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Gavroche

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.05.2017

Viele Lügner

Nur ein kleiner Gefallen - A Simple Favor
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Stephanie zieht nach dem Tod ihres Mannes ihren Sohn Miles alleine groß. Sie fühlt sich einsam und hat keine Freunde bis sie Emily trifft, die Mutter von Miles' Freund. Begeistert erzählt sie auf ihrem ...

Stephanie zieht nach dem Tod ihres Mannes ihren Sohn Miles alleine groß. Sie fühlt sich einsam und hat keine Freunde bis sie Emily trifft, die Mutter von Miles' Freund. Begeistert erzählt sie auf ihrem Mütterblog den anderen Moms von ihren tollen besten Freundin und wie gut doch ihr Leben ist. Stephanie arbeitet nicht und so ist es schon häufiger passiert, dass sie Nicky nach der Schule mit nach Hause nimmt. Doch dieses Mal ist es anders, denn Emily kommt nicht, um ihn abzuholen und ist unerreichbar. Was ist da passiert? Für Stephanie steht es außer Frage, dass sie sich um den Sohn ihrer besten Freundin kümmert und Erkundigungen einzieht.

Eher ein Psychodrama als ein Thriller, durch die vielen Blogbeiträge hebt sich das Buch von anderen Büchern ab und somit kommt für mich das Leitthema des Buches noch besser heraus. Denn das sind für mich die Lügen, denn die Protagonisten lügen viel; sie belügen nicht nur andere, sondern auch sich selbst. Eine spannende Kombination, leider waren mir die Protagonisten, allen voran Stephanie, sehr unsympathisch, oberflächlich und egozentrisch. Aber da die Geschichte sonst nicht funktioniert hätte und es ein interessantes Setting war, gibt es nicht so viel Abzug.

Veröffentlicht am 01.05.2017

Eine Geschichte über das Erwachsenwerden

All the strangest things are true.
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Ein Junge, Midnight, schüchtern, zwischen zwei Mädchen. Da ist zum einen Poppy, biestig, manipulativ, aber den einen, den sie möchte, bekommt sie nicht. Midnight ist lange in sie verliebt, bis er Wink ...

Ein Junge, Midnight, schüchtern, zwischen zwei Mädchen. Da ist zum einen Poppy, biestig, manipulativ, aber den einen, den sie möchte, bekommt sie nicht. Midnight ist lange in sie verliebt, bis er Wink kennen lernt. Sie ist phantasievoll, schüchtern und ein wenig verrückt. Dann eskaliert die Situation und einer lügt.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus Sicht der drei und aus der Sicht des Jungen, in den Poppy sich verliebt hat.
Eine Geschichte über das Erwachsenwerden. Stimmt nachdenklich, zeigt auf, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern auch Nuancen.
Eine Geschichte, die ganz ruhig und unaufgeregt erzählt wird, ohne große Schocker, aber gerade deswegen überzeugt. Ein flüssiger Schreibstil rundet den positiven Eindruck ab.

Veröffentlicht am 09.05.2017

Nichts für schwache Nerven

Der Näher
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Martin Abel langweilt sich. Er soll sich schonen und nur in Fortbildungen seine Arbeit als Fallanalytiker erläutern. Das ist nichts für ihn. Darum reist er nach Gummersbach; eigentlich geht es da nur um ...

Martin Abel langweilt sich. Er soll sich schonen und nur in Fortbildungen seine Arbeit als Fallanalytiker erläutern. Das ist nichts für ihn. Darum reist er nach Gummersbach; eigentlich geht es da nur um den Fall von zwei vermissten Frauen, aber dann steckt doch viel mehr dahinter und es geht um die perfiden Pläne eines Serienmörders. Doch welches Motiv steckt dahinter? Und hat er noch mehr Frauen entführt beziehungsweise sind noch mehr Frauen in Gefahr? Abel wird in Gummersbach nicht gerade mit offenen Armen empfangen; vor allem der Chef mag ihn nicht. Die Kollegin, die ihn „beaufsichtigen“ soll, zeigt einen trockenen Humor und geht offensiv mit dieser Chef-Aufgabe um.
Rainer Löffler gelingt es, die Spannung auf einem hohen Niveau zu halten. Das Buch ist jedoch nichts für Zartbesaitete, da die Straftaten sehr abscheulich sind, auch für diejenigen, die oft Thriller lesen. Zwischendurch erhält der Leser immer wieder kurze Einblicke in die Vergangenheit des Täters, um seine späteren Taten nachvollziehen zu können.
Das Ende birgt nochmal eine Überraschung.
Ein sehr spannenden Thriller, der unter die Haut geht. Ein guter Schreibstil machen das Buch zu einem wahren Pageturner.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Figuren
  • Atmosphäre
  • Spannung
Veröffentlicht am 28.04.2017

Ein neuer Fall für Lotta Fiore

Die unbekannte Schwester
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Dies ist nun schon der dritte Fall für Lotta Fiore und er beginnt nicht lange nach dem Ende des zweiten Bandes. Gespannt war ich auch auf die persönliche Geschichte und da wird man in diesem Band nicht ...

Dies ist nun schon der dritte Fall für Lotta Fiore und er beginnt nicht lange nach dem Ende des zweiten Bandes. Gespannt war ich auch auf die persönliche Geschichte und da wird man in diesem Band nicht enttäuscht, denn es handelt sich hier um den bisher persönlichsten Fall.
Große Veränderungen, denn Lotta Fiore beginnt - wie schon angekündigt - nun bei der Polizei, aber da Krump die genauen Umstände und die Anrechnung als Praktikum bei den beiden Fällen, die Lotta schon gelöst hat, nicht öffentlich machen möchte, ist der Einstieg schwer. Schon am ersten Tag versteckt sich Lotta auf der Toilette und wird entweder geschnitten oder die Kollegen machen sich über sie lustig. Aber immerhin Hannes steht zu ihr und es ist auch der erste Tag von Konrad. Erschwerend kommt hinzu, dass es der 6. Todestag von Maria Fiore ist und Lotta möchte nicht interviewt werden.
Konrad und sie werden zu einem Selbstmord geschickt, doch da ist nichts, wie es scheint und außerdem gibt es eine persönliche Verbindung, denn Lotta findet einen Zettel in Steno mit ihrem Namen und einem Datum - lässt sich allerdings erwischen, als sie ihn verschwinden lassen möchte. Und dann verschwindet auch noch ihre "Schwester" Henriette.

Theresa Prammer ist wieder mal ein toller Wienkrimi gelungen. Spannende Unterhaltung, ein toller Schreibstil und eine interessante Hintergrundgeschichte.

Veröffentlicht am 28.04.2017

Stimmt nachdenklich

Glücksmädchen
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Ellen Tamm arbeitet als Reporterin bei einem schwedischen Fernsehsender in Stockholm. Nun soll es wohl bald Personalkürzungen geben und jeder versucht zu vermeiden in den Fokus zu gelangen. Erschwerend ...

Ellen Tamm arbeitet als Reporterin bei einem schwedischen Fernsehsender in Stockholm. Nun soll es wohl bald Personalkürzungen geben und jeder versucht zu vermeiden in den Fokus zu gelangen. Erschwerend für Ellen kommt hinzu, dass seit Kurzem Jimmy ihr Chef ist. Mit ihm war sie bis vor einem Jahr zusammen bis er nach einer persönlichen Offenbarung von ihr über den Tod ihrer Zwillingsschwester, als sie acht Jahre alt war, verschwindet ohne ein Wort zu sagen. Und zwar noch in derselben Nacht. Ellen hat sich vor noch nie jemandem anvertraut. Sie fühlt sich verantwortlich und ist seitdem vom Tod besessen. Als die achtjährige Lykke von der Tennishalle aus verschwindet, übernimmt sie den Fall und verbeißt sich quasi darin. Ihr Engagement geht weit über das der Polizei hinaus und sie kommt dabei so manch einem in die Quere.
Eine spannende Geschichte, erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven, vorrangig jedoch aus der von Ellen. Vielschichtiger als zuerst gedacht, ein Stück weit auch Gesellschaftskritik und das Ende stimmt traurig und nachdenklich.