Rätsel und Bastelanleitung) sehr kurz, meine Patentochter, die sechs Jahre alt wird, will schon jetzt lieber längere Geschichten vorgelesen bekommen. Für mein Empfinden ist dies auch eine „Einmal-Lese-Geschichte“. Einmal lesen und dann das Buch weiterverschenken. Meine Bewertung: 3,5 Sterne, auf 4 Sterne aufgerundet.

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Veröffentlicht am 29.08.2021

Milieustudie Harlems

Harlem Shuffle
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Colson Whitehead entführt uns nach Harlem, in das Leben des Möbelladenbesitzers Ray Carney: Durch seine Augen entfaltet sich das soziale Gefüge Harlems mit all seinen Sehnsüchten und Hoffnungen der sechziger, ...

Colson Whitehead entführt uns nach Harlem, in das Leben des Möbelladenbesitzers Ray Carney: Durch seine Augen entfaltet sich das soziale Gefüge Harlems mit all seinen Sehnsüchten und Hoffnungen der sechziger, aber auch mit all seinen Problemen und Abgründen. Harlem als Ort im damaligen Zeitgefüge wurde sehr gut und lebendig beschrieben, die sozialen Ungerechtigkeiten springen einen direkt an.


Ray ist im Grunde genommen ein bodenständiger Familienvater, der versucht Fuß in der Gesellschaft zu fassen und sich hochzuarbeiten. Sein Cousin verwickelt ihn immer wieder in krumme Dinger hinein und Ray nimmt den Profit daraus auch gerne mit. Doch er ist kein waschechter Gangster. In einer Welt voller Grauzonen verschieben sich oft die Grenzen der Legalität. In diesem Spannungsfeld zwischen Gut und Böse, zwischen Manhattan und Harlem, zwischen arm und reich bewegt sich Ray. Man fragt sich automatisch, wie weit man selbst gehen würde.

Ein Großteil der Handlung spielt sich in Rückblenden ab und das ist ein Manko des Romans. Viele Protagonisten treten auf, deren Vorgeschichte wird erzählt. Familiären Verbindungen werden beschrieben, historische Gegebenheiten werden analysiert. Es bedarf einer gewissen Konzentration beim Lesen, will man den Überblick nicht verlieren. Viel passiert im originären Sinn nicht. Vielleicht eine wunderbare Milieustudie mit viel Lokalkolorit, wenn man so will, aber kein wirklich spannender oder temporeicher Roman.

Von mir gibt es 3,5 Sterne, da ich den Roman trotz seiner Längen als lesenswert erachte.

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