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Veröffentlicht am 02.03.2022

Hinter der Tür

Das verschlossene Zimmer
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Wir schreiben das Jahr 1939, Marie lebt mit ihrem Vater, dem renommierten Chirurg und Allgemeinmediziner Dr. Dominik Karski, in Krakau. Ihre Mutter hat sie früh verlassen, der Vater spricht nicht davon ...

Wir schreiben das Jahr 1939, Marie lebt mit ihrem Vater, dem renommierten Chirurg und Allgemeinmediziner Dr. Dominik Karski, in Krakau. Ihre Mutter hat sie früh verlassen, der Vater spricht nicht davon und verweigert Marie weitere Einzelheiten darüber, warum die Mutter ging. Überhaupt wächst Marie überbehütet auf, die bedrohlichen Zustände in Polen sowie die Situation der Juden allgemein, haben in ihren Gedanken vorerst keinen Platz. Vorrangig ist dort der Wunsch, ihre Mutter ausfindig zu machen, koste es, was es wolle. Dass sie dadurch sich und ihren Vater in große Gefahr bringt, realisiert Marie erst viel zu spät.

Anfangs finde ich die Geschichte etwas kindlich geschrieben, fast kommt es mir vor, als ob die Sicht der siebzehnjährigen Marie überhand nimmt. Diese ist für ihr Alter sehr kindisch und naiv, was aber wohl ihrer Kindheit und Jugend geschuldet ist, in der ihr Vater sie von allem abgeschirmt und beschützt hat. Trotzdem lasse ich mich auf das Buch ein, gestatte es der Story, mich mitzureißen und gewöhne mich dann auch an den Schreibstil. In der Mitte nimmt das Geschehen eine völlig andere Wendung an und auch wenn ich ab da schon ahne, was passiert sein könnte, wird es nicht minder spannend. Atemlos verfolge ich die Rückblenden, die mich verstehen lassen, was passiert ist. Ungläubig lese ich über Zeiten, die so anders sind als die, in denen ich aufgewachsen bin. Meine Ahnung hat sich bestätigt und dennoch wird das Ende sehr emotional für mich. Ein wunderbares Buch, das mich begeistert zurücklässt. Von mir gibt es 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 28.02.2022

Der Mörder neben mir

Gaußberg
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Hannover. Kommissar Wim Schneider hat es nicht leicht; erst wird er ins Einbruchsdezernat versetzt, weil dieses unterbesetzt ist, und dann macht auch noch seine Blase Probleme. Als eine Wasserleiche auftaucht, ...

Hannover. Kommissar Wim Schneider hat es nicht leicht; erst wird er ins Einbruchsdezernat versetzt, weil dieses unterbesetzt ist, und dann macht auch noch seine Blase Probleme. Als eine Wasserleiche auftaucht, bei der es sich um eine Frau aus Braunschweig handelt, wird Wim unerwarteterweise zum Leiter der Soko ernannt, weil dies seine Heimatstadt ist und er sich dort auskennt. Bei der Zusammenarbeit der Polizeidienststellen in Hannover und Braunschweig muss er ausgerechnet mit einem ungeliebten früheren Ex-Kollegen zusammenarbeiten, da ist Ärger vorprogrammiert. Als eine weitere Leiche auftaucht, steigt der Druck auf die Ermittler.

Dieser Kriminalfall hat mir sehr viel Spaß gemacht. Der feine Humor, der sich durch das Buch zieht, hat mich oft zum schmunzeln gebracht, der Fall selbst war toll konstruiert und wirklich spannend. Die Fährten, die der Autor ausgelegt hat, waren raffiniert und bis zuletzt bin ich nicht einmal annähernd in die Nähe der Lösung gekommen. So mag, so liebe ich das! Anfangs gab es mehrere parallele Stränge, die aber bald ineinander passten. Es gab nur zwei Sachen im Buch, die mir nicht gefielen beziehungsweise unlogisch waren, aber das war nichts, was mein Lesevergnügen erheblich gestört hätte. Ein tolles Debüt, das mir große Lust auf eine Fortsetzung macht, denn Kommissar Wim Schneider mag ein skurriler und oft unfreundlicher Kauz zu sein, aber als Ermittler hat er mir sehr gefallen und ein wenig habe ich ihn bereits ins Herz geschlossen. Von mir gibt es viereinhalb Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.02.2022

Mörderische Wüste

Vogelgrab
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Reni Fisher ist die Tochter des berüchtigten Inland-Empire-Killers, der gefasst wurde, als sie acht Jahre alt war, und der seit nunmehr dreißig Jahren im Gefängnis sitzt. Wo er seine Opfer begrub, hat ...

Reni Fisher ist die Tochter des berüchtigten Inland-Empire-Killers, der gefasst wurde, als sie acht Jahre alt war, und der seit nunmehr dreißig Jahren im Gefängnis sitzt. Wo er seine Opfer begrub, hat er bis heute nicht verraten. Er verspricht Detective Daniel Ellis von der Mordkommission, ihn zu den Leichen seiner Opfer zu führen, knüpft hieran aber die Bedingung, dass Reni, die er seit seiner Verhaftung nicht mehr gesehen hat, dabei sein muss. Reni ist zwischenzeitlich FBI-Profilerin, aber seit längerem nicht mehr in ihrem Beruf tätig; zu groß ist ihr Trauma aus der Kindheit. Um den Familien der Opfer Gewissheit zu bringen, willigt sie wider besseren Wissens ein, behilflich zu sein.

Das Buch fing unspektakulär und ruhig an, es packte mich anfangs irgendwie nicht. Das liegt wohl in erster Linie daran, dass die Charaktere erst einmal vorgestellt wurden und ich nicht erkennen konnte, worauf das Ganze hinausläuft. Die Verbrechen von Renis Vater wurden nicht explizit beschrieben, in Rückblicken erinnert sich Reni lediglich an bestimmte Situationen aus ihrer Kindheit. Die Vorgänge liegen nicht nur dreißig Jahre zurück, Reni war auch viel zu jung, um zu durchschauen, dass es bei dem, was ihr Vater „das Spiel“ nannte, für dessen Opfer um Leben und Tod ging. Plötzlich gab es eine Wendung, die ich nicht kommen sah, die aber die Story in eine völlig andere Richtung lenkte. Der Mix aus Gegenwart und Vergangenheit förderte immer mehr Details zutage, die Spannung stieg und bald schon erfuhr ich Ungeheuerliches. Dazu gab es erneut eine Wendung, die ich kaum glauben konnte. Besonders das letzte Drittel war an Dramatik kaum zu überbieten. Ein sehr aufregender und spannender Reihenauftakt, der mir bereits jetzt große Lust auf eine Fortsetzung macht. Von mir gibt es 4 1/2 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.01.2022

Mörder kennen keine Grenzen

Grenzfall - Der Tod in ihren Augen
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Als in den Bergen ein herrenloser Rucksack gefunden wird, fängt eine Suche nach dem Besitzer an, da befürchtet wird, dass sich dieser verirrt hat oder verunglückt ist. Die Oberkommissarin Alexa Jahn hat ...

Als in den Bergen ein herrenloser Rucksack gefunden wird, fängt eine Suche nach dem Besitzer an, da befürchtet wird, dass sich dieser verirrt hat oder verunglückt ist. Die Oberkommissarin Alexa Jahn hat am gleichen Tag ihren ersten Tag bei der Kripo Weilheim und wird sofort in die Suche mit einbezogen. Als kurze Zeit später der Leichnam einer Frau, in den Bergen hängend, aufgefunden wird, ist das Entsetzen groß, da dieser brutal verstümmelt wurde. Als ob das nicht genug wäre, tauchen Leichenteile auf österreichischer Seite auf, die eine Zusammenarbeit mit den dortigen Behörden notwendig machen. Nach einem Unfall überträgt Alexas Chef ihr die Leitung der Ermittlungen, was nicht jedem im Team gefällt.

Der Einstieg ins Buch fiel mir sehr leicht, obwohl der Prolog mich anfangs etwas verwirrte, was die Autorin aber sicherlich beabsichtigt hat. Die Figur der Alexa fand ich sympathisch, vor allem aber erfrischend menschlich. Ihren Gegenpart auf der österreichischen Seite fand ich ehrlicherweise interessanter, weil diesen eine Aura umgibt, die meine Neugier unglaublich angefacht hat. Als Ermittler fand ich aber beide Protagonisten authentisch und gut ausgearbeitet. Der Fall selbst war sehr spannend, es kam keine Langeweile auf und auch wenn ich normalerweise lange Naturbeschreibungen nicht mag, machte dies hier Sinn, weil die Schauplätze so regelrecht vor meinen Augen entstanden sind. Es kann aber natürlich auch daran liegen, dass ich sehr gerne in den Bergen bin und den ein oder anderen Ort kannte. Die Geschichte hat mir sehr gefallen, die Ermittlung war schlüssig und die Auflösung machte Sinn. Die private Seite der Hautpersonen hat nicht zu viel Raum eingenommen, war aber trotzdem interessant genug, um mehr darüber erfahren zu wollen.

Der Fall wurde abgeschlossen, aber es ergab sich am Ende eine Wendung, bei der ich sehr froh darüber bin, dass der nächste Teil nicht lange auf sich warten lässt. Diesen werde ich mir auf keinen Fall entgehen lassen! Von mir gibt es viereinhalb Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.01.2022

Freundinnen wider Willen

Wenn du mir gehörst
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Philomena, kurz Phil genannt, ist Polizistin und das obwohl sie dem berüchtigten McCarthy-Clan entstammt, oder vielleicht auch gerade deswegen. Sie hat ihren Vater seit zehn Jahren nicht gesprochen, weil ...

Philomena, kurz Phil genannt, ist Polizistin und das obwohl sie dem berüchtigten McCarthy-Clan entstammt, oder vielleicht auch gerade deswegen. Sie hat ihren Vater seit zehn Jahren nicht gesprochen, weil dessen Machenschaften sich nicht mit einer Karriere bei der Polizei vertragen. Als sie zu einem häuslichen Streit geschickt wird, entpuppt sich der Täter als ein verdienter Detective. Dennoch überwältigt und nimmt Phil ihn fest, als dieser sie daran hindern will, das Opfer mitzunehmen. Die junge Frau, die sich als Tempe vorstellt, lässt sich von Phil helfen und ist aus deren Leben bald kaum wegzudenken. Als Phil anfängt, im Leben des Polizisten rumzustochern, um Tempe zu helfen, die weiter von dem Mann belästigt wird, sticht sie unbewusst in ein Wespennest. Da ist es nicht hilfreich, dass Tempe sich mehr und mehr in das Leben von Phil drängt.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Phil erzählt, sodass ich nach und nach einen guten Einblick in deren Familiengeschichte hatte. Ihre Entscheidung, ihrem Vater den Rücken zu kehren, macht Sinn, aber wir wissen alle, dass es nicht so einfach ist, seine Familie hinter sich zu lassen. Diese Zerrissenheit hat der Autor gut erklärt und sehr geschickt eingebunden. Die Story rund um Tempe hat sich anders entwickelt, als ich erwartet habe. Fast war ich genauso überrascht wie Phil, als ich gemerkt habe, in welche Richtung es geht. Langsam und bedächtig wird der Spannungsbogen erhöht, werden anfangs unwichtige Dinge zur Bedrohung. Stellenweise empfand ich das Buch mehr als Psychothriller, die Atmosphäre beängstigend und angespannt. Es gab zwar einige Längen, aber das Buch war nie langatmig oder abschweifend. Genau so geht spannende Unterhaltung. Von mir gibt es viereinhalb Sterne und eine Leseempfehlung.

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