Platzhalter für Profilbild

Enzian

Lesejury Profi
offline

Enzian ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Enzian über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2022

Unheimliche Ereignisse

Violas Versteck (Tom-Babylon-Serie 4)
0



Das dunkel und mysteriös gestaltete Cover ist perfekt auf den Inhalt des Buches abgestimmt.

In Berlin sterben zwei junge Menschen bei dem Versuch, einem älteren Mann das Leben zu retten. Der ...



Das dunkel und mysteriös gestaltete Cover ist perfekt auf den Inhalt des Buches abgestimmt.

In Berlin sterben zwei junge Menschen bei dem Versuch, einem älteren Mann das Leben zu retten. Der Berliner Kriminalbeamte Tom Babylon befindet sich verletzt in einem Londoner Krankenhaus. Er kann sich aber nicht an den Vorfall erinnern. Er soll ohne Bekleidung in einem Müllcontainer gefunden worden sein. Zwischendurch träumt Tom immer wieder von seiner Schwester Viola. Später erfährt er von der behandelnden Ärztin, dass er nicht mehr beim Landeskriminalamt arbeitet, seine Wohnung gekündigt und sein Familie ausgezogen ist. Kaum geht es ihm besser, flüchtet Tom aus dem Krankenhaus. Er begibt sich an den Ort, wo er aufgefunden wurde und gerät ganz schnell in neue Schwierigkeiten und später in Lebensgefahr.

Zeitgleich begibt sich Dr. Sita Johanns, Psychologin beim LKA und Toms Kollegin, zu einer abgelegenen forensischen Klinik im Allgäu. Dort sitzt iherer beider ehemaliger Vorgesetzter, Dr. Walter Bruckmann ein. Ihn macht Tom für das Verschwinden seiner Schwester und den Tod seines Vaters verantwortlich. Sita soll in Toms Auftrag Kontakt zu Bruckmann aufnehmen. Zu diesem Zweck sucht sie Hilfe bei dem Direktor der Klinik, Prof. Forsberg, der sich eigenartig verhält.


Die Erzählung ist in zwei Handlungsstränge aufgeteilt: Tom befindet sich in London, Sita im Allgäu. Später kehren beide nach Berlin zurück. Einzelne Kapitel sind in Kursivschrift verfasst, was das sowohl das Lesen als auch das Zurechtfinden in den Geschehnissen erleichtert. Die Tatsache, dass Viola immer wieder als Vision im Kopf von Tom herumspukt, ist sehr gewöhnungsbedürftig. Tom hält Zwiesprache mit ihr, er scheint davon regelrecht besessen zu sein. Zwischendurch werden Teile der Kindheit Violas eingeblendet. Sympathisch war mir eigentlich nur die Protagonistin Sita, die wirklich sehr viel für Tom riskiert hat. Der Schreibstil ist flüssig, die Erzählung geht in rasanter Folge weiter. Spannung wird dabei sehr schnell aufgebaut. Marc Raabe führt zwar die verschiedenen Handlungsstränge am Ende zusammen. Dennoch bleiben einige Details ungeklärt und zum Ende des Romans nimmt die Spannung leider etwas ab. Ich vergebe für das Buch vier Sterne und spreche eine Kaufempfehlung aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2026

Verhängnisvoll

Das Signal
0

Die junge Innenarchitektin Viola Decker wacht im Krankenhaus auf und stellt erschrocken fest, dass ihr ein Bein fehlt. Sie erfährt, dass sie im Weinkeller ihres Mannes einen Unfall hatte. Ihr ...

Die junge Innenarchitektin Viola Decker wacht im Krankenhaus auf und stellt erschrocken fest, dass ihr ein Bein fehlt. Sie erfährt, dass sie im Weinkeller ihres Mannes einen Unfall hatte. Ihr Mann Adam, ein bekannter Meinungsforscher, scheint sich bestens um sie zu kümmern. Ohne Viola um ihre Meinung zu fragen, engagiert er eine Pflegerin. Nun befindet sich Viola mit der verschlossenen Pflegerin in Erdgeschoss ihres Hauses. Der Umbau des alten Gemäuers geht nicht voran. Zudem sind für die junge Frau plötzlich wichtige Utensilien nicht mehr auffindbar. Ihr Misstrauen ist geweckt, sie besorgt sich digitale Tracker. Damit beobachtet sie neben ihrem Ehemann bald auch weitere Personen und ist geschockt.

Bereits das raffiniert in Violett gestaltete Cover signalisiert Alarm.
Die beklemmende Atmosphäre, in der sich Viola befindet, hat Ursula Poznanski zunächst sehr authentisch dargestellt. Zweifel an ihrem Ehemann Adam und seinem Verhalten kommen für mich noch im Krankenhaus auf. Die Situation für Viola im Haus, von einem Zuhause möchte ich nicht reden, ist ebenso beängstigend. Was zunächst vor allem an ihrer distanzierten, sehr undurchsichtigen Pflegerin liegt, die Viola mehr überwacht als betreut. Aber auch ihr Mann verstrickt sich zunehmend in Unwahrheiten über seinen Alltag. Sie ist den beiden nahezu schutzlos ausgeliefert, was sie bald ändert.

Die Idee der Autorin, Tracker in den Ablauf des Thrillers zu bringen, war für mich neu und hat mich zunächst interessiert. Die technischen Detail dazu wurden verständlich erklärt. Nun kann Adam kaum noch einen Schritt tun, ohne dass Viola ihn überwacht. Aber geht es ihr dadurch besser? Ich denke nicht, da sie nicht den Mut aufbringt, ihren Mann direkt auf ihren Verdacht anzusprechen. Auch ihre Freundinnen sind für ihre Psyche keine große Hilfe.

Zur Mitte des Buches wird die Handlung aus meiner Sicht unnötig in die Länge gezogen, die Spannung ließ nach. Die Szenen lieferten teilweise keine neuen Erkenntnisse. Das Ende des Buches wirkte an den Haaren herbeigezogen. Mit Ausnahme des Nachbarsohnes Benno besaßen auch die Nebenfiguren keine überzeugende Tiefe. Ich vergebe für den Thriller, der mich nicht überzeugen konnte, daher nur drei Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.02.2025

Alles hat ein Ende

»Wenn Ende gut, dann alles«
0

Der wenig erfolgreiche Autor Tommi lebt in einem von seinem Vater geerbten Wohnmobil. Ihm zur Seite steht die ukrainische Putzfrau Swetlana, die bereits bei seinem Vater für Ordnung gesorgt hat. Beide ...

Der wenig erfolgreiche Autor Tommi lebt in einem von seinem Vater geerbten Wohnmobil. Ihm zur Seite steht die ukrainische Putzfrau Swetlana, die bereits bei seinem Vater für Ordnung gesorgt hat. Beide entdecken am Waldrand ein einsames Kind, ein kleines Mädchen. Als sie sich auf die Suche nach der Mutter begeben, geraten die beiden in einen Strudel unvorhergesehener Ereignisse. Sie machen sich daran, ein Verbrechen aufzuklären, dass sie selbst in Gefahr bringt.

Ich gebe zu, kein großer Kluftinger-Fan zu sein, aber das ansprechend gestaltete Cover und die Beschreibung hat mich dann doch neugierig gemacht. Volker Klüpfel hat sich viel Mühe gegeben, seine beiden Hauptprotagonisten Tommi und Swetlana ausführlich zu beschreiben. Die humorvollen Dialoge zwischen den beiden haben mich zum Schmunzeln gebracht. Vor allem der Akzent Swetlanas, ihre Lebensweisheiten sowie ihre Hausrezepte. Wodka, innerlich und äußerlich angewendet, spielt darin eine nicht unbedeutende Rolle. Tommis spärlichen Versuche, einen Thriller zu schreiben, haben mich weniger begeistert. Neben den beiden witzig-skurrilen Hauptprotagonisten hat der Autor angenehme Nebenfiguren geschaffen, wozu Tommis Vater und seine Mitbewohner in der Seniorenresidenz gehören. Aber auch kleinliche Menschen wie Herr Kleinschmidt von Ordnungsamt sowie die zwielichtige Leiterin des Flüchtlingsheims Anja Schröder haben ihren Platz gefunden. Das kleine Mädchen, das nicht spricht, nimmt einen zentrale Stelle im Buch ein. Ihr Schicksal sowie der Krieg in der Ukraine und die Flucht von Menschen, berührt zutiefst. Leider konnten mich die detektivischen Versuche von Tommi und Swetlana nicht richtig überzeugen. Die Erzählung gestaltet sich in großen Teilen langatmig, von einem spannenden Plot kann keine Rede sein. Ich vergebe daher für das Buch drei Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2025

Feuerteufel

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
0

Eine Serie von Brandanschlägen mit einigen Toten stört die Idylle der Alpenlandschaft in Bayern sowie in Österreich. In Bad Tölz kommt ein Auto von der Landstraße ab und brennt im Wald aus. Auch in Innsbruck ...

Eine Serie von Brandanschlägen mit einigen Toten stört die Idylle der Alpenlandschaft in Bayern sowie in Österreich. In Bad Tölz kommt ein Auto von der Landstraße ab und brennt im Wald aus. Auch in Innsbruck kommt es zu Brandanschlägen. Betroffen sind neben Asylanten Immobilienmakler und Banker. Alexa Jahn von der Kripo Bad Tölz sowie der Innsbrucker Chefinspektor Bernhard Krammer stehen vor einem Rätsel. Die Zeit arbeitet gegen sie.

Lodernde Flammen nachts in einer Berglandschaft – das Cover stimmt auf den Krimi ein. Nachdem der Krimi durchaus spannend beginnt, schleicht sich in der Folge konstant bis zum Ende Eintönigkeit ein. Zwischen den einzelnen Kapiteln kommt in Kursivschrift der Täter zu Wort, was die Spannung nicht steigen lässt. Die Ermittlungen kommen kaum weiter und auch das Wirken zwischen Alexa und ihrem Vater Bernhard kann das nicht ausgleichen. Das Ende wirkt konstruiert und konnte mich nicht überzeugen. Ich bin von dem Krimi enttäuscht und vergebe mit Wohlwollen noch drei Sterne. Einen Lichtblick bildet die Leseprobe zum nächsten Krimi am Ende des Buches, die sehr spannend beginnt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.08.2024

Was im Verborgenen liegt

Das Dickicht
0

Die Hamburger Kommissare Juha Korhonen und Lucas „Lux“ Adisa ermitteln im Entführungsfall. Es wird schnell zur Gewissheit, dass dieser Fall Parallelen zu einem Verbrechen aufweist, das zwanzig Jahre zurückliegt. ...

Die Hamburger Kommissare Juha Korhonen und Lucas „Lux“ Adisa ermitteln im Entführungsfall. Es wird schnell zur Gewissheit, dass dieser Fall Parallelen zu einem Verbrechen aufweist, das zwanzig Jahre zurückliegt. Damals wurde ein Junge in einer Kiste im Wald tot aufgefunden. Der neue Fall kann sehr schnell aufgeklärt werden. Im Rahmen der Ermittlungen stoßen die Kommissare jedoch auf Ungereimtheiten beim alten Fall. Die Ermittler studieren die Akte gründlich und ihre Zweifel mehren sich. Der Täter von damals hat zwar Suizid begangen. Doch hat er das Verbrechen wirklich begangen und können Juha und Lux die Tat nach so langer Zeit noch aufklären?

Vorliegend handelt es sich um den Debüt-Krimi von Nikolas Kuhl und Stefan Sandrock. Die Autoren erzeugen in den ersten Seiten wirklich Spannung. Die Kommissare Juha und Lux sind erfrischend neu, sympathisch und bilden ein gutes Team. Das durchaus komplizierte Privatleben der beiden Ermittler nimmt aber zu viel Raum ein. Der Schauplatz der im Wald vergrabenen Kiste mit dem toten Daniel Boysen ist authentisch dargestellt. Hervorzuheben ist, dass der damals mit dem Fall befasste Kommissar Werner Swobada in den Verlauf der Handlung einbezogen wurde. Der neue Fall der entführten Charlotte wurde für meinen Geschmack zu flach abgehandelt. Die Autoren haben zwar einige Wendungen eingebaut und das Ende kam überraschend. Überzeugen konnte mich der Krimi, für den ich noch drei Sterne vergebe, jedoch nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere