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Veröffentlicht am 07.12.2021

ein Polizeibergführer ermittelt

Mord am Watzmann
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Simon Perlinger ist Polizeibergführer in Berchtesgaden. Der junge Mann ist begeisterter Bergsteiger und kann seine Leidenschaft in seinen Beruf voll einbringen. Als ein Ehepaar im Urlaub in den Tod stürzt ...

Simon Perlinger ist Polizeibergführer in Berchtesgaden. Der junge Mann ist begeisterter Bergsteiger und kann seine Leidenschaft in seinen Beruf voll einbringen. Als ein Ehepaar im Urlaub in den Tod stürzt vermutet er entgegen allen Hinweisen ein Verbrechen und beginnt zu ermitteln. Letztendlich möchte er auch den zurückbleibenden Kindern Gewissheit verschaffen, kann er diese doch aufgrund eines eigenen Traumas nachvollziehen. Es gibt zahlreiche Verdächtige und Simon erhält einige Unterstützung aus seinem großen Bekanntenkreis. Viele Charaktere werden in diesem Reihenauftakt vorgestellt, die allesamt so angelegt sind, dass man sie sich als Leser gut vorstellen kann. Mit der einen oder anderen Figur wird es sicherlich noch ein Wiedersehen bzw. -lesen geben. Es gibt eine ausgeklügelt konstruierte Rahmenhandlung und einige kleine Nebenstränge, die diesen komplettieren. Nebenbei fließt immer etwas Lokalkolorit ein. Wissenswertes rund um die Berge, das Wetter dort und wunderbare Landschaftsbeschreibungen fügen sich gut in den Text ein, ebenso wie die Erläuterungen zu den Ermittlungsabläufen.

Immer neue Fakten entdeckt man mit Simon und so kann man herrlich miträtseln, wie sich nun alles auf dem Berg zugetragen hat.

Der Autor hat einen packenden Erzählstil, durch kurze Kapitel mit kleinen Cliffhanger am Ende bleibt der Spannungsbogen bis zum Ende hoch, ich konnte das Buch nur schwer aus den Hand legen. Bis zum Ende gab es immer wieder überraschende Wendungen, die ich so nicht kommen sah.

Ein spannender und unterhaltsamer Krimi, der auch ein bisschen Urlaubsfeeling aufkommen lässt. Mir hat er sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 23.11.2021

Der Antiheld gewinnt

Sörensen hat Angst
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KHK Sörensen hat eine generalisierte Angststörung, das ist keine gute Voraussetzung für einen Mordermittler beim LKA, daher hat er sich von Hamburg in das abgelegenste nordfriesische Nest schlechthin versetzen ...

KHK Sörensen hat eine generalisierte Angststörung, das ist keine gute Voraussetzung für einen Mordermittler beim LKA, daher hat er sich von Hamburg in das abgelegenste nordfriesische Nest schlechthin versetzen lassen. In Katenbüll ist eigentlich nie irgendetwas los ... bis Sörensen kommt. Direkt nach seiner Ankunft sitzt der Bürgermeister erschossen in seinem Stall. Katenbüll ist nicht so friedlich, wie es scheint, wahre Abgründe werden hier nach und nach offenbar. Quer durch das Dorf zieht sich eine Spur des Grauens. Mancher schrullige Dorfbewohner macht den neuen Polizisten verantwortlich, der die Verbrechen schonungslos aufdeckt. Was war die Unwissenheit vorher schön und wie unangenehm ist das mediale Interesse des Skandals, der nun aufgedeckt wird.

Sörensen, der eigentlich zur Ruhe kommen wollte, hat wenig Zeit durchzuschnaufen, aber er meistert seine Krankheit und seinen Alltag sehr gut. Mit Sarkasmus und witzigen Dialogen wird die düstere Stimmung immer wieder aufgelockert. Die Angststörung ist allgegenwärtig und immer mit dabei, die Krankheit fließt detailliert mit in die Geschichte ein, dies stört aber nicht sondern weckt Sympathien für den Mann, der sein Leben zurück will und nicht bereit ist aufzugeben. Unterstützt wird er von Jenny Holstenbeck, dem Praktikanten Malte und zwei eigenbrötlerischen Streifenpolizisten.

Mir hat dieser Krimi sehr gut gefallen. Das Lokalkolorit, die Angststörung, die Charaktere, der Schreibstil und ein verzwickter Fall, der es in sich hat liefern im Zusammenspiel beste Unterhaltung. Die Nebenschauplätze passen sich super ein und bereichern das Geschehen.

Ein besonderer Krimi mit schwarzem Humor und einem ungewöhnlichen Ermittler. Empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 23.11.2021

Sörensen ermitteln wieder

Sörensen fängt Feuer
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Sörensen genießt mit Cord ein Wochenende in Hamburg, als Katenbüll in die nächste Krise steuert. Dem jungen Musiker Ole läuft ein blindes Mädchen im Hemdchen vor sein Auto, sie ist durchgefroren, ihre ...

Sörensen genießt mit Cord ein Wochenende in Hamburg, als Katenbüll in die nächste Krise steuert. Dem jungen Musiker Ole läuft ein blindes Mädchen im Hemdchen vor sein Auto, sie ist durchgefroren, ihre Füsse bluten und auf keinen Fall möchte sie nach Hause.

Sörensen findet bald heraus, woher sie kommt und findet dort eine Leiche. Die Ermittler versuchen herauszufinden, warum das Mädchen im Keller versteckt leben musste und wer die Leiche ist. Wieder sticht Sörensen in ein Wespennest und die Ereignisse überschlagen sich. Er hat alle Hände voll zu tun, dabei wollte er in Ruhe seine Medikamente absetzen und mit einer Therapeutin an der Bewältigung seiner Angststörung arbeiten. Aber nun gibt es eine merkwürdige Sekte mit komischen Ansichten, weitere Leichen und auch Sörensen Vater taucht auf.

Auch der zweite Band der Reihe wartet mit einem vielschichtigen Kriminalfall auf, der nicht so leicht zu durchschauen ist. Die Charaktere sind wieder sehr besonders und gut ausgearbeitet und die Dialoge feinsinnig und teils humorvoll.

Tolle Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 11.11.2021

Lustige Gruselgeschichte

Freddy und Flo: Freddy und Flo gruseln sich vor gar nix!
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Eine sehr witzige Gruselgeschichte für Erstleser und Anfänger, die auch Erwachsenen Spaß macht. Toll als Buch, aber auch super eingelesen von Marc Uwe Kling, der hier sein Stimmrepertoire, ähnlich wie ...

Eine sehr witzige Gruselgeschichte für Erstleser und Anfänger, die auch Erwachsenen Spaß macht. Toll als Buch, aber auch super eingelesen von Marc Uwe Kling, der hier sein Stimmrepertoire, ähnlich wie bei den Kängurugeschichten, hier toll einbringt.
Freddy Feyerabend und seine Schwester Floh ziehen mit dem Vater und dessen neuer Freundin in eine neue Wohnung. Der Neustart als Patchworkfamilie wird von den Geschwistern unterschiedlich aufgenommen, besonders die große Schwester Floh hat Probleme die Situation zu akzeptieren.
Freddy freut sich eher über seine neuen Entdeckungen, die ihn alsbald völlig begeistern und in Anspruch nehmen. Er vermutet Vampire, Hexen und andere Wesen hinter den Fassaden der Nachbarn. Tatsächlich hat er Recht mit seinen Annahmen und nach anfänglichen Schwierigkeiten stolpert die ungewöhnliche Hausgemeinschaft gemeinsam mit den Kinder in ein Abenteuer und löst ein wichtiges Problem. Es einsteht ein harmonisches Miteinander. Schön, dass dabei auch die neue Frau des Vater mit von der Partie ist.

Eine tolle Geschichte, die uns als Buch und anschließend noch als Hörbuch super unterhalten hat. Die einzelnen Charaktere sind liebevoll ausgestaltet und wurden von der Illustratorin gut in Szene gesetzt. Mit hat besonders gefallen, wie die Charaktere sich letztendlich ergänzten und halfen. Vorurteile konnten überwunden werden und auch die familiären Probleme verminderten sich. Eine unterhaltsame Geschichte mit schöner Botschaft.

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Veröffentlicht am 08.11.2021

Der lange Weg zurück

Der Flug des Raben
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Richard Wagamese hat in diesem Werk seine eigene Biografie zu großen Teilen einfließen lassen.

Es gab viele indigenen Kinder, die in Kanada Opfer der Aktionen von Staat und Kirche wurden. Ziel war es ...

Richard Wagamese hat in diesem Werk seine eigene Biografie zu großen Teilen einfließen lassen.

Es gab viele indigenen Kinder, die in Kanada Opfer der Aktionen von Staat und Kirche wurden. Ziel war es die indigenen Spuren zu vernichten, dazu wurden Kinder den Familien entrissen, in Pflegeheime oder -Familien gegeben, um sie wunschgemäß angepasst zu erziehen.
Garnet Raven, dem Protagonisten ergeht es so, mit 3 Jahren wird er entführt und seine Lebensreise durch verschiedene Pflegefamilien beginnt, die schließlich (mit Anfang 20) in einer Haftstrafe mündet. Dort macht ihn sein Bruder ausfindig, der ihn nach Hause einlädt. Garnet ist unschlüssig, welchen Weg er einschlagen soll, er liebt Blues, trägt Afro, kennt dort niemanden und spricht eine andere Sprache.

Mit der Hilfe Keepers einem „Paten“, gelingt es ihm nach einiger Zeit wirklich bei seinem Stamm, den Ojibwe, anzukommen. Es ist eine schön zu erlebende win-win Situation, die Freundschaft hilft beiden Männern, denn auch Keeper hat ein Problem.

Wagamese erzählt direkt und einfach, ein eingängiger Stil, der mir gut gefällt und die Empfindungen gut transportiert.

Ein emotionaler Roman mit wichtigen Themen: Gemeinschaft, Liebe und Respekt gegenüber den Menschen und der Natur sind in die Handlung eingebunden und als Grundanschauung spürbar. Die Lebensweisheit, der Humor und die Herzlichkeit des Stammes sind berührend geschildert.

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