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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2022

Seichtes Familiendrama

VERGESSEN - Nur du kennst das Geheimnis
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Kirsty und ihre Cousine Selena waren in der Vergangenheit unzertrennlich. Aber Selena lügt, wo sie nur kann, sodass sich Kirsty immer mehr entfernt. Bis zu jenem Tag, der alles für immer veränderte und ...

Kirsty und ihre Cousine Selena waren in der Vergangenheit unzertrennlich. Aber Selena lügt, wo sie nur kann, sodass sich Kirsty immer mehr entfernt. Bis zu jenem Tag, der alles für immer veränderte und bei den beiden für absolute Funkstille sorgte. Jahre später kehrt Kirsty zurück in ihre Heimatstadt nach Wales und eröffnet mit ihrer Familie und ihrer Mutter eine Pension. Ihr erster Gast: Selena. Warum ist sie zurückgekommen und was will sie von Kirsty? In der Pension geschehen merkwürdige Dinge, doch ehe eine Erklärung gefunden werden kann, wird Selena ermordet aufgefunden.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus Kirsty Sicht in der Gegenwart geschrieben, vor allem aber gegen Ende tauchen hin und wieder ein paar Schnipsel aus der Vergangenheit auf.

Auch wenn Kirsty die Protagonistin ist und ich oft mit ihr mitfühlen konnte, wunderte ich mindestens genauso oft über ihre Naivität und darüber, Dinge zwar zu zerdenken, sie aber nicht anzusprechen. Ihr kommen so viele Dinge seltsam vor, aber anstatt weiter zu bohren, bricht sie ab und beendet damit die meisten Gespräche. Schade.
Die Mutter ist eine kratzbürstige Alte, für welche man problemlos Antipathien entwickelt. Auch wenn es am Ende dafür eine kleine Auflösung gibt, stellte sie mich nicht wirklich zufrieden.
Ebenso Ade konnte mich nicht wirklich überzeugen. Die Einzigen, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind, sind die Mädchen, die eigentlich nur oberflächlich gestreift werden.

Mit der Auflösung hätte ich niemals gerechnet, was jedoch nicht zur Spannung beigetragen hat, sondern eher ernüchtert von mir aufgefasst wurde. Es ist die am unbefriedigendste Möglichkeit, die absolut ersetzbar ist.

Der Schreibstil ist sehr angenehm. Fluffig, gut konsumierbar und plätschert nur so dahin.
Die Atmosphäre ist düster und bedrohlich. Man wartet die ganze Zeit darauf, dass etwas passiert, aber muss sich leider relativ schnell damit abfinden, dass die Bedrohung zwar vorhanden ist, sich aber sehr in die Länge zieht. Offensichtliche Spannungselemente sind sehr rar gestreut, weswegen es einige Längen gab, in denen ich mir ein bisschen mehr Fahrt gewünscht hätte.

Auch wenn mich das Buch nicht in der Thriller-Kategorie überzeugen konnte, hab ich es in einem Rutsch gelesen und empfand es als kurzweilig.

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Veröffentlicht am 24.01.2022

Rasanter Jugendthriller

JEMAND ist in deinem Haus
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Im beschaulichen, kleinen Örtchen Osborne werden grausame Morde an Highschool-Schüler verübt. Je mehr Opfer folgen, desto deutlicher wird, dass es sich hier um einen Serienmörder handelt, der nicht so ...

Im beschaulichen, kleinen Örtchen Osborne werden grausame Morde an Highschool-Schüler verübt. Je mehr Opfer folgen, desto deutlicher wird, dass es sich hier um einen Serienmörder handelt, der nicht so schnell aufzuhören scheint. Das Städtchen und die Schüler leben in allgegenwärtiger Angst, da die Polizei noch niemanden im Visier zu haben scheint. Eine von ihnen ist Makani, die erst vor kurzem nach Osborne gezogen ist. Eines Tages steht eine Gestalt mitten in ihrem Wohnzimmer.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, da er sich angenehm und sehr zügig las, weswegen ich das Buch in kürzester Zeit verschlungen habe.
Ebenso nahm die Spannung von Seite zu Seite zu, was es mir fast mir leicht machte, das Buch nicht aus der Hand zu legen.

Ich wusste im Voraus nicht, dass es sich um einen Jugendthriller handelte, jedoch wurde mir das aufgrund der Charaktere doch recht schnell klar. Es bremste mich kurz in meinem Lesefluss, da "Probleme" bzw. "Geheimnisse" typisch jugendlich aufgebauscht wurden, obwohl sie mit einer neutralen Betrachtung absolut nicht schlimm sind.

Die Charaktere haben mir echt gut gefallen. Ich hab sofort eine Beziehung zu Makani aufbauen können und fand die Romanze zwischen ihr und Olli auch ganz nett.

Dennoch hatte ich eine gute Zeit mit dem Buch. Wer also auf der Suche nach einem rasanten Jugendthriller ist, ist mit "Jemand in ist deinem Haus" sehr gut bedient.

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Veröffentlicht am 24.01.2022

Cold Case

DUNKEL
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Hulda ist Kommissarin bei der Polizei und steht kurz vor ihrer Pensionierung. Aufgrund einer neuen Anstellung eines jungen Kommissars, der ihren Platz einnehmen soll, wird sie unfreiwillig schon früher ...

Hulda ist Kommissarin bei der Polizei und steht kurz vor ihrer Pensionierung. Aufgrund einer neuen Anstellung eines jungen Kommissars, der ihren Platz einnehmen soll, wird sie unfreiwillig schon früher pensioniert. Zur Versöhnung darf sie sich einen allerletzten, bereits zu den Akten gelegten Fall aussuchen. Sofort beginnt sie zu ermitteln und stößt dabei auf einige Gefahren und neue Erkenntnisse, die der vorherige Ermittler wohl zu übersehen haben scheint.

Die Geschichte wird in mehreren Handlungssträngen auf verschiedenen Zeitachsen und von unterschiedlichen Charakteren erzählt. Nach und nach fügen sich die einzelnen Stränge zusammen und lüften den bisher ungelösten Fall.

Die Charaktere sind allesamt leider ziemlich platt. Die Protagonistin ist nicht ganz so unsympathisch, wie ich nun oft gelesen habe, aber sie ist dennoch weit davon entfernt, eine Sympathieträgerin zu sein.
Hauptsächlich wird man mit Huldas Gedanken und daraus resultierender Unzufriedenheit ihrer Pensionierung konfrontiert, die in dem Alter sicherlich stark präsent sind, mich aber irgendwann zum Augenrollen brachten.
Die Aufklärung darüber, warum sie ein eher verschlossener Charakter ist, fand ich am Ende nochmal gut, um vieles nachvollziehen zu können, jedoch hätte ich mir das ein wenig früher gewünscht, um vielleicht eine Verbindung zu ihr aufbauen zu können.

Der Fall an sich war interessant und hatte viel Potenzial (das Verschwinden von zwei jungen Frauen, zwielichtige Drogengeschäfte, Asylbewerber etc.), aber je länger ich darüber nachdenke, desto unbefriedigter bleibe ich zurück.

Die fehlende Spannung, die leider erst auf den letzten Seiten aufkam, machten es mir nicht gerade angenehmer.

Wer auf ein rasantes Tempo und Spannungselemente verzichten kann, wird dennoch von "Dunkel" unterhalten werden.

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Veröffentlicht am 17.01.2022

Roman mit Spannungselementen

Sieben Lügen
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Eine Lüge führt oft zur nächsten und ehe man es sich versieht, befindet man sich in einem Strudel aus Lügen, aus dem man mit eigener Kraft nicht mehr entkommen kann.
Genau so ging es Jane, die ihrer besten ...

Eine Lüge führt oft zur nächsten und ehe man es sich versieht, befindet man sich in einem Strudel aus Lügen, aus dem man mit eigener Kraft nicht mehr entkommen kann.
Genau so ging es Jane, die ihrer besten Freundin Marnie eine kleine Notlüge unterbreiten musste, die in immer größer werdenden Lügen und letztendlich in einem Mord endete.

Die Geschichte ist in 7 Teile unterteilt, die für die einzelnen Lügen stehen. Anfangs wird der::die Leser:in vermeintlich persönlich angesprochen, was sich für mich anfangs befremdlich las. Da der restliche Teil aber in der normalen Ich-Perspektive geschrieben ist, taten die wenigen Absätze mit Du-Passagen der Geschichte keinen Abbruch.

Auch wenn Jane, die Protagonistin, nicht immer nachvollziehbar handelte, hab ich dennoch ganz schnell eine Bindung zu ihr aufbauen und ihre Emotionen verstehen können.
Ebenso war Marnie sehr authentisch und rund gezeichnet.
Auch wenn ich die Familienverhältnisse von den einzelnen Charakteren hin zu deren Familie nicht wirklich verstanden habe, sie aber immer wieder thematisiert wurden.

Der Schreibstil an sich hat mir wirklich gut gefallen. Er las sich flüssig und plätscherte nur so dahin, sodass man sich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren konnte.

Lediglich die Einordnung "Thriller" machte für mich keinen Sinn. Es gab immer mal wieder kleinere Spannungsmomente, die aber absolut unverhältnismäßig waren. Auch das Ende, erzielte keinen Peak. Zwischendrin gab es einen Moment, bei dem ich über die Seiten hinweg am liebsten die Luft angehalten hätte, aber danach flachte es ziemlich ab und es blieb Drama anstatt Spannung zurück.

Wer aber einen Roman mit Spannungselementen sucht, bei dem man nah an der Protagonistin der Storyline folgt, dramatische und tragische Familienverhältnisse mag, der:die kann sich "Sieben Lügen" annehmen.

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Veröffentlicht am 14.01.2022

Gesellschaftskritisch

Identitti
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Ein Roman, der sich mit Race, Gender, Feminismus und vielem weiteren befasst.

Der Roman wird in verschiedenen Textgattungen erzählt. Darunter fallen Blogeinträge, Tweets, Facebookeinträge, Erzählungen, ...

Ein Roman, der sich mit Race, Gender, Feminismus und vielem weiteren befasst.

Der Roman wird in verschiedenen Textgattungen erzählt. Darunter fallen Blogeinträge, Tweets, Facebookeinträge, Erzählungen, Interviews und vielen weiteren. Eine wirklich interessante Herangehensweise, um einen möglichst allumfassenden Blick zu bekommen bzw. die Geschichte nicht nur im Buch zu lassen, sondern auf reale Formate anwendbar macht.

Die reale Begebenheit, die in ein fiktives Setting verwoben wurde, konnte mich leider nur teilweise erreichen. Die gesellschaftlichen Fragen und Hintergründe, die unsere heutige Gesellschaft stark prägen und ebenso die verschiedenen Blickwinkel der Charaktere fand ich unfassbar spannend. Ich wurde zum Nachdenken angeregt und stellte Begebenheiten infrage, von denen ich teilweise nie davon ausgegangen bin, dass sie alles andere als selbstverständlich sind.

Jedoch hat mir die fiktive Geschichte, in die die Gesellschaftskritik verwoben wurde, leider gar nicht zugesagt. Personenkult, teilweise sehr langwierige und nicht unbedingt relevante Textpassagen machten es mir teilweise wirklich schwer, weiterzulesen.

Das Setting, in der die Geschichte spielt, war für mich einfach anstrengend. Die Verehrung einzelner Personen (in dem Fall die der Professorin) ist für mich schlichtweg nicht nachvollziehbar und unfassbar naiv.

Nichtsdestotrotz sind die behandelten Themen wichtig und sollten, auf welchem Weg auch immer, Gehör finden und zum Nachdenken anregen und das hat definitiv stattgefunden.

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