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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.10.2021

Hat mich nicht überzeugt

Die unhöfliche Tote
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Diesmal führt uns die Autorin direkt in den Buckingham Palace. Die Queen ist not amused, dass das Vereinigte Königreich aus der EU ausgetreten ist. Daneben machen ihr ihre Corgies Sorgen. Dann findet Sir ...

Diesmal führt uns die Autorin direkt in den Buckingham Palace. Die Queen ist not amused, dass das Vereinigte Königreich aus der EU ausgetreten ist. Daneben machen ihr ihre Corgies Sorgen. Dann findet Sir Simon Holcroft eine Leiche im königlichen Schwimmbad und die Queen vermisst zu allem Überdruss ein Gemälde. Nun, sie besitzt über 7.000 davon, da käme es auf das eine oder andere nicht an, vor allem, wenn es noch dazu eher hässlich ist, meint Prinz Philipp mit seinem höchst eigenwilligen Humor.

Doch die Queen kann das „Kriminalisieren“ nicht lassen und beginnt heimlich zu ermitteln. Dass sie dabei nicht als Person in Erscheinung treten kann ist klar und so bedient sie sich wieder ihrer Privatsekretärin Rozie, die ihre Erkundigungen einzieht. Dabei stößt Rozie auf einige Ungereimtheiten, die das Leben der Toten betreffen und wird selbst Ziel von Mobbing.

Meine Meinung:

Dieser zweite Fall für die Queen enthält wie schon der erste Fall „Das Windsor-Komplott“ keine unerträgliche Spannung. Stellenweise wirkt das Buch sogar sehr langatmig. Der Einblick in das Leben der Queen ist zwar interessant, aber für den Leser, der einen fesselnden Krimi erwartet, nicht gar so spannend.
Möglicherweise hängt der fade Eindruck mit der Übersetzung zusammen. Schon beim Titel „Die unhöfliche Tote“ hapert es ein wenig - im Original heißt das Buch „A three dog problem“.

Gut gefallen hat mir der typisch britische Humor, der vor allem durch den Herzog von Edinburgh verkörpert wird. Ein witziger Einfall ist auch, die Queen, wie seinerzeit als Kind, in einen Kasten schlüpfen zu lassen und sie somit unsichtbare Ohrenzeugin eines vielsagenden Gesprächs zu werden.

Das jeweilige Cover (Band eins in pink, dieser hier in leuchtendem türkis), passt gut zur farbenfrohen Kleidung der Queen.

Fazit:

Ich finde es schade, dass aus dieser Idee, der ermittelnden Queen, nicht mehr herausgeholt worden ist. Auch diesmal gibt es nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 24.10.2021

Ein netter biografischer Roman

Ein Traum von Schönheit
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Laura Baldini das alter Ego von Beate Maly hat sich in diesem Roman einer schillernden Persönlichkeit gewidmet: Estée Lauder.

Geboren als Josephine Esther Mentzer am 1. Juli 1906 in New York trotzt sie ...

Laura Baldini das alter Ego von Beate Maly hat sich in diesem Roman einer schillernden Persönlichkeit gewidmet: Estée Lauder.

Geboren als Josephine Esther Mentzer am 1. Juli 1906 in New York trotzt sie den aktuellen Konventionen und beginnt, die anfangs gemeinsam mit ihrem Onkel Schotz hergestellte Gesichtscreme, auf Hausfrauenpartys zu verkaufen. Dabei scheut sie sich nicht, auch ungebeten, Schönheitstipps zu erteilen, und wirkt dabei ein wenig aufdringlich.

Ein genialer Schachzug von ist die Abgabe von Gratismustern anderer Kosmetikprodukte ihrer Linie. Die gilt als Erfinderin dieser Freesamples, ohne die heutzutage keine Kundschaft eine Parfümerie verlässt.

Dass ihr Ehemann John die Aufgaben der Hausfrau übernimmt, stößt in den damaligen USA auf Unverständnis. Man ist gewöhnt, dass der Mann das Geld ins Haus bringt und damit das Sagen hat.

Als Estée Lauder 2004 stirbt, hinterlässt sie ihren beiden Söhnen Leonard und Ronald ein Kosmetikimperium. Dazwischen liegt ein unkonventionelles Leben.

Meine Meinung:

Laura Baldini hat dieses Leben farbenprächtig in Szene gesetzt. Hin und wieder schleicht sich eine kurze Länge ein, was aber nicht am Schreibstil, sondern eher an der Person Estée Lauder liegt. Dieser biografische Roman liest sich locker und leicht. Die Autorin beleuchtet den Werdegang einer Einwanderertochter, der der Aufstieg zwar nicht von der Tellerwäscherin, aber trotzdem zur Millionärin gelingt.


Fazit:

Ein netter biografischer Roman, der sich mit einer der Ikonen der Schönheit des 20. Jahrhunderts beschäftigt. Eine gute Lektüre für zwischendurch. Ich persönlich mag lieber „richtige“ Biografien, also Sachbücher mit Fotos, doch das ist eine andere Geschichte. Gerne gebe ich hier 3 Sterne.

Veröffentlicht am 24.10.2021

Hat mich nicht vollends überzeugt

Der Stockholm-Code – Die zweite Botschaft
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Hier ist er nun, der zweite Band der Spionage-Trilogie rund um drei Frauen in Schweden. Mit Spannung habe ich das Buch erwartet und bin leider ein wenig enttäuscht worden. Zwar dürfen wir Iris, Elisabeth ...

Hier ist er nun, der zweite Band der Spionage-Trilogie rund um drei Frauen in Schweden. Mit Spannung habe ich das Buch erwartet und bin leider ein wenig enttäuscht worden. Zwar dürfen wir Iris, Elisabeth und Signe weiter begleiten, doch spielt die Dechiffrierung der abgehörten Funksprüche noch weniger Rolle als im ersten Band. Als zum ersten Mal das Codewort „Rotbart“ fällt, weiß ich sofort, dass es sich um das „Unternehmen Barbarossa“, also den Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion handeln muss. Das wäre jetzt nicht so schlimm, weil wir als Nachgeborene ja wissen, wie die Geschichte ausgeht. Was fehlt, sind die Überlegungen, was denn hier gemeint sein könnte.

Gut gefällt mir, dass die Geschichte wieder aus den drei Perspektiven (also von Iris, Elisabeth und Signe) geschildert wird. Die Schilderung von Signes Krankheit hat für mich persönlich zu viel Raum eingenommen und vom tatsächlichen Ziel, nämlich die Botschaften zu entschlüsseln, abgelenkt.

Ich hoffe auf einen fesselnden dritten Teil.

Fazit:

Der erste Teil hat mir eindeutig besser gefallen als dieser hier. Die Stimmung in Schweden ist wieder gut eingefangen. Dennoch hat es ein wenig an Spannung gefehlt, mehr historischer Roman, denn Spionagethriller, daher diesmal nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 24.10.2021

Hat mich nicht vollends überzeugt

Der schwarze Winter
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Silke und Rosemarie Bensdorf sind wie Abertausende Flüchtlinge aus ihrer ehemaligen Heimat vertrieben worden und müssen sich auf einem Bauernhof als Hilfsarbeiterinnen für Kost und Logis verdingen. Die ...

Silke und Rosemarie Bensdorf sind wie Abertausende Flüchtlinge aus ihrer ehemaligen Heimat vertrieben worden und müssen sich auf einem Bauernhof als Hilfsarbeiterinnen für Kost und Logis verdingen. Die Arbeit ist schwer, die Rationen für die beiden extra klein und als der Bauer sich an den beiden vergreifen will, ist es Zeit abzutauchen. Ziel ist Hamburg. Doch die Stadt an der Elbe liegt in Trümmern und die britische Besatzung hat einen Zuzugsstopp verhängt. Da kann nur der Krüppel Hans helfen. Und siehe da, von nun an geht es bergauf, zwar nicht ganz ohne Schwierigkeiten, aber ...

Meine Meinung:

Dieser historische Roman aus dem Hamburg von 1946/47 reiht sich nahtlos in eine Anzahl solcher und ähnlicher Romane ein.
Bei vielen LeserInnen kann dieser Mix aus Romanze, Krimi und Nachkriegsbetrachtung punkten. Ich hatte den Eindruck alle diese Ingredienzien schon einmal so oder so ähnlich gelesen zu haben. Es gibt kein Alleinstellungsmerkmal, das dieses Buch aus der Masse dieses Genres hervorhebt.

Auch die Charaktere bleiben irgendwie blass. Der Gegenspieler von Silke und Rosemarie lässt sich recht bald ausmachen. Weder die Beschreibung der Zustände in und um Hamburg noch die der klirrenden Kälte und des beißenden Hungers haben mich so recht überzeugt. Da habe ich schon Besseres gelesen. Auch der hilfreiche britische Soldat, der stets seine Kompetenz überschreitet und vor der Ablöse steht, ist irgendwie nicht greifbar.

Wer einen leicht lesbaren Roman sucht, der vor der Kulisse des zerstörten Hamburgs spielt, ist hier richtig. Mir war die Geschichte zu einfach gestrickt.

Fazit:

Leider hat mich dieser Genre-Mix nicht wirklich überzeugt, daher gibt es mit viel Nachsicht 3 Sterne.

Veröffentlicht am 10.10.2021

LIebe und INtrige in Rotheburg ob der Tauber

Die Seifenmanufaktur – Die Rezeptur der Träume
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Dieser historische Roman ist Auftakt einer Trilogie rund um die Seifensieder-Familie Grieb in Rothenburg ob der Tauber.

Der erste Teil spielt 1865. Hanna Grieb hat im Gegensatz zu ihrem Bruder Friedrich ...

Dieser historische Roman ist Auftakt einer Trilogie rund um die Seifensieder-Familie Grieb in Rothenburg ob der Tauber.

Der erste Teil spielt 1865. Hanna Grieb hat im Gegensatz zu ihrem Bruder Friedrich Interesse und viel Gespür für das Geschäft. Sie darf aber, den Gepflogenheiten der damaligen Zeit, ihre Ideen nicht einbringen. Höchstens Handlangerdienste und die Beurteilung einer Duftnote gesteht ihr der Vater zu.

Als Friedrich beim Baden beinahe ertrinkt, tritt Louis der gut aussehende Sohn des Arztes in ihr Leben. Louis ist auf dem Sprung nach Amerika, doch man vereinbart aufeinander zu warten und zu schreiben.

Während Hanna weiter versucht, den Vater von der Modernisierung der Seidenmanufaktur zu überzeugen, zettelt Henriette, Hannas Freundin, eine feste Intrige an.

Meine Meinung:

Die Autorin hat mit diesem Reihenauftakt einen leicht lesbaren historischen Roman geschaffen.

Nicht alle Handlungen der Protagonisten kann ich nachvollziehen. Hannas zum Beispiel. Obwohl sie weiß, dass Henriette so manche Wahrheit zu ihren eigenen Gunsten zu verdreht, fragt sie nicht bei Louis Eltern nach, ob die Post von ihrem Sohn erhalten haben. Sie vertraut Henriette blind und wirkt ziemlich naiv.
Was mich aber irritiert, ist die Haltung der Griebs. Zum einen darf Hanna in der Manufaktur nicht mitwirken, aber gleichzeitig erlauben sie Hanna den doch sehr fortschrittlichen Umgang mit Louis. In der damaligen Zeit durften behütete Töchter nur mit Anstandsdame oder Dienstmädchen das Haus verlassen. Tanz oder öffentliche Veranstaltungen sind nicht Usus.

Allerdings weist die Autorin in ihrem ausführlichen Nachwort auf das eher ungewöhnlich üppige Vereinswesen in Rothenburg hin. Gemeinhin, so denke ich, ist das Vereinsleben auf Männer beschränkt. Frauen ist der Zutritt eher verwehrt.

Ein bisschen mehr Informationen hätte ich mir zur Seifenherstellung gewünscht.
Ich bin schon auf die Fortsetzung „Der Duft des Neubeginns“ gespannt.

Fazit:

Ein leicht lesbarer historischer Roman, so richtig für zwischendurch, dem ich gerne 3 Sterne gebe.