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Yakko

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.09.2017

Tolle Ideen für die kreative Küche

Meine DIY-Küche
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Selbstgemachtes ist ja momentan sehr beliebt, also passt das Buch „Meine DIY-Küche“ perfekt in diese Zeit. Schon die Aufmachung überrascht, das Buch ist unerwartet klein und eher ein Büchlein (die Maße ...

Selbstgemachtes ist ja momentan sehr beliebt, also passt das Buch „Meine DIY-Küche“ perfekt in diese Zeit. Schon die Aufmachung überrascht, das Buch ist unerwartet klein und eher ein Büchlein (die Maße hatte ich mir im Vorfeld nicht angesehen), aber dennoch in der Gestaltung sehr modern und ansprechend.

Zu Beginn findet man zunächst Informationen über die Grundausstattung, um die Rezepte gut umsetzen zu können. Die 44 vorhandenen Rezepte werden in drei Hauptkategorien unterteilt: Hurra, ein freier Nachmittag – Rezepte, die nicht allzu viel Zeit benötigen; Schönes Wochenende – alles, was man für ein Wochenendfrühstück braucht, oder wenn einfach etwas mehr Zeit zur Verfügung steht; Endlich Ferien – hier findet man Rezepte, die an Urlaub in ferne Länder erinnern sollen.

Die Rezepte sind insgesamt sehr vielfältig, man erwartet bei einem DIY Kochbuch vor allem Rezepte für Produkte, die man sonst fertig kaufen würde, meist ohne dabei an ein klassisches „Fertigprodukt“ zu denken. So z. B. Granola, Kimchi, Sriracha oder eingelegte Gurken. Die Rezeptbeschreibungen sind insgesamt eher kurz gehalten, der Sprachstil ist ebenfalls modern und absolut passend zum Buch. Zu den Rezepten sind jeweils einige Fotos enthalten, die sehr ansprechend sind, jedoch nicht unbedingt als Schritt-für-Schritt-Anleitung geeignet sind, da sich die meisten Rezepte auf einer Doppelseite befinden.

Ich habe bereits einige Rezepte ausprobiert, das Granola bereits mehrfach in verschiedenen Abwandlungen, einiges steht noch auf meiner Liste. So manche Rezepte sind relativ aufwändig, einige davon sind auch nicht so wirklich meins (z.B. das Verarbeiten von lebenden Organismen). Toll finde ich allerdings, dass sich sehr viele der Rezepte als Geschenke aus der Küche eignen, besonders für Weihnachten habe ich schon einige schöne Ideen sammeln können.
Insgesamt gehören die meisten Rezepte der Kategorie "gesund" an, vieles davon ist auch vegan.

Einige der Rezepte passen für mich allerdings nicht so richtig zu einem DIY Kochbuch, z. B. Sushi oder verschiedene Backwaren wie Brot, aber auch Pasta. Zum einen ist gerade Sushi zu kompliziert, um es auf einer Doppelseite abzuhandeln (genau wie Macarons), zum anderen gehören solche Rezepte für mich eher in klassische Kochbücher. Da erschließt sich mir der DIY Gedanke nicht so recht.

Dennoch ist es insgesamt ein wirklich schönes Büchlein als Einstieg in die DIY-Küche, das tolle Ideen für Geschenke beinhaltet. Für meinen Geschmack hätte das Format etwas großzügiger sein können, damit auch die Fotos noch besser zur Geltung kommen.

Veröffentlicht am 23.05.2017

Freitag hält nicht ganz, was er verspricht

Björn Freitag – Smart Cooking
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Björn Freitags neustes Werk "Smart Cooking" verspricht tolle abwechslungsreiche Rezepte, die einfach und schnell nachzukochen sind, dabei soll natürlich auf Einkaufsstress sowie langes Aufräumen und Abspülen ...

Björn Freitags neustes Werk "Smart Cooking" verspricht tolle abwechslungsreiche Rezepte, die einfach und schnell nachzukochen sind, dabei soll natürlich auf Einkaufsstress sowie langes Aufräumen und Abspülen nach dem Kochen verzichtet werden.
Gleich zu Beginn des Buches findet man neben ein paar einleitenden Worten zunächst eine Basic-Liste, das heißt Zutaten, die man immer zu Hause hat (oder haben sollte). Ja, das meiste davon habe ich tatsächlich fast immer da, einiges jedoch ist meiner Meinung nach doch zu exotisch, um es als Basic zu bezeichnen (z.B. Kokosessig).

Das Buch gliedert sich in Rezepte mit Fleisch, Geflügel, Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte sowie Suppen und Salate. Außerdem zuletzt noch einige Grundrezepte, insbesondere für Pasta, was ich super finde, da ich mich bisher noch nie an selbstgemachte Pasta getraut habe.

Die einzelnen Rezepte sind toll aufgemacht, die Fotos sind absolut appetitanregend, die Beschreibungen der Rezepte kurz und einfach, dabei ist jeweils aufgelistet, welche Zutaten aus den Basics genutzt werden und welche frisch eingekauft werden müssen. Außerdem ist angegeben, wie viel Kochgeschirr benötigt wird.

Ich habe bereits einige Gerichte nachgekocht, besonders aus den Kategorien Gemüse, aber auch z.B. das Rindfleisch mit Rotwein. Das Essen war sehr lecker, die Auswahl und Menge der Zutaten passt harmonisch zusammen. Man merkt, dass hier eben ein Sternekoch am Werk ist.

Ein Kritikpunkt ist jedoch, dass sich nicht alle Rezepte wirklich so leicht umsetzen lassen, da doch einige Schmorgerichte dabei sind, die deutlich mehr Zeit brauchen. Für mich impliziert das Versprechen nach einfachen Rezepten aber auch gleichzeitig, dass sie schnell gekocht werden können.
Bei den meisten Rezepten aus der Kategorie Fleisch wird meiner Meinung nach ebenfalls ein wenig geschummelt. Klar, ein Steak und dazu Brot (eines der vielen Beispiele) ist deutlich weniger Geschirr und Aufwand, jedoch nicht unbedingt immer ein vollständiges Gericht. Da fehlt doch die ein oder andere Beilage, die dann auch wieder nicht mehr zum Konzept "Smart Cooking" passt.
Einige Rezepte sind außerdem extrem einfach und dabei auch nicht neu (z.B. Hawaii Toast).

Dennoch überzeugt mich das Buch in der Auswahl der Rezepte, die außerdem auch noch absolut familientauglich sind. Die Darstellung ist ein Augenschmaus, sodass ich immer wieder gerne in dem Buch blättere.

Veröffentlicht am 22.04.2017

Ein wunderschöner Reisebericht mit tollen Fotos

Der weiteste Weg
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Bruno Blum und seine Partnerin Yvonne begeben sich auf eine abenteuerliche und mutige Reise um die halbe Welt, von der Schweiz bis nach Australien, und das in ihrem Campingbus. In zweieinhalb Jahren legen ...

Bruno Blum und seine Partnerin Yvonne begeben sich auf eine abenteuerliche und mutige Reise um die halbe Welt, von der Schweiz bis nach Australien, und das in ihrem Campingbus. In zweieinhalb Jahren legen sie dabei über 90000 Kilometer zurück, bereisen viele Länder, erleben traumhafte Landschaften und lernen viele interessante Menschen kennen. In dem Buch „Der weiteste Weg“ lässt Blum innerhalb des Reiseberichtes seine Erlebnisse Revue passieren und nimmt den Leser auf eine atemberaubende Art mit.

Bereits zu Beginn des Buches schafft es der Autor, den Leser für das Reisen zu begeistern. Die einleitenden Worte zur Faszination des Reisens sind wirklich sehr schön beschrieben, die Motivation für eine solche Reise ist sicher für jeden nachvollziehbar. Jedoch ist es wohl leider nicht jedem möglich, den Schritt letztendlich auch zu wagen, durch Familie und Beruf sind viele zu sehr gebunden, oder es fehlt eben einfach der Mut dazu – denn den braucht man für so ein Abenteuer auf jeden Fall.

Bruno Blum beschreibt Kapitel für Kapitel die einzelnen Etappen der langen Reise, die Erlebnisse innerhalb der bereisten Länder und auch die Begegnungen mit Menschen verschiedener Kulturen. Ich finde diese Beschreibungen überaus interessant und spannend, besonders wie gastfreundlich Blum und seine Freundin stets aufgenommen wurden, hat mich begeistert. Schön fand ich auch Blums Erkenntnis, dass es alleine auf Reisen doch einsam werden kann, obwohl er zuvor immer alleine mit seinem Motorrad unterwegs gewesen ist.
Der Autor liefert in jedem Kapitel viele Hintergrundinformationen zu den bereisten Orten, die ebenfalls sehr faszinierend sind. Gespickt sind diese Infos außerdem mit zahlreichen wunderschönen Fotos, bei denen Fernweh garantiert ist.

Die Kapitel sind relativ kurz, wenn man bedenkt, wie lange die Reisedauer war. Stellenweise hätte ich mir noch mehr Inhalte gewünscht, mehr persönliche Gedanken, die den Reisebericht noch persönlicher und individueller gemacht hätten. Überrascht hat mich bei diesem Buch, dass es doch eher klein ist. Ein etwas größeres Format hätte die wundervollen Fotos viel besser zur Geltung gebracht.

Insgesamt ist „Der weiteste Weg“ ein faszinierender Reisebericht über eine ganz besondere und mutige Reise, die ich absolut bewundernswert finde. Ein Buch, das einen selbst von einer Weltreise träumen lässt!

Veröffentlicht am 19.02.2017

Von Göttern und Teenagern

GötterFunke 1. Liebe mich nicht
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Jess möchte zusammen mit ihrer besten Freundin Robyn einen tollen Sommer in einem Camp verbringen, begleitet werden sie außerdem von ihrem besten Freund Josh und Robyns Freund Cameron. Doch schon die Anreise ...

Jess möchte zusammen mit ihrer besten Freundin Robyn einen tollen Sommer in einem Camp verbringen, begleitet werden sie außerdem von ihrem besten Freund Josh und Robyns Freund Cameron. Doch schon die Anreise gestaltet sich sehr ereignisreich. Sobald sie im Camp ankommen, begegnet Jess Cayden, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt. Was sie allerdings nicht weiß - Cayden ist eigentlich der griechische Gott Prometheus, dessen sehnlichster Wunsch es ist, sterblich zu werden. Zeus gewährt ihm diesen Wunsch nur, wenn es ihm gelingen sollte, dass ein menschliches Mädchen ihm widersteht. Diese Chance hat er allerdings nur alle einhundert Jahre. Zusammen mit Zeus und Hera, sowie Athene und Apoll mischt er sich daher unter die Menschen, um das Spiel zu beginnen.

„GötterFunke – Liebe mich nicht“ ist der erste Band einer Trilogie, aber auch mein erstes Buch von Marah Woolf. Die Autorin erzählt eine spannende und fantasiereiche Geschichte, in der die Götter der griechischen Mythologie eine wesentliche Rolle spielen. In diesem Zusammenhang fällt sofort auf, dass Marah Woolf über ein gutes Hintergrundwissen verfügt und dem Leser diese näher bringen kann. Gleichzeitig entwickelt sie die Mythen um diese Götter für ihr eigenes Buch weiter.

Jess, die Hauptfigur des Buches, hat mich sehr überzeugt. Sie hat ein eher geringes Selbstbewusstsein und einen familiären Schicksalsschlag hinter sich, sie zieht sich deshalb auch gerne mal zurück. Trotzdem nimmt sie häufig kein Blatt vor den Mund. Sehr unterhaltsam fand ich ihr zeitweises trotziges und pubertäres Verhalten, insbesondere Cayden gegenüber. Aber auch der innere Kampf gegen die Gefühle, die sie für ihn entwickelt und die vielen Zweifel an ihrem eigenen Verstand, als sie beginnt, Caydens Geheimnisse zu entschlüsseln.
Cayden dagegen ist mehr als überzeugt von sich, das erkennt man natürlich auch sofort an der Bedingung, die an ihn gestellt wird, um sterblich werden zu können. Bei ihm bin ich irgendwie hin- und hergerissen. Einerseits kommt er cool und lässig rüber, flirtet mit fast jedem Mädchen aus dem Camp und bricht reihenweise deren Herzen. In Jess' Gegenwart dagegen zeigt er auch eine andere, sanfte Seite, die ihn wiederum spannend, wenn auch weiterhin geheimnisvoll macht.
Die Nebencharaktere sind von der Autorin sehr gut beschrieben und vor allem vielfältig, insbesondere aber Athene und Apoll sind total sympathisch und liebenswert. Natürlich gibt es auch hier Charaktere, die man überhaupt nicht mag, aber das ist eher dem Verhalten geschuldet, als mangelnder Tiefe.

Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd, ich konnte das Buch kaum weglegen und habe mich in der Geschichte wiedergefunden. Nervig fand ich allerdings das ewige Hin und Her zwischen Jess und Cayden, das lag zum einen an Cayden als Figur, zum anderen an Jess' ständigen Versuchen zu leugnen, dass sie etwas für ihn empfindet. Man fiebert richtig mit und ärgert sich dann über so manches Verhalten.
Insgesamt hat mich das Buch dennoch sehr gefesselt und überzeugt. Der Bezug zur griechischen Mythologie war überaus interessant und spannend, die Charaktere sehr vielfältig. Für mich ist das nicht unbedingt nur ein Buch für Jugendliche, sondern für jeden, der Fantasyromane dieser Art mag und sich nicht vor (manchmal nervigem) Teenagerverhalten scheut. Besonders nach dem unvorhersehbaren Ende freue ich mich sehr auf den nächsten Band!

Veröffentlicht am 07.04.2025

Unglaubwürdig

Achtzehnter Stock
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Wanda ist alleinerziehende Mutter und lebt mit ihrer 5-jährigen Tochter Karlie im achtzehnten Stock einer Berliner Platte. Sie ist mit ihrem Leben dort nicht zufrieden, stattdessen jagt sie ihrem Traum ...

Wanda ist alleinerziehende Mutter und lebt mit ihrer 5-jährigen Tochter Karlie im achtzehnten Stock einer Berliner Platte. Sie ist mit ihrem Leben dort nicht zufrieden, stattdessen jagt sie ihrem Traum hinterher, eine ernsthafte Rolle als Schauspielerin zu ergattern.

Die Autorin erzählt in rauer Sprache, wie Wandas Leben im Plattenbau aussieht. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund, bedient sich bewusst gewisser Klischees, indem sie vielerlei Familienkonstellationen in der Platte beschreibt. Man merkt, dass das Absicht ist, denn das Spiel mit Stereotypen regt zum Nachdenken an. An Wandas Erlebnissen, insbesondere mit ihrer Tochter, zeigt sich, welche soziale Ungerechtigkeit Menschen wie ihnen widerfährt: ist man einmal scheinbar ganz unten, so wird man verurteilt und nicht ernst genommen. Was wie bei Karlie fatale Folgen haben kann. Die Erzählung löst eine gewisse Beklemmung aus und man empfindet plötzlich dieselbe Wut wie Wanda.
Bis hierhin war ich begeistert von dem Buch. Dann allerdings entwickelt sich die Story in eine Richtung, die zunehmend unrealistisch wird. Der Sprachstil erschien mir zu Beginn noch grandios, doch im weiteren Verlauf kamen durch die wenigen Dialoge Lücken auf, was es mir schwer machte, einen richtigen Zugang zu Wanda zu finden.
Wanda schafft es irgendwann, in die Welt der Stars einzutauchen und verliert damit immer mehr an Glaubwürdigkeit. Plötzlich nervt es, dass sie ihre Nachbarn nicht bei bei ihrem Namen anspricht ("Aylins Mutter") oder deren Verhalten verurteilt - dabei ist es doch genau das, worunter sie leidet. Dass andere Menschen ihr Leben bewerten. Wanda will nicht zu diesem Milieu dazugehören, was erst mal einmal nachvollziehbar wird, weil sie die Klischees ja selbst verinnerlicht hat. Allerdings stellt sie sich ständig so dar, als wäre sie etwas Besseres. Als würde das glanzlose Leben noch auf sie warten, was sie höchst unsympathisch wirken lässt. Gerade im letzten Abschnitt spitzt sich diese Unglaubwürdigkeit immer weiter zu.
Was will die Autorin mit ihrer Geschichte denn nun sagen? Wo ist plötzlich die Gesellschaftskritik hin, die zu Beginn doch so groß war? Am Ende kann man wohl die Botschaft des Buches deuten, wie man möchte, zufriedenstellend ist es jedoch für mich nicht.

Insgesamt bin ich daher leider enttäuscht von dem Buch, das wirklich sehr stark angefangen hat, dann aber irgendwie für mich den roten Faden verloren hat.

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