Surreale aber spannende Geschichte mit einem vielfältigen Genremix
Der Fluch des HechtsHinter toll gestalteten Cover von „Der Fluch des Hechts“ des Autoren Juhani Karila verbirgt sich eine wirklich einzigartige Geschichte. Diese spielt in der Heimat des Autoren nämlich in Lappland in Finnland. ...
Hinter toll gestalteten Cover von „Der Fluch des Hechts“ des Autoren Juhani Karila verbirgt sich eine wirklich einzigartige Geschichte. Diese spielt in der Heimat des Autoren nämlich in Lappland in Finnland. Einem einzigen Genre lässt sich die Geschichte dabei nicht zuordnen, für mich war es eine gelungene Mischung aus Roman, Fantasy, Mythologie bzw. Folklore und sogar ein wenig Krimistimmung kam auf. So entsteht ein einzigartiges Leseerlebnis, welche mich total in seinen Bann ziehen konnte. Wem das Surreale und Magische so gar nicht liegt, wird an diesem Buch keine Freude haben. Wer sich aber auf diese besondere Geschichte einlassen mag, wird auf jeden Fall positiv überrascht so wie ich. Alle Protagonist:innen waren toll ausgearbeitet und besonders Elina und die Polizistin Janatuinen mochte ich besonders gerne. Überall im Buch begegnen einem sagenhafte Wesen und besondere Gestalten so das man sich stellenweise wie in einer Fantasiewelt fühlt. An sich ist die Geschichte aber so greifbar und detailliert erzählt, dass sie gleichermaßen real erscheint. Für die Einwohner des kleinen Ortes sind die mystischen Wesen völlig normal, nur Polizistin Janatuinen kommt aus dem Süden und staunt genau wie wir Leser:innen über die besonderen Begegnungen.
Orientiert an echten finnischen Sagen und Märchen, entwickelt der Autor seine ganz eigenen Mythen und Gestalten. Außerdem zeigt er gekonnt wie örtliche Legenden entstehen können. Im Original ist das Buch in einem finnischen Dialekt geschrieben, da dieser sich nur schwer übersetzen lässt, wurde für die deutsche Fassung ein ganz eigener künstlicher Dialekt erschaffen. Dieser ist eine Mischung aus unterschiedlichen deutschen Dialekten und konnte mich ehrlich gesagt nicht ganz überzeugen. Außerdem ist er mein einziger Kritikpunkt am Schreibstil, da der Lesefluss gerade zu Beginn des Buchs doch sehr ausgebremst wird. Nachdem ich mich etwas an den übermäßigen Gebrauch gewöhnt hatte, las sich der Text dann auch flüssiger. In der Gesamtbewertung gibt es von mir aufgrund des künstlichen Dialekts einen Stern Abzug. Inhaltlich konnte mich die verrückte Geschichte mit ihren einzigartigen Weisheiten und liebenswerten Charakteren jedoch voll überzeugen, so dass ich dennoch eine Leseempfehlung geben mag.