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Yakko

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2018

Achterbahnfahrt der Gefühle

Hearts of Blue - Gefangen von dir
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Die Polizistin Karla verliebt sich ausgerechnet in Lee Cross, einen vorbestraften Mann, der gemeinsam mit seinen Brüdern immer wieder die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich zieht und ganz offensichtlich ...

Die Polizistin Karla verliebt sich ausgerechnet in Lee Cross, einen vorbestraften Mann, der gemeinsam mit seinen Brüdern immer wieder die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich zieht und ganz offensichtlich in kriminelle Handlungen verstrickt ist. Doch egal wie stark sich Karla gegen die Anziehung zu diesem Mann wehrt, sie kann ihre Gefühle nicht leugnen.

Karla versucht ihren Beruf als Polizistin so gut und tough wie nur möglich auszuüben, gerade als Frau hat sie es oftmals nicht so leicht. Gleichzeitig lebt sie für das Gesetz und ihre moralischen Prinzipien. Lee dagegen ist auf den ersten Blick ein typischer Bad Boy, der durch Kriminalität sein bisheriges Leben bestritten hat, besonders aber war er schon früh für seine Brüder verantwortlich und schien damals keine andere Chance gehabt zu haben.
Beide Hauptcharaktere wurden als starke Persönlichkeiten ausgearbeitet, Lee überzeugt mich hier allerdings noch mehr, als Karla. Hinter der harten Fassade steckt ein Mann, der für die Menschen, die er liebt, alles tun würde und auch getan hat. Durch seine Bemühungen um Karla zeigt er auch immer wieder seine weiche, sensible Seite, die mir sehr gefallen hat.
Die Beziehung (oder Nicht-Beziehung) zwischen beiden Figuren ist wahrlich eine Achterbahnfahrt der Gefühle – an Emotionen ist hier wirklich alles vertreten. Als Leser spürt man sehr deutlich vor allem Karlas innere Konflikte, die starke Anziehung zu Lee auf der anderen Seite, die Gesetzestreue auf der anderen. Dieser innere Kampf ist sehr authentisch beschrieben, dennoch war mir das ewige Hin und Her irgendwann etwas zu viel.
Gefallen hat mir aber, dass beide Figuren eine tolle Entwicklung innerhalb des Buches durchleben, beide lernen die Sicht des anderen besser zu verstehen und eben nicht nur schwarz oder weiß zu sehen.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, für das Genre typisch. Erzählt wird ausschließlich aus Karlas Perspektive. Was mich allerdings oftmals gestört hat, waren die vielen Beschreibungen von Karlas beruflichem Alltag – um realistisch zu sein waren diese dann doch wieder zu knapp, mich haben sie eher gestört und waren zeitweise zäh.

Insgesamt hat mir das Buch trotz kleiner Abstriche sehr gut gefallen, die Emotionen kamen bei mir komplett an, besonders aber das Ende hat mich sehr überzeugt, gerade weil es nicht so typisch war.

Veröffentlicht am 04.10.2017

Auf der Suche nach dem roten Schmetterling

Du bist mein Feuer
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Caleb sieht Veronica in einer Bar tanzen und ist sofort von ihrer Ausstrahlung fasziniert und fühlt sich direkt zu ihr hingezogen. Nach ihrer ersten Begegnung erweist er sich bereits als Retter in der ...

Caleb sieht Veronica in einer Bar tanzen und ist sofort von ihrer Ausstrahlung fasziniert und fühlt sich direkt zu ihr hingezogen. Nach ihrer ersten Begegnung erweist er sich bereits als Retter in der Not. Da sie gerade erst ihre Wohnung verloren hat, bietet er ihr außerdem an, bei ihm einzuziehen und obwohl Veronica sich zunächst dagegen sträubt, nimmt sie Calebs Hilfe schließlich an. Es beginnt eine langsame, zaghafte Liebesgeschichte zwischen zwei auf dem ersten Blick völlig verschiedenen Charakteren.

Veronica – oder Red, wie Caleb sie nennt – wirkt sehr verschlossen und scheint bereits in ihrem jungen Leben viele Schicksalsschläge erlebt zu haben. Ihr fällt es schwer, andere Menschen, insbesondere aber die männlichen Geschöpfe, an sich heran zu lassen. Caleb dagegen ist der Sohn eines wohlhabenden Elternhauses und ein begehrter junger Mann auf dem College; dessen ist er sich zudem sehr bewusst und scheint diese Rolle zu genießen. Doch obwohl Caleb zunächst wie der klischeehafte Mann wirkt, steckt in ihm viel mehr, als er an der Oberfläche vermuten lässt.

Caleb versucht langsam Veronicas Vertrauen zu gelangen, und auch sie öffnet sich immer mehr.
Beide Hauptfiguren sind mir sehr sympathisch und sie ergänzen sich trotz der unterschiedlichen Lebensumstände ganz toll. Die Beziehung zueinander wächst von Seite zu Seite, als Leser fühlt und leidet man mit. Durch ihren Schreibstil schafft es die Autorin, diese langsam wachsende Beziehung sehr authentisch zu beschreiben, dabei kommen die Emotionen nicht zu kurz – immer wieder fühlt man sich in einer Achterbahn der Gefühle.
Die Nebenfiguren bekommen nicht allzu viel Handlung, auch wenn besonders Veronicas beste Freundin sehr häufig am Geschehen beteiligt ist. Aber das passt sehr gut zum Buch. Etwas gestört hat mich jedoch immer wieder der Ausdruck der Figuren untereinander. Klar, es sind junge Menschen, doch hin und wieder war mir die Sprache doch etwas zu vulgär, insbesondere wenn man bedenkt, dass Veronica Caleb gegenüber sehr zurückhaltend ist.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, überwiegend aus Veronicas und Calebs. Jedoch werden auch die Perspektiven zweier weiterer Figuren beschrieben, was mir nicht sonderlich gefallen hat. Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin diese Kapitel eingeschoben hat, um das Verhalten derjenigen zu erklären, war aber meines Erachtens überflüssig, da es auch ohne nachvollziehbar für den Leser gewesen wäre.

Insgesamt ist „Du bist mein Feuer“ - wobei der englische Titel „Chasing Red“ viel passender ist – ein tolles Buch, das voller Spannung und Gefühlen steckt und trotz der Länge nie langweilig oder zäh ist, perfekt für Liebhaber dieses Genres.

PS: Einen Pluspunkt gibt es außerdem von mir, weil die Musik von Lifehouse erwähnt wird!

Veröffentlicht am 19.09.2017

Tolle Ideen für die kreative Küche

Meine DIY-Küche
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Selbstgemachtes ist ja momentan sehr beliebt, also passt das Buch „Meine DIY-Küche“ perfekt in diese Zeit. Schon die Aufmachung überrascht, das Buch ist unerwartet klein und eher ein Büchlein (die Maße ...

Selbstgemachtes ist ja momentan sehr beliebt, also passt das Buch „Meine DIY-Küche“ perfekt in diese Zeit. Schon die Aufmachung überrascht, das Buch ist unerwartet klein und eher ein Büchlein (die Maße hatte ich mir im Vorfeld nicht angesehen), aber dennoch in der Gestaltung sehr modern und ansprechend.

Zu Beginn findet man zunächst Informationen über die Grundausstattung, um die Rezepte gut umsetzen zu können. Die 44 vorhandenen Rezepte werden in drei Hauptkategorien unterteilt: Hurra, ein freier Nachmittag – Rezepte, die nicht allzu viel Zeit benötigen; Schönes Wochenende – alles, was man für ein Wochenendfrühstück braucht, oder wenn einfach etwas mehr Zeit zur Verfügung steht; Endlich Ferien – hier findet man Rezepte, die an Urlaub in ferne Länder erinnern sollen.

Die Rezepte sind insgesamt sehr vielfältig, man erwartet bei einem DIY Kochbuch vor allem Rezepte für Produkte, die man sonst fertig kaufen würde, meist ohne dabei an ein klassisches „Fertigprodukt“ zu denken. So z. B. Granola, Kimchi, Sriracha oder eingelegte Gurken. Die Rezeptbeschreibungen sind insgesamt eher kurz gehalten, der Sprachstil ist ebenfalls modern und absolut passend zum Buch. Zu den Rezepten sind jeweils einige Fotos enthalten, die sehr ansprechend sind, jedoch nicht unbedingt als Schritt-für-Schritt-Anleitung geeignet sind, da sich die meisten Rezepte auf einer Doppelseite befinden.

Ich habe bereits einige Rezepte ausprobiert, das Granola bereits mehrfach in verschiedenen Abwandlungen, einiges steht noch auf meiner Liste. So manche Rezepte sind relativ aufwändig, einige davon sind auch nicht so wirklich meins (z.B. das Verarbeiten von lebenden Organismen). Toll finde ich allerdings, dass sich sehr viele der Rezepte als Geschenke aus der Küche eignen, besonders für Weihnachten habe ich schon einige schöne Ideen sammeln können.
Insgesamt gehören die meisten Rezepte der Kategorie "gesund" an, vieles davon ist auch vegan.

Einige der Rezepte passen für mich allerdings nicht so richtig zu einem DIY Kochbuch, z. B. Sushi oder verschiedene Backwaren wie Brot, aber auch Pasta. Zum einen ist gerade Sushi zu kompliziert, um es auf einer Doppelseite abzuhandeln (genau wie Macarons), zum anderen gehören solche Rezepte für mich eher in klassische Kochbücher. Da erschließt sich mir der DIY Gedanke nicht so recht.

Dennoch ist es insgesamt ein wirklich schönes Büchlein als Einstieg in die DIY-Küche, das tolle Ideen für Geschenke beinhaltet. Für meinen Geschmack hätte das Format etwas großzügiger sein können, damit auch die Fotos noch besser zur Geltung kommen.

Veröffentlicht am 23.05.2017

Freitag hält nicht ganz, was er verspricht

Björn Freitag – Smart Cooking
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Björn Freitags neustes Werk "Smart Cooking" verspricht tolle abwechslungsreiche Rezepte, die einfach und schnell nachzukochen sind, dabei soll natürlich auf Einkaufsstress sowie langes Aufräumen und Abspülen ...

Björn Freitags neustes Werk "Smart Cooking" verspricht tolle abwechslungsreiche Rezepte, die einfach und schnell nachzukochen sind, dabei soll natürlich auf Einkaufsstress sowie langes Aufräumen und Abspülen nach dem Kochen verzichtet werden.
Gleich zu Beginn des Buches findet man neben ein paar einleitenden Worten zunächst eine Basic-Liste, das heißt Zutaten, die man immer zu Hause hat (oder haben sollte). Ja, das meiste davon habe ich tatsächlich fast immer da, einiges jedoch ist meiner Meinung nach doch zu exotisch, um es als Basic zu bezeichnen (z.B. Kokosessig).

Das Buch gliedert sich in Rezepte mit Fleisch, Geflügel, Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte sowie Suppen und Salate. Außerdem zuletzt noch einige Grundrezepte, insbesondere für Pasta, was ich super finde, da ich mich bisher noch nie an selbstgemachte Pasta getraut habe.

Die einzelnen Rezepte sind toll aufgemacht, die Fotos sind absolut appetitanregend, die Beschreibungen der Rezepte kurz und einfach, dabei ist jeweils aufgelistet, welche Zutaten aus den Basics genutzt werden und welche frisch eingekauft werden müssen. Außerdem ist angegeben, wie viel Kochgeschirr benötigt wird.

Ich habe bereits einige Gerichte nachgekocht, besonders aus den Kategorien Gemüse, aber auch z.B. das Rindfleisch mit Rotwein. Das Essen war sehr lecker, die Auswahl und Menge der Zutaten passt harmonisch zusammen. Man merkt, dass hier eben ein Sternekoch am Werk ist.

Ein Kritikpunkt ist jedoch, dass sich nicht alle Rezepte wirklich so leicht umsetzen lassen, da doch einige Schmorgerichte dabei sind, die deutlich mehr Zeit brauchen. Für mich impliziert das Versprechen nach einfachen Rezepten aber auch gleichzeitig, dass sie schnell gekocht werden können.
Bei den meisten Rezepten aus der Kategorie Fleisch wird meiner Meinung nach ebenfalls ein wenig geschummelt. Klar, ein Steak und dazu Brot (eines der vielen Beispiele) ist deutlich weniger Geschirr und Aufwand, jedoch nicht unbedingt immer ein vollständiges Gericht. Da fehlt doch die ein oder andere Beilage, die dann auch wieder nicht mehr zum Konzept "Smart Cooking" passt.
Einige Rezepte sind außerdem extrem einfach und dabei auch nicht neu (z.B. Hawaii Toast).

Dennoch überzeugt mich das Buch in der Auswahl der Rezepte, die außerdem auch noch absolut familientauglich sind. Die Darstellung ist ein Augenschmaus, sodass ich immer wieder gerne in dem Buch blättere.

Veröffentlicht am 22.04.2017

Ein wunderschöner Reisebericht mit tollen Fotos

Der weiteste Weg
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Bruno Blum und seine Partnerin Yvonne begeben sich auf eine abenteuerliche und mutige Reise um die halbe Welt, von der Schweiz bis nach Australien, und das in ihrem Campingbus. In zweieinhalb Jahren legen ...

Bruno Blum und seine Partnerin Yvonne begeben sich auf eine abenteuerliche und mutige Reise um die halbe Welt, von der Schweiz bis nach Australien, und das in ihrem Campingbus. In zweieinhalb Jahren legen sie dabei über 90000 Kilometer zurück, bereisen viele Länder, erleben traumhafte Landschaften und lernen viele interessante Menschen kennen. In dem Buch „Der weiteste Weg“ lässt Blum innerhalb des Reiseberichtes seine Erlebnisse Revue passieren und nimmt den Leser auf eine atemberaubende Art mit.

Bereits zu Beginn des Buches schafft es der Autor, den Leser für das Reisen zu begeistern. Die einleitenden Worte zur Faszination des Reisens sind wirklich sehr schön beschrieben, die Motivation für eine solche Reise ist sicher für jeden nachvollziehbar. Jedoch ist es wohl leider nicht jedem möglich, den Schritt letztendlich auch zu wagen, durch Familie und Beruf sind viele zu sehr gebunden, oder es fehlt eben einfach der Mut dazu – denn den braucht man für so ein Abenteuer auf jeden Fall.

Bruno Blum beschreibt Kapitel für Kapitel die einzelnen Etappen der langen Reise, die Erlebnisse innerhalb der bereisten Länder und auch die Begegnungen mit Menschen verschiedener Kulturen. Ich finde diese Beschreibungen überaus interessant und spannend, besonders wie gastfreundlich Blum und seine Freundin stets aufgenommen wurden, hat mich begeistert. Schön fand ich auch Blums Erkenntnis, dass es alleine auf Reisen doch einsam werden kann, obwohl er zuvor immer alleine mit seinem Motorrad unterwegs gewesen ist.
Der Autor liefert in jedem Kapitel viele Hintergrundinformationen zu den bereisten Orten, die ebenfalls sehr faszinierend sind. Gespickt sind diese Infos außerdem mit zahlreichen wunderschönen Fotos, bei denen Fernweh garantiert ist.

Die Kapitel sind relativ kurz, wenn man bedenkt, wie lange die Reisedauer war. Stellenweise hätte ich mir noch mehr Inhalte gewünscht, mehr persönliche Gedanken, die den Reisebericht noch persönlicher und individueller gemacht hätten. Überrascht hat mich bei diesem Buch, dass es doch eher klein ist. Ein etwas größeres Format hätte die wundervollen Fotos viel besser zur Geltung gebracht.

Insgesamt ist „Der weiteste Weg“ ein faszinierender Reisebericht über eine ganz besondere und mutige Reise, die ich absolut bewundernswert finde. Ein Buch, das einen selbst von einer Weltreise träumen lässt!