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Veröffentlicht am 04.12.2021

Unterhaltsamer, spannender Thriller, der sein Potenzial nicht ausschöpft…

Waldeskälte
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Das Cover hat mich direkt angesprochen. Die Farbgestaltung und das Motiv vermitteln direkt den Eindruck dass spannenden Dinge im Wald passiert sind, dass der Täter Interesse hat, das Ganze in den Nebel ...

Das Cover hat mich direkt angesprochen. Die Farbgestaltung und das Motiv vermitteln direkt den Eindruck dass spannenden Dinge im Wald passiert sind, dass der Täter Interesse hat, das Ganze in den Nebel der Verwiegenheit zu hüllen, damit ja nichts ans Sonnenlicht kommt. Man ist bei dem Buch direkt mitten im Geschehen, was mir sehr gut gefällt.

Das Cover vermittelt es schon, aber ich war überrascht wie die düstere Stimmung des Handlungsortes durch das ganze Buch durchgezogen wurde. Fand ich aber sehr passend, weil es die Geschichte gut unterstützt. Man fühlt sich direkt in die regnerische, düstere Bergregion versetzt. Der Autor bekommt die Atmosphäre des Ortes, des Buches, der Geschichte sehr gut vermittelt. Ähnlich wie der Handlungsort selbst ist auch die Protagonistin Valeria Ravelli eher distanziert und unnahbar für den Leser, was aber nicht stört, im Gegenteil, es macht die Figur glaubhafter. Schliesslich war Ravelli selbst eine der drei Mädchen, die vor einundzwanzig Jahren verschwunden sind und die Einzige, die lebend wieder aufgetaucht ist. Das macht etwas mit einem Menschen, vor allem wenn er zum Zeitpunkt der Entführung erst vierzehn Jahre alt war. Entsprechend habe ich die Charakter und die Figur Ravelli sehr glaubhaft wahrgenommen.

Die Geschichte an sich gefällt mir sehr gut. Die Entführung vor einundzwanzig Jahren, die nie aufgeklärten Mordfälle, erneuter Fall in der Gegenwart. Da war sehr viel Potenzial. Leider wurde meiner Meinung nach das Potenzial nicht voll ausgeschöpft, bzw. war mir Manches was wahrscheinlich mystisch und übernatürlich wirken sollte einfach zu abstrakt, weil ich nicht an solche Dinge glaube. Es wurde zwar dann später schlüssig aufgelöst, aber in meinem Fall ging das zu Lasten der Spannung.

Insgesamt ein solider, lesbarer, durchaus unterhaltsamer und spannender Thriller mit etwas verschenktem Potential.

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Veröffentlicht am 04.12.2021

Unterhaltsame Familiensaga im Berliner der 20er Jahre

Berlin Friedrichstraße: Novembersturm
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Der Auftaktroman der neuen Reihe überzeugt am Anfang mehr als zum Ende hin.
Drei sehr unterschiedliche Frauen stehen im Zentrum des Geschehens. Luise und Ilse haben es aufgrund ihrer gesellschaftlichen ...

Der Auftaktroman der neuen Reihe überzeugt am Anfang mehr als zum Ende hin.
Drei sehr unterschiedliche Frauen stehen im Zentrum des Geschehens. Luise und Ilse haben es aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung im Leben einfacher als die Dritte, Ella, ein Arbeiterkind. Alle drei Frauen werden in dieselbe Zeit hineingeboren, die durch ein sehr klassisches und traditionelles Frauenbild geprägt ist. Alle drei versuchen auf sehr unterschiedliche Art und Weise mit dem traditionellen Frauenverständnis zu brechen, ob bewusst und provokant bei der Einen und in völlig anderer Art bei den Anderen. Da ich nicht spoilern will, verrate ich nur, dass der Bruch auch durch die sexuelle Orientierung erfolgt.
Eine abweichende sexuelle Orientierung wurde damals noch viel weniger akzeptiert als heute und wenn überhaupt, dann nur bei „Randgruppen“ wie Künstlern und Intellektuellen, aber nicht bei Töchtern und Söhnen aus einem „guten, bürgerlichen Haus“.
Ilse kämpft gegen ihren konservativen Vater an und wünscht sich gleichzeitig seine Aufmerksamkeit, die aber nur der ältere Bruder Johannes bekommt. Von Johannes wird erwartet, dass er der Erste und Beste in allem ist. Zu Beginn wird er dieser Anforderung durchaus gerecht. Luise ist verliebt in die beiden Nachbarjungs Robert und Johannes und beide lieben auch Luise und buhlen um ihre Gunst. Luise ist intelligent und modern und arbeitet bei der Kripo.

Die Geschichte dreht sich um die drei Frauen und die beiden Männer. Der Roman beginnt in den 1920er Jahren, in einer gesellschaftlich und politisch sehr spannenden und unsteten Zeit. Einerseits wird Zeitgeschichte erzählt und andererseits auch das ganz normale Leben, oder doch nicht so ganz normale Leben, der 5 Protagonisten. Denn was ist in einer Kriegszeit schon normal.
Man fiebert und leidet mit den Protagonisten.

Das Buch hat viele schöne, spannende und unterhaltsame Momente und gefällt mir sehr gut. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und die Geschichte glaubhaft und nachvollziehbar aufgebaut. Manche Entwicklungen sind zwar sehr voraussehbar, aber dennoch unterhaltsam beschrieben. Schön auch wie der Bahnhof Friedrichsstraße in Berlin in die Geschichte eingebunden wird, mit allen Höhen und Tiefen.

Schade finde ich nur, dass doch sehr deutlich wird, dass die Geschichte noch weitergeht, was die Spannung ein bisschen nimmt und es eher eine unterhaltsame Erzählung wird, aber dennoch von meiner Seite eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 04.12.2021

Zunächst unterhaltsam, dann leider nicht überzeugend

Erben wollen sie alle
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Ich habe mich sehr auf das neuste Buch der Autorin Tessa Henning „Erben wollen sie alle“ gefreut. Ich mag den Bezug zu Spanien, denn ich war schon oft auf Mallorca und auch in Soller und war direkt angetan ...

Ich habe mich sehr auf das neuste Buch der Autorin Tessa Henning „Erben wollen sie alle“ gefreut. Ich mag den Bezug zu Spanien, denn ich war schon oft auf Mallorca und auch in Soller und war direkt angetan vom Ort der Handlung. Zuerst ging es ganz unterhaltsam los und ich war gespannt was sich Bianca für ihre bucklige Verwandtschaft überlegt hatte. Nur wer sie wirklich liebt, soll später erben... was steckt da wohl dahinter?

Bianca, unsere Hauptfigur, feiert ihren 75. Geburtstag zusammen mit ihrer neuen liebe „Wolfi“ Wolfgang. Die Beiden planen eine Weltreise und deshalb möchte Bianca ihre Finca auf Mallorca verkaufen. Als die Kinder dies erfahren, sind sie besorgt, dass Wolfi ein Heiratsschwindler sein könnte, der ihre Mutter nur ausnehmen will…und sie dabei ganz nebenbei um ihr Erbe bringen wird. Das gilt es zu verhindern und so reist die ganze Verwandtschaft nach Mallorca, um sich Klarheit zu verschaffen.

Bianca ist eine sympathische und aktive Frau, die noch einmal durchstarten und etwas erleben möchte, sie will die Welt entdecken und sich vom materiellen Ballast trennen. Der Kontakt mit den Kindern ist eingeschlafen und sie hatten sie bisher selten bis gar nicht auf Mallorca besucht.
Die Geschichte wird aus den verschiedenen Perspektiven der einzelnen Familienmitgliedern erzählt. Es geht um dieselben Themen, die jede Familie erlebt… Wünsche, Hoffnungen, Zuneigung, Enttäuschungen, missverstandene Kommunikation. In Bianca´s Familie gilt es so Einiges aufzuarbeiten.

Die Geschichte ging zunächst unterhaltsam los, wurde dann aber immer langweiliger. Der Humor kam mir irgendwie zu kurz, die einzelnen Persönlichkeiten fand ich nicht glaubwürdig genug. Zum Schluß zu wurde es wieder besser, aber insgesamt hat mich der Umgang mit den verschiedenen Themen, z.B. Alzheimer, wenig überzeugt.

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Veröffentlicht am 04.12.2021

Eher kein Thriller, sondern ein unterhaltsamer Kriminalroman.

Zorn – Opferlamm
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Ich habe schon einige Romane aus der „Zorn-Reihe“ von Stephan Ludwig gelesen. Dies ist nun der elfte Roman des Autors rund um das Ermittlerduo Zorn und Schröder.
Die Aufmachung der Romane spricht mich ...

Ich habe schon einige Romane aus der „Zorn-Reihe“ von Stephan Ludwig gelesen. Dies ist nun der elfte Roman des Autors rund um das Ermittlerduo Zorn und Schröder.
Die Aufmachung der Romane spricht mich sehr an und das Cover hat einen hohen Wiedererkennungswert. Es ist in grüner Farbe mit einer interessanten Struktur gestaltet und im O von Zorn befindet sich ein Einschußloch. Der Titel ist orange abgesetzt. Ich mag es auch immer, wenn man das Cover erspüren kann, was auch hier der Fall ist.

Meiner Meinung nach sollte das Buch eher als Roman oder lustige Krimigeschichte bezeichnet werden. Ein Thriller ist es nicht, dafür fehlt mir Nervenkitzel und der durchaus unterhaltsame Humor der Ermittler ist in diesem Genre auch fehl am Platz. Die Zorn-Reihe erinnert mich eher an Kluftinger Krimiromane. Wer Kluftinger mag, der wird auch hier Lesefreude empfinden, wenn die Kommissare sich selbst in gefährlichen Situation ansticheln und in ihrer doch sehr eigenen Art ermittelt. Wer den klassischen Thriller mag für den ist das Buch eher nichts, da die Spannung einfach zu oft unterbrochen wird bzw. sich nur mäßig entwickelt.

Das Buch startet spannend. Ein nackter Mann trägt ein Holzkreuz auf seinen Schultern durch die Stadt. Sein Mund ist zugenäht. Warum tut er das scheinbar freiwillig? Die Ermittler Zorn und Schröder werden zu Beginn direkt vor dieses Rätsel gestellt. Man hat nicht das Gefühl, dass viel ermittelt wird, sondern eher gehen die beiden Kommissare ihrer normalen Tätigkeit nach … Kreuzworträtsel lösen, sich gegenseitig ansticheln. Kurze Zeit später geschieht der nächste Mord.

Die Sätze im Roman sind knapp gehalten und lesen sich flüssig und gut. Teils wird Spannung aufgebaut, die aber immer wieder durch den eigenwilligen Humor der Ermittler unterbrochen wird. Die Geschichte ist gut und beginnt direkt im Geschehen und mit einem rätselhaften Kriminalfall, den es zu lösen gilt.

Insgesamt unterhaltsam, aber die Spannung bleibt leider auf der Strecke.

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Veröffentlicht am 09.01.2022

Viel verschenktes Potential und eine nervige Protagonistin.

Der Herzgräber
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Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, denn ich fand das Aussehen und die Beschreibung der Handlung im Klappentext super ansprechend. Und Thriller liebe ich sowieso…
Nach dem Selbstmord ihrer Mutter, ...


Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, denn ich fand das Aussehen und die Beschreibung der Handlung im Klappentext super ansprechend. Und Thriller liebe ich sowieso…
Nach dem Selbstmord ihrer Mutter, räumt die Tochter Heather das Haus der Mutter aus und findet dabei Briefe, die ihre Mutter an einen verurteilten Serienmörder geschrieben hat.
Der Serienmörder Michael Reave sitzt seit 20 Jahren im Gefängnis und doch beginnt eine neue Mordserie an jungen Frauen, die an die früheren Taten von Michael Reave erinnert.
Heather macht sich auf die Suche, weil sie verstehen will was ihre Mutter mit einem verurteilten Straftäter verbannt und gerät selbst in den Strudel der Ereignisse.

Die Geschichte klang so spannend und vielversprechend, jedoch hat das Buch leider die eine und andere Schwäche…
Es war leider in keinem Fall ein Thriller, sondern vielleicht eher eine Gruselgeschichte, obwohl es auch nicht wirklich gruselig war. Die Geschichte an sich, hatte meiner Meinung nach, viel Potenzial und durchaus auch gute Ansätze, allerdings fand ich das Verhalten der Hauptperson Heather sehr nervig und unglaubwürdig. Sie hat sich gefühlt immer so verhalten, wie man sich nun wirklich nicht verhalten würde…so ist viel Spannung einfach frühzeitig wieder verpufft. Es werden Grimm-Märchen eingestreut, das fand ich sehr interessant, allerdings am Ende auch nicht wirklich schlüssig, wie das Ganze nun in den Gesamtzusammenhang passt.

Das Buch war für mich eher durchschnittlich. Es kam keine richtige Spannung auf, aber es war ok zu lesen. Irgendwie interessant, aber definitiv kein Buch, das man vor Spannung gar nicht mehr aus der Hand legen will... Die Auflösung am Ende fand ich wenig überraschend, was auch schade war. Zu viele Zufälle und eine schwache Protagonistin, insgesamt leider wenig überzeugend.


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