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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2022

Richtig gut

Klein-Sibirien
0

Ich habe dieses Buch um Turbo-Tempo gelesen, und war am Ende geknickt, dass es schon zu Ende war. Also habe ich auf die Schnelle noch alle anderen Bücher des Autors inhaliert.
Bei aller Spannung, schreibt ...

Ich habe dieses Buch um Turbo-Tempo gelesen, und war am Ende geknickt, dass es schon zu Ende war. Also habe ich auf die Schnelle noch alle anderen Bücher des Autors inhaliert.
Bei aller Spannung, schreibt er witzig, und die Art Humor geht in die Richtung der Coen-Filme, also exakt das Richtige für mich.
Die Charkterzeichnungen sind hervorragend.

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Veröffentlicht am 03.02.2022

Spannend

Krone des Schicksals
0

Das Juwel, das aus den Tränen der Madonna erstand, steht aus eher politischen Gründen auf der Wunschliste des Stampfers Friedrich II . Er glaubt, den Stein bei Walter von der Vogelweide zu finden, der ...

Das Juwel, das aus den Tränen der Madonna erstand, steht aus eher politischen Gründen auf der Wunschliste des Stampfers Friedrich II . Er glaubt, den Stein bei Walter von der Vogelweide zu finden, der ihn zwanzig Jahre zuvor mit Freunden aus Konstantinopel raubte, aber Walter, der sich in der Trauer um die Liebe seines Lebens eingerichtet hat, besitzt ihn nicht. Wider Willen macht er sich auf, den Stein zu finden - er ahnt nichts, von der Rache einer verschmähten Frau.
Natürlich passiert noch viel mehr…
Die fiktive Geschichte des Juwels ist in ein hervorragend recherchiertes Umfeld eingebettet, und die real existierenden Personen / historischen Personen sind glaubhaft dargestellt. Selbst, wenn man sich mit ihnen im Besonderen und deren Geschichte auskennt, nimmt man ihnen jedes Wort und jede Entscheidung ab.
Die Charaktere haben auch die notwendige Tiefe, um mich zu fesseln. Ich mochte jeden einzelnen von ihnen.
Typisch für den Autor ist der unterschwellige Humor, von dem ich ein großer Fan bin.
Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

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Veröffentlicht am 04.02.2022

Ganz eigner Witz

Schlafende Hunde
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Antonella Bracco, Polizistin in Köln, erzählt, wie sie nach einem schweren Dienstunfall in eine Behörde versetzt wird, in der sie sich unterfordert fühlt. Nichts wäre ihr lieber, als in den Polizeidienst ...

Antonella Bracco, Polizistin in Köln, erzählt, wie sie nach einem schweren Dienstunfall in eine Behörde versetzt wird, in der sie sich unterfordert fühlt. Nichts wäre ihr lieber, als in den Polizeidienst zurückzukehren. Dass dies aber eher unfreiwillig geschieht, weil sich ein Fall auftut, in den ihre Brüder verwickelt sind, macht sie dann doch nervös.
Der Maserati ihre Bruders Lorenzo wurde geklaut. Es war etwas drin, was nicht hätte drin sein dürfen, und ein Mädchen wird entführt. Sie versucht herauszufinden, was hier all dem steckt, und inwieweit ihre Brüder darin involviert sind. Deshalb heftet sie sich an den Ermittler Sebastian Avrenberg, den sie vorgeblich unerträglich findet.
Natürlich ist sie Wahrheit in ihn verliebt, was sie nie zugeben würde.
Sie ist impulsiv, chaotisch, und talentiert darin, sich in die absurdesten Situationen zu manövrieren.
Ich liebe Nelly (Antonella)
Der Schreibstil ist flüssig, man mag nicht zu lesen aufhören, weil sich auch ein Plottwist nach dem anderen ergibt.
Die Charaktere sind alle durchdacht, und haben Tiefe.
Und die Geschichte, die sich mit der Aufdeckung des Falles auftut, ist schlichtweg zauberhaft.
Das Buch nennt sich Satire, aber das ist es nicht zwingend, weil es der Autorin gelingt, auf der einen Seite Klischees zu überspitzen und ins Absurde zu ziehen, aber auf der anderen Seite eine einfühlsame schwule Love-Story zu erzählen, in der sie nichts überspitzt, die sie einfühlsam erzählt.
Es ist diese Kombination, die das Buch zu einem Lesespass macht.
In Rückblicken wird erzählt, wie sich zwei junge Männer finden (dramatisch!) sich ihre Liebe eingestehen, und sich mit Ablehnung und Homophobie konfirmiert finden. In dieser Vergangenheit steckt der Schlüssel zur Aufklärung des Falls.
Ich bin begeistert und hoffe auf weitere Fälle.

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Veröffentlicht am 15.01.2022

Spannend

Bote des Feuers
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Eine fulminante Geschichte in Zeiten der Pest, der der Leser auf einem Handelsschiff von Caffa nach Genua folgt. Inmitten des Beginns der Plage jagen Gisela und Joseph, zwei Liebende unterschiedlicher ...

Eine fulminante Geschichte in Zeiten der Pest, der der Leser auf einem Handelsschiff von Caffa nach Genua folgt. Inmitten des Beginns der Plage jagen Gisela und Joseph, zwei Liebende unterschiedlicher Kulturen, den vermeintlichen Verursacher der Seuche, und versuchen, ein Kind zu retten.
Die Geschichte ist hervorragend recherchiert, sieht man von der naturgemäßen Fiktion der Geschichte um die Protagonisten ab. Der historische Rahmen, innerhalb dessen sie sich bewegen, ist stimmig. Teils bildgewaltig.
Ohne Spoilern zu wollen; ich hätte mich gewünscht, dass einer Nebenfigur mehr Raum gegeben würde. Vittoria, die (glaubhaft) in Salerno zur Ärztin ausgebildet worden war, und sich im Norden mit der üblichen Arroganz der männlichen Ärzte abplagen muss, die einer Frau nichts zutrauen.

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Veröffentlicht am 09.03.2022

Mäßig spannender Krimi mit oberflächlichen Personen

Deichfürst
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Als nach einer langen Zwangspause die Bauarbeiten am Emsperrweg wieder aufgenommen werden, entdecken Bauarbeiter die Leiche des perfide ermordeten Polderbauern Tadeus de Vries. Schnell entpuppt er sich, ...

Als nach einer langen Zwangspause die Bauarbeiten am Emsperrweg wieder aufgenommen werden, entdecken Bauarbeiter die Leiche des perfide ermordeten Polderbauern Tadeus de Vries. Schnell entpuppt er sich, rückblickend, als brutal und skrupellos. Auch seine Vergangenheit ist voller dunkler Flecken. So bieten sich dem leitenden Ermittler Stefan Möllenkampf zahlreiche Verdächtige. Gegner des Sperrwegs, dessen kämpferischer Befürworter der Tote war, Feinde aus der Vergangenheit, Familienangehörige, die er hintergangen hat. Die Verdächtigen sind Legion.
Und doch ahnt man recht schnell, wer der Täter war, weil früh eine Geschichte aus der Vergangenheit erzählt wird. Eine Geschichte von Flucht und Vertreibung in den letzten Zügen des NS-Regimes, bzw. unmittelbar nach Kriegsende.
Dass bereits früh auf der Hand lag, wer der Mörder ist, hemmte zwar etwas die Spannung, aber nichts desto trotz war ich beim Lesen gespannt auf die Entwicklungen und Winkelzüge, die mich zum Täter führen würden. Vor allem stellte sich die Frage, wie die Polizei auf ihn kommt.
Die Regionaljournalistin Gertrud und der leitende Ermittler gehen unterschiedliche Wege, um den Fall aufzuklären, von der Team-Arbeit, wie im Klappentext erwähnt, kann keine Rede sein.
Auch das empfand ich nicht als störend. Es war oaky, und wie sie am Ende miteinander klarkamen, Polizist und Journalistin, war auch gut dargestellt.
Und doch krankt die ganze Handlung an den äußerst oberflächlichen Figuren. Stefan Möllenkamp bleibt für mich als Person völlig uninteressant. gelegentliche Versuche, ihm mehr Tiefe durch die Darstellung seines Ehelebens zu geben, scheitern.
Ebenso blass bleibt sein ganzes Team, die Journalistin, und der herrschsüchtige Chef selbst wird zum Krimi-Klischee. Kein Krimi ohne einen nervtötenden Vorgesetzten, der alles zu wissen glaubt und dauernd auf die Außenwirkung der Polizeiarbeit hinweist.
Richtig lästig waren die ganzen, in Dialekten/Platt gesprochenen Sätze. Meistens Plattdeutsch, oft auch hessisch. Sie störten den Lesefluss wahnsinnig, da nutzten auch die Fußnoten nichts, im Gegenteil.
Die Verweise auf die Zeit, in der die Handlung spielt, wirken gekünstelt. Der Weiberabend von Möllenkamps Frau, an dem der Jugoslawienkrieg explizit thematisiert wird, wirkt bemüht.
Aber dennoch: Es bleibt ein klassischer Krimi, von dem ich wissen wollte, wie und auf welchem Wege er endet. Nach und nach fallen Puzzlestücke an Informationen hinab, man dreht und guckt, wie sie passen, bis sie ein endgültiges Bild ergeben.
Als solcher funktioniert das Buch. Zudem lebt es von den Kapiteln, die die Vergangenheit schildern. Die Flucht, das Drama, das schließlich zur Ermordung de Vries' Jahrzehnte danach führen. Die Kapiteln sind auch deutlich weniger blass, die Figuren, insbesondere der Täter, verfügen über mehr Tiefe.
Außerdem gefiel mir das Ende ausnehmend gut.

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