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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2022

Ein aufrüttelndes Plädoyer zum Hinsehen

Jetzt ist alles, was wir haben
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Triggerwarnung: Kindesmisshandlung, häusliche Gewalt, Trauma, Suizidversuch!

Jetzt: Hadley ist die einzige Überlebende eines Flugzeugabsturzes, der ihre Familie das Leben kostete. Im Krankenhaus versucht ...

Triggerwarnung: Kindesmisshandlung, häusliche Gewalt, Trauma, Suizidversuch!

Jetzt: Hadley ist die einzige Überlebende eines Flugzeugabsturzes, der ihre Familie das Leben kostete. Im Krankenhaus versucht sie sich das Leben zu nehmen – was ist passiert?

Damals: Hadley ist super im Lacross, hat perfekte Noten und macht nie Ärger. Niemand weiß, dass sie zu Hause die Hölle durchmacht mit einem Vater, der sie kontrolliert, verprügelt und die gesamte Familie terrorisiert. Wer würde ihr schon glauben? Doch dann kommt sie ihrem Schwarm Charlie näher, etwas, das sie niemals für möglich gehalten hätte und Charlie sieht hinter die Fassade.


Die Handlung ist in „Damals“ und „Heute“ unterteilt, unterbrochen von Vernehmungsprotokollen mit einem Ermittler der Flugaufsichtsbehörde. Im „Jetzt“ versucht er herauszufinden, wie es zu dem Flugzeugabsturz kam, während Hadley mit den Nachwirkungen, nicht nur des Unfalls sondern auch ihres bisherigen Lebens kämpft. Im Damals erfährt man langsam, was passiert ist und wie schrecklich es bei Hadley zu Hause war.

Hadley kann einem echt nur leidtun. Was sie durchgemacht hat war schrecklich und ihre Art damit umzugehen, das als gegeben hinzunehmen, das macht einen echt fertig. Sie tut alles, um ihre kleine Schwester zu beschützen und ihr Vater weiß das und nutzt es aus. Ihre Mutter ignoriert vollkommen, was passiert, im Gegenteil, sie versucht Hadley konsequent einzureden, sie sei selbst schuld, weil sie ja so aufsässig und schwierig sei.

Charlie lernt man nur aus Hadleys Sicht kennen, aber man merkt, wie viel sie ihm bedeutet und umgekehrt. Man merkt bei ihm auch die Hilflosigkeit. Er möchte ihr helfen, weiß aber auch nicht wie.

Durch die Vernehmungen des Agenten erfährt man, wie viele Menschen etwas geahnt oder sogar gewusst haben und trotzdem schwiegen. Das Buch ist ein Plädoyer dafür hinzusehen, die Zeichen zu erkennen und richtig zu interpretieren, anstatt sich vom „schönen Schein“ blenden zu lassen.


Fazit: Mir ging manches in der Beziehung zwischen Charlie und Hadley zu schnell, bzw. wirkte es auf mich etwas unpassend im Vergleich zum sonstigen Umgang miteinander. Abgesehen davon fand ich das Buch wirklich richtig, richtig gut. Es ist ein aufrüttelndes Buch. Es plädiert dafür hinzusehen und nicht die Augen zu verschließen, die Zeichen richtig zu deuten, auch wenn sie nicht ins Weltbild passen. An Hadleys Seite erlebt man die Gewalt, der sie andauernd ausgesetzt ist, die Angst, die Hilflosigkeit und Verzweiflung. Gleichzeitig fragt man sich immer wieder, wie es zum Absturz kam. Ich fand es toll, wie da mit Klischees und Theorien gespielt wurde.
Durch Charlie, Hadleys Freund erlebt man aber auch die Hilflosigkeit eines Außenstehenden. Er möchte Hadley helfen und kann doch nichts tun.

Das Buch ist heftig und lässt einem manchmal auch übel werden, angesichts der Geschehnisse, aber ich finde es ist ein unglaublich wichtiges Buch. Es soll aufrütteln und sensibilisieren und das tut es definitiv! Von mir bekommt es volle 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.01.2022

Vorsicht: Tiefgang!

Strong Heart
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Achtung: Band 2 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen!

Triggerwarnung: Mobbing, Bodyshaming!

Jared will unbedingt Mitglied bei einer geheimen Studentenvereinigung werden, doch als er kurz davor steht, ...

Achtung: Band 2 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen!

Triggerwarnung: Mobbing, Bodyshaming!

Jared will unbedingt Mitglied bei einer geheimen Studentenvereinigung werden, doch als er kurz davor steht, kann er es nicht tun. Der letzte Auftrag, den er ausführen soll, geht einfach zu weit: Er soll mit einer Dicken schlafen, mit Banner, der Frau, die er insgeheim seit einem Semester mehr begehrt, als jede andere jemals zuvor. Er hat aber nicht mit der Verkommenheit der anderen Mitglieder gerechnet, die ihm eine Falle stellen. Banner glaubt ihm nicht, dass es anders ist als es scheint und Jareds Herz bricht, ebenso wie ihres.
Jahre später haben beide ihre beruflichen Träume verwirklicht, sind erfolgreiche Sportagenten und erbitterte Rivalen. Was damals vorgefallen ist, hat Narben hinterlassen, aber Jared wird nicht zulassen, dass Banner ihm noch einmal entkommt. Es ist ihm egal, ob sie eine Beziehung mit einem anderen Mann hat, er wird sie für sich gewinnen!


Ich habe die Triggerwarnung nicht umsonst in Worte gefasst. Wenn ihr ebenfalls Erfahrungen mit Mobbing, Bodyshaming und der Grausamkeit anderer zu tun hattet, ist das, was da vorgefallen ist, nicht leicht zu verdauen. Ich habe so geweint wegen Banner, sie tat mir so schrecklich leid. Auch Jared tat mir leid, wobei ich sein Timing wirklich furchtbar fand. Aber vor allem hat das bei mir ein paar alte Wunden wieder aufgerissen. Allein schon, wie sich Banner mit der Stimme ihres Ex-Freundes in ihrem Kopf herumschlagen musste und dann eben diese grausame Aktion. Das hat mich emotional sehr mitgenommen, deswegen nehmt bei ähnlichen Erfahrungen bitte die Triggerwarnung ernst und lest den ersten Teil des Buches vorsichtig.

Ich muss sagen Banner und Jared haben es mir emotional echt nicht leicht gemacht. Banner ist einerseits eine total selbstbewusste, erfolgreiche Geschäftsfrau, die um ihre Fähigkeiten und ihren Wert weiß. Andererseits hat sie aber auch diese Komplexe, die sie bis heute nicht los geworden ist. Ich kann das so gut verstehen. Es gibt Worte, die so tiefe Wunden hinterlassen, dass sie nie ganz verheilen. Es gibt Worte, die uns für den Rest unseres Lebens begleiten und fast immer sind sie negativ und verletzend.
Diese Erfahrungen sind es, die Banner unsicher machen, wenn es um Männer und Jared im Speziellen geht. Sie kann nicht in seinen Kopf schauen und sie kann die Vergangenheit nicht komplett hinter sich lassen. Diese Unsicherheit sieht oft wie Misstrauen aus, ist es aber nicht. Das kann man schlecht erklären, wenn man das nicht selbst erlebt hat. Man weiß logisch betrachtet, dass es keinen Grund für derlei Annahmen gibt, aber man wird die Zweifel trotzdem nicht los.

Jared ist ein Charakter, der alles andere als einfach ist. Er bezeichnet sich selbst als rücksichtsloses A… und damit hat er durchaus recht. Aber Jared ist mehr als nur das. Ja, er ist rücksichtslos und geht auch über Leichen, wenn er muss, die Augen immer auf sein Ziel gerichtet. Sein moralischer Kompass funktioniert nur bedingt und es ist ihm komplett egal, was andere von ihm denken. Aber es steckt auch viel Unsicherheit in ihm. Er hält sich selbst für weniger wert, weil er nicht „gut“ ist, nicht selbstlos oder kümmernd.



Fazit: Ja, es ist falsch, wie Jared regelrecht Jagd auf Banner macht und sie immer mehr in die Enge treibt. Aber jeder der drei in diesem Liebesdreieck macht Fehler. Banner genauso wie auch Zo. Ich denke das Buch zeigt damit, dass man Liebe einfach nicht kontrollieren kann. Dass Liebe uns dazu bringt die beste aber auch die schlechteste Version von uns zu sein. Dass wir kein Recht haben über andere zu urteilen, solange wir nicht in ihren Schuhen gesteckt haben.
Gleichzeitig zeigt es aber auch sehr eindrucksvoll, dass Menschen zu mehr fähig sind, als schwarz und weiß, gut und böse. Ich kann euch nicht verraten, was ich damit genau meine, weil das eine große Überraschung im Buch ist, aber so viel kann ich verraten: es geht um Opfer, Kompromisse, Egoismus und Liebe.
Davon abgesehen geht es aber auch darum, dass in jedem Menschen mehr steckt, als man oberflächlich sehen kann. Banner wirkt wie eine toughe Geschäftsfrau, die sich nichts gefallen lässt, ihre Unsicherheit und Verletzlichkeit sieht niemand.
Jared wirkt wie ein egoistisches A…, aber es steckt mehr in ihm, als man ihm zutrauen würde.
Zo wirkt wie ein Heiliger, aber auch er ist nicht frei von Fehlern.

Von mir bekommt dieses Buch ganz klar 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 20.01.2022

Heftig und eindringlich - aber richtig gut!

Strong Soul
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Achtung: Band 1 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen!

Triggerwarnung: Häusliche Gewalt, Vergewaltigung!

Eine falsche Entscheidung. Iris trifft bloß eine falsche Entscheidung und die zerstört sie beinahe. ...

Achtung: Band 1 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen!

Triggerwarnung: Häusliche Gewalt, Vergewaltigung!

Eine falsche Entscheidung. Iris trifft bloß eine falsche Entscheidung und die zerstört sie beinahe. Sie lernt in einer Bar August kennen und die Chemie zwischen ihnen ist unbeschreiblich. Zu gern würde Iris ihnen beiden eine Chance geben, aber sie ist schon seit einiger Zeit mit ihrem Freund Caleb zusammen und kennt nichts anderes. Diese Entscheidung, für Caleb und gegen August, stellt sich als fatal heraus. Denn Caleb ist nicht der Goldjunge für den ihn jeder hält, in Wirklichkeit ist er ein Monster.


In diesem Buch geht es um Entscheidungen, die unüberblickbare Konsequenzen nach sich ziehen, vor allem geht es aber um häusliche Gewalt und die Auswirkungen derer. Das Problem, nicht nur in den USA, sondern auch bei uns ist, dass man es nicht verstehen kann, wenn man nicht selbst in so einer Situation ist. Man tut sich immer leicht zu sagen: „Dann verlass ihn halt!“ Aber das ist nicht so einfach und das wird hier in deutlichen Worten geschildert. Es geht nicht allein darum, zu erkennen, in was für einer Situation man sich befindet, die psychische Abhängigkeit und die Scham abzuschütteln, sondern auch um ganz reale Probleme hinsichtlich der rechtlichen Lage. Iris Fall ist ein Spezialfall, weil Caleb reich und einflussreich ist und sie nicht, aber es wird auch beleuchtet, wie es abgesehen davon abläuft und wie unzureichend der rechtliche Schutz von Frauen ist. Das gilt nicht nur für die USA sondern auch für Deutschland.
Solange wir nicht betroffen sind, tun wir uns leicht zu sagen, dass SIE IHN doch „einfach“ verlassen kann, aber wie viele Frauen genau das jedes Jahr das Leben kostet, das wissen wir nicht. Corona hat für viele die Situation zusätzlich verschärft.

Ich möchte keine Predigt halten, aber das musste alles einfach mal gesagt werden, auch weil die Thematik in diesem Buch einen so großen Stellenwert einnimmt. Es geht natürlich auch um Charaktere, ihre Gefühle und dergleichen, aber die Message ist ganz klar: „Du kannst es nicht verstehen, solange du nicht in den Schuhen dieser Frauen gesteckt hast.“ Und das ist einfach nur die Wahrheit.

Iris und August waren mir sehr sympathisch. August ist auch in einer gewissen Weise von Iris besessen, aber er jagt „nur“ der Einen hinterher. Er möchte, dass sie glücklich ist, ihre Träume verwirklicht und einfach Iris ist, aber an seiner Seite.
Caleb dagegen ist schlicht und einfach ein hochfunktionales Monster. Er nutzt seine Stellung und die seiner Familie aus und weiß genau, wie weit er gehen kann und was er tun muss, um Iris unter Kontrolle zu halten. Einiges kann man schon erkennen, bevor man es offiziell erfährt, wenn man die Anzeichen kennt. Deswegen finde ich dieses Buch unter anderem auch so wichtig. Es zeigt einem, worauf man achten muss.
Iris ist eigentlich eine selbstbewusste junge Frau, aber sie ist nicht gerüstet, für die Manipulationen in einer toxischen Beziehung. Sie erkennt zu spät, was los ist und wer Caleb wirklich ist. Manche ihrer Handlungen konnte ich nicht immer nachvollziehen, aber im Großen und Ganzen mochte ich sie sehr.


Fazit: Dieses Buch ist in meinen Augen nicht nur inhaltlich toll, wenn auch teilweise wirklich schwer zu verkraften, weil es häusliche Gewalt und alles, was damit einher geht, sehr deutlich zeigt, aber es ist auch eine unglaublich wichtige Message. Eigentlich sogar mehrere. Es geht darum, die Augen zu öffnen. „Worauf muss man achten, wie erkennt man die Gefahr, bevor es zu spät ist?“, „Du hast kein Recht zu urteilen, solange du nicht selbst in so einer Situation warst“ und vor allem: „Es ist nicht deine Schuld.“
Ich habe Iris und August sehr gemocht, auch wenn ich nicht jede Handlung von Iris immer nachvollziehen konnte, aber im Großen und Ganzen mochte ich sie sehr. Caleb verkörpert das Monster wirklich perfekt und ist echt gruselig.

Das Buch selbst ist sehr spannend vor allem gegen Ende, aber auch bedrückend, gerade in den schlimmsten Phasen. Trotzdem möchte ich es jedem ans Herz legen.

Von mir bekommt das Buch volle 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.01.2022

Der vielleicht beste Band der Reihe

Wild Irish - Shane
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Achtung: Band 3 einer Reihe, in sich abgeschlossen, aber man wird für die anderen Bände gespoilert!


Makena will einfach nur ihre Ruhe. Ihr Ex und die Scheidung hat sie viel Kraft gekostet und dass er ...

Achtung: Band 3 einer Reihe, in sich abgeschlossen, aber man wird für die anderen Bände gespoilert!


Makena will einfach nur ihre Ruhe. Ihr Ex und die Scheidung hat sie viel Kraft gekostet und dass er sie in der Öffentlichkeit durch den Dreck gezogen hat, hat ihr das Vertrauen in Männer genommen. Wie soll sie jemals wieder vertrauen?
Shane ist genervt. Seine Band-Kollegen sind alle glücklich verheiratet und setzen Kinder in die Welt, aber das ist nichts für ihn. Er mag sein Leben wie es war! Auf Tour, One-Night-Stands und Musik. Warum fällt es ihm dann so schwer Makena aus dem Kopf zu bekommen, obwohl sie nur wenige Worte miteinander gewechselt haben und sie eindeutig keine Frau für einen One-Night-Stand ist?


Makena hat die letzten Jahre damit verbracht, ihren Ex zu finanzieren, damit der seinen Traum vom Schauspieler-Dasein leben konnte. Doch er hat es ihr mit Betrug und öffentlicher Demütigung gedankt. Sie hat fast alles verloren und die Gerüchte, die er über sie in die Welt gesetzt hat, wollen einfach nicht verschwinden. Makena ist fest entschlossen, sich auf gar keinen Fall jemals wieder auf einen Mann im Rampenlicht einzulassen – oder überhaupt einen Mann.

Shane will nur Spaß – aber nicht nur, weil er kein Interesse an einer festen Bindung hat, sondern auch, weil er Angst hat. Angst, dass er ebenso wie sein Vater und sein Großvater jung sterben wird. Er möchte nicht ebenfalls eine junge Witwe und kleine Kinder zurücklassen.

Mir waren Makena und Shane sehr sympathisch. Aber Makena hat mir echt das Herz gebrochen. Sie hat so viel durchgemacht und ihr Ex ist so ein verkommenes, bösartiges A…! Ich wollte wirklich reinspringen und ihn erwürgen!

Was mir besonders gut gefiel war, dass das Buch keine typische Wendung hat – es gab kein unnötiges Drama oder ein haarsträubendes Missverständnis.


Fazit: Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Ich fand diesen Band vielleicht wirklich am besten – mir fällt die Wahl schwer. Mir waren Shane und Makena extrem sympathisch. Aber es war Makena, die mir das Herz gebrochen hat. Sie tat mir so schrecklich leid! Das Buch zeigt hier mal wieder eindeutig, dass man nicht glauben darf, was über Promis verbreitet wird. Man weiß einfach nicht, was wahr ist und oft werden die Medien für Schlammschlachten missbraucht.
Ich habe das Buch durchgesuchtet und konnte es nicht aus der Hand legen! Von mir bekommt es, vor allem weil die Wendung untypisch verläuft, ohne haarsträubende Missverständnisse, 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.01.2022

Ich habe es geliebt

All You Wish For
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Evie hat die Nase voll. Sie hat die Nase voll von Männern, die ihr erst Hoffnungen machen und dann „nicht bereit“ für eine feste Beziehung sind. Sie hat die Nase voll davon, bei Beförderungen übergangen ...

Evie hat die Nase voll. Sie hat die Nase voll von Männern, die ihr erst Hoffnungen machen und dann „nicht bereit“ für eine feste Beziehung sind. Sie hat die Nase voll davon, bei Beförderungen übergangen zu werden, bloß weil sie eine Frau ist. Und sie hat die Nase voll davon das Gefühl zu haben, einsam zu sein. Also beschließt sie spontan einen längeren Urlaub zu machen, in einem kleinen Dorf in England. Dort gibt es die einzigartige Gelegenheit, einen Buchladen samt Apartment zu mieten – der Traum eines jeden Bücherwurms! Evie ist fest entschlossen, diesen Urlaub zu nutzen, um sich darüber klar zu werden, was sie wirklich will. Dumm nur, dass ihr Vorsatz, sich von Männern fernzuhalten, direkt auf eine harte Probe gestellt wird, als sie dem unbeschreiblich gutaussehenden und charmanten Farmer Roane begegnet. Aber es macht keinen Sinn sich auf ihn einzulassen, immerhin bleibt sie nur vier Wochen. Richtig?


Man könnte oberflächlich der Meinung sein, dieses Buch sei wie ein klassischer amerikanischer Actionfilm – ein Ort, der von außen idyllisch wirkt, hat große Probleme und braucht einen Amerikaner, damit der diese auf magische Weise löst. Aber so ist es eben nur an der Oberfläche. Evie löst die Probleme des Ortes nicht, indem sie mit einem Zauberstab wedelt, oder eine Maschinenpistole zückt. Sie ist einfach bloß sie selbst: eine offene junge Frau, die schnell Freundschaften schließt und sich ständig einmischt, wenn sie der Meinung ist, helfen zu können. Und sie schafft es auch keineswegs sämtliche Probleme zu lösen.

Evie war mir direkt sehr sympathisch. Sie ist eine Art Mensch, den man einfach mögen muss. Sie hat einiges durchgemacht, aber trägt das nicht nach außen. Sie begegnet jedem freundlich und aufgeschlossen und steckt andere mit ihrer Begeisterung an.
Allerdings bekämpft sie die Anziehungskraft Roane gegenüber. Das macht durchaus Sinn, immerhin ist sie ja nur eine Touristin und eine Beziehung hätte keine Zukunft.

Roane ist sehr geheimnisvoll. Erst bei der Wendung erfährt man, wieso. Ich hatte schon einen leisen Verdacht, habe das aber nicht komplett erraten. Ich fand das richtig gut, vor allem, weil da mit so manchem Klischee gebrochen wurde, auch wenn andere dafür durchaus vorhanden waren, allerdings passte das für mich sehr gut.


Fazit: Weder Evie noch Roane sind perfekt. Sie haben beide ihre Fehler, sie haben beide eine Vergangenheit, die sie geprägt hat, aber ich fand beide einfach mega sympathisch. Genauso wie das Örtchen und seine Bewohner. Oberflächlich betrachtet ist es idyllisch, aber der Schein trügt teilweise. Es brodelt und manchmal braucht es eine Außenstehende, um Dinge in Bewegung zu bringen.

Mir hat das Buch wirklich richtig, richtig gut gefallen! Teilweise war es vorhersehbar und manchmal schaute auch ein Klischee vorbei und es ging gegen Ende sehr schnell, aber mich hat das alles nicht gestört, weil es gepasst hat, zu den Protagonisten und zum Buch selbst. Ich habe es richtig gern gelesen und hoffe, es wird ein weiteres Buch geben, das an diesem besonderen Schauplatz spielt. Von mir bekommt es volle 5 Sterne.

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