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Veröffentlicht am 08.05.2017

Der Motorradpfarrer und die Millionenbeichte

Der Motorradpfarrer und die Millionenbeichte
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Der Motorradpfarrer und die Millionenbeichte,
von Steffen Schulze

Cover:
Interessant, nur anstatt der Pistole gehört da ein Messer hin (find ich).

Inhalt:
Der junge Eisenacher Priester Max wird zu seiner ...

Der Motorradpfarrer und die Millionenbeichte,
von Steffen Schulze

Cover:
Interessant, nur anstatt der Pistole gehört da ein Messer hin (find ich).

Inhalt:
Der junge Eisenacher Priester Max wird zu seiner ernst Beichte in die Justizvollzugsanstalt gerufen. Dort eröffnet ihm ein todkranker Bankräuber, dass er fünf Millionen Euro auf einem Schweizer Nummernkonto deponiert habe. Das Passwort hierfür sei auf sechs Frauenkörper eintätowiert.
Nach vielen Gewissensbissen macht sich Max auf die Suche nach den Frauen und bei den ersten wird er auch schnell fündig.
Doch dann gerät das ganze außer Kontrolle. Es gibt Tote und Max gerät unter Mordverdacht und muss auch bald um seine eigenes Leben fürchten.

Meine Meinung:
Der Krimi beginnt eigentlich sofort auf den ersten Seiten.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen.
Die Personen und Charaktere sind gut beschrieben und werden nach und nach vorgestellt. Max als „Motorradpfarrer“ ist authentisch und realistisch.

Die Geschichte selber ist interessant, es wird ein schöner Spannungsbogen aufgebaut. Zur Mitte zu kann man zwar einiges erahnen, aber es kommen trotzdem noch neue Wendungen hinzu und ich bin beim Lesen überrascht wie sich manches entwickelt und gerade dadurch steigt am Ende auch wieder die Spannung.

Für alle die Eisenach kennen, ist es bestimmt doppelt interessant, mit Max und den anderen die Wege und Orte zu begehen.

Mein Fazit:
Ein interessanter Krimi, bei dem einiges ziemlich schnell klar wird, der aber trotzdem bis zum Ende mit Überraschungen und Spannung aufwarten kann.
Von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 08.05.2017

Die fremde Königin

Die fremde Königin
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Die fremde Königin, von Rebecca Gablé,
erschienen beim Bastei Lübbe Verlag

Cover:
Die Farben Schwarz und Gold bringen die „Macht“ deutlich rüber.

Inhalt:
Anno Domini 951: Der junge Gaidemar, ein Bastard ...

Die fremde Königin, von Rebecca Gablé,
erschienen beim Bastei Lübbe Verlag

Cover:
Die Farben Schwarz und Gold bringen die „Macht“ deutlich rüber.

Inhalt:
Anno Domini 951: Der junge Gaidemar, ein Bastard vornehmer, aber unbekannter Herkunft und Panzerreiter in König Ottos Reiterlegion, erhält einen gefährlichen Auftrag: Er soll die italienische Königin Adelheid aus der Gefangenschaft in Garda befreien. Auf ihrer Flucht verliebt er sich in Adelheid, aber sie heiratet König Otto.

Dennoch steigt Gaidemar zum Vertrauten der Königin auf und erringt mit Otto auf dem Lechfeld den Sieg über die Ungarn. Schließlich verlobt er sich mit der Tochter eines mächtigen Slawenfürsten, und der Makel seiner Geburt scheint endgültig getilgt.

Soweit der Klappentext der damit meine Neugier geweckt hat.

Meine Meinung:
Eine gelungene Fortsetzung des Romans „Das Haupt der Welt“, das man aber auch sehr gut ohne Kenntnisse der Vorgängerbuchs lesen kann.

Die Geschichte beginnt gleich mit einer dramatischen Flucht und der Einführung eines der Hauptprotagonisten:
Gaidemar, ein „Bastard“, ein unauffälliger Held, der immer zur Stelle ist wenn man ihn braucht, dem seine Ehre und Loyalität über alles geht, der diese Werte auch schon mal über sein eigenes Glück stellt.

Wir erleben eine Zeit voller politischer Wirren und Kriege. Auch innerhalb der Herrscherfamilien herrschen Intrigen, Neid und Missgunst. So werden Bündnisse geschlossen und wieder hintergangen, dass ich als Leser kaum noch den Überblick habe und mich oft frage: wieso nur? Oder Wer mit Wem gegen Wen?
Alle geschichtlich Interessierten werden voll auf ihre Kosten kommen, denn die Autorin hält sich mit den Fakten eng an die historischen Daten, und die waren zu der Zeit nun mal sehr verwirrend.
Die weltliche und die kirchliche Macht war vermischt und jeder hat irgendwie versucht seine Finger überall drin zu haben und andere zu manipulieren, auszuspionieren und zu beherrschen.

Ein Auf und Ab, in dem wir durch die wunderbar flüssige Schreibweise der Autorin aber viel zur damaligen Zeit lernen, Menschen im Alltag und Menschen an der Macht. Ihre Lebensweise oder auch ihren Kampf ums Überleben.

Die Handlung hat unterschiedliche „Geschwindigkeiten“, mal geht es atemberaubend und Schlag auf Schlag, dann wieder kommen Abschnitte in denen ich mich als Leser eher zurücklegen und entspannen kann.

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und individuell, es gibt die Bösewichte und „Kotzbrocken“ denen wir alles Böse an den Hals wünschen würden und die liebenswürdigen, die uns einfach ans Herz wachsen, mit denen wir bangen, hoffen und wünschen.

Das Nachwort rundet das ganze Buch hervorragend ab und gibt nochmals einen genauen Überblick über die historische Wahrheit und Fiktion.

Autorin:
Rebecca Gablé, Jahrgang 1964, studierte Anglistik und Germanistik in Düsseldorf, wo sie anschließend ein Jahr als Dozentin für altenglische Literatur tätig war. Heute arbeitet sie als freie Autorin. 1997 gelang ihr mit ihrem ersten historischen Roman "Das Lächeln der Fortuna" der Durchbruch. Seither folgten 8 weitere historische Romane, die alle SPIEGEL-Bestseller wurden. Rebecca Gablé lebt mit ihrem Mann am Niederrhein und auf Mallorca.

Mein Fazit:
Ein sehr gut recherchierter Roman über Otto und Adelheid, der sich nahe an die historischen Fakten hält, dessen Handlung aber immer wieder Überraschungen und unerwartete Wendungen bereithält und bestens unterhält.
Einen Helden zum Verlieben präsentiert und ein Ende das für mich als Leser stimmig ist. Von mir sehr gute 4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Gefühle
  • Recherche
  • Schreibstil
Veröffentlicht am 28.04.2017

Doppelt gemoppelt

Doppelt gemoppelt
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Doppelt gemoppelt, ein Debüt von Natalie Neureuther

Cover:
Etwas einfach, kein Eyecatcher und den Bezug zum Buch kann ich auch nicht unbedingt sehen.

Inhalt:
Eigentlich führt die Hamburger Psychologin ...

Doppelt gemoppelt, ein Debüt von Natalie Neureuther

Cover:
Etwas einfach, kein Eyecatcher und den Bezug zum Buch kann ich auch nicht unbedingt sehen.

Inhalt:
Eigentlich führt die Hamburger Psychologin Carla das reinste Bilderbuchleben. Finanziell keine Probleme, beruflich erfolgreich zwei gesunde Kinder ein Mann der sie liebt!
Aber immer häufiger fühlt sie sich unglücklich und will ein anderes, ein aufregenderes Leben.
Als der attraktive Harald in ihr Leben tritt ergreift sie die Gelegenheit und stellt sich als eine ganz andere Person vor. Es beginnt ein Doppelleben, aufregend und neu.
Aber ist es wirklich das was sie will?
Die Lügen werden immer mehr zum Stress und kann der „Schein“ der Wirklichkeit stand halten?

Meine Meinung.
Ein tolles Debüt.
Die Geschichte ist einfach genial, wer hat sich als Frau nicht schon mal in ein anderes Leben beamen wollen? Die Autorin fängt die Situation von Carla wunderbar ein und als Leserin kann ich mich sehr gut mit ihr identifizieren. Durch den Schreibstil (der Leser wird immer wieder direkt angesprochen), schafft sie eine unglaubliche Nähe.
Das Ganze ist herzerfrischend selbstironisch, flott, frech und mit einer gehörigen Portion Sarkasmus und doppelt so viel Humor geschrieben, so dass ich eigentlich ein Dauergrinsen im Gesicht habe.
Carla wird beim Lesen wie eine Freundin und ich lebe und leide mit ihr.
Wirklich klasse ist, wie Carla sich selbst immer wieder hinterfragt und mit sich selber zu Gericht geht um dann doch wie fremdgesteuert zu agieren.
Ihr Doppelleben wird immer anstrengender und sie fällt von einer Lüge in die nächste. Die Spannung wird auch immer größer, wie sie da wohl wieder rauskommen will.

Zwei kleine Kritikpunkte habe ich leider doch.
1. Leider wurde bei der Druckversion die falsche abgespeichert und so halten die Fehlerteufelchen eine ausgelassene Party ab. (wird bei der nächsten Auflage sicher geändert). Also nicht so schlimm.
2. Was mich persönlich mehr stört: Das Ende ist mir dann leider wieder zu platt. Der ultimative Versöhnungssex und alles ist wieder paletti und das Happy End ist perfekt.

Autorin:
Natalie Neureuther, geboren im mittelfränkischen Erlangen, studierte in Bamberg Psychologie und arbeitet in einer Psychotherapiepraxis.

Mein Fazit:
Ein super gelungenes Debüt dass ich auf jedenfall weiterempfehlen kann.
Bei einem so tollen Schreibstil, wünscht man sich ganz einfach mehr davon.
Ich ziehe einen Stern für das Ende ab (denn das ist meine ganz persönliche Ansicht und das sieht wohl jeder anders), und so kann ich aber immer noch ganz hervorragende 4 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 29.03.2017

Frischfleisch war ich auch mal

Frischfleisch war ich auch mal
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Frischfleisch war ich auch mal, vom Wandel der Zeiten

Von Matthias Gerschwitz, erschienen beim pax-et-bonum-verlag

Cover:
Provokativ, mit einem Lächeln.
Im Zusammenhang mit dem Titel passend.

Inhalt:
Matthias ...

Frischfleisch war ich auch mal, vom Wandel der Zeiten

Von Matthias Gerschwitz, erschienen beim pax-et-bonum-verlag

Cover:
Provokativ, mit einem Lächeln.
Im Zusammenhang mit dem Titel passend.

Inhalt:
Matthias Gerschwitz mischt biographische und fiktive Splitter mit Gedanken und aktuellen Themen.
In 23 Kapiteln rund um „älter werden“ und „jung bleiben“, um Haare, Wurst, Fernsehen, homo- und heterosexuelle Menschen kommt er vom hundertsten ins tausendste ohne langweilig zu werden.

Meine Meinung.
Schon das Vorwort ist sehr humorvoll und mit vielen tollen Zitaten gespickt.
Die vielen Zitate begleiten das ganze Buch, ein scheinbar unerschöpflicher Vorrat.

Der Schreibstil ist wirklich bemerkenswert. Locker und heiter werden die einzelnen Geschichten erzählt. Manche sind witziger, mache machen nachdenklich, viele haben eine feine Selbstironie und der Autor kann über sich selbst schmunzeln

Wenn man mit der Zeit (ca. 1960 bis heute) etwas anzufangen weiß, hat man viele „Aha-Erlebnisse“ und es kommen viele eigene Erinnerungen zurück.
Die Geschichten sprühen nur so von Wortakrobatik und Situationskomik.

Ein wirklich schönes Buch für zwischendurch. Auf das Ende zu verliert es ein bisschen von seiner spritzigen Witzigkeit, oder ist es der Gewöhnungseffekt?

Die Illustrationen von Bernd Zeller passen wunderbar und lockern und ergänzen die Geschichten vortrefflich.

Zitat:
Glücklichsein ist ein Maßanzug. Unglückliche Menschen sind jene, die den Maßanzug eines anderen tragen wollen.

Autor:
Matthias Gerschwitz, geb. 1959, gründete nach einem erfolgreich absolvierten Studium in Berlin eine eigene Werbeagentur.
Seit 2007 veröffentlichte er eine Reihe von Büchern.

Mein Fazit:
Eine schöne Auswahl an kurzen Geschichten die mich zum Schmunzeln und „mich selber erinnern“ gebracht haben.
Von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 24.03.2017

Traumtörtchen

Traumtörtchen
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Traumtörtchen, von Julia Simon

Cover:
Ein Eyecatcher, die kleinen Törtchen und die Farben wirken sehr „frisch“.

Inhalt:
Nina ist mit ihrer Situation unzufrieden.
Ich Job macht sie nicht glücklich und ...

Traumtörtchen, von Julia Simon

Cover:
Ein Eyecatcher, die kleinen Törtchen und die Farben wirken sehr „frisch“.

Inhalt:
Nina ist mit ihrer Situation unzufrieden.
Ich Job macht sie nicht glücklich und ihr Freund (Sören), der auch gleichzeitig ihr Chef ist, stellt alles Private hinten an, auch ihre gemeinsame Familienplanung.
Ein eigener Törtchenladen, davon hat Nina immer schon geträumt.
Und als sie diesen nun verwirklicht will, beginnt das Chaos und die Achterbahnfahrt.
Der Eröffnungstermin rückt immer näher, Sören lässt sie am langen Arm verhungern und dass der neue Nachbar, der in Trennung lebende attraktive und charmante Kinderzahnarzt Matthias, ihr Herz zum rasen bringt, macht auch nichts einfacher.

Meine Meinung:
Nach den ersten paar Seiten bin ich sofort in der Geschichte drin.
Nina ist mutig, wie sie ihren Neuanfang mit ihrem Törtchenladen und der Selbständigkeit vorantreibt.
Sie ist sympathisch und ich konnte mich gut in sie hineinversetzten.

Doch dann wieder es mir ein bisschen zu „unwirklich“, zu viel Zufall, zu konstruiert, widersprüchlich und gewollt.
Es ist ein ständiges Auf und Ab zwischen Sören und Matthias.
Mathias ist der Womenizer schlechthin, er ist immer zur Stelle und hilft Nina sogar beim Ausladen des Kofferraums, obwohl sein Wartezimmer voll ist. Leider hat er zwei Kinder für die er alles tut, auch sein eigenes Glück opfern?
Sören ist der Egoist, der zwar seinen Charme spielen lässt, aber im Grunde doch nur an sich denkt.

Das Ganze ist locker und leicht erzählt, mit viel Liebe zum Detail und leider vielen Wiederholungen wenn es um Kuchen und Törtchen geht.
Die Rezepte am Ende sind eine tolle Ergänzung.

Autorin:
Julia Simon, geb. 1969, träumte schon als Kind davon, Autorin zu werden – oder professionelle Kuchenverkosterin.
Nach dem Germanistikstudium arbeitete sie zunächst in Journalismus und Werbung, danach wechselte sie in die Marketingabteilung eines Konzerns und ist dort für das Thema Schreiben zuständig.

Mein Fazit:
Eine schöne Liebesgeschichte, vielleicht ein bisschen zu sehr in Richtung Chicklit, aber auf jedenfall mit Unterhaltungspotential.
Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen, für das Debüt gebe ich dann aber 4 Sterne.