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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2021

Äußerst spooky und absolut schräg

Freddy und Flo 1: Freddy und Flo gruseln sich vor gar nix!
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Die Geschwister Freddy und Flo ziehen mit ihrem Vater und dessen Lebensgefährtin in ein Haus direkt am Friedhof. Freddy merkt schnell, dass die Nachbarn so ganz anders sind als alles, was er bisher kennt. ...

Die Geschwister Freddy und Flo ziehen mit ihrem Vater und dessen Lebensgefährtin in ein Haus direkt am Friedhof. Freddy merkt schnell, dass die Nachbarn so ganz anders sind als alles, was er bisher kennt. Klar, da wohnen ja auch eine Hexe, ein Vampir und ein Werwolf unter demselben Dach. Doch man glaubt ihm nicht, und so muss er schnell Beweise sammeln.

Dieses Kinderhörbuch kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, wenn es so langsam auf Halloween und die dunkleren Tage des Jahres zugeht. Spooky ist es, wie der Sprecher Marc-Uwe Kling die Geschichte erzählt und dabei den einzelnen Gestalten eindeutig ihr ganz eigenes Leben einhaucht. Spooky ist natürlich auch die Geschichte selbst, wenn Freddy und Flo auf die verschiedenen Bewohner des Hauses treffen mit all ihren Eigenheiten. Das Buch verbindet dabei auf spannende Weise den Grusel mit sehr viel Humor. Denn die Geschichte bekommt eine ganz interessante Aussage, wenn sich der wahre Übeltäter findet. So gelingt eine Detektivgeschichte, die absolut spooky und schräg ist. Eine wahrhaft gute Zusammenarbeit des Ehepaares Kling!

Mich hat dieses Hörbuch sowohl von der Geschichte wie auch vom Sprecher bestens unterhalten. Sehr gerne empfehle ich das (Hör)Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 12.10.2021

Liebenswert chaotisch und turbulent

Flora Salmanteri und die Mini-Piraten Band 1
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Lilli und Mikko sollen die Ferien bei ihrem Onkel Jim verbringen. Der aber kann Kinder überhaupt nicht ausstehen. Welch Glück, dass seine Nachbarin Flora Salmanteri die Kinder tagsüber zu sich holt. Die ...

Lilli und Mikko sollen die Ferien bei ihrem Onkel Jim verbringen. Der aber kann Kinder überhaupt nicht ausstehen. Welch Glück, dass seine Nachbarin Flora Salmanteri die Kinder tagsüber zu sich holt. Die alte Dame wohnt mit dem sprechenden Hahn Pedro im Nachbarhaus, singt in der Band „Die urigen Walrösser“ und fertigt aus dem 3-D-Drucker lustige Mini-Piraten für ihren schrulligen Freund Kapitän Holzbein-Vorsteen. Aus Versehen erwachen die Mini-Piraten zum Leben, und das alles, während ein Blumenschmuckwettbewerb aussteht.

Diese Geschichte ist einfach liebenswert chaotisch und turbulent! Schon auf den ersten Seiten zeigt sich der besondere Humor der Kinderbuchautorin Noora Kunnas und des Illustratoren Teemu Juhani. Wie selbstverständlich werden hier die skurrilsten Figuren in die Geschichte eingebaut: Da werden Mini-Piraten aus dem 3-D-Drucker lebendig, da stolziert ein Hahn in Kunstlederjacke und goldenen Glitzerboots sprechend durch die Gegend, da gibt es eine so patente Oma, dass sie eine Lösung für alle Probleme parat hat. Die Ereignisse überstürzen sich in einem flotten Tempo, es bleibt skurril und turbulent bis zur letzten Seite. Solche Ferien würde jedes Kind sofort antreten wollen!

Diese charmante Geschichte eignet sich bestens zum Selberlesen für Grundschüler, zum Vorlesen schon etwas früher. Ich empfehle das Buch unbedingt weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 12.10.2021

Mit viel Feingefühl erzählt

Das geheime Leben des Albert Entwistle
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Albert Entwistle macht seinen Job als Briefträger in Toddington schon seit Jahren. Er wohnt allein in seinem Haus mit seiner Katze Gracie und vermeidet überall den Kontakt zu anderen Menschen. Doch kurz ...

Albert Entwistle macht seinen Job als Briefträger in Toddington schon seit Jahren. Er wohnt allein in seinem Haus mit seiner Katze Gracie und vermeidet überall den Kontakt zu anderen Menschen. Doch kurz vor Weihnachten erfährt er, dass seine Pensionierung ansteht, und seine Katze stirbt überraschend. Er fühlt sich einsam und beschließt, den Menschen nicht mehr aus dem Weg zu gehen. Die anfangs sehr zarten Veränderungen wälzen sein Leben völlig um.

Man ahnt bereits von Anfang an, dass Albert ein schwieriges Erlebnis hatte, das ihn dazu gebracht hat, andere Menschen zu meiden. Nun aber merkt er, wie einsam ihn das gemacht hat – und indem er auf andere Menschen zugeht, öffnen sich für ihn ungeahnte Türen. Er findet Freunde und vor allem den Mut, zu sich selbst zu stehen. Und er geht auf die Suche nach seiner Jugendliebe George. Mit viel Feingefühl erzählt der Autor Matt Cain über das Schicksal Homosexueller in den Siebziger Jahren, als Albert in seinen Jugendjahren entdeckte, dass er schwul ist. Alberts Entwicklung kurz vor seiner Pensionierung liest sich ein bisschen wie ein Märchen, es klingt nicht immer sehr realistisch. Doch die liebenswerte Schilderung seiner Suche wirkt versöhnlich angesichts seiner traumatischen Erlebnisse. Sehr intensiv beschäftigt sich die Geschichte mit ihren Protagonisten, der Leser findet schnell Zugang zu den einzelnen Figuren, ihre Handlungsweisen sind gut nachvollziehbar. Ist es nicht wunderbar, was passiert, wenn ein Mensch auf andere zugeht?

Dieser Roman erzählt so spannend von Alberts Entwicklung, dass die Geschichte mich schnell in ihren Bann ziehen konnte. Sehr gern empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 07.10.2021

Humorvoller und spannender Regionalkrimi

Tod eines Haderlumpen
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Quirin Kammermeier ist nach Tuttlingen gereist, um dort mit seinem Freund Kurt das erste gemeinsame Weihnachten zu feiern. Doch ein Anruf seines Kollegen Rolf holt ihn nach Straubing zurück: Die langjährige ...

Quirin Kammermeier ist nach Tuttlingen gereist, um dort mit seinem Freund Kurt das erste gemeinsame Weihnachten zu feiern. Doch ein Anruf seines Kollegen Rolf holt ihn nach Straubing zurück: Die langjährige Kollegin Sabine steht unter Mordverdacht. Sofort lässt Quirin für seine gute Freundin alles stehen und liegen und eilt nach Straubing zurück. Doch ermitteln darf er nicht, denn er ist ja befangen. Also tut er das im Geheimen und auch noch mit manchmal etwas unkonventionellen Mitteln.

Dies ist bereits der dritte Fall des Hauptkommissars Quirin Kammermeier. Man kann jederzeit in seine Fälle einsteigen, es werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt. Diesmal wird die Vorweihnachtszeit etwas getrübt durch die falschen Anschuldigungen an Sabine, die zwar einen Streit mit dem Toten hatte, aber ihn gewiss nicht getötet hat. Er war ein echter Haderlump: Es steht der Vorwurf des Missbrauchs und Tötens eines kleinen Jungen im Raum, doch man kann ihm nichts nachweisen. Quirin zeigt sich als kluger und bedachter Ermittler, dem keine wichtigen Details entgehen. Seine Ermittlungen zeigen sich immer mal nicht so ganz regelkonform, aber dafür umso einfallsreicher und mit viel Menschenkenntnis. Immer wieder neue Wendungen lassen die Spannung steigen, aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Zum Schluss noch ein actionreicher Showdown – ja, da merkt man, dass auch humorvolle Regionalkrimis alles andere als langweilig daherkommen können. Der Dialekt ist in homöopathischen Dosen im Buch verteilt und so auch für Nicht-Bayern gut lesbar.

Dieser Krimi mit Deadline an Weihnachten (dann will Quirin wieder bei seinem Freund in Tuttlingen sein) hat mich gut unterhalten können. Sehr gerne vergebe ich alle 5 möglichen Sternen und empfehle das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 07.10.2021

Überzeugend authentisch

Ankommen
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Bülent Ceylan hat inzwischen als Comedian überzeugt. Das war jedoch nicht immer so. Wie kommt einer mit einem türkischen Namen, der kein Wort türkisch spricht, dafür Monnemer Dialekt, zu einer Karriere ...

Bülent Ceylan hat inzwischen als Comedian überzeugt. Das war jedoch nicht immer so. Wie kommt einer mit einem türkischen Namen, der kein Wort türkisch spricht, dafür Monnemer Dialekt, zu einer Karriere als Comedian? Hier erzählt er selbst von seinem Aufwachsen in Mannheim, über seinen Werdegang und was ihn geprägt hat. Dies tut er in seiner eigenen Weise, mal humorvoll, mal eher nachdenklich, immer aber entwaffnend ehrlich.

Es ist ein weiter Weg, den „der Türk“, der doch überhaupt nicht türkisch spricht, hier in diesem Buch schildert, von den schwierigen Tagen an der Schule, als er gemobbt wurde und sich lieber Billy nennen ließ bis hin zu seinen großen Bühnenerfolgen und schlussendlich den schwierigen Tagen in den Zeiten von Corona, als viele Künstler schier verzweifelten, weil sie keine Einnahmen hatten und ihnen schlicht das Leben auf der Bühne fehlte. Bülent Ceylan liest im Hörbuch selbst seine Geschichten, und so erscheinen seine Erzählungen überzeugend authentisch. Vieles davon zeigt seinen ganz eigenen Humor, doch so manches gerät auch sehr nachdenklich. Hier lernt man nicht nur den Comedian, sondern auch den Menschen dahinter kennen.

Mich hat dieses Hörbuch bestens unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich es allen weiter, die ihn kennen wie auch jenen, die ihn noch nicht kennen. Ich vergebe überzeugte 5 von 5 Sternen.

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