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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2022

Hörbuchrezension / Schweres Trauma bewirkt grausame Rache

Dunkelmeer
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Jugendliche feiern eine Party am Strand und finden – eine tote Frau. Die Pathologin schließt einen natürlichen Tod nicht aus. Und wer sollte auf der wunderschönen, friedlichen Insel Föhr auch morden?
Doch ...

Jugendliche feiern eine Party am Strand und finden – eine tote Frau. Die Pathologin schließt einen natürlichen Tod nicht aus. Und wer sollte auf der wunderschönen, friedlichen Insel Föhr auch morden?
Doch dann erschüttert ein unzweifelhafter Mord die Insel in der Nordsee, denn der Tote wird geradezu grausam hingerichtet und Kerrin Iwersen, junge Kommissarin in Flensburg, übernimmt, unterstützt von Hark Hansen, die Ermittlungen. Während die Polizei noch rätselt, geschieht ein zweiter, nahezu identischer Mord und reißt einen weiteren Mann aus einem lange bestehenden Freundeskreis. Der Beginn einer Serie?
Stefanie Rogge startet mit einem schaurigen Gänsehaut-Prolog und nimmt den Hörer dann mit auf Föhr, eine Insel, wie sie wohl schöner nicht sein könnte. Ihre liebenswerten und sehr menschlichen Protagonisten sind dort zu Hause und so gestaltet sich die Spurensuche nicht gerade einfach, denn man kennt sich und Nachrichten verbreiten sich wie Lauffeuer. Kerrin ist hochmotiviert, Hark ein alter Hase und so tragen die beiden, mit Unterstützung vom Festland, die Puzzle-Teile zusammen. Die Morde sind tragisch und undurchsichtig, selbst Indizien helfen zunächst nicht, dem brutalen Täter auf die Spur zu kommen. Die Autorin lässt Ihre Hörer bis zum erlösenden Ende rätseln, die Spannung bleibt stets erhalten.
Dabei spürt man ihre Liebe zu Föhr an vielen Details, jeder Menge Inselflair und zauberhaften Landschaftsbeschreibungen. „Dunkelmeer“ ist ein Krimi, der den Hörer an allen Überlegungen, Empfindungen und Regungen teilhaben lässt, fesselnd und doch irgendwie heimelig, und zeitweilig sogar ein bisschen romantisch.
Kevin Kasper ist ein ganz unglaublicher Vorleser! Es gibt einfach alles, liest hervorragend und gestaltet die Protagonisten so unfassbar echt, das man sie vor sich sehen kann. Großes Kopfkino dank vollem Einsatz – er macht das einfach perfekt. Eine gelungene Kombination: starker Krimi, optimal interpretiert und deshalb absolut empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 13.02.2022

Ein mega spannender und furchtbar gruseliger Krimi in schönster Umgebung

Grenzfall - Ihr Schrei in der Nacht
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Das erstklassig gestaltete Cover zeigt es schon, wir sind am Sylvensteinstausee, mitten im Karwendel, eine der schönsten Gegenden im Grenzgebiet. Und es geschieht Seltsames: Mitten im Schneechaos verschwindet ...

Das erstklassig gestaltete Cover zeigt es schon, wir sind am Sylvensteinstausee, mitten im Karwendel, eine der schönsten Gegenden im Grenzgebiet. Und es geschieht Seltsames: Mitten im Schneechaos verschwindet die Tochter einer Familie auf dem Heimweg in die Jachenau. Alexa Jahn, noch relativ neu bei der Kripo in Weilheim, wittert Gefahr. Während die Ermittlungen anlaufen, verschwinden in Innsbruck zwei Studentinnen aus ihrem Wohnheim, und Kommissar Krammer vom LKA Tirol ahnt ebenfalls Böses. Hängen die Vermisstenfälle zusammen?
Anna Schneider konnte mich schon in ihrem ersten Band mit den Kommissaren Jahn und Krammer absolut überzeugen, aber man benötigt für den zweiten Band keine Vorkenntnisse.
Denn schnell, sehr lebendig und fließend wird man hineingezogen in diesen wirklich grausamen Fall, der wahrlich atemberaubend und erschreckend ist. Gänsehaut wechselt ab mit keinen Wohlfühlmomenten, die Ermittlungen gestalten sich rasant und zunächst sehr real. Alexa Jahn ist eine sympathische, lebensechte Protagonistin, die einem sofort ans Herz wächst, gleiches gilt für den grummeligen Bernhard Krammer, der auch für einige Schmunzelmomente sorgt.
Die Geschichte ist perfekt konstruiert, fesselnd und schockiert mit ungezügelter Gewalt. Bis zum letzten Moment konnte ich keinen Täter ausmachen und bei dem unglaublich düsteren Showdown stockt einem wirklich der Atem. Wie gut, das man zwischendrin bei den malerischen Landschaftsbeschreibungen minimal durchschnaufen konnte! Ein super spannender Krimi, den ich unbedingt empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 03.02.2022

Ein lebendiger, unterhaltsamer und spannender Krimi – undurchschaubar bis zum überraschenden Ende!

Feuer im Alten Land
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Gesa ist Polizeireporterin im Alten Land und stets auf dem Sprung. Als ein Gebäude in Flammen steht, ist sie natürlich am Ball, muss aber mit riesigem Schrecken erkennen: Es ist das Hotel ihres Bruders ...

Gesa ist Polizeireporterin im Alten Land und stets auf dem Sprung. Als ein Gebäude in Flammen steht, ist sie natürlich am Ball, muss aber mit riesigem Schrecken erkennen: Es ist das Hotel ihres Bruders Gunnar, in dem auch ihre Familie lebt. Gesa ist überzeugt, dass ihr Bruder keinerlei Schuld an der Brandstiftung trägt, aber ihre Chefin zieht sie ab und überträgt ihr, gemeinsam mit ihrem Kollegen Björn, die Berichterstattung über die Inthronisation der neuen Apfelblütenkönigin. Da wird die beliebte Vorjahreskönigin tot in einer abgebrannten Scheune aufgefunden und nichts kann Gesa nun mehr abhalten, zu ermitteln!
Man schlägt das Buch mit dem ansprechenden, wunderbar passenden Cover auf und wird schon nach wenigen Seiten in den Bann gezogen. Hanna Paulsen schreibt leichtfüßig, flüssig, detailreich und farbenfroh! Die Charaktere wachsen einem sehr schnell ans Herz, sind sympathisch und vor allem richtig „echt“! Die Szenen, aber auch insbesondere die Gefühle der Protagonisten sind verständlich, passend und jederzeit gut nachvollziehbar.
Dabei entwickelt Hanna Paulsen ein Tempo, dass einem bei den diversen Enthüllungen, Beichten und Entdeckungen ab und zu der Atem stockt. Geradezu turbulent geht es zu, kaum meint man, den Täter im Fokus zu haben, wendet sich das Blatt und man steht vor neuen Rätseln. Sehr geschickt führt die Autorin ihre Leser an der Nase herum, bleibt dabei aber immer realistisch und sorgt für reichlich Spannung und Abwechslung.
Ein für mich ganz hervorragender Krimi! Lebendig, unterhaltsam und fesselnd, genial konstruiert und undurchschaubar bis zum unerwarteten Ende!

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Veröffentlicht am 23.01.2022

Genial konstruiert , super spannend geschrieben!

Tote Hand
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Johann Lintinger, Chef der Autoverwertung, gerät in die Schrottschere und verliert unglücklicherweise seine Hand. Zusammen mit seinem Spezl Leo Kreuthner beschließen die beiden, diese an einem würdigen ...

Johann Lintinger, Chef der Autoverwertung, gerät in die Schrottschere und verliert unglücklicherweise seine Hand. Zusammen mit seinem Spezl Leo Kreuthner beschließen die beiden, diese an einem würdigen Ort zu beerdigen. Und stoßen bei der Kapelle auf eine begrabene Leiche. Für die Kripo Miesbach und Kommissar Wallner zunächst ein Rätsel…
Andreas Föhr ist für mich ein begnadeter Krimiautor. Er denkt sich nicht nur geniale Fälle aus, sondern setzt sie so überzeugend in Szene, dass man seine Bücher nicht mehr aus der Hand legen kann.
Und „Tote Hand“ ist in meinen Augen wieder wunderbar gelungen. Wer Wallner und sein Team kennt, wird sich sofort wieder im Kommissariat heimisch fühlen und die akribischen Ermittlungen im malerischen Landkreis Miesbach mitverfolgen. Es fehlt nicht an bayerischem Flair, und auch für Humor ist reichlich gesorgt, nicht zuletzt ausgelöst durch Opa Manfreds einfallsreiche liebenswerte Streiche.
Andreas Föhr hat einen super spannenden Krimi geschrieben, der zwar zum Miträtseln einlädt, aber nach vielen fesselnden Ereignissen zu einem unerwartet überraschenden Ende führt. Mich überzeugen Schreibstil und Humor, die gekonnte Mischung aus Spannung und Unterhaltung, und die Protagonisten mit all ihren Ecken, Kanten und Befindlichkeiten schließt man sofort ins Herz, auch wenn man die Vorgängerbände nicht kennt. Meine wärmste Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.01.2022

Schicksalsschläge und ihre tragischen Folgen

Der fürsorgliche Mr. Cave
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Terence Cave ist leidenschaftlicher Antiquitätenhändler und restauriert auch selbst mit Hingabe. Als ihn ein tragischer Schicksalsschlag nach dem anderen ereilt, sind seine Grundfesten erschüttert. Allein ...

Terence Cave ist leidenschaftlicher Antiquitätenhändler und restauriert auch selbst mit Hingabe. Als ihn ein tragischer Schicksalsschlag nach dem anderen ereilt, sind seine Grundfesten erschüttert. Allein Briony, seine verbliebene Tochter, hält ihn am Leben. All seine Liebe gehört nur ihr, und sein einziges Bestreben ist es, diese eine Tochter vor allen Gefahren zu bewahren. Aber Briony ist ein lebenslustiger Teenager – und hat für die strengen Verbote ihres Vaters kein Verständnis…
Matt Haig schreibt so innig und berührend, schildert so genau und bringt tiefe Gefühle sensibel zum Ausdruck. Schon auf den ersten Seiten ist man zu Tränen gerührt, fragt sich, wie grausam das Schicksal zuschlagen kann und entwickelt eine große Zuneigung zu den Protagonisten. Und hier entsteht das Dilemma, denn dank Matt Haigs besonderem Stil kann man sich in alle Beteiligten sehr gut hineindenken. Und fühlt große Sympathie für die freiheitsliebende, junge Briony, als auch für den besorgten Vater, der geradezu eine Obsession entwickelt…
Ein wunderbares Buch, zutiefst menschlich, sehr bewegend geschrieben, nachvollziehbar und fesselnd erdacht, das geradezu einen Sog entwickelt. Es geht zu Herzen, ist traurig, regt aber auch sehr zum Nachdenken an. Eine ergreifende Geschichte, die ich zarten Gemütern unbedingt empfehlen möchte!

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