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Veröffentlicht am 21.10.2021

Gefühlvoll und bewegend

Untermieter im Kopf
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"Untermieter im Kopf" von Angela Suter ist eine Novelle über die Begegnung zweier Menschen, die zwar kurz, aber umso intensiver und eindrücklicher war, die tiefe Spuren hinterlassen hat.
Wir begleiten ...

"Untermieter im Kopf" von Angela Suter ist eine Novelle über die Begegnung zweier Menschen, die zwar kurz, aber umso intensiver und eindrücklicher war, die tiefe Spuren hinterlassen hat.
Wir begleiten hier die sehr sympathische Protagonistin zu einem wiederkehrenden und wichtigen Kontrolltermin auf ihrem Weg durch die Stadt Zürich bis ins Klinikum. Ihre Gedanken werden hier sehr offen, ehrlich und humorvoll mitgeteilt.
Auch einen Termin hier hatte Tim, den sie kennenlernt und den weiteren Tag mit ihm verbringt. Emma erzählt ihm sehr viel von ihren Gedanken und auch Erinnerungen aus ihrm Leben und dadurch lernen auch wir sie besser kennen. Tim schweigt meistens, aber er ist ein guter Zuhörer. Die beiden mögen sich auf Anhieb sehr und treffen eine verbindliche Verabredung für den nächsten Termin in sechs Monaten.
Was an diesem Tag dann geschieht, ist sehr emotional und bringt einen beim Lesen dazu, über den Wert jeden einzelnen Tages, jeden netten Menschens, jedes Lächelns und liebes Wortes nachzudenken und es zu schätzen.
Die Autorin verwendet teils sehr poetische Worte und schafft es, das sehr ernste Thema trotz allem mit einer Prise Humor anzugehen.

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Veröffentlicht am 21.10.2021

Wer sagt die Wahrheit?

Ausweglos
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"Ausweglos" von Henri Faber ist ein Thriller/Krimi, der mit einigen überraschenden Wendungen aufwartet.
Noah Klingberg wird verletzt neben der grausam ermordeten Nachbarin in deren Wohnung gefunden. Der ...

"Ausweglos" von Henri Faber ist ein Thriller/Krimi, der mit einigen überraschenden Wendungen aufwartet.
Noah Klingberg wird verletzt neben der grausam ermordeten Nachbarin in deren Wohnung gefunden. Der Mörder hat ihn auf dem Dachboden abgefangen und gezwungen ihn zu seiner Frau zu bringen. Noah war der Meinung, die Nachbarin ist verreist. Am Tatort weist alles auf einen Serien-Killer hin, der vor Jahren aktiv war und nie gefaßt wurde. Deshalb setzt Kommissar Elias Blom alles daran, wieder in die Ermittlungen einbezogen zu werden.
Die einzelnen Handlungsstränge werden abwechselnd von Noah, seiner Frau, Elias und auch dem Täter verfasst. Dadurch kommt sehr viel Abwechslung in die Sichtweise. Die Spannung ist von Anfang an hoch, das Buch aber recht lang, deshalb gibt es ab und an auch ruhigere Passagen.
Was mir hier sehr gefallen hat, ist dieses Spiel mit der Psyche des Lesers. Hier wird doch öfter mal der Verdacht auf den Täter verschoben und durch mehrere Perspektivwechsel geändert. Bis zum Ende bleiben Schuldfragen ungeklärt. Das Ende ist auch mein einziger Kritikpunkt, das wirkte für mich etwas aufgesetzt und konstruiert. Alles in allem ein sehr spannendes Buch, wenn man sich darauf einlässt.

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Veröffentlicht am 20.10.2021

Zugfahrt ins Ungewisse

Dreieinhalb Stunden
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"Dreieinhalb Stunden" von Robert Krause ist eine Zeitreise der ganz besonderen Art. Wir steigen hier mit ein in einen Zug von München nach Berlin. Das Besondere ist hier das Datum, es ist der 13. August ...

"Dreieinhalb Stunden" von Robert Krause ist eine Zeitreise der ganz besonderen Art. Wir steigen hier mit ein in einen Zug von München nach Berlin. Das Besondere ist hier das Datum, es ist der 13. August 1961, das Datum des Mauerbaus.
Während der Zug seine Fahrt beginnt, lernen wir nach und nach einige der Mitreisenden näher kennen. Spannend wird es dann ab dem Zeitpunkt, wo das Wissen um den Mauerbau mit im Raum steht. Es bleiben noch dreieinhalb Stunden für die Mitreisenden eine Entscheidung zu treffen, eine Entscheidung für aussteigen oder weiterfahren.
Diese Entscheidungen sind sehr weitreichend, da ja nicht nur der Einzelne, sondern auch seine kompletten Familie, seine Zukunft betroffen ist.
Die Geschichte wird hier anhand von Einzelschicksalen erzählt, was das Ganze sehr nachfühlbar macht. Wir haben hier ein älteres Paar mit der Urne ihres Bruders, eine DDR-Rockband, einen Flugingenieur auf Arbeitssuche, ein Turnertalent mit Trainerin, eine junge Familie und noch einige mehr.
Abwechselnd wird hier erzählt aus ihrem Leben, ihrer Vergangenheit, den Träumen für die Zukunft. Alle diese Menschen haben etwas zu verlieren, egal wie auch die Entscheidung ausfällt.
Mir hat die Beschreibung der bekannten historischen Situation anhand der Einzelschicksale sehr gut gefallen, man konnte sehr viel nachempfínden beim lesen. Die Spannung, wer hier welche Entscheidung aus welchen Gründen trifft, blieb bis zum Ende aufrecht und hat mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen.

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Veröffentlicht am 07.10.2021

Macht nachdenklich

Das Werden des Menschen und Coronas Beitrag
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"Das Werden des Menschen und Coronas Beitrag" von Gernot Bernhofer ist ein sehr interessantes Sachbuch.
Im Mittelpunkt steht der Mensch, alles was mit unserer Menschlichkeit zu tun hat. Es werden hier ...

"Das Werden des Menschen und Coronas Beitrag" von Gernot Bernhofer ist ein sehr interessantes Sachbuch.
Im Mittelpunkt steht der Mensch, alles was mit unserer Menschlichkeit zu tun hat. Es werden hier sehr viele Themen aufgegriffen, viele über die man selber schon oft nachgedacht hat, es wird analysiert und es werden Lösungsvorschläge gebracht. Was mir besonders gefällt ist hier die lockere, ehrliche Art des Autors, der es auch schafft, schwierige Themen mit viel Humor zu präsentieren. Auf jeden Fall gibt es hier sehr viele Anregungen zum nachdenken, besinnen und besser machen.
Ein wenig fehlt mir in diesem Buch der Bezug zum Titel zwecks der Corona-Sachlage, andrerseits muss die ganze Thematik auch gar nicht in dem Zusammenhang gesehen werden.
Mein einziger Kritikpunkt ist hier eigentlich die Themenvielfalt, hier wäre weniger, dafür noch genauer ausgearbeitet, mehr gewesen.

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Veröffentlicht am 02.10.2021

Dynamisches Weihnachtsfest

Reality Show
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"Reality Show" von Anne Freytag ist ein Roman, hinter der eine sehr spannende Idee steckt.
Es ist Wahltag, ein Wahltag der anderen Art. An einem Heiligabend werden einige der reichsten und einflussreichsten ...

"Reality Show" von Anne Freytag ist ein Roman, hinter der eine sehr spannende Idee steckt.
Es ist Wahltag, ein Wahltag der anderen Art. An einem Heiligabend werden einige der reichsten und einflussreichsten Personen als Geiseln in ihren Häusern festgesetzt. Das Publikum sitzt daheim am Fernseher und kann sich daran beteiligen über soziale Netzwerke und das Telefon Personen davon auszusuchen und einer Strafe zuzuführen. Ein Showmaster moderiert das Ganze unter der Prämisse wieder soziale Gerechtigkeit im Land herzustellen.
Es werden hier sehr viele Personen vorgestellt, aus dessen Perspektive man die Geschichte erlebt, beim lesen braucht man da etwas Aufmerksamkeit, um immer die richtige Zuordnung zu finden. Das Ganze ist aber so spannend aufgebaut und erzählt, dass es nicht schwer fällt sich einzulesen.
Im Mittelpunkt stehen politische und soziale Situationen, in denen sich der Leser wiederfinden kann, es wird sehr umfangreich auf die Fehler und Schwächen unserer heutigen Politik und der Politiker eingegangen. Damit ist das Buch hochaktuell und spannend aufgearbeitet.
Die Protagonisten sind auch sehr vielschichtig, jeder hat seine eigenen Gründe das System ändern zu wollen. Mir hat es gut gefallen in die einzelnen Geschichten einzutauchen, manchmal hat mir hier etwas mehr Tiefe gefehlt. Über einige der Opfer und auch der Täter, wobei man hier auch durchaus die Rollen tauschen könnte, hätte ich mir noch einige Informationen mehr gewünscht. Auch zum Ende hin hätte ich mir noch so einige Seiten mehr gewünscht.
Das Buch hat mir sehr gefallen, es war ein sehr gelungener Genremix und ich würde mich sehr freuen von dieser Autorin noch mehrere so intelligente Bücher zu lesen.

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