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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2022

Wunderbare Ideen, bedingt gelungene Umsetzung

#London Whisper – Als Zofe ist man selten online
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Zoe absolviert gerade ein Austauschjahr in London und fühlt sich mittlerweile richtig wohl in der fremden Stadt, als das Unglaubliche passiert: Nach einer nächtlichen Party wacht sie als Zofe der Familie ...

Zoe absolviert gerade ein Austauschjahr in London und fühlt sich mittlerweile richtig wohl in der fremden Stadt, als das Unglaubliche passiert: Nach einer nächtlichen Party wacht sie als Zofe der Familie Arlington im Jahr 1816 wieder auf und muss sich nun in einer ziemlich fremden Zeit behaupten. Statt Tipps auf Instagramm, darf sie sich nun ganz direkt und praktisch ins Zeug legen, um ihre Ratschläge an die Frau zu bringen.
Nach Aniela Leys fantastischer Kinderbuchreihe Lia Sturmgold war ich sehr gespannt darauf, wie das Jugendbuch-Debüt der Autorin ausfallen wird. London und Zeitreisen als Hintergrund klang für mich auf jeden Fall sehr vielversprechend. Leider konnte das Buch jedoch nicht ganz mit meinen Erwartungen mithalten.
Die Idee zum Buch finde ich einfach richtig toll und auch was es mit den Zeitreisen auf sich hat, fand ich wirklich spannend und interessant gelöst. Auch Zoes Zeitreise-Kollege und Love Interest Hayden war in jedem Fall gelungen und ich hätte mir viele Seiten mehr mit ihm gewünscht. Zoe selbst konnte mich allerdings nicht so recht begeistern – blieb sie doch für mein Empfinden recht eindimensional. Angesichts der großen kulturellen und gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Zoes Zeit und der, in der sie landet, hätte ich mir außerdem gewünscht, dass das mehr thematisiert wird, denn Zoes Eingewöhnung in ihrer neuen Rolle lief mir viel zu glatt.
Insgesamt war

London Whisper leider kein Volltreffer bei mir. Ich kann mir aber vorstellen, dass die direkte Zielgruppe das anders sieht. Wer kein zeitloses Jugendbuch sucht, sondern eine direkte Übertragung des heutigen

& Co. in die Vergangenheit amüsant findet, wird bestimmt gut unterhalten.

Veröffentlicht am 16.02.2022

Zweigeteilt

Drowning in Stars
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Pixie und Gaze wachsen beide in schwierigen Verhältnissen auf. Als Gaze im Haus nebenan einzieht, entwickelt sich bald eine enge Freundschaft, in der sie gegenseitig auf sich aufpassen und sich unterstützen, ...

Pixie und Gaze wachsen beide in schwierigen Verhältnissen auf. Als Gaze im Haus nebenan einzieht, entwickelt sich bald eine enge Freundschaft, in der sie gegenseitig auf sich aufpassen und sich unterstützen, wo immer es geht, um das Leben wenigstens etwas erträglicher zu machen. Als die familiäre Situation bei Gaze jedoch eskaliert, werden sie auseinandergerissen. Erst Jahre später kommt es zu einem Wiedersehen – aber können sie jetzt noch an die intensive Freundschaft von damals anknüpfen?
Das Buch beginnt – für mich überraschend – als Pixie und Gaze noch sehr jung sind (12, um genau zu sein). Das war aber letztendlich klasse, weil ich es richtig toll fand, dass man als Leser miterleben darf, wie sich die Freundschaft zwischen den beiden entwickelt. So kann man später auch viel besser nachvollziehen, wieso das Band zwischen Pixie und Gaze so stark ist. Auch der Übergang zu ihrer „Trennung“, die familiäre Eskalation bei Gaze und die 180-Grad-Wendung, die sein Leben dann erfährt, fand ich grandios geschrieben und ich bin nur so durch die Seiten geflogen.
Das letzte Drittel des Buches war für mich wesentlich schwächer. Man wird als Leser mit diversen Ereignissen konfrontiert, die vorgefallen sind, als die beiden nicht zusammen waren – hier hätte ich mir etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht, um Pixies Entwicklung nachvollziehen zu können. Während sich die Autorin im ersten Teil sehr viel Zeit für alles genommen hat (was mir gefallen hat), überschlagen sich die Ereignisse am Ende etwas zu sehr und ich hätte gerne mehr Zeit mit den beiden Hauptcharakteren in diesem Alter verbracht.
Aus diesem Grund bin ich alles in allem etwas zwiegespalten, denn für die erste Hälfte würde ich glatt volle Punktzahl geben. Daher gibt es von mir eine etwas eingeschränkte Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 31.10.2021

Ein Hauch von vielem

The Upper World – Ein Hauch Zukunft
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Bei einem Unfall auf dem Weg zur Highschool erlebt Esso etwas sehr Merkwürdiges: Während er bewusstlos ist, findet er sich einer anderen Welt wieder, in der er Einblick in zukünftige Ereignisse bekommt. ...

Bei einem Unfall auf dem Weg zur Highschool erlebt Esso etwas sehr Merkwürdiges: Während er bewusstlos ist, findet er sich einer anderen Welt wieder, in der er Einblick in zukünftige Ereignisse bekommt. Mittels der Physik versucht er herauszufinden, was dahintersteckt – aber er muss sich beeilen, als er zwischen die Fronten eines Bandenkriegs gerät.
Dieses Debüt versprach eine spannende Geschichte, nicht zuletzt wegen des Zeitreise-Aspekts. Aber auch das Setting in einem der ärmeren Viertel Londons, in dem Esso lebt, und die Tatsache, dass versucht werden soll, Zeitreisen mittels der Physik zu erklären, klang für mich nach einem faszinierenden, weil etwas anderem Buch.
Jedoch bin ich mit diesem Buch gar nicht warm geworden, obwohl ich mich so darauf gefreut hatte. Die Ideen für die Geschichte fand ich nach wie vor sehr interessant und spannend, und auch der Aufbau mit den beiden Zeitebenen, in denen der Leser parallel durch die Geschichte geführt wird, funktionierte sehr gut. Ansonsten konnte mich persönlich die Umsetzung aber leider nicht begeistern.
Größtenteils lang das daran, dass ich die beiden Hauptcharaktere, Esso und Rhia, als unnahbar empfand und einfach keinen Bezug zu ihnen aufbauen konnte. Trotz der sich abspielenden Dramen wurde ich emotional nicht abgeholt, manchmal hielt mich auch das Sprachliche auf Abstand. Auch der Zeitreise-Aspekt war nicht so packend wie erwartet und stand für mich trotz allem gar nicht so sehr im Mittelpunkt.
Insgesamt finde ich, dass die Geschichte in vielerlei Hinsicht Potenzial hat, man aber mehr daraus hätte machen können, um ein spannendes Gesamtpaket zu schaffen, dass einen als Leser mitreißt. Für mich daher leider nur aufgerundete drei Sterne.

Veröffentlicht am 25.10.2021

Wunderbare Idee zu wichtigem Thema, schwächelnde Umsetzung

Survivors - Die Flucht beginnt
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Der kleine Fisch Zacky wacht eines Morgens auf und muss feststellen, dass mit dem Korallenriff, in dem er lebt, etwas ganz und gar nicht stimmt. Mehr und mehr Hinweise durch die anderen Riffbewohner bestätigen ...

Der kleine Fisch Zacky wacht eines Morgens auf und muss feststellen, dass mit dem Korallenriff, in dem er lebt, etwas ganz und gar nicht stimmt. Mehr und mehr Hinweise durch die anderen Riffbewohner bestätigen den schlimmen Verdacht, dass ihr Zuhause und ihr Leben in Gefahr ist. Ob sie wohl gemeinsam etwas ausrichten können?
Die Thematik zu diesem Buch finde ich ganz toll ausgewählt, denn man sollte klimarelevante Aspekte auf jeden Fall auch schon den jüngeren Kindern nahebringen. Der Leser erfährt hier praktisch direkt von den „Betroffenen“, was das Sterben des Korallenriffes bedeutet, und lernt außerdem noch jede Menge Meeresbewohner mit ihren jeweiligen Eigenarten kennen.
Allerdings war ich mit der Umsetzung manchmal nicht ganz glücklich: Das Sterben der Korallen und die Auswirkungen allein aus Sicht der Fische zu erzählen empfand ich als schwer verständlich und ich hätte mir zur Unterstützung ein paar „neutrale“ Erklärungen z. B. durch einen Erzähler, gewünscht. Auch benötigt es einige Zeit, um sich auf die vielen Charaktere mit ihren doch recht ungewöhnlichen Namen einzulassen – was an sich kein Problem wäre, nur ist das Buch etwas zu kurz dafür. Es endet gefühlt in dem Moment, als die Geschichte erst richtig losgeht.
Leider würde ich hier bislang keine wirkliche Leseempfehlung aussprechen. Ich finde es aber unheimlich toll, dass das Thema aufgegriffen wurde, und ich habe die Hoffnung, dass die Geschichte im zweiten Band an Fahrt aufnimmt, wenn man bereits mit den Figuren vertraut ist.

Veröffentlicht am 30.09.2021

Tolle Ideen, Gesamtpaket nicht ganz überzeugend

April & Storm - Stärker als die Nacht
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April ist fest entschlossen, die richtige Mitbewohnerin für ihre Traumwohnung in San Francisco auszuwählen – und hat keine Ahnung, wie es dann dazu kommt, dass auf einmal Storm einzieht: Männlich, gutaussehend ...

April ist fest entschlossen, die richtige Mitbewohnerin für ihre Traumwohnung in San Francisco auszuwählen – und hat keine Ahnung, wie es dann dazu kommt, dass auf einmal Storm einzieht: Männlich, gutaussehend und ganz offensichtlich mit einigem Ballast aus der Vergangenheit. Hin und hergerissen muss sie sich jedoch irgendwann eingestehen, dass sie sich – trotz allem – eindeutig zu ihm hingezogen fühlt.
San Francisco als Setting fand ich klasse, wie auch die Ausgangsidee der WG zweier beinahe Unbekannter, die sich gezwungenermaßen näher kennenlernen, jeder mit seinem Päckchen, das er zu tragen hat. Die Zutaten haben also alle gestimmt. Und es gab auch viele Momente, da konnte ich mir das bildlich richtig gut vorstellen – April und Storm zusammen in ihrer WG – und fühlt mich dabei auch gut unterhalten. Nur leider wurde ich mit dem Erzählstil der Autorin nicht ganz warm. Gelegentlich wurden Handlungen so kompliziert beschrieben, dass es leider meinen Lesefluss gestört hat.
Bei den beiden Protagonisten bin ich ebenfalls etwas zwiegespalten: Während bei April der Funke nicht übersprang und ich sie etwas schwierig und steif fand, war mir Storm durchweg sympathisch und allein schon aufgrund seiner mysteriösen Vergangenheit, die er nur langsam offenbart, ist er auf jeden Fall eine sehr interessante Figur.
Insgesamt konnte mich die Geschichte leider nicht so sehr überzeugen, dass ich auch den nächsten Band lesen werde. Trotzdem war es alles andere als langweilig und das Buch hat mich gut unterhalten, so dass es im Nu durchgelesen war.