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Veröffentlicht am 23.02.2022

Das Erbe

Die Gäste
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In kurzen Kapiteln berichtet Katharina Hacker über Ereignisse im Leben einer 50-jährigen Frau. Der Mann hat sie verlassen, der erwachsene Sohn ist verschwunden, wenigstens hat sie Wohnung und eine sichere ...

In kurzen Kapiteln berichtet Katharina Hacker über Ereignisse im Leben einer 50-jährigen Frau. Der Mann hat sie verlassen, der erwachsene Sohn ist verschwunden, wenigstens hat sie Wohnung und eine sichere Stelle. Die Frau erbt also zu Coronazeiten ein heruntergekommenes Café. Was damit tun?
Anschaulich beschriebene skurrile Gestalten, mysteriöse Geschäftemacher, Hinterhoffutterfleischverkäufer, Kaffeesatzleserinnen, unwirsche Spätibesitzer und rachsüchtige Frauen finden Erwähnung, stets begleitet von Gedanken an abwesende geliebte Personen. Die Hoffnung auf Rückkehr, eine gute Zukunft klingt durch.
Die Texte zeichnen sich durch knappe, präzise Wortwahl aus, manches wird angedeutet, viel Raum für eigene Gedanken wird gegeben. Mitunter finden sich kleine Knaller, nette Pointen. Zuweilen aber auch verworrene Phantastereien.
Ein Roman über Erlebnisse, Gedanken, Beobachtungen einer Ich-Erzählerin mit ausufernder Phantasie, verlegt von Fischer.

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Veröffentlicht am 16.02.2022

Am Sorgentelefon

Café der Unsichtbaren
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Am Sorgentelefon
Es sind sieben grundverschiedene Charaktere, die für das Sorgentelefon arbeiten. Emilia, Rieke, Matthias, Frau von Schrey (Ich-Erzählerin), Wanda, Marianne und Dr. Lorentz sind die wechselnde ...

Am Sorgentelefon
Es sind sieben grundverschiedene Charaktere, die für das Sorgentelefon arbeiten. Emilia, Rieke, Matthias, Frau von Schrey (Ich-Erzählerin), Wanda, Marianne und Dr. Lorentz sind die wechselnde Besetzung der Nachtschicht.
Sie reden mit den Einsamen, Verzweifelten, Hilflosen, Kranken. Die Anrufer wollen Zuwendung, Rat, Jemanden, der sie versteht. Man hört zu, bestätigt, tröstet, hilft, fordert auf, zu erzählen, baut auf. Versucht es wenigstens.
Viel erfahren wir über die Mitarbeiter. Auch sie haben ihre Sorgen, natürlich, ihre Kümmernisse, Erinnerungen und Pläne, die vielleicht oder vielleicht auch nicht in Erfüllung gehen. Skurrile Gedanken.
Immer wieder werden die Äußerungen der Anrufer geschildert, vielfältig sind sie, zeugen von temporären oder andauernden Missständen. Hier am Ball bzw. am Telefon zu bleiben, ist nicht leicht.
Judith Kuckart schreibt glaubhaft, realistisch. Und gibt damit auch Anregung zur Selbstreflexion.
Lesenswertes aus dem Hause Dumont.

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Veröffentlicht am 08.02.2022

Sarah, Auktionen und die Liebe

Das Auktionshaus (Die Auktionshausserie 2)
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Wien, 1920, Sarah Rosewell arbeitet erfolgreich als stellvertretende Geschäftsführerin in einem Wiener Auktionshaus. Ihre geliebte Stelle in einem Londoner Haus hat sie nach einem folgenreichen Missgeschick ...

Wien, 1920, Sarah Rosewell arbeitet erfolgreich als stellvertretende Geschäftsführerin in einem Wiener Auktionshaus. Ihre geliebte Stelle in einem Londoner Haus hat sie nach einem folgenreichen Missgeschick verlassen. Dass sie ein schmutziges Geheimnis aufdeckt, beschert ihr mächtige Feinde, die sogar mit Mafia-Methoden gegen sie vorgehen. In Wien begegnen ihr Hochmut, Antisemitismus, Diskriminierung. Ihren Freund und Geliebten verlässt sie. Hoffentlich endgültig.
Gelungen finde ich die Beschreibung einiger Stücke, die das Auktionshaus ankauft oder anbietet. Das ist interessant, beflügelt die Fantasie. Zeitgeschichte wurde eingebaut, bekannte Namen, Theateraufführungen, Modegetränke und derzeit angesagte Kleidung finden Erwähnung. Auch die wirtschaftliche Lage, die Inflation, die Politik spielen eine Rolle. Natürlich zieht sich auch die Liebe wie ein roter Faden durch das Buch. Ist frau allen Ansprüchen gewachsen?
Sarahs Geschichte ist interessant, das Auktionshaus, angelehnt an ein berühmtes Vorbild, ebenso. Gut und unterhaltsam zu lesender Roman von Amelia Martin , verlegt von Ullstein.

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Veröffentlicht am 06.02.2022

Vorsicht, aufmerksame Nachbarin!

Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar
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Judith Potts, 77, geht es gut: kein nervender Ehemann an der Seite, sie wohnt im eigenen Häuschen, lebt in schöner Umgebung. Nur eins stört: die Polizei nimmt sie nicht ernst. DS Malik verlässt sich lieber ...

Judith Potts, 77, geht es gut: kein nervender Ehemann an der Seite, sie wohnt im eigenen Häuschen, lebt in schöner Umgebung. Nur eins stört: die Polizei nimmt sie nicht ernst. DS Malik verlässt sich lieber auf ihr Handbuch für Polizeibeamte. Als Mrs Potts Nachbar erschossen wird, beschließt sie, selbst zu ermitteln. Zumal Stefan nicht der einzige Tote bleibt.
Sie rekrutiert zwei ortsansässige Damen, die eine begeistert frei- , die andere zunächst eher widerwillig, die helfen sollen. Ihre Ermittlungen ziehen sich hin, Robert Thorogood lässt es gemächlich angehen. Mrs Potts entwickelt sich zur Mrs Marple von Marlow, verfolgt beharrlich Spuren. Ihre Kreuzworträtselerfahrung ist wertvolle Unterstützung. Ob sie mitsamt ihrem Mordclub den Fall lösen wird? Sicher doch, ganz unerwartet ist das Ende nicht. Als Leser freut man sich, dass der Mordclub schlauer als die unterfinanzierte Polizei ist.
Locker und leicht zu lesen, mäßg spannender Cosy-Crime, fein für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 03.02.2022

Kein Ponyhof

Erstmal für immer
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Sehr, sehr ehrgeizig und erfolgsorientiert begegnet uns Madeleine. Alle Achtung, wie sie ihre vielen Verpflichtungen wuppt. Ich denke, dass der Stress teilweise hausgemacht ist: muss man noch zum Yoga ...

Sehr, sehr ehrgeizig und erfolgsorientiert begegnet uns Madeleine. Alle Achtung, wie sie ihre vielen Verpflichtungen wuppt. Ich denke, dass der Stress teilweise hausgemacht ist: muss man noch zum Yoga hetzen, wenn man keine Zeit hat? Kann man es der Chefin übelnehmen, wenn sie zuverlässige Arbeitskräfte möchte? Wenn ein Jahr voller Urlaube in aller Welt vorbei ist, winkt eben wieder der Alltag mit seinen Unannehmlichkeiten. Und ein Studium der Geschichte. Aber nach dessen Abschluss wird Lena ...
Bio-Bäuerin in Österreich. Ihr neues Leben beschreibt sie sehr anschaulich und lebendig. Ihre Mädels, also die Kühe, die Kälber und die Hühner werden zuverlässig versorgt, einen Exkurs in Milchviehkunde und Kuhpsychologie wird eingefügt. Letzteres ist interessant. Die Liebe zu den Tieren ist zu spüren, beiderseits ist man zufrieden. Sogenannte Aktivisten sehen das anders und stören genauso wie überhebliche Touristen. Sie und der Leser bekommen deshalb Verhaltensregeln genannt.
Humorvoll und unterhaltsam wird ein Einblick in das Leben auf einem Bergbauernhof gewährt, man bekommt den Eindruck, die Autorin hat trotz einiger Probleme den für sie perfekten Platz im Leben gefunden. Allerdings wird auch mit den völlig falschen Vorstellungen immerwährender Freude aufgeräumt. Die Arbeit ist hart, nie zu Ende. Zumal auch Feriengäste, Obst- und Gemüsegarten rufen, Haushalt anliegt.
Eine ganz tolle Ergänzung sind die vielen Fotos im Anhang, ein sehr authentischer und schöner Einblick in die vorgestellte Welt.
Gut und unterhaltsam zu lesen, empfehlenswerte Lektüre besonders für Stadtmenschen.

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