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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2021

Verschwundene Mädchen

DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest
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Die Lehrerin Margot Lewis schreibt nebenbei für eine Ratgeber-Kolumne namens "Dear Amy". Als eines Tages ein Mädchen aus ihrer Klasse verschwindet, ist sie extrem beunruhigt. Kurz darauf erhält sie einen ...

Die Lehrerin Margot Lewis schreibt nebenbei für eine Ratgeber-Kolumne namens "Dear Amy". Als eines Tages ein Mädchen aus ihrer Klasse verschwindet, ist sie extrem beunruhigt. Kurz darauf erhält sie einen Brief von einem vor Jahren verschwundenen Mädchen, deren Fall stark an das Verschwinden ihrer Schülerin erinnert.
Doch ist der Brief des Mädchens echt? & warum schickt das Mädchen Margot den Brief?

Die Geschichte wird aus mehreren Blickwinkeln beschrieben. Hin und wieder sind die Erzählenden die verschwundenen Mädchen, selten der Entführer, der Großteil wird jedoch aus Margots Sicht geschrieben. So erzählt die Leser*in einen allumfassenden Einblick in die momentanen Gefühlslagen oder sogar in die Vergangenheit der Charaktere.

Die Charaktere sind nicht unbedingt rund beschrieben, sondern tauchen lediglich mit dem Kopf an die Wasseroberfläche, was für die Geschichte aber vollkommen ausreichend ist.

Der Schreibstil hat mir wahnsinnig gut gefallen. Er plätscherte nur so dahin, hielt sich nicht mit unnötigen Füllwörtern auf und ließ es zu, dass ich mich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren konnte.

Die Spannung war nicht nonstop auf dem Höhepunkt und ließ manches Mal auch auf sich warten, jedoch reichte es für mich aus, um den Thriller in einem Rutsch zu lesen. Solide Geschichte, die hier und da ein paar Spannungsmomente misste, aber dennoch einen Twist am Ende bereithielt.

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Veröffentlicht am 03.10.2021

Treuetesterin

Believe Me - Spiel Dein Spiel. Ich spiel es besser.
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Claire versucht sich mit einem ganz besonderen Nebenjob ihr Schauspielstudium zu finanzieren: Sie ist Treuetesterin & flirtet für Geld mit verheirateten Männer. Ist sie sonst jedes Mal erfolgreich, so ...

Claire versucht sich mit einem ganz besonderen Nebenjob ihr Schauspielstudium zu finanzieren: Sie ist Treuetesterin & flirtet für Geld mit verheirateten Männer. Ist sie sonst jedes Mal erfolgreich, so scheint sie bei Patrick Fogler zunächst auf Granit zu beißen. Doch irgendetwas ist dieses Mal anders: Die Ehefrau scheint nicht nur misstrauisch zu sein, sondern regelrecht Angst vor ihrem Mann zu haben. Am Morgen nach der Begegnung ist sie tot. Die Polizei verdächtigt zunächst den Witwer, doch um diesen Verdacht zu bestätigen, soll Claire mit der Polizei zusammen arbeiten.

Die Geschichte wird aus Claires Sicht erzählt, die teilweise Drehbuchgestalt annimmt. Naheliegend, da die Protagonistin eine Schauspielerin ist und der:dem Leser:in so die Chance gegeben wird, sich auf Claires Charakter einzustimmen. Zunächst brauchte ich eine Weile, um in diesen Stil hinein zu kommen, aber da er nicht überwiegt, konnte ich mich voll und ganz auf die Handlung einlassen.

Die Charaktere hielten bis zum Schluss einige unvorhergesehene Charakterzüge unter Verschluss, die man so niemals vermutet hätte. Und auch wenn ich schnell Sympathie zu Claire entwickelte, konnte ich sie bis zur letzten Seite kaum einschätzen. Trotzdem lernte ich sie nach und nach immer besser kennen, was mir einen Draht zu ihr verlieh.

Der Schreibstil ist sehr flüssig & baut eine ungemein bedrohliche Atmosphäre auf, die auf jeder Seite zu spüren ist.

Die vielen Wendungen hielten mich bei Laune, auch wenn sie mich hin & wieder verwirrten. Einen kleinen Abzug gibt es für mich bei der Spannung, die nicht nonstop aufrechterhalten wurde. Jedoch handelt es sich hierbei um einen soliden Psychothriller, der mir ein kurzweiliges Lesevergnügen verschaffen konnte.

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Veröffentlicht am 06.09.2021

Kampf ums Überleben

No Exit
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Eigentlich möchtest du auf schnellstem Wege nach Hause fahren, weil deine Mutter Bauchspeicheldrüsenkrebs hat und du dir nicht sicher bist, ob sie die Operation übersteht. Auch wenn ihr kein gutes Verhältnis ...

Eigentlich möchtest du auf schnellstem Wege nach Hause fahren, weil deine Mutter Bauchspeicheldrüsenkrebs hat und du dir nicht sicher bist, ob sie die Operation übersteht. Auch wenn ihr kein gutes Verhältnis hattet, liegen deine Nerven blank, als der Schneesturm auf einmal dichter wird und es dir unmöglich ist, weiterzufahren. Du hältst an einer Raststätte und wartest mit vier Fremden darauf, dass in den nächsten Stunden ein Schneepflug kommt und euch den Weg für die Weiterfahrt freischaufelt. Zu allem Übel befindet ihr euch in einem Funkloch. Auf der Suche nach Empfang, siehst du ein kleines Mädchen – eingesperrt in einem parkenden Transporter. Wer ist das Mädchen und viel wichtiger: Wer der vier Fremden ist ihr Entführer?

Die Geschichte wird aus der Sicht der Protagonistin Darby Thorne erzählt. Dadurch wird einem ihr Charakter, ihre Emotionen und ihr emotionaler Zwiespalt in Bezug auf die Beziehung zu ihrer Mutter näher gebracht.
Ich kann nicht erklären warum, aber obwohl ich die Chance gehabt hätte, blieb mir Darbys Charakter fern. Ich konnte keine emotionale Bindung zu ihr aufbauen, obwohl ich einige tiefe Einblicke in ihr Gefühlsleben bekommen habe. Sie ist eine wahre Kämpfernatur und unglaublich mutig. Vielleicht ist aber auch genau das der Grund, warum ich sie auf Distanz hielt. Ich konnte mich nicht in sie hineinversetzten, weil sie oft zwar sehr mutige, aber wenig nachvollziehbare Dinge tat.

Die übrigen Charaktere werden nicht weiter ausgeführt, jedoch ist das in diesem Kontext auch nicht nötig. Es wird so viel über sie Preis gegeben, wie es braucht, um ihren Sinn in der Geschichte nachvollziehen zu können.

Da schnell deutlich wird, wer der Täter ist, stößt die/der Leser*in nur zu Beginn der Geschichte auf einige überraschende Wendungen.
Der nachfolgende Kampf ums Überleben ist zwar sehr gut beschrieben und in einem Film, wär ich auch sicherlich zwei Stunden lang mitgerissen gewesen, aber in einem Buch zog es sich doch ein wenig zu sehr hin.

Der Schreibstil an sich ist sehr aufregend geschrieben und hält sich nicht mit unnötigen Füllwörtern auf.

Ein vermeintlich rasanter Thriller, zu dem ich leider keine wirkliche Bindung aufbauen konnte, da er für mich ein wenig zähflüssig voranging.

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Veröffentlicht am 25.05.2021

Ein Serienkiller geht um

Der Blutkünstler (Tom-Bachmann-Serie 1)
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In ganz Deutschland werden auf grausame Weise Frauen ermordert und auf abartige Weise als vermeintliches Kunstwerd inszeniert aufgefunden. Was alle gemeinsam haben: Sie trage ein gelbes Kleid und haben ...

In ganz Deutschland werden auf grausame Weise Frauen ermordert und auf abartige Weise als vermeintliches Kunstwerd inszeniert aufgefunden. Was alle gemeinsam haben: Sie trage ein gelbes Kleid und haben die blonden Haare zu zwei Zöpfen geflochten.
Das BKA tappt im Dunkeln, um dem Serienmörder jedoch so schnell wie möglich auf die Schliche zu kommen, engagieren sie Tom Bachmann, einen ausgezeichneten Profiler, der von allen nur „der Seelenleser“ genannt wird. Dieser ist jedoch nicht nur dem blutrünstigen Mörder auf der Spur, sondern sieht sich auch seiner brutalen Vergangenheit gegenübergestellt.

Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen. Er war authentisch, unverschnörkelt und konzentrierte sich voll und ganz auf die dargestellten Grausamkeiten.

Mit den Charakteren hatte ich hin und wieder meine Schwierigkeiten. Außer Tom und Ira hab ich keinen der anderen Teammitglieder wirklich wahrgenommen und bis auf den IT-Spezialisten, hätte es die anderen aus meiner Sicht auch nicht wirklich gebraucht. Gefühlt hat keiner von ihnen irgendeinen sinnvollen Mehrwert beigetragen, weswegen mich auch der Charakter von Katja immer mal wieder mit den Augen rollen ließ.

Auch wenn mir im Fall einiges zu glatt lief, die Ermittler immer die richtige Spürnase hatten und gefühlt alles nach einem Schema F abgearbeitet wurde, hab ich die Lesestunden wirklich genossen.
Obwohl ich deutschen Thrillern immer ein wenig kritisch gegenüberstehe, weil ich die Orte zu sehr mit der Realität verknüpfe und somit nicht uneingeschränkt in die Geschichte eintauchen kann, hat mich „Der Blutkünstler“ wirklich positiv überrascht.
Auch wenn ich unweigerlich Paralellen zu Chris Carters Büchern gezogen habe, an die „Der Blutkünstler“ leider nicht rankam, empfand ich den Thriller als kurzweilig und vor allem schlüssig.

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Veröffentlicht am 17.05.2021

Familientragödie

Im Sog der Schuld
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Vor 17 Jahren sind Ardens Schwester eines Nachmittags beim Spielen spurlos verschwunden. Aufgrund der Tragödie verließ die Familie Keokuk und zerbrach letztendlich daran.
17 Jahre später stirbt Ardens ...

Vor 17 Jahren sind Ardens Schwester eines Nachmittags beim Spielen spurlos verschwunden. Aufgrund der Tragödie verließ die Familie Keokuk und zerbrach letztendlich daran.
17 Jahre später stirbt Ardens Vater und hinterlässt ihr die alte Villa Arrowood. Ardens Mutter ahnt bereits, dass es ein Fehler ist, in die Vergangenheit zurückzukehren, aber Arden lässt sich nicht davon abbringen, den Nachlass anzutreten und sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Die Geschichte wird aus Ardens Sicht erzählt, wobei immer wieder Erinnerungen aus der Vergangenheit auftauchen.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich angenehm lesen. Dennoch gibt es längere Atempausen, in denen die Geschichte lapidar vor sich hinplätschert, aber dennoch nichts Einschneidendes passiert. Würde es sich um einen Roman handeln, hätte ich die Einblicke in Ardens Gefühlswelt und ihren Alltag genossen, in Hinblick darauf, dass es sich um einen Thriller handelt, waren mir viele Passagen einfach zu lang. Die Spannung kommt nur immer mal wieder auf, eine bedrohliche Atmosphäre kann ebenso nicht konstant aufrechterhalten werden.

Die Wendungen am Ende haben es für mich ein wenig rausgerissen, jedoch hätte ich mir diese Spannung schon auf den 300 vorherigen Seiten gewünscht.

Eine angenehme Geschichte, die seicht dahin plätschert und erst am Ende mit einigen Überraschungen aufholen kann.

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