Profilbild von Sanne

Sanne

Lesejury Star
online

Sanne ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sanne über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2022

Die Stärke einer Mutter

Das Fundbüro der verlorenen Träume
0

Etwas sonderbar ist sie schon. Die Erste im Büro, die Gründlichste, die Engagierteste und die am wenigsten Beachtete. Überkorrekt. Sie sorgt sich um die Besitzer verlorener Gegenstände, möchte gern helfen. ...

Etwas sonderbar ist sie schon. Die Erste im Büro, die Gründlichste, die Engagierteste und die am wenigsten Beachtete. Überkorrekt. Sie sorgt sich um die Besitzer verlorener Gegenstände, möchte gern helfen.
Sorgfältig registriert sie Abgegebenes und macht sich dazu ihre Gedanken. Unglaublich, was alles abgegeben wird: Beinprothesen, Kleidung, Champagner, Harpunen ... .
Helen Francis Paris‘ Schreibstil ist fließend, blumig, vergleichend. Farben spielen eine große Rolle. Ihre Heldin ist gut als verschrobene, sich in Fantasien verlierende Frau gezeichnet. Deren Ausblendung von Realitäten, ihre duldende Haltung und ihre Vermeidungstaktik machen sie mir nicht unbedingt sympathisch.
Die den Kapiteln vorangestellten Notizen sind es, die mein Interesse geweckt haben. Über verlorengegangene und zurückgegebene Gegenstände hätte ich gern mehr erfahren. Der Buchtitel hatte mich darauf hoffen lassen. Sehr gut gefallen haben mir allerdings die Sequenzen, die die Stärke einer Mutter aufzeigen. Sie haben mich mit dem Buch versöhnt. Ein gelungenes Finale.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2022

Das Erbe

Die Gäste
0

In kurzen Kapiteln berichtet Katharina Hacker über Ereignisse im Leben einer 50-jährigen Frau. Der Mann hat sie verlassen, der erwachsene Sohn ist verschwunden, wenigstens hat sie Wohnung und eine sichere ...

In kurzen Kapiteln berichtet Katharina Hacker über Ereignisse im Leben einer 50-jährigen Frau. Der Mann hat sie verlassen, der erwachsene Sohn ist verschwunden, wenigstens hat sie Wohnung und eine sichere Stelle. Die Frau erbt also zu Coronazeiten ein heruntergekommenes Café. Was damit tun?
Anschaulich beschriebene skurrile Gestalten, mysteriöse Geschäftemacher, Hinterhoffutterfleischverkäufer, Kaffeesatzleserinnen, unwirsche Spätibesitzer und rachsüchtige Frauen finden Erwähnung, stets begleitet von Gedanken an abwesende geliebte Personen. Die Hoffnung auf Rückkehr, eine gute Zukunft klingt durch.
Die Texte zeichnen sich durch knappe, präzise Wortwahl aus, manches wird angedeutet, viel Raum für eigene Gedanken wird gegeben. Mitunter finden sich kleine Knaller, nette Pointen. Zuweilen aber auch verworrene Phantastereien.
Ein Roman über Erlebnisse, Gedanken, Beobachtungen einer Ich-Erzählerin mit ausufernder Phantasie, verlegt von Fischer.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2022

Am Sorgentelefon

Café der Unsichtbaren
0

Am Sorgentelefon
Es sind sieben grundverschiedene Charaktere, die für das Sorgentelefon arbeiten. Emilia, Rieke, Matthias, Frau von Schrey (Ich-Erzählerin), Wanda, Marianne und Dr. Lorentz sind die wechselnde ...

Am Sorgentelefon
Es sind sieben grundverschiedene Charaktere, die für das Sorgentelefon arbeiten. Emilia, Rieke, Matthias, Frau von Schrey (Ich-Erzählerin), Wanda, Marianne und Dr. Lorentz sind die wechselnde Besetzung der Nachtschicht.
Sie reden mit den Einsamen, Verzweifelten, Hilflosen, Kranken. Die Anrufer wollen Zuwendung, Rat, Jemanden, der sie versteht. Man hört zu, bestätigt, tröstet, hilft, fordert auf, zu erzählen, baut auf. Versucht es wenigstens.
Viel erfahren wir über die Mitarbeiter. Auch sie haben ihre Sorgen, natürlich, ihre Kümmernisse, Erinnerungen und Pläne, die vielleicht oder vielleicht auch nicht in Erfüllung gehen. Skurrile Gedanken.
Immer wieder werden die Äußerungen der Anrufer geschildert, vielfältig sind sie, zeugen von temporären oder andauernden Missständen. Hier am Ball bzw. am Telefon zu bleiben, ist nicht leicht.
Judith Kuckart schreibt glaubhaft, realistisch. Und gibt damit auch Anregung zur Selbstreflexion.
Lesenswertes aus dem Hause Dumont.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2022

Sarah, Auktionen und die Liebe

Das Auktionshaus (Die Auktionshausserie 2)
0

Wien, 1920, Sarah Rosewell arbeitet erfolgreich als stellvertretende Geschäftsführerin in einem Wiener Auktionshaus. Ihre geliebte Stelle in einem Londoner Haus hat sie nach einem folgenreichen Missgeschick ...

Wien, 1920, Sarah Rosewell arbeitet erfolgreich als stellvertretende Geschäftsführerin in einem Wiener Auktionshaus. Ihre geliebte Stelle in einem Londoner Haus hat sie nach einem folgenreichen Missgeschick verlassen. Dass sie ein schmutziges Geheimnis aufdeckt, beschert ihr mächtige Feinde, die sogar mit Mafia-Methoden gegen sie vorgehen. In Wien begegnen ihr Hochmut, Antisemitismus, Diskriminierung. Ihren Freund und Geliebten verlässt sie. Hoffentlich endgültig.
Gelungen finde ich die Beschreibung einiger Stücke, die das Auktionshaus ankauft oder anbietet. Das ist interessant, beflügelt die Fantasie. Zeitgeschichte wurde eingebaut, bekannte Namen, Theateraufführungen, Modegetränke und derzeit angesagte Kleidung finden Erwähnung. Auch die wirtschaftliche Lage, die Inflation, die Politik spielen eine Rolle. Natürlich zieht sich auch die Liebe wie ein roter Faden durch das Buch. Ist frau allen Ansprüchen gewachsen?
Sarahs Geschichte ist interessant, das Auktionshaus, angelehnt an ein berühmtes Vorbild, ebenso. Gut und unterhaltsam zu lesender Roman von Amelia Martin , verlegt von Ullstein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2022

Vorsicht, aufmerksame Nachbarin!

Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar
0

Judith Potts, 77, geht es gut: kein nervender Ehemann an der Seite, sie wohnt im eigenen Häuschen, lebt in schöner Umgebung. Nur eins stört: die Polizei nimmt sie nicht ernst. DS Malik verlässt sich lieber ...

Judith Potts, 77, geht es gut: kein nervender Ehemann an der Seite, sie wohnt im eigenen Häuschen, lebt in schöner Umgebung. Nur eins stört: die Polizei nimmt sie nicht ernst. DS Malik verlässt sich lieber auf ihr Handbuch für Polizeibeamte. Als Mrs Potts Nachbar erschossen wird, beschließt sie, selbst zu ermitteln. Zumal Stefan nicht der einzige Tote bleibt.
Sie rekrutiert zwei ortsansässige Damen, die eine begeistert frei- , die andere zunächst eher widerwillig, die helfen sollen. Ihre Ermittlungen ziehen sich hin, Robert Thorogood lässt es gemächlich angehen. Mrs Potts entwickelt sich zur Mrs Marple von Marlow, verfolgt beharrlich Spuren. Ihre Kreuzworträtselerfahrung ist wertvolle Unterstützung. Ob sie mitsamt ihrem Mordclub den Fall lösen wird? Sicher doch, ganz unerwartet ist das Ende nicht. Als Leser freut man sich, dass der Mordclub schlauer als die unterfinanzierte Polizei ist.
Locker und leicht zu lesen, mäßg spannender Cosy-Crime, fein für zwischendurch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere