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Nancy0705

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Veröffentlicht am 30.11.2021

Eine hoffnungslose Liebe

Kastanienblüte
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Nachdem Lui aus dem Krieg zurückkehrt trifft er seine Jugendliebe Klara wieder. Diese führt mittlerweile den hiesigen Gasthof des Dorfes und ist verheiratet, jedoch gilt ihr Mann seit dem Krieg als verschollen. ...

Nachdem Lui aus dem Krieg zurückkehrt trifft er seine Jugendliebe Klara wieder. Diese führt mittlerweile den hiesigen Gasthof des Dorfes und ist verheiratet, jedoch gilt ihr Mann seit dem Krieg als verschollen. Als die beiden sich wieder sehen, merken sie schnell, dass ihre Liebe noch lange nicht erloschen ist, doch genau da taucht plötzlich Klaras Mann wieder auf, wodurch die junge Liebe - erneut - unter keinem guten Stern steht.

Der erste Roman "Kastanienblüte" von Gabriele Fritsch erzählt von einer jungen, zum Scheitern verurteilten, Liebe Ende des 1. Weltkrieges.

Der Schreibstil ist sprachlich an jene Zeit angepasst, jedoch mir etwas zu einfach und zu ruhig. Manche Stellen hätten noch etwas sprachlich ausgestalteter sein können. Nichtsdestotrotz liest sich das Buch jedoch recht angenehm.

Teilweise beim Lesen gestört, haben mich die fehlenden Zeitangaben. So war es an manchen Stelle schwierig nachzuvollziehen, wieviel Zeit zwischen den Ereignissen vergangen ist und in welchen Jahr wir uns mittlerweile befinden.

Besonders gut gefallen, hat mir die wechselnde Erzählperspektive. So bekam man die Chance die Geschichte aus verschiedenen Winkeln zu erleben.

Bei der Handlung und den Charakteren hat mir tatsächlich leider die Tiefe gefehlt.

Die Charaktere, vor allem die Randcharaktere, werden teils nur oberflächlich angerissen und ihre Geschichten scheinen recht nebensächlich. Lediglich Lui und Klara sind ausdifferenzierter.

Auch finde ich die Handlung recht eindimensional, da sie sich ausschließlich um die hoffnungslose Liebe von Lui und Klara dreht. Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass die beiden sich lieben und wollen, schnell merkt man jedoch, dass dies nahezu unmöglich ist. Diese Tatsache zieht sich wie ein roter Faden bis zum Ende durch.. Lui trauert Klara hinterher und umgekehrt, aber beide leben ihr Leben (über Jahre hinweg) weiter und versuchen damit klar zu kommen. Mehr passiert leider im Endeffekt nicht. Auch das Ende bringt dann nicht die erhoffte Erfüllung der Liebe, da sie diese weiterhin mehr oder weniger heimlich leben müssen.

Man merkt deutlich - sowohl in den Charakteren als auch der Handlung - dass das Hauptaugenmerk bei Lui und Klara liegt, was die ganze Geschichte recht einseitig werden lässt.

Aufgrund dieser Einseitigkeit hat sich das Buch leider etwas gezogen und war an der ein oder anderen Stelle etwas langatmig.

FAZIT

Alles in allem ein nette Geschichte für zwischendurch, in der leider nicht allzu viel passiert und die dadurch für mich keine richtige Spannung aufbauen konnte.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

wenig fesselnd und spannend

Minnesota
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In "Minnesota" erzählt Jo Nesbø eine Geschichte auf zwei Zeitebenen. Im Jahr 2022 berichtet ein Schriftsteller in der Ich-Form davon, wie er versucht, Mordfälle aus dem Jahr 2016 zu rekonstruieren. Damals ...

In "Minnesota" erzählt Jo Nesbø eine Geschichte auf zwei Zeitebenen. Im Jahr 2022 berichtet ein Schriftsteller in der Ich-Form davon, wie er versucht, Mordfälle aus dem Jahr 2016 zu rekonstruieren. Damals ermittelte der Polizist Bob Oz in Minnesota in mehreren brutalen Mordfällen, eingebettet in ein gesellschaftlich und politisch extrem angespanntes Klima.
Die Ereignisse von 2016 werden aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert, während die Erzählebene von 2022 eine rückblickende, kommentierende Funktion einnehmen soll.

Ich muss sagen: "Minnesota" von Jo Nesbø konnte mich leider gar nicht abholen.
Schon der Einstieg war für mich eine echte Zumutung. Über viele Seiten hinweg war ich völlig orientierungslos: Wer erzählt gerade? In welchem Jahr befinde ich mich?
Statt Neugier oder Spannung zu erzeugen, hat mich der Roman von Anfang an eher verwirrt.

Die doppelte Erzählebene hätte interessant sein können, empfand ich letztlich jedoch eher als unnötig kompliziert und schlecht austariert. Besonders der Strang von 2022 hat sich für mich nie wirklich erschlossen. Auch nach dem Ende des Buches habe ich nicht verstanden, welchen echten Beitrag diese Erzählebene leisten sollte. Dass dieser Erzählstrang gegen Ende fast vollständig verschwindet, bestätigt für mich eher, wie überflüssig er letztlich ist.

Noch problematischer fand ich jedoch das Erzähltempo. Die Geschichte zieht sich für mich quälend langsam dahin. Bis weit ins letzte Drittel hinein hatte ich das Gefühl, dass kaum etwas passiert, das wirklich relevant oder spannend wäre. Viele Passagen wirken aufgebläht, redundant und ermüdend. Statt Spannung aufzubauen, verliert sich der Roman immer wieder in Perspektivwechseln und Nebenfiguren, die kaum im Gedächtnis bleiben. Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem ich mich so sehr zum Weiterlesen zwingen musste.
Die wenigen spannenden Momente am Ende kommen viel zu spät und können den zuvor entstandenen Eindruck von Langatmigkeit für mich nicht mehr retten.

Ein großes Problem war für mich zudem die Hauptfigur Bob Oz.
Ja, er ist ein Antiheld: alkoholkrank, aggressiv, respektlos, traumatisiert und vollkommen regelresistent. An sich ist das nichts Neues – problematisch wird es dort, wo diese Eigenschaften nicht mehr kritisch reflektiert, sondern fast schon routiniert abgespult werden. Bob Oz war mir von Anfang an unsympathisch, und das änderte sich im Laufe des Romans kein bisschen. Sein Verhalten gegenüber anderen und insbesondere gegenüber Frauen empfand ich als unangenehm und teilweise auch altmodisch. Dass seine Vergangenheit als Erklärung herangezogen wird, reicht mir nicht aus.
Für mich bleibt er eine Figur, zu der ich keinerlei Beziehung aufbauen konnte und ohne diese emotionale Bindung fehlt mir schlicht die Motivation, ihm über mehrere hundert Seiten zu folgen.

Stilistisch war das Buch an sich zwar solide, aber auch hier hatte ich das Gefühl, dass noch mehr möglich gewesen wäre.
Die Sprache ist kühl, teilweise beinahe monoton, und trägt stark zur zähen Wirkung des Romans bei. Atmosphäre ist zwar vorhanden – Minnesota wirkt kalt, düster und gesellschaftlich zerrissen –, doch diese Stimmung allein reicht für mich nicht aus, um über die erzählerischen Schwächen hinwegzutrösten.

Positiv hervorheben kann ich lediglich, dass der Roman aktuelle gesellschaftliche und politische Themen aufgreift. Rassismus, Polizeigewalt, die Präsidentschaftswahl und die Debatte um Waffengesetze sind klar präsent und verleihen der Geschichte eine gewisse zeitgeschichtliche Relevanz. Allerdings hatte ich auch hier oft das Gefühl, dass diese Themen eher angerissen als wirklich tiefgehend verarbeitet werden.

Fazit

Am Ende bleibt für mich ein insgesamt enttäuschender Eindruck. "Minnesota" von Jo Nesbø ist für meinen Geschmack überkonstruiert, erzählerisch schleppend und mit einer Hauptfigur ausgestattet, die mir das Weiterlesen eher verleidet als schmackhaft macht.
Die überraschende Auflösung am Schluss ist zwar gut gemacht, kommt aber viel zu spät, um das vorherige Leseerlebnis für mich noch zu retten.

  • Einzelne Kategorien
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2023

Leider nicht meins

Der schlauste Mann der Welt
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Einfach mal nichts tun – den ganzen Tag rein gar nichts machen und sich einfach dem Leben hingeben. Das ist das Lebensmotto von Jens Leunich.
Was so einfach klingt, ist manchmal jedoch ganz schön schwierig. ...

Einfach mal nichts tun – den ganzen Tag rein gar nichts machen und sich einfach dem Leben hingeben. Das ist das Lebensmotto von Jens Leunich.
Was so einfach klingt, ist manchmal jedoch ganz schön schwierig.
Doch am Ende zahlt es sich aus, denn das 'Nichts tun' ist für Jens Leunich der Weg, die Menschheit zu retten.
Wie das gehen soll? Das will Jens Leunich der Welt niederschreiben, doch gegen seine sonstigen Gewohnheiten muss er sich damit beeilen, denn ihm bleiben nur noch zehn Tage, bevor sein Leben endet.

Ein sehr interessanter und vielversprechender Ansatz.
Ein Mann, der den ganzen Tag nichts macht und trotzdem genug Geld zum Leben hat?
Und dann auch noch der Meinung ist, mit dieser Art und Weise die Welt retten zu können?
Und warum genau muss er in 10 Tagen sterben?

In der Story wird 'Faulheit' bzw. 'Nichts tun' völlig neu gedacht und definiert.
'Nichts tun' als eine Art Meditationsübung, die die Menschheit wieder ins Gleichgewicht rücken kann.
Wozu arbeiten alle und strengen sich an?
Was wäre, wenn alle Menschen nichts tun würden?

Ganz klares Plus war auf jeden Fall Matthias Koeberlin als Sprecher.
Seine Art zu sprechen ist absolut einnehmend und überzeugend.
Er hat eine super entspannte, melodische, wohlklingende Stimme bzw. Stimmführung und schafft damit eine sehr angenehme Höratmosphäre.
Eine Stimme, der man wirklich gern lauscht und bei der man sich wohlfühlt.

Der Inhalt und der Protagonist dagegen waren leider überhaupt nicht meins.

Jens Leunich als Protagonist ist mir in keinerlei Hinsicht während des Hörens sympathisch geworden.
Ich konnte mich nicht mit ihm identifizieren oder mich in ihn hineinversetzen und ihn irgendwie verstehen.
Meiner Meinung nach ist er egozentrisch und nur am eigenen Wohl interessiert, auch wenn er dafür allerlei Begründungen findet, die sein Verhalten als 'weltverbessernd' und 'selbstlos' rechtfertigen.
Kaum wird es schwer für ihn, zieht er die Reißleine und will aufgeben, weil er in Wahrheit sein eigenes Leben gar nicht auf die Reihe bekommt und eben nicht weiß, wie man wirklich lebt.
Im Grunde ist er eigentlich ziemlich unselbstständig und nicht lebensfähig, wenn das Schicksal es nicht gerade gut mit ihm meint.

Auch die Storyline hat leider für mich keinen Mehrwert.
Ich habe mich am Ende gefragt, was ich aus der Geschichte mitnehmen soll.

SPOILER

Wenn ich keine Lust auf Arbeit habe, zieh’ ich ein kriminelles Ding durch und ruhe mich mein Leben lang darauf aus?
Rühre kein Finger mehr für nichts und niemand, werfe mein Geld aus dem Fenster und laufe, wenn es Probleme gibt, immer wieder davon?
Und wenn es dann doch ein gravierendes Problem gibt, setze ich meinem Leben einfach ein Ende, ohne überhaupt versucht zu haben, das Problem anzugehen?
Und am Ende wird durch eine fast schon schicksalshafte Fügung doch alles wieder gut?
Ich weiß nicht...

SPOILER Ende

Einzig und allein für mich spannend, waren tatsächlich die Frage, woher Jens Leunich so viel Geld hatte, um nichts mehr machen zu müssen, wobei die recht schnell beantwortet wurde, und die Frage, weswegen sein Leben in 10 Tagen endet, was man, wenn man ihn kennengelernt hat, sich teils auch irgendwie schon denken kann.

Leider war die Handlung dadurch für mich überhaupt nicht spannend und es fiel mir teils schwer noch weiterzuhören, da sie mich überhaupt nicht catchen konnte.

Fazit
Alles in allem für mich absolut nicht überzeugend.
Der Protagonist war mir leider mehr als unsympathisch und die Story erschien mir weltfremd, fast schon utopisch.
Der Sprecher hat tatsächlich großartige Arbeit geleistet, was mich jedoch nicht über den Inhalt hinwegtrösten konnte.


  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Sprecher/Stimme
  • Erzählstil
  • Geräuschkulisse/Musik
  • Cover
Veröffentlicht am 25.05.2021

Schwache Charaktere und langatmige Storyline

Himmel oder Hölle?
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Inhalt

Das siebte Buch der Autorin Mel Wallis de Vrie "Himmel oder Hölle" handelt von der 17 - jährigen Danielle, welche während eines Skiurlaubes mit ihren drei besten Freundinnen, den gutaussehenden ...

Inhalt

Das siebte Buch der Autorin Mel Wallis de Vrie "Himmel oder Hölle" handelt von der 17 - jährigen Danielle, welche während eines Skiurlaubes mit ihren drei besten Freundinnen, den gutaussehenden und mysteriösen Student Dante kennenlernt. Wieder zurück in ihrer Heimat laufen die beiden sich (zufällig) über den Weg und beginnen sich zu treffen, was Danielle jedoch ihrem Umfeld verschweigt.
Doch schnell stellt sich heraus, Dante hat ein dunkles Geheimnis: Seine Ex Freundin Florine wurde ermordet, er war/ist der Hauptverdächtige und der wahre Täter ist immer noch nicht gefasst.
Zudem fühlt Danielle sich zunehmend beobachtet und verfolgt.
Was steckt hinter all dem?

Cover und Gestaltung

Das Cover gefällt mir sehr gut. Die Farben sind sehr dezent und dunkel, bis auf einige rote Akzente, gehalten, was perfekt zu dem Genre und der mysteriösen Stimmung passt.
Leider konnte ich zwischen den Titel und den Inhalt des Buches keinerlei Zusammenhang finden.
Zudem ist der Klappentext leider für mich etwas zu vielsagend, sodass er der Handlung des Buches viel vorwegnimmt. Dieser Umstand reduziert leider die Spannung des Buches enorm.
Ein positiver Aspekt der Gestaltung ist die Triggerwarnung des Buches, welche jedoch getrost durch eine Vielzahl weiterer Punkte ergänzt werden kann.

Schreibstil

Der Schreibstil ist sehr locker und einfach gehalten.
Dadurch lässt sich das Buch sehr angenehm und schnell lesen.
Insgesamt einfach typisch, aber auch angemessen für ein Jugendbuch und gefällt mir sehr gut.

Aufbau

Den Aufbau des Buches finde ich sehr gelungen, da er viel zur Spannung beiträgt.
Der Leser befindet sich zu Anfang sofort in einer Szene des Höhepunktes der Story an "Tag 0".
Anschließend gibt es einen Zeitsprung um 17 Tage vor dem Ereignis. Die weiteren Kapitel zählen dann, Countdown - artig, immer weiter runter bis zu "Tag 0". Zwischendurch gibt es außerdem stets Sequenzen von diesen Tag.
Durch jenen Aufbau ist der Leser, den Akteuren immer einen Schritt voraus, da er weiß, was diesen passieren wird. Jedoch bleibt man zunächst im Dunkeln um die weiteren Umstände und Personen der Situation, was eine zunehmende Spannung schafft.
Leider habe ich als Leserin fortdauernd irgendwann nur noch auf diesen "Tag 0" entgegengefiebert sodass die Zwischenteile etwas langweilig wurden.

Zudem waren diese Zwischensequenzen leider sehr langatmig.
Viel spannendes passiert bis auf die letzten 60/70 Seiten nicht.
Es schien als wolle dem Leser ein möglichst großer Pool an erwägenswerten Tätern geboten werden. Der eigentliche Täter ist dann allerdings für mich am Ende zwar unerwartet, jedoch auch sehr an den Haaren herbei gezogen.
Außerdem fehlt hier, meiner Meinung nach, in der Auflösung rund um den Täter die nähren Umstände und Hintergründe zu den Motiven.
Man wird als Leser sehr schnell abgespeist mit einer eher ernüchternden Erklärung, welche unfundiert bleibt.

Charaktere

Die Charakter sind meiner Meinung nach alle sehr unsympathisch und klischeehaft sodass ich mich mit keinen wirklich anfreunden konnte.
Danielle ist ein ( fast übertrieben) schüchternes Mädchen mit 0 Selbstwertgefühl und eigener Meinung, welches mit sich umspringen lässt wie es allen gerade passt. Es zeigt sich hier keinerlei Charakterstärke, was sich leider auch bis zum Ende des Buches nicht ändert.
Ihre zwei "Freundinnen" Loulou und Robin sind die Oberzicken, da sie sich für besser als als alle anderen halten. Sie mobben, erniedrigen und werten Dany fortwährend nur ab.
Während des ganzen Buches ist zwischen den beiden und Danielle nicht eine wirklich freundschaftliche Geste zu erkennen oder aufrichtig nette Worte zu hören.
Trotzdem wird bis zuletzt an dieser toxischen Beziehung festgehalten.
Ebenso verhält es sich mit Dante, welche sehr manipulativ, dominant und harsch in Erscheinung tritt.
Jedoch verliebt sich Dany blind und lässt sich von ihm kommandieren.
All diese problematischen Verhaltensweisen und Charakterzüge werden nicht näher kritisch thematisiert und erklärt.
Es gibt im Laufe der Handlung keinerlei Charakterentwicklung oder "Lehre", was ich (vor allem für ein Jugendbuch) sehr schade finde.
Der einzige Charakter der für mich wirklich Sympathie aufbauen konnte war lediglich Danielles Freundin Madelief. Sie war als Einzige eine wahre Freundin für Dany und war stets freundlich sowie nett zu ihr und verteidigte sie.
Jedoch half mir dies nicht, über die ansonsten unsympathischen Charaktere hinweg.

Fazit

Allem in allem konnte das Buch mich (aus den oben genannten Gründen) leider nicht von sich überzeugen.
Schwache Charaktere, ohne jegliche Weiterentwicklung und kritischer Auseinandersetzung, was, meiner Meinung nach, dazu führt das für Jugendliche ein "falsches" beziehungsweise "toxisches" Bild suggeriert wird!

Zudem lässt das Buch viele Handlungsstränge unvollendet und lediglich kurz angerissen. Es fehlt hier definitiv an vielen Stellen die nötige Tiefe.

Das Buch lies mich zusammengefasst mit einen enttäuschten und ernüchternden Gefühl zurück und ich würde es nicht noch ein zweites Mal lesen wollen! :/

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Veröffentlicht am 17.01.2026

nicht zeitgemäß

Not My Type
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„Not my Type“ von Lucy Score begleitet, Francesca - von allen nur Frankie genannt -, die ihre Rolle als erste Brautjungfer extrem ernst nimmt. Für ihre beste Freundin würde sie alles tun, und genau das ...

„Not my Type“ von Lucy Score begleitet, Francesca - von allen nur Frankie genannt -, die ihre Rolle als erste Brautjungfer extrem ernst nimmt. Für ihre beste Freundin würde sie alles tun, und genau das muss sie auch, als ausgerechnet kurz vor der luxuriösen Traumhochzeit alles schiefläuft, was nur schieflaufen kann. Der Bräutigam wird entführt, die Hochzeitsgesellschaft entpuppt sich als Ansammlung arroganter, reicher und völlig realitätsferner Menschen, und Chaos scheint vorprogrammiert.
An Frankies Seite steht dabei ausgerechnet Aidan Kilbourn, der Trauzeuge des Bräutigams: wohlhabend, kontrollierend, selbstgefällig – und für Frankie der Inbegriff all dessen, was sie eigentlich meidet. Während sie versucht, die Situation zu retten und einen kühlen Kopf zu bewahren, funkt Aidan ihr nicht nur organisatorisch dazwischen, sondern auch emotional.

Dieses Buch war für mich eine absolute Ausnahme – und leider keine gute. „Not My Type“ von Lucy Score ist das erste Buch meines Lebens, das ich nicht zu Ende gelesen habe, weil ich es einfach so unfassbar schlecht fand. Und das ist mir wirklich noch nie passiert.

Schon die Protagonist*innen waren für mich ein großes Problem. Sie wirkten auf mich extrem flach, klischeehaft und vor allem: unsympathisch. Ich konnte ihre Handlungen kaum nachvollziehen, ihre inneren Konflikte fühlten sich konstruiert an, und eine emotionale Verbindung kam bei mir zu keinem Zeitpunkt zustande.
Leider galt das nicht nur für die Hauptfiguren, sondern auch für die Nebencharaktere. Besonders die reichen Brautjungfern waren für mich kaum erträglich: verzogen, überheblich, eindimensional und einfach nur nervig. Keine Nuance, keine Brechung, nichts, was sie irgendwie menschlich oder interessant gemacht hätte.

Die Handlung selbst hat mein Leseerlebnis zusätzlich massiv verschlechtert. Der Einstieg mit der Entführung war derart überdramatisch und gleichzeitig so realitätsfern, dass ich schon hier stark ins Zweifeln kam. Was mich aber wirklich fassungslos zurückgelassen hat: Diese zentrale Konfliktsituation war nach nicht einmal der Hälfte des Buches im Grunde abgeschlossen. Ich saß da und habe mich ernsthaft gefragt, was jetzt eigentlich noch kommen soll. Die Antwort schien zu sein: Sex, Leerlauf und Bedeutungslosigkeit. Viel expliziter Sex, wenig Handlung, kaum Entwicklung. Für mich fühlte sich das nach erzählerischer Ideenlosigkeit an und es war schlicht langweilig.

Auch mit dem Schreibstil bin ich überhaupt nicht warm geworden. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, allerdings nicht in Form eines Ich-Erzählers oder klar abgegrenzter personaler Sichtweisen, sondern durch einen allwissenden Erzähler, der permanent in die Köpfe aller Figuren springt und Gedanken, Gefühle und Motivationen erklärt. Für mich war das extrem anstrengend zu lesen, teilweise sogar verwirrend.

Das Schlimmste an diesem Buch waren für mich jedoch die Ansichten, die darin völlig unkritisch reproduziert werden. „Not My Type“ strotzt meiner Meinung nach nur so vor Sexismus, Vorurteilen, Bodyshaming und problematischen Rollenbildern, und nichts davon wird reflektiert oder hinterfragt. Im Gegenteil: All das wird als normal, sexy oder witzig dargestellt. Dazu kommen extrem vulgäre Ausdrücke, eine sehr derbe Sprache und Beschreibungen, die ich nicht nur unangenehm, sondern schlicht nicht mehr zeitgemäß finde. Das Ganze wirkte auf mich altmodisch, respektlos und in vielen Momenten einfach daneben.

Fazit

Unterm Strich bleibt für mich eine riesige Enttäuschung. Ich hatte mir etwas völlig anderes erhofft und stattdessen ein Buch bekommen, das ich als oberflächlich, langweilig und inhaltlich problematisch empfunden habe. Dass ich es abbrechen musste, sagt für mich alles. „Not My Type“ von Lucy Score war für mich nicht nur „nicht mein Typ“, sondern leider ein echtes Negativhighlight.

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