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Veröffentlicht am 17.12.2021

Zur falschen Zeit am falschen Ort

You will be the death of me
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Früher waren Ivy, Matteo und Cal beste Freunde, aber irgendwann schlief der Kontakt zwischen ihnen ein. Zufällig treffen die drei an einem Tag aufeinander, an dem jeder von ihnen einen Grund hat, die Schule ...

Früher waren Ivy, Matteo und Cal beste Freunde, aber irgendwann schlief der Kontakt zwischen ihnen ein. Zufällig treffen die drei an einem Tag aufeinander, an dem jeder von ihnen einen Grund hat, die Schule zu meiden. Spontan beschließen sie, blauzumachen und nach Boston zu fahren. Dort entdecken sie zufällig einen Mitschüler und folgen ihm in ein Gebäude, wo sie mitten in einen Tatort stolpern. Als kurze Zeit später Polizeisirenen zu hören sind, geraten die Freunde in Panik und verlassen das Gebäude durch einen Nebeneingang. Jeder der drei hat Geheimnisse, die er bewahren möchte, nun aber müssen sie einander helfen und vertrauen.

Der Aufbau des Buches ist typisch für die Autorin, jedes Kapitel ist betitelt mit dem Namen der erzählenden Person, die den Ablauf schildert, aber nicht immer ein zuverlässiger Erzähler ist. Erst nach und nach erfahre ich, was passiert ist, jedes Kapitel fügt ein Puzzleteil hinzu, sodass sich eine fast vollständige Geschichte ergibt. Hierbei lassen die Protagonisten aber immer wieder eine wichtige Information aus, bleiben vage oder deuten etwas an, was meine Neugier immer wieder in die Höhe schnellen lässt. Alle drei haben etwas zu verbergen, erst langsam lässt sich einiges erahnen, aber leicht macht die Autorin es mir nicht.

Die Spannung war zwar nicht durchgehend hoch, aber trotzdem kam bei mir keine Langeweile auf; manchmal hätte ich mir dennoch etwas mehr Aktion gewünscht. Das Buch fällt für mich weniger unter Krimi oder Thriller, eher war es ein toller Abenteuerroman. Das Erkunden der Geheimnisse hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich mag den Schreibstil der Autorin sehr. Auch dieses Buch konnte mich begeistern, ich vergebe 4 1/2 Sterne und gebe gerne eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.11.2021

Wenn Tiere sprechen könnten

Rendezvous mit Tieren
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Durch einen glücklichen Zufall kam das Buch des italienischen Schriftstellers, Drehbuchautors und Regisseurs Andrea Camilleri bei mir an. Das Cover sprang mir ins Auge und der Klappentext machte mich sehr ...

Durch einen glücklichen Zufall kam das Buch des italienischen Schriftstellers, Drehbuchautors und Regisseurs Andrea Camilleri bei mir an. Das Cover sprang mir ins Auge und der Klappentext machte mich sehr neugierig. In diesem Buch schildert Camilleri sein Leben neben und mit Tieren; ob Hund, Katze, Schlange oder Tiger, der Autor hat zu allen eine Anekdote auf Lager, die mal mehr, mal weniger glaubhaft klingt. Da ist das Kaninchen, das durch seine schauspielerische Leistung dem Tod entkommt, die Schlange, die sich täglich zur Arbeit schlängelt, aber auch ein Hund, der seine Freiheit braucht. Leicht, humorvoll und mit spürbarer Liebe zu den Tieren erzählt Camilleri seine Begegnungen und Erlebnisse, die mich staunen, schmunzeln und auch lachen ließen. Liebevoll illustriert durch Paolo Canevari ist so ein schönes Werk entstanden, das mir eine vergnügliche Lesezeit bescherte. Zum selbst lesen oder verschenken kann ich das Buch sehr empfehlen. Von mir gibt es 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 25.06.2021

Stadt, Land, Krieg

Ins Dunkel geboren
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Johann, genannt Josi, ist mit neun Jahren der Jüngste von sieben Geschwistern, von denen lediglich die elfjährige Schwester sowie zwei Brüder im Alter von sechzehn und siebzehn Jahren überlebt haben. Die ...

Johann, genannt Josi, ist mit neun Jahren der Jüngste von sieben Geschwistern, von denen lediglich die elfjährige Schwester sowie zwei Brüder im Alter von sechzehn und siebzehn Jahren überlebt haben. Die Mutter starb kurz vor Josis erstem Geburtstag, der Vater bewirtschaftet den Hof nun mit seinen verbliebenen Kindern allein. Es ist keine einfache Zeit, denn Armut, Alkohol und Gewalt gehören zum Alltag der Familie; einen Zusammenhalt zwischen den Geschwistern gibt es nicht. Im Gegenteil muss Josi immer wieder befürchten, vom Vater oder seinen Brüdern zusammengeschlagen zu werden. Als Josi wieder einmal schwer misshandelt wird, kommt er zu Pflegeeltern, dem Förster-Ehepaar Hanna und Mateo. Dort erfährt er zum ersten Mal im Leben Fürsorge und Liebe. Dann bricht der Zweite Weltkrieg aus und auf dem Land ist es für Josi nicht mehr sicher.

Anfangs ist die Geschichte etwas chaotisch und sprunghaft, eben so, wie ein neunjähriges Kind sie erzählen würde. Ganz phlegmatisch und ohne nach Mitleid zu heischen erzählt Josi von seinem Zuhause, seinen Aufgaben dort und davon, wie es ist, immer auf der Hut zu sein, nicht auffallen zu wollen und in Angst leben zu müssen. Ein erschütterndes und trauriges Los, welches stellvertretend für das vieler Kinder steht. Ungeliebt, misshandelt und verwahrlost, ungewollt und allein. Allein die Liebe seiner Pflegeeltern rettet ihn vor einem ungewissen Schicksal.

Ich fand es sehr interessant, nachzuverfolgen, wie Josi älter, seine Gedanken reifer und seine Sprache erwachsener wurden. Je älter Josi wurde, desto mehr konnte er nachvollziehen, was es heißt, im Krieg zu sein. Anfangs naiv und unbedarft, versteht er schnell, dass eine eigene zu Meinung haben nicht heißt, diese auch äußern zu dürfen. Dies ist nicht leicht für ihr und so kommt es des öfteren zu brenzligen Situationen, die ohne Freunde oder den ein oder anderen Erwachsenen sehr schlimm hätten ausgehen können.

Eine Geschichte über Familie, Freundschaft, Liebe, Schuld, Mut und Verrat. Ein Schicksal unter vielen, eindringlich erzählt und unterhaltsam verpackt. Mir hat das Buch sehr gefallen.
Der schwäbische Dialekt in manchen Gesprächen war anfangs gewöhnungsbedürftig, für die Authentizität aber unerlässlich. Von mir gibt es 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Familienbande

Wir kommen zurecht
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Philipp ist siebzehn, die Abiturprüfungen stehen vor der Tür, da sind die Ausflüge zum Friedhof, um dort zusammen mit seinem besten Freund zu kiffen, wahrscheinlich nicht die beste Idee. Zu Hause ist es ...

Philipp ist siebzehn, die Abiturprüfungen stehen vor der Tür, da sind die Ausflüge zum Friedhof, um dort zusammen mit seinem besten Freund zu kiffen, wahrscheinlich nicht die beste Idee. Zu Hause ist es schwierig, aber auszuhalten, allerdings wird es mal wieder richtig kompliziert, als sich seine Mutter meldet, die er seit Jahren nicht gesehen hat. Aus Gründen. Philipp muss sich entscheiden, ob er weiterhin nichts sagt, um es einfacher zu haben, oder es lieber einfacher hat, dafür aber den schwierigeren Weg geht, indem er den Mund aufmacht.

»Aber vielleicht ging es gar nicht darum, darüber zu reden, was einem widerfuhr. Manche Dinge erklären sich nicht, selbst dann nicht, wenn man darüber spricht. Manche Dinge weiß man einfach, wenn man hinsieht und zuschaut, wenn man ein bisschen was erlebt und erlitten hat. (Seite 261)

Nach »Nordstadt« und »Koller« ist dies der dritte Roman von Annika Büsing, auf den ich mich sehr gefreut hatte. Leicht hat es mir die Autorin diesmal aber nicht gemacht, auch nach über fünfzig Seiten kam ich nicht in die Geschichte rein, sodass ich abgebrochen und pausiert habe. Aufgeben wollte ich allerdings nicht, denn ein kleiner Teil von mir wollte unbedingt wissen, um was es da eigentlich geht. So nahm ich das Buch ein paar Tage später erneut in die Hand, ließ mich auf die ungewöhnliche Erzählweise ein, und konnte es kurz darauf kaum glauben, aber so war es: Die Geschichte packte mich und ließ mich bis zur letzten Seite nicht mehr los. Wie gut, dass ich so hartnäckig war!

Die Erzählung rührte und bewegte mich, besonders das letzte Drittel war spannend, es geschah so viel und ich war neugierig, welcher Abschluss mich erwarten würde. Ein Roman, auf den man sich einlassen muss, besonders zu Anfang kam ich mit den drogeninduzierten Passagen nicht ganz klar, wuchs aber rein und dann verstand ich, was Sache war. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 10.12.2025

in dubio pro reo

Angeklagt! Schuldig oder nicht?
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»Jeder der hier geschilderten Fälle zeigt auf verstörende Weise, wie fragil das Konzept von Wahrheit ist - und wie trügerisch unsere Vorstellung von Gerechtigkeit sein kann. Was als Fakt gilt, ist oft ...

»Jeder der hier geschilderten Fälle zeigt auf verstörende Weise, wie fragil das Konzept von Wahrheit ist - und wie trügerisch unsere Vorstellung von Gerechtigkeit sein kann. Was als Fakt gilt, ist oft nur das Ergebnis einer Kette von Zufällen, falschen Einschätzungen oder schlichtweg der lautesten Erzählung.« (Seite 215)

Im vorliegenden Buch haben der Strafverteidiger Dr. Alexander Stevens sowie Constantin Schreiber, der frühere Nachrichtensprecher der Tagesschau, der mittlerweile als Journalist und Autor tätig ist, insgesamt sieben spektakuläre Kriminalfälle versammelt und kommentiert. Obwohl ich als True Crime-Fan alle Fälle aus Presse und/oder einschlägigen Zeitschriften sowie anderen Medien kannte, empfand ich die Sammlung perfekt zusammengestellt und die ausführlichen Erklärungen hierzu äußerst interessant, um nicht zu sagen informativ und lehrreich. Den Zusatz auf dem Cover, der »spektakuläre Fälle zum Mitermitteln« verspricht, darf man hierbei nicht zu wörtlich nehmen, denn natürlich sind die Fälle insgesamt aufgeklärt, wenn auch nicht alle juristisch abgeschlossen sind. Und damit komme ich zum einzigen Kritikpunkt des ansonsten großartigen Sachbuches: die Fragen der Autoren empfand ich stellenweise zu suggestiv und zu aufdringlich, ich hätte mir gerne eine eigene Meinung gebildet, ohne alle Fragen vorgesetzt zu bekommen. Dies ist mein persönliches Empfinden, das überwiegend dem Umstand geschuldet ist, dass ich juristisch und auch hobbytechnisch vorbelastet bin. Für Fans von True Crime insgesamt ein kleiner Leckerbissen.

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