Seichtes Familiendrama
VERGESSEN - Nur du kennst das GeheimnisKirsty und ihre Cousine Selena waren in der Vergangenheit unzertrennlich. Aber Selena lügt, wo sie nur kann, sodass sich Kirsty immer mehr entfernt. Bis zu jenem Tag, der alles für immer veränderte und ...
Kirsty und ihre Cousine Selena waren in der Vergangenheit unzertrennlich. Aber Selena lügt, wo sie nur kann, sodass sich Kirsty immer mehr entfernt. Bis zu jenem Tag, der alles für immer veränderte und bei den beiden für absolute Funkstille sorgte. Jahre später kehrt Kirsty zurück in ihre Heimatstadt nach Wales und eröffnet mit ihrer Familie und ihrer Mutter eine Pension. Ihr erster Gast: Selena. Warum ist sie zurückgekommen und was will sie von Kirsty? In der Pension geschehen merkwürdige Dinge, doch ehe eine Erklärung gefunden werden kann, wird Selena ermordet aufgefunden.
Die Geschichte wird hauptsächlich aus Kirsty Sicht in der Gegenwart geschrieben, vor allem aber gegen Ende tauchen hin und wieder ein paar Schnipsel aus der Vergangenheit auf.
Auch wenn Kirsty die Protagonistin ist und ich oft mit ihr mitfühlen konnte, wunderte ich mindestens genauso oft über ihre Naivität und darüber, Dinge zwar zu zerdenken, sie aber nicht anzusprechen. Ihr kommen so viele Dinge seltsam vor, aber anstatt weiter zu bohren, bricht sie ab und beendet damit die meisten Gespräche. Schade.
Die Mutter ist eine kratzbürstige Alte, für welche man problemlos Antipathien entwickelt. Auch wenn es am Ende dafür eine kleine Auflösung gibt, stellte sie mich nicht wirklich zufrieden.
Ebenso Ade konnte mich nicht wirklich überzeugen. Die Einzigen, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind, sind die Mädchen, die eigentlich nur oberflächlich gestreift werden.
Mit der Auflösung hätte ich niemals gerechnet, was jedoch nicht zur Spannung beigetragen hat, sondern eher ernüchtert von mir aufgefasst wurde. Es ist die am unbefriedigendste Möglichkeit, die absolut ersetzbar ist.
Der Schreibstil ist sehr angenehm. Fluffig, gut konsumierbar und plätschert nur so dahin.
Die Atmosphäre ist düster und bedrohlich. Man wartet die ganze Zeit darauf, dass etwas passiert, aber muss sich leider relativ schnell damit abfinden, dass die Bedrohung zwar vorhanden ist, sich aber sehr in die Länge zieht. Offensichtliche Spannungselemente sind sehr rar gestreut, weswegen es einige Längen gab, in denen ich mir ein bisschen mehr Fahrt gewünscht hätte.
Auch wenn mich das Buch nicht in der Thriller-Kategorie überzeugen konnte, hab ich es in einem Rutsch gelesen und empfand es als kurzweilig.