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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2022

Sprachlich gewöhnungsbedürftig, inhaltlich hoch aktuell und interessant

Ey hör mal!
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Beim Jungendbuch „Ey hör mal!“ des Autoren Gulraiz Sharif ist der Titel Programm. Denn genau so offen, direkt und mit viel Slang spricht Protagonist Mahmoud uns Leser:innen an. Dieser doch sehr besondere ...

Beim Jungendbuch „Ey hör mal!“ des Autoren Gulraiz Sharif ist der Titel Programm. Denn genau so offen, direkt und mit viel Slang spricht Protagonist Mahmoud uns Leser:innen an. Dieser doch sehr besondere Schreibstil ist durchaus gewöhnungsbedürftig und machte mir den Einstieg ins Buch zunächst einmal schwer. Im Verlauf der Handlung las sich die Geschichte zum Glück aber zunehmend flüssiger. Auch wenn Mahmoud sich gerne weniger jugendsprachlich und rotzig hätte ausdrücken können, gefiel er mir als Protagonist doch richtig gut. Durch seine unerschütterliche Art, seine Coolness und Toleranz gibt er der Geschichte, rund um seinen kleinen Bruder Ali, eine ganz besondere Note. Denn als Ali entdeckt, dass er innerlich eigentlich schon immer ein Mädchen ist, wirft das die ganze Familie und ihre Weltanschauung gehörig durcheinander. Das Thema Transsexualität steht allerdings nicht alleine im Mittelpunkt der Erzählung. Denn Mahmoud zeigt außerdem sehr treffend alltäglichen Rassismus und Benachteiligungen, mit welchen er zu kämpfen hat, auf. Durch seinen frisch aus Pakistan angereisten Onkel, erleben wir außerdem einen regelrechten Kulturschock, als die Beiden Oslos Innenstadt erkunden. So wirbt das Buch auch für kulturelle Vielfältigkeit, wobei keiner der Protagonisten vor eigenen Vorurteilen gefeit ist. Weniger gut gefiel mir die Verharmlosung von häuslicher Gewalt und Armut. Trotz der Kritikpunkte verbirgt sich hinter "Ey hör mal!" eine mutmachende Geschichte, welche mir gut gefiel. Sprachlich würde ich das Buch allerdings eher Jugendlichen empfehlen, welche sich mit dem Lesen des Schreibstils hoffentlich leichter tun als ich.

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Veröffentlicht am 26.02.2022

Vielseitiges Backbuch für Einsteiger

Selber backen statt kaufen
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Das Buch „Selber Backen statt kaufen“ von smarticular hat sich ein hehres Ziel gesetzt, selber machen, statt fertig kaufen. Dafür hält es unterschiedliche Rezepte für Brot, Brötchen, Kuchen, Gebäck, Kekse, ...

Das Buch „Selber Backen statt kaufen“ von smarticular hat sich ein hehres Ziel gesetzt, selber machen, statt fertig kaufen. Dafür hält es unterschiedliche Rezepte für Brot, Brötchen, Kuchen, Gebäck, Kekse, aber auch herzhafte Knabbereien und Gerichten aus dem Backofen bereit. Alle Rezepte sind auch für die vegane und glutenfreie Küche geeignet, denn gleich zu Beginn des Buchs, wird erklärt wie man herkömmliche Zutaten ersetzen kann. Übersichtlich und interessant wird hier Grundwissen, über unterschiedliche Mehle und vielfältige Möglichkeiten z.B. ein Ei zu ersetzen, vermittelt. Mich persönlich konnten vor allem die Brot und Brötchen Rezepte begeistern. Endlich habe ich mich an einen eigenen Sauerteig herangetraut. Durch die einfache aber gelungene Beschreibung, nimmt das Buch ganz locker eventuelle Hemmungen und macht einfach Lust aufs Ausprobieren. Die weiteren Kapiteln, besonders was Kuchen und Süßes betrifft, hielten für mich nur wenig Neues bereit. Wer noch kein Backbuch besitzt, erhält hier eine gute Grundlagensammlung, für geübte Bäcker:innen lohnt sich die Anschaffung nicht unbedingt. Gut gefielen mir die ansprechenden Fotos, welche jedes Rezept perfekt ergänzen. Auch die Zubereitungsanweisungen sind verständlich und übersichtlich formuliert. Einen Stern Abzug gibt es für die vielen altbekannten Rezepte, der Rest konnte mich aber überzeugen. Deswegen vergebe ich gute 4 Sterne und eine Empfehlung vor allem für Backneulinge.

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Veröffentlicht am 24.02.2022

Amüsant und Cosy, wenn auch leicht schwächer als der erste Band

Der Mann, der zweimal starb (Die Mordclub-Serie 2)
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Schon lange habe ich auf „Der Mann, der zweimal starb“ des Autoren Richard Osman hin gefiebert, denn der erste Band des Donnerstagmordclubs konnte mich total begeistern. Sehr gefreut habe ich mich daher ...

Schon lange habe ich auf „Der Mann, der zweimal starb“ des Autoren Richard Osman hin gefiebert, denn der erste Band des Donnerstagmordclubs konnte mich total begeistern. Sehr gefreut habe ich mich daher das es nun endlich ein Wiedersehen, mit vielen bekannten Charakteren gab. Nicht nur die Senioren von Coopers Chase kommen in diesem neuen Abenteuer vor, sondern auch die bereits bekannten Polizist:innen Donna und Chris, sowie der treue Allrounder Bogdan, mischen weiterhin fleißig mit. Um die persönlichen Beziehungen und Verhaltensweisen der Protagonist:innen gut verstehen zu können, bietet es sich an zunächst den ersten Band zu lesen. Sonst stelle ich mir den Einstieg in die Geschichte, durchaus schwierig vor. Für den Fall an sich, benötigt man allerdings kein Vorwissen. Dieser ist unheimlich verzwickt, rätselhaft und hält bis zum Schluss Überraschungen bereit. Stellenweise wirken die Verstrickungen allerdings fast schon zu konstruiert, um realistisch zu erscheinen. Dies ist für mich auch einer der wenigen Kritikpunkte an diesem sonst tollen Krimi. Der Autor versucht alles perfekt zu kreieren und lässt seinen Text dabei zu ausgearbeitet wirken. Versteht mich nicht falsch, das Buch bietet eine wunderbare Unterhaltung und konnte auch durch seinen einzigartigen Humor erneut bei mir punkten. Dennoch war mir an jeder Stelle bewusst das es sich eben nur um eine Geschichte handelt. Für einen Kriminalroman an sich auch nicht schlimm, nur die Spannung blieb dadurch ein wenig auf der Strecke. Der Schreibstil las sich dafür locker leicht und so flog ich nur so durch die Seiten. Deshalb vergebe ich gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle Fans von kultigen Kriminalromanen.
Mein Fazit: Vergnügliche und kurzweilige Cosy Crime, welche mit großartigem britischem Humor punktet.

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Veröffentlicht am 18.02.2022

Tiefgründige und eher schwermütige Familiengeschichte

Der Papierpalast
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Unter dem wunderschön gestalteten Cover von „Der Papierpalast“ der Autorin Miranda Cowley Heller, verbirgt sich eine gehaltvolle aber auch durchaus wuchtige Geschichte. Da sexualisierte Gewalt thematisch ...

Unter dem wunderschön gestalteten Cover von „Der Papierpalast“ der Autorin Miranda Cowley Heller, verbirgt sich eine gehaltvolle aber auch durchaus wuchtige Geschichte. Da sexualisierte Gewalt thematisch einen großen Raum einnimmt, hätte ich mir zunächst einmal eine Triggerwarnung diesbezüglich am Anfang des Romans gewünscht. Auch der Klappentext und die Kurzzusammenfassung warnen uns Leser:innen nicht vor. Allgemein finde ich diese nicht besonders treffend, da sie eine andere Handlung als die Tatsächliche suggerieren. Die Geschichte ist von der Grundstimmung her, trotz heiterer Momente, traurig und bringt eine gewisse Schwere mit sich.

Zwei Erzählstränge widmen sich einer dramatischen Familiengeschichte, in deren Zentrum Protagonistin Elle steht. Während die Kapitel der Gegenwart ein wundervolles Setting von großartigen Sommertagen an der Küste bereithalten, sind die Kapitel der Vergangenheit vielfältiger, sowohl was den Inhalt, als auch was die Handlungsorte angeht. Nicht nur aufgrund der Handlungsorte (New York sowie der malerische Ferienort an der Küste) ist die Geschichte durch und durch amerikanisch. Nicht jedes Verhalten der Protagonist:innen konnte ich deshalb verstehen oder gutheißen. Das vermittelte Frauenbild, welches mal mehr mal weniger unterschwellig, unter anderem durch Elles Mutter z. B. durch Sprüche wie „Sei nicht zu anstrengend“, erkennbar wird gefiel mir ganz und gar nicht. Durch den anspruchsvollen, aber doch auch poetischen Schreibstil, gelang es der Autorin dennoch mich in ihren Bann zu ziehen. Geschickt spielt sie mit unterschiedlichen Zeitebenen, welche nach und nach die gesamte Lebensgeschichte von Elle enthüllen und nachvollziehbar erklären, wie sie zur gegenwärtigen Frau geworden ist. Der Roman war für mich anders als erwartet und durch die provozierende und teils auch schockierende Geschichte, durchaus herausfordernd. Trotz einiger Kritikpunkte, ist das erzählerische Talent der Autorin auf jeder Seite spürbar, weswegen ich für den Roman 4 Sterne und eine Leseempfehlung, vergeben mag.

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Veröffentlicht am 17.02.2022

Ruhige Geschichte über den Traum eines Lebens in Abgeschiedenheit

Fast am Ende der Welt
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„Fast am Ende der Welt“ des Autoren Bernd Schroeder, erzählt eine beschauliche wie auch realistische Geschichte. Darin tun sich zwei höchst unterschiedliche Männer zusammen, welche beide der Wunsch nach ...

„Fast am Ende der Welt“ des Autoren Bernd Schroeder, erzählt eine beschauliche wie auch realistische Geschichte. Darin tun sich zwei höchst unterschiedliche Männer zusammen, welche beide der Wunsch nach einem Einsiedlerleben vereint. Und so machen sich die beiden Münchner schließlich auf die Suche nach ihrem perfekten Ort, welcher fast am Ende der Welt liegt. Die Handlung erstreckt sich dabei über mehrere Jahre und zeigt neben Erfolgen auch immer wieder realistische Rückschritte auf. Das Setting und die meisten Ereignisse waren für mich authentisch, so dass das Konzept des Romans für mich stimmig war. Die Sprache ist äußerst angenehm und hält sich mit Begriffen aus dem bayrischen Dialekt zurück. Die Kapitel haben darüber hinaus eine angenehme Länge und laden zum stetigen Weiterlesen ein. Neben zwei besonders sympathischen Figuren, gibt es allerdings auch einige unausstehliche Charaktere. Auch dadurch ist die Geschichte keine reine Wohlfühlgeschichte. Besonders die weiblichen Protagonistinnen kommen meist nicht gut weg und werden platt und stereotyp dargestellt. Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich außerdem das doch sehr offene Ende und auch einige thematische Abschweifungen machen im Nachhinein für die eigentliche Geschichte keinen Sinn. Alles in allem konnte mich „Fast am Ende der Welt“ dennoch fesseln, weswegen ich gute 4 Sterne vergebe.

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