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Veröffentlicht am 13.01.2022

Ein twist jagt den nächsten

Im Auge des Zebras
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Sieben Jungen werden entführt. Zeitgleich und an den verschiedensten Orten in Deutschland. Die Spuren weisen auf ein- und denselben Täter hin. Zudem werden die Eltern der Kinder kurz darauf ermordet. Kriminalhauptkommissarin ...

Sieben Jungen werden entführt. Zeitgleich und an den verschiedensten Orten in Deutschland. Die Spuren weisen auf ein- und denselben Täter hin. Zudem werden die Eltern der Kinder kurz darauf ermordet. Kriminalhauptkommissarin Olivia Holzmann vom LKA Berlin steht vor einem äußerst mysteriösen Fall.
Allein schon das Rätsel des Klappentextes macht einen sofort neugierig auf das Buch. Gleich zu Beginn lernt man die Protagonistin Olivia Holzmann bei einem spektakulären Einsatz kennen und kann sich ein gutes Bild von ihr machen. Die sympathische Ermittlerin ist cool und hat was drauf. Dennoch muss sie ihren ehemaligen Mentor Severin Boesherz und die mittlerweile pensionierte Esther Wardy, die in einem ähnlichen Fall ermittelte, um Mithilfe bitten. Gerade die Figur Boesherz hat mir sehr gefallen, er erinnert mit seiner Denkweise irgendwie an Sherlock Holmes. Mit Boesherz als Protagonisten gibt es im Übrigen zwei Bücher vom gleichen Autor, die muss ich unbedingt lesen.
Erzählt wird die Handlung aus den verschiedensten Perspektiven, die permanent wechseln. Da zu Beginn des Kapitels immer eindeutig dabeisteht, aus wessen Sicht gerade berichtet wird, ist dies auch nicht verwirrend, sondern erhöht nur die Spannung. Und an Spannung fehlt es in diesem Buch wirklich nicht. Ein twist jagt den nächsten und man ist ständig aufs Neue verblüfft. Das Buch ist sehr temporeich und zum Schluss hin gewinnt der Thriller sogar noch mehr an Fahrt bis hin zum großen Showdown. Angenehm kurze Kapitel machen das Buch zu einem richtigen Pageturner, den man gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Das Cover und der Titel waren für mich anfänglich ein Rätsel, die Bedeutung des Ganzen erschließt sich dem Leser erst zum Schluss.
Insgesamt ein Thriller, genau wie ich ihn mag. Spannend und temporeich und voller Überraschungen.

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Veröffentlicht am 20.12.2021

Karin Slaughter bleibt ihrer Linie treu

Die falsche Zeugin
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Endlich wieder etwas Neues von Karin Slaughter, eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Insbesondere die Grant-County und die Georgia-Reihe habe ich geliebt. Das neueste Buch gehört jedoch keiner Reihe ...

Endlich wieder etwas Neues von Karin Slaughter, eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Insbesondere die Grant-County und die Georgia-Reihe habe ich geliebt. Das neueste Buch gehört jedoch keiner Reihe an, sondern ist ein Stand alone.
Die Autorin versteht es auf meisterliche Weise Spannung und ein Gänsehautfeeling zu erzeugen. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund, sondern schockiert ihre Leser mit düsteren Themen und schildert viele Szenen auf brutale Weise. Auch in diesem Buch ist es nicht anders. Es geht um die beiden Schwestern Callie und Leigh, denen in ihrer Jugend Schreckliches widerfahren ist. Sie wurden Opfer von Missbrauch und Gewalt und gerade ein Ereignis verfolgt die beiden noch bis heute. Leigh ist mittlerweile eine erfolgreiche Anwältin geworden und soll nun einen Mann verteidigen, der der Vergewaltigung beschuldigt wird. Erst auf den zweiten Blick muss sie erkennen, um wen es sich bei ihrem Mandanten handelt…

Schon von Beginn an wird eine unglaubliche Spannung erzeugt und man ist sofort von der Geschichte gefangen. Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt, das meiste davon jedoch im Jetzt. In Rückblicken erfährt man nach und nach die ganze Wahrheit über die Ereignisse, die die beiden Schwestern erlebt haben. Callie und Leigh sind zwei spannende und interessante Charaktere. Sie verbindet ihr Geheimnis, ansonsten ist ihr Verhältnis zueinander eher gestört. Doch nun müssen die beiden zusammenhalten. Während Callie die Ereignisse und die Erinnerung daran mit Drogen zu betäuben versuchte, lebt Leigh eher ein typisch amerikanisches Leben. Beide müssen sich jetzt aber der Wahrheit und den Lügen von damals zu stellen.
Das Buch ist gut strukturiert und die Rückblenden eindeutig gekennzeichnet, sodass man immer klar weiß, in welcher Zeitebene man sich befindet. Was mich auch sehr beeindruckt hat ist die Tatsache, dass Karin Slaughter auf die Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft eingegangen ist. Die meisten Autoren gehen ja darüber hinweg und schreiben einfach ihr nächstes Buch, als wäre nie etwas geschehen. Doch hier fand ich die Stimmung der Menschen und ihr Verhalten in der Pandemie sehr gut eingefangen und gelungen umgesetzt.

Insgesamt wieder ein sehr spannender Thriller und trotz seiner Länge ein Pageturner. Karin Slaughter bleibt ihrer Linie treu und ich freue mich schon auf das nächste Buch.

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Veröffentlicht am 14.12.2021

Katz-und-Maus-Spiel vom Feinsten

Meeressarg (Ein Fabian-Risk-Krimi 6)
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Nun also bereits der sechste Fall für Fabian Risk. Und damit neben dem Debüt „Und morgen du“ das bisher beste Buch aus der Reihe. Allein schon der Prolog in dem während einer nervenaufreibenden Kajakfahrt ...

Nun also bereits der sechste Fall für Fabian Risk. Und damit neben dem Debüt „Und morgen du“ das bisher beste Buch aus der Reihe. Allein schon der Prolog in dem während einer nervenaufreibenden Kajakfahrt ein Auto mit zwei Toten am Meeresgrund gefunden wird, ist einfach superspannend geschrieben und man wird sofort von der Geschichte gefangen genommen. Danach gilt es gleich mehrere Handlungsstränge zu verfolgen. Da ist zum einen Dunja, die ehemalige Polizistin, die geradezu fanatisch auf Rache aus ist. Dunja ist abgetaucht und operiert nun gemeinsam mit ihren beiden Freunden Fareed und Quiang im Verborgenen. Das Trio macht Jagd auf Kim Sleizner, Dunjas ehemaligen Chef und will ihn endlich für all seine Taten zur Strecke bringen. Doch auch der Tod der zwei Wasserleichen, muss geklärt werden. Hier setzt der dänische Polizeichef Sleizner einen seiner Männer als Ermittler ein, um sich selbst aus dem Blickfeld der Ermittlungen zu rücken. Und schließlich noch Fabian Risk selbst, der immer noch mit privaten Problemen zu kämpfen hat, die vorrangig seinen Sohn Theodor betreffen.
Für Quereinsteiger ist das Buch zwar geeignet, denn es werden genügend Informationen geliefert, um der Handlung zu folgen. Wer jedoch die ganze Entwicklung der Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren verfolgen will und die Beweggründe für so manche Handlung verstehen möchte, dem sei die chronologische Reihenfolge ans Herz gelegt. Die Perspektiven wechseln ständig und man verfolgt fast atemlos das Geschehen. Am spannendsten empfand ich hier den ständigen Schlagabtausch zwischen Sleizner und Dunja. Einer jagt den anderen, ein wahres Katz-und-Maus-Spiel, das sich permanent in seiner Härte steigert. Es passiert wirklich ständig etwas Neues und man ist mittendrin in der Handlung. Stefan Anhem vermittelt dem Leser ein Gefühl stets ein bisschen mehr zu wissen, doch wenige Seiten später stellt sich das als Fehlglaube heraus, denn es gibt zahlreiche Wendungen und was vorher Fakt war, ist plötzlich Lüge. Alles ist bestens beschrieben, man kann sich unheimlich gut in die Handlung hineinversetzen. Temporeich und zudem wirken die Figuren, auch die Nebencharaktere sehr authentisch. Ein Krimi vom Feinsten.
Ich habe die Reihe rund um Fabian Risk von Beginn an verfolgt. Der erste Fall „Und morgen du“ war bislang mein highlight davon. Doch dieser Band ist wirklich ultraspannend geschrieben stellt alles in den Schatten. Für mich das Krimihighlight des Jahres 2021.

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Veröffentlicht am 22.11.2021

Spannend mit überraschendem Ende

Verloschen: Thriller
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In ihrem bereits sechsten Fall bekommt es die sympathische Rechtsmedizinerin Julia Schwarz mit einem besonders perfiden Serienkiller zu tun. Denn der Täter tötet seine Opfer nicht nur, sondern tauscht ...

In ihrem bereits sechsten Fall bekommt es die sympathische Rechtsmedizinerin Julia Schwarz mit einem besonders perfiden Serienkiller zu tun. Denn der Täter tötet seine Opfer nicht nur, sondern tauscht auch deren Körperteile, wie beispielsweise die Ohren und Hände aus. Kommissar Florian Kessler nimmt mit Julia die Ermittlungen auf…
Wie von der Autorin gewohnt, geht es gleich spannend los. Es tun sich mehrere Handlungsstränge auf und man rätselt wie das alles zusammenhängt. Doch nicht nur hier kann man mitfiebern, denn es gibt auch mehrere Verdächtige und man fragt sich die ganze Zeit, wer hinter dem Täter tatsächlich steckt.
Das hohe Spannungsniveau kann sich bis zum Ende halten und auch hier überrascht Catherine Shepherd ihre Leser mit der Auflösung.
Insgesamt ein temporeiches und äußerst spannendes Buch. Egal, ob es sich um die Reihe mit Julia Schwarz, Laura Kern oder die Zons-Reihe handelt, die Bücher von Catherine Shepherd kann man nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 09.11.2021

Das Böse ist überall

Teufelsnetz
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Nachdem mich „Hexenjäger“, das Debüt von Max Seeck im vergangenen Jahr vollkommen begeistert hat, war ich sehr gespannt auf eine Fortsetzung der Reihe rund um die Kommissarin Jessica Niemi und ihren Partner ...

Nachdem mich „Hexenjäger“, das Debüt von Max Seeck im vergangenen Jahr vollkommen begeistert hat, war ich sehr gespannt auf eine Fortsetzung der Reihe rund um die Kommissarin Jessica Niemi und ihren Partner Jussuf.
Um es gleich vorweg zu nehmen: „Teufelsnetz“ steht dem Erstling in nichts nach, das Buch ist mindestens genau so spannend und rasant wie sein Vorgänger.
Angeknüpft wird an die Ereignisse aus dem ersten Band, man kann das Buch jedoch auch ohne Vorkenntnisse lesen, da alles Relevante erklärt wird. Etwas hat sich jedoch verändert. Erne, der ehemalige Chef und gleichzeitig eine Art Ziehvater für Jessica, ist nicht mehr im Team und wird von allen schrecklich vermisst. An seine Stelle ist nun Helena Lappi (Hellu) getreten, die im Team nicht besonders gut ankommt. Die neue Chefin ist unsympathisch und versucht zudem mit allen Mitteln Jessica loszuwerden.
Im aktuellen Fall geht es um zwei Blogger die vermisst werden. Wenig später wird der Tod einer der beiden in den sozialen Medien verkündet. Ein Fake? Eine weitere Tote, gekleidet wie ein Manga-Mädchen taucht auf. Die Ermittler vermuten einen Zusammenhang mit den beiden Vermissten.
Doch dies ist erst der Anfang, denn es geht um weit mehr als den Umgang mit sozialen Medien. Prostitution, Menschenhandel, Drogen; Max Seeck zieht alle Register. Schon allein der Prolog hat eine verstörende Wirkung. Und dies setzt sich im gesamten Buch fort. Es ist November in Helsinki und genau so ist auch die Stimmung: düster und kalt und das Böse ist überall.

Wie schon im Vorgänger sind die Kapitel größtenteils sehr kurzgehalten. Ständig wechseln die Perspektiven zwischen den Protagonisten. Zudem ist das Buch äußerst temporeich, es passiert ständig etwas und man mag mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören. Wenn ein Buch die Bezeichnung Pageturner verdient, dann ist es dieses. Zahlreiche Wendungen und Überraschungen machen die Handlung unglaublich spannend.
Nachdem im ersten Band das Ende etwas unzufriedenstellend war, ist dieses Mal der Ausgang der Story wesentlich besser gelungen. Dazu noch ein kleiner Cliffhanger am Ende, der jetzt schon die Neugier auf eine Fortsetzung weckt. Ich freue mich jedenfalls schon darauf.

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