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Veröffentlicht am 20.01.2022

Ein echt schöner Liebesroman mit einer wundervollen weiblichen Hauptperson

The Chances We Take
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In den bisherigen Bänden der Reihe habe ich schon gute Eindrücke von der geheimnisvollen Beziehung zwischen Jules und Berk bekommen. Jules hat angefangen Berk anonyme, erotische Briefe zu schreiben und ...

In den bisherigen Bänden der Reihe habe ich schon gute Eindrücke von der geheimnisvollen Beziehung zwischen Jules und Berk bekommen. Jules hat angefangen Berk anonyme, erotische Briefe zu schreiben und ihm zu erklären, was sie alles gerne mit ihm machen würde. Was als ein zunächst alberner Briefwechsel beginnt wird schnell deutlich persönlicher und sie freunden sich über die Briefe an. So wird das ganze noch komplizierter, als Berk Jules bittet ihm zu helfen, die anonyme Briefeschreiberin zu finden.

Dieser Roman hat mich echt bewegt, da er so viel tiefgründiger war, als ich erwartet hätte. Ich hatte es erst als Streich angesehen, dass Jules Berk schreibt, weil sie sich niemals trauen würde, ihm diese Dinge ins Gesicht zusagen, aber ich hätte nie so viel tiefergehende Gründe erwartet. Aus den Bänden davor weiß man, dass Jules nicht so glücklich mit ihrem Körper ist und Pole Dance als Möglichkeit nutzt ihrem Körper mehr Form zu geben. Wie groß ihre Probleme mit ihrem Körper sind, war mir nicht klar. Dieses Buch ist somit eine ganz klare Hymne dafür, dass jeder Körper liebenswert ist.

Auch Berks Geschichte ist nicht so trivial wie sie zunächst gewirkt hat. Über seine Vergangenheit möchte ich allerdings noch nichts verraten, da dies doch ein größeres Geheimnis ist und zu viel vorwegnehmen würde. Bei diesem Buch war es besonders schön, dass es aus zwei Perspektiven geschrieben wurde. Es hat wieder einmal gezeigt, wie leicht doch das Leben sein könnte, wenn jeder offen und ehrlich kommunizieren würde. Beide haben das Gefühl – aus den unterschiedlichsten Gründen - für den anderen nicht gut genug zu sein. Das fand ich ausgesprochen faszinierend.

Dieser Roman hatte für mich wieder etwas mehr Abwechslung sowie Tiefgang als der Teil davor. Er hat mir wieder Lust auf mehr gemacht. Der nächste Band „The Rules We Break“ erzählt nun endlich die Geschichte von LJ und Marissa. Schon seit dem ersten Buch möchte ich gerne wissen, warum die beiden aus ihrer Freundschaft nicht mehr gemacht haben. Ich werde dieses Buch somit in jedem Fall lesen und freue mich schon jetzt riesig darauf.

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Veröffentlicht am 13.01.2022

Wundervoll geschrieben und eine echt süße Liebesgeschichte

City of Love – Hunter & Josie
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Eine Liebesgeschichte zwischen zwei guten Freunden, die dann auch noch in der traumhaften Stadt New York spielt – wie hätte ich dazu nein sagen sollen. Somit ist dieses Buch direkt auf meiner Wunschliste ...

Eine Liebesgeschichte zwischen zwei guten Freunden, die dann auch noch in der traumhaften Stadt New York spielt – wie hätte ich dazu nein sagen sollen. Somit ist dieses Buch direkt auf meiner Wunschliste gelandet und das, obwohl ich die Autorin noch gar nicht kannte. „Diamonds of Love“ liegt zwar noch auf meinem SUB, aber bis dato hatte ich noch nicht die Zeit mich diesem Roman zu widmen. Jetzt freue ich mich, dass ich noch mehr von der Autorin lesen kann. Ich habe mich echt in ihren Schreibstil verliebt.

Josie und Hunter sind seit der Schulzeit beste Freunde und teilen alle wichtigen Erlebnisse miteinander. So ist es nicht verwunderlich, dass Hunter auch Josie aufsucht als sein Visum nicht mehr verlängert wird. Obwohl er seit Jahrzehnten in den USA lebt, hat er es nie für wirklich wichtig erachtet sich um seine Greencard zu kümmern. Da ist der Rat seiner besten Freundin und gleichzeitig auch Anwältin sehr gefragt. Der einzige Ausweg scheint eine vorgespielte Ehe zu sein.

Ich schätze jeder, der nur auch schon einmal Urlaub in den USA gemacht hat, hat mitbekommen, dass die Kontrollen und die Visabestimmungen dort ziemlich streng sind. Dass man es da nicht dem Zufall überlassen möchte, ob man noch eine Greencard bekommt, kann ich da sehr gut nachvollziehen, auch wenn eine vorgetäuschte Ehe sehr extrem klingt. Von dem ersten Moment an war dem Leser eigentlich schon klar, dass es sich hier nicht nur um eine vorgetäuschte Ehe oder eine platonische Beziehung handelt, dennoch war es sehr spannend mitzuerleben, wie sich langsam ein Knistern zwischen den beiden gebildet hat, bis irgendwann die Spannung quasi greifbar war. Die beiden sind wirklich ein wundervolles Paar.

Mir haben auch die Charaktere als einzelne echt gut gefallen. Josie ist eindeutig ein Kopfmensch. Sie liebt ihre Pro-und-Kontra-Listen und muss erst einmal alles analysieren. Das ist eine Eigenschaft, die ihr in ihrem Job als Anwältin zugutekommt. Hunter ist da eher ein Mensch, der im Moment lebt und diesen genießt. Zwar kann er auch Pläne machen, aber er ist nicht jemand, der schlaflose Nächte hat und zu Tode analysiert. Es war herrlich wie seine Mentalität auch ein bisschen auf Josie abgefärbt hat.

Mir hat der Roman echt gut gefallen. Es ist ein wirklicher Gute-Laune-Wohlfühl-Roman, der einem einen Vorgeschmack auf den Sommer gibt. Hier konnte der Leser bereits die Cousins und Cousinen von Hunter kennenlernen. Von ihnen handeln die weiteren Teile der Reihe, auf die ich mich schon sehr freue.

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Veröffentlicht am 01.01.2022

Nach einem langsamen Start ein wunderschönes Buch über Selbstfindung

Felix Ever After
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„Kann man ohne Identität leben? Einfach existieren, ganz ohne Label, das besagt, wer ich bin oder wer nicht? Vielleicht funktioniert das für manche Leute gut, aber ich fühle mich wie ein luftleerer Raum ...

„Kann man ohne Identität leben? Einfach existieren, ganz ohne Label, das besagt, wer ich bin oder wer nicht? Vielleicht funktioniert das für manche Leute gut, aber ich fühle mich wie ein luftleerer Raum – als ob ich dahintreibe und niemand mir sagen kann, ob das, was ich empfinde, real ist.“

In der aktuellen Welt gibt es so viele Probleme und Krisen, dass es schon sehr verwunderlich ist, wenn da jemand ganz ohne Unsicherheiten durchs Leben gehen kann. Als Cis-Frau habe ich mich immer wohl gefühlt und war mir meiner Geschlechtsidentität immer sicher. Somit war dies wenigstens eine Sicherheit, die ich hatte. Für Felix sieht dies ganz anders aus. Mit fünfzehn Jahren wird ihm vollends bewusst, dass er männlich ist und beginnt seine Transformation. Auch zwei Jahre später ist es sich über vieles noch unsicher und hinterfragt sich immer wieder.

Zunächst hat mich Felix Unsicherheit und vor allem auch seine Trägheit ziemlich gestört. Damit meine ich nicht, dass er sich mit seiner Identität auseinandersetzt. Das konnte ich vollkommen verstehen. Wenn man alle zwei Wochen eine Testosteronspritze bekommt, wird einem immer wieder die Transformation bewusst und so muss man sich deutlich stärker mit seiner Geschlechtsidentität auseinandersetzen, als wenn man ein Cis-Gender und damit glücklich ist. Was mich gestört hat, war seine Unentschlossenheit im Bezug auf sein komplettes Leben und seinen Werdegang. Er schwänzt die Schule, er weiß noch nicht, was er für ein Abschlussprojekt machen soll und alle scheinen ihn zu nerven, aber er ist dennoch zu unmotiviert, um sich einmal mit seiner Zukunft auseinanderzusetzen.

Der Start ist mir somit etwas schwer gefallen und ich habe direkt all die positiven Rezensionen hinterfragt. Nach ein paar Kapiteln habe ich mich erst einmal damit abgefunden und wollte das Buch gedanklich schon für mich abschreiben, als es mich angefangen hat zu überraschen. Auch wenn Felix mir zunächst nicht sympathisch war, habe ich doch angefangen mich gedanklich mit ihm zu beschäftigen. Er hat die grundlegenden Sorgen, die die meisten Teenager haben, und darüber hinaus noch viele Themen, die vor allem ihn als Transgender betreffen. Ich habe neue Begriffe wie beispielsweise Deadname gelernt und auch ein paar Sachen gegoogelt. Beim Lesen habe ich neue Denkansätze bekommen und mich mehr mit dem Thema Geschlechtsidentität auseinandergesetzt. Wenn ein Buch einen zum Nachdenken anregt, dann kann es erst einmal nicht so schlecht sein.

Im Verlauf der Handlung habe ich Felix immer besser verstanden, was vor allem der transparenten Charakterentwicklung geschuldet ist. So wie ich mich als Leser mit den Themen auseinandergesetzt habe, so hat es Felix in der Geschichte auch getan. So gibt es hier auch ein paar wirklich emotionale Szenen. Mir hat besonders gut gefallen, dass die Handlung so realistisch gewirkt hat und dass sie nicht so vorhersehbar war. Ich war mir zeitweise nicht sicher, wie es weitergeht und habe auch meine Ideen immer wieder verworfen. Ich mochte, dass auch weitere Sichtweisen in die Handlung einfließen, dass der Leser auch versteht, wie ein Umfeld wie beispielsweise der Vater oder Freunde auf so eine Transformation reagieren. In meinen Augen hat dies dem Roman noch mehr Komplexität gegeben. Alles in allem hat das Buch sich nach einem etwas holprigem Start zu einer wunderschönen sowie tiefgründigen Liebesgeschichte entwickelt. Ich bin froh, dass ich sie gelesen habe.

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Veröffentlicht am 01.01.2022

Wenn ein Mauerblümchen aufblüht

Bridgerton – Penelopes pikantes Geheimnis
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Schon vor der ersten Seite hatte ich Penelope ins Herz geschlossen. Bei den Büchern taucht sie bis jetzt zwar nur am Rande auf – da ist ihre Rolle in der Fernsehserie deutlich größer – aber auch in den ...

Schon vor der ersten Seite hatte ich Penelope ins Herz geschlossen. Bei den Büchern taucht sie bis jetzt zwar nur am Rande auf – da ist ihre Rolle in der Fernsehserie deutlich größer – aber auch in den wenigen Szenen musste ich sie einfach bemitleiden. Wie kann man als Mutter nur seine Tochter dazu zwingen immer gelbe Kleider zu tragen, wenn man so wie eine verdorbene Zitrone aussieht? Mir tat sie leid, dass sie sich so viele Gemeinheiten anhören und bei Feierlichkeiten immer am Rande stehen musste. Ich muss gestehen, dass ich immer ein Herz für die Außenseiter habe. Dass sie seit ihrer Einführung in die Gesellschaft in Colin Bridgerton heimlich verliebt ist, war wohl eher ein offenes Geheimnis, das es jedem bewusst zu sein scheint, der sich die Mühe macht sie länger zu beobachten. Mit ihrer scheinbar unerwiderten Liebe und nun im Alter von 28 Jahren hat sich Penelope mit ihrem Dasein als alte Jungfer abgefunden.

Dennoch ist sie für mich eine der stärksten Hauptcharaktere der Serie und das liegt vor allem daran, dass sie so viel Rückgrat und vor allem auch so viel Humor besitzt. Wenn selbst Lady Danbury der Meinung ist, dass Penelope eine würdige Konversationspartnerin ist, dann scheint mein Eindruck von ihr in jedem Fall richtig zu sein. Sie wurde bereits von ihrer Familie als hoffnungslosen Fall abgestempelt und wir von ihnen nicht immer gut behandelt, aber trotzdem verliert sie kein böses Wort über sie. Das ist bei alle dem Klatsch und Tratsch, der in London verbreitet wird, schon eine Meisterleistung.

Colin ist im Vergleich zu Penelope zunächst deutlich weniger tiefgründig und für mich war er auch nicht direkt so ein großer Sympathieträger, weil er nicht so viele Emotionen und so viel Mitgefühl hervorruft. Er ist einfach charmant, immer gut gelaunt und scheint das Leben sehr locker zu nehmen. Wenn es in London zu viel wird, dann geht er eben wieder auf Reisen. Dennoch wird er im Laufe der Geschichte vielschichtiger und ich rechne ihm hoch an, dass er sich nicht zu fein ist, seine eigenen Gefühlsregungen zu ergründen und diese auch offen anzusprechen. Es ist nicht leicht zuzugeben, wenn man neidisch auf seinen gegenüber ist.

Wie der Titel bereits verrät, geht es in dem Buch nicht nur um eine Liebensgeschichte, sondern auch um Penelopes Geheimnis. Damit ist nicht gemeint, dass erklärt wird, wie sie zwischen ihrer ersten und ihrer zweiten Saison so viel abnehmen konnte. Die Fans der Netflix Serie kennen dieses Geheimnis bereits, aber für die Leser wird es wohl eine ziemliche Überraschung sein. Obwohl ich schon wusste, worum es geht, war ich mir zeitweise sogar selbst nicht sicher und hatte die Vermutung, dass die Serie vielleicht von den Büchern abweicht. Ich mochte sehr, dass es nicht so offensichtlich ist und dass es auch nicht zu früh gelüftet wird.

Die Geschichte wird, wie schon zuvor bei den Bänden, durch die faszinierende Kolumne der Lady Whistledown begleitet. Sie rückt sogar noch mehr in den Vordergrund als ein Preis für denjenigen ausgerufen wird, der sie demaskiert. Als wenn es nicht schon genug Gerüchte geben würde, kurbelt dies die Gerüchteküche noch mehr an und Lady Whistledown hat mehr denn je zu kommentieren.

Wieder war es ein sehr gelungener Roman und gerade durch den zweiten Epilog freue ich mich nun umso mehr auf Eloises Geschichte.

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Veröffentlicht am 17.12.2021

Eine schöne, kurzweilige Geschichte aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts

Fräulein Gold: Die Stunde der Frauen
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Dieses Hörbuch habe ich begonnen, weil mich das Cover und vor allem auch der Klappentext so angesprochen hat. Anfang des 20. Jahrhunderts war es etwas sehr Besonderes, das eine Frau in eine Führungsposition ...

Dieses Hörbuch habe ich begonnen, weil mich das Cover und vor allem auch der Klappentext so angesprochen hat. Anfang des 20. Jahrhunderts war es etwas sehr Besonderes, das eine Frau in eine Führungsposition gekommen ist und zur leitenden Hebamme aufsteigen konnte. Da wollte ich gerne diese (fiktive) Geschichte kennenlernen. Bei meiner Begeisterung habe ich allerdings nicht bedacht, dass die Geschichte von Hulda Gold bereits etwas länger erzählt wird und es sich hier um den vierten Band einer Reihe handelt. Ich hatte somit kein Vorwissen und kann diesen Teil nun auch nicht mit den anderen vergleichen. Überrascht war ich allerdings, dass ich dennoch ziemlich gut in die Handlung hineingefunden habe. Die Namen musste ich in der ersten halben Stunde noch etwas sortieren, aber dann bin ich vollkommen in das Hörbuch eingetaucht.

Hulda Gold ist ein außergewöhnlicher Charakter. Für ihre Zeit ist sie sehr emanzipiert, sie ist bodenständig und vor allem möchte sie lieber arbeiten als nur Zuhause für eine mögliche zukünftige Familie da zu sein. So fällt es ihr auch schwer die Verlobung zu ihrem Freund offiziell zu machen. Es war bemerkenswert, wie stark sie sich für ihre Mitmenschen aufopfert und sich selbst dabei häufig zurückstellt. Hätte es diese Frau wirklich gegeben, wäre sie mit Sicherheit ein Aushängeschild der Frauenrechtsbewegung gewesen.

Die Geschichte handelt allerdings nicht nur von einer Frau, die gerade eine neue Stelle angefangen hat und sich überlegen muss, ob sie nun heiraten möchte oder nicht. Es gibt auch eine kleine Ermittlung, in die Hulda reingerät, und es werden so viele Probleme der damaligen Zeit dargestellt. Ich bin nicht sonderlich bewandert in historischen Fakten, aber die Darstellung der Anfänge des zwanzigsten Jahrhunderts klang für mich ziemlich realistisch. Ich konnte die Atmosphäre in Berlin gut nachempfinden.

Die Sprecherin Anna Thalbach war einfach nur genial. Sie hat ein so großes Talent verschiedene Akzente nachzumachen, dass alleine schon durch die verschiedenen Akzente jeder Charakter einzigartig war. Häufig habe ich das Gefühl, dass Sprecherinnen Schwierigkeiten haben die männlichen Figuren zu sprechen, aber durch die verschiedenen Sprechweisen dies hier dieser Eindruck nicht entstanden. Ich werde auf jeden Fall die Augen offenhalten, ob ich noch einmal ein Hörbuch von ihr in die Finger bekomme. Anna Thalbach hat definitiv auch dafür gesorgt, dass dieses Hörerlebnis so besonders war. Es war ein wahres Vergnügen für mich.

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