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Veröffentlicht am 08.03.2022

Der verwunschene Gott

Der verwunschene Gott
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Eine Geschichte voller Götter, Prinzen und Hexen. Wie hätte ich da widerstehen können? Voller Neugier warf ich mich in ein ungewisses Abenteuer und fand mich in einer komplexeren Geschichte wieder als ...


Eine Geschichte voller Götter, Prinzen und Hexen. Wie hätte ich da widerstehen können? Voller Neugier warf ich mich in ein ungewisses Abenteuer und fand mich in einer komplexeren Geschichte wieder als erwartet. Nachdem ich dachte das Buch würde lediglich von Morgan handeln, war ich positiv überrascht zu sehen, dass es noch einen weiteren Handlungsstrang gibt, der meiner Meinung nach viel interessanter und gelungener war. Mit Rhea und Jeriah begeben wir uns auf eine Reise voller Magie, höfischer Intrigen und Ränkespiele. Ich habe diese Kapitel sehr genossen und mir mehr als einmal gewünscht mehr von ihnen zu lesen. Denn der Großteil konzentriert sich auf Morgan und Aithan, dem vergessenen Prinzen. Leider konnte ich mit beiden Charakteren nicht so wirklich warm werden. Während der andere Handlungsstrang mit einer innovativen und spannenden Geschichte überzeugen konnte, fand ich die Geschichte um Morgan zu sehr an dem angelehnt was man schon viel zu oft im Bereich Fantasy gelesen hat. So blieb ich am Ende etwas zwiegespalten zurück, da mich der eine Teil der Handlung wirklich begeistert hat, während der andere durchaus noch ausbaufähig ist.

CHARAKTERE
Der Leser begegnet in "Der verwunschene Gott" einer Vielzahl an Charakteren, was die Handlung sehr abwechslungsreich macht. Jedoch dominiert die Protagonistin Morgan und ich hätte mir ein besseres Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Handlungssträngen gewünscht. Mir kam Morgan manchmal etwas zu widersprüchlich vor. Sie wird als tough und selbstbewusst beschrieben und es wird mehrmals erwähnt, dass sie jahrelang intensiv trainiert wurde. Trotzdem schien es mir so, als würde sie sich immer nur treiben lassen und nie etwas selbst in die Hand zu nehmen. Selbst ihre herausragende Fähigkeit, das Messerwerfen, beherrscht sie nach der Gefangenschaft nicht mehr, weil sie innerlich zu blockiert ist. Für mich hat bei ihr vieles nicht zusammen gepasst und ich empfand sie als sehr schwachen Charakter. Das liegt aber hauptsächlich an den vielen Erwähnungen ihrer Vergangenheit, was man ihr alles beigebracht hätte und was sie angeblich alles beherrschen würde und wie ihre Gefangennahme und das Training sie beeinflusst hat. Wäre dies nicht gewesen, wäre sie in meinen Augen ein vollkommen runder Charakter gewesen. Dies mag sich in den Folgebänden vielleicht noch aufklären, aber mit dem bisherigen Wissenstand ist es mir mehrfach negativ aufgefallen.

Auch bei Aithan hat für mich das Gesamtbild nicht gepasst. Ich hatte das Gefühl er sollte einer der Sympathieträger der Geschichte sein, aber ich empfand ihn mehrfach als das genaue Gegenteil. Er will seinen Thron zurück erobern, aber zeigt sich oftmals nicht besser als die Mörder seiner Familie, da er ebenfalls bereit ist Menschen für sein Wohlergehen zu opfern. Ich bin sehr gespannt darauf wie die Ereignisse am Ende ihn in der Fortsetzung beeinflussen werden. Ich kann es zudem nicht abwarten, dass er auf Jeriah, den Thronprinzen und damit seinen direkten Konkurrenten, trifft. Jeriah ist bisher mein Liebling in der Reihe. Er ist ein sehr komplexer Charakter und sorgt für einige unerwartete Wendungen. Die Spannungen zwischen ihm und seiner Familie sorgen für viel Konfliktpotential und ich liebe solch familiäre, gesellschaftliche Dramen. Die Dynamik innerhalb des Palastes wird sehr schön rüber gebracht und ich hatte jedes Mal das Gefühl selbst anwesend zu sein.

Die Charakterentwicklung von Laura Labas hat bei mir sehr gegensätzliche Emotionen hervorgerufen und einiges Kopfzerbrechen bereitet. Es gab Charaktere, an denen ich einiges zu kritisieren hatte. Aber an anderen Charakteren wiederum hat die Autorin gezeigt, dass sie durchaus individuelle und komplexe Charaktere mit viel Potential erschaffen kann. In meinen Augen könnte sie dort mit etwas Arbeit noch viel mehr herausholen. Das beste Beispiel in "Der verwunschene Gott" war für mich Cáel. Er hat soviel Potential und das wurde bisher nicht wirklich ausgeschöpft. Ich hoffe sehr darauf, dass ihm in der Fortsetzung mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Auch Rhea, die ich direkt ins Herz geschlossen habe, verdient in meinen Augen viel mehr Beachtung und war für mich ein komplexerer und interessanterer Charakter als Morgan.

WELTENBAU
Laura Labas hat in "Der verwunschene Gott" eine sehr interessante Welt erschaffen, die viel Potential mit sich bringt und dieses in den Folgewerken hoffentlich noch mehr ausschöpfen wird. Im ersten Teil der Reihe wird nämlich alles nur sehr grob angeschnitten und bisher wurde auf nichts intensiver eingegangen, was ich sehr schade fand. Ich mag es, wenn der Leser bereits im Auftakt direkt in die Welt integriert wird und das Gefühl hat selbst dort zu sein. Es war aber schön direkt am Anfang des Buches eine liebevoll gezeichnete Karte zu finden, die es einem beim lesen leichter macht sich zu Recht zu finden. Vorerst konzentriert sich die Autorin auf Atheira, welches von einem König beherrscht wird, welcher wiederum eng mit dem Hohen Priester zusammenarbeitet. Es werden die Neuen Götter verehrt und wie man dem entnehmen kann gibt es aber auch noch die Alten Götter. Auf dieses Thema wurde bisher nur sehr sporadisch eingegangen und ich hoffe sehr, dass die Autorin sich diesem Thema in den Fortsetzungen mehr widmen wird. Die Grundidee klingt nämlich richtig vielversprechend, aber abgesehen von einer Geschichte am Lagerfeuer haben wir noch überhaupt nichts darüber erfahren.

Auch das Magiesystem ist spannend aufgebaut und bietet mal was Neues. Dem Leser werden in "Der verwunschene Gott" verschiedene Arten der Magie vorgestellt, wie die verbotene Webmagie, die seltene Knochenmagie und die streng kontrollierte Blutmagie. Doch auch hier hatte ich das Gefühl, dass alles lediglich angedeutet wird. Man weiß zwar, dass Magie existiert, aber davon abgesehen wird der Leser vorerst noch im Dunkeln gelassen. Ich fand die Grundidee des Magiesystems interessant und hoffe darüber im nächsten Band mehr zu erfahren. Allgemein gefielen mir der Weltenbau und das Magiesystem in ihren Grundlagen wirklich gut, aber für mich gehört es bei einem herausragenden Fantasyroman dazu, dass all diese Details genau herausgearbeitet werden. In "Der verwunschene Gott" wurde bisher jedoch nur an der Oberfläche gekratzt. Sollte Laura Labas dies noch weiter ausführen könnte sie eine wirklich großartige Welt erschaffen! Ich sehe sehr viel Potential und bin daher gespannt was die Autorin aus den nächsten Bänden herausholt.

SCHREIBSTIL
"Der verwunschene Gott" bietet dem Leser eine Vielzahl an unterschiedlichen Erzählern. Morgan sticht dabei als Hauptfigur eindeutig hervor, aber im Laufe der Geschichte kommen immer mehr Erzähler hinzu. Es ist jedoch leicht den Überblick zu behalten, da diese nach und nach eingeführt werden und sich deutlich voneinander abheben. Ich habe die unterschiedlichen Erzähler sehr genossen, da sie der Geschichte mehr Tiefe geben und dem Leser zudem ermöglichen mehr von der Welt kennenzulernen. Das Buch lässt sich angenehm lesen und der Schreibstil ist locker und nicht sehr komplex, sodass sich die Geschichte entspannt lesen lässt. Vom Tempo her lässt Laura Labas der Handlung den nötigen Raum sich zu entfalten. Man merkt, dass es sich bei der Verfasserin um eine junge Autorin hat, die ihren eigenen Stil noch nicht ganz gefunden hat. Mir fehlte das gewisse Etwas, das ihren Schreibstil zu etwas besonderem macht. Aber ich denke sie ist auf einem guten Weg und ich werde ihre Entwicklung definitiv beobachten.

COVER
Das Cover ist ein absoluter Hingucker und ein richtiges Schmuckstück. Es passt perfekt zu Handlung und ich liebe die verschiedenen Blautöne, die harmonisch ineinander übergehen. Besonders die filigranen Ornamente ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und man hat beim Betrachten bereits das Gefühl in eine Märchenwelt zu fallen. Auch die Innengestaltung steht dem in nichts nach. Im ganzen Buch verteilt finden sich schmuckvolle Doppelseiten, in denen man den Wald und die Webfäden vom Cover wiederfindet, und die den Leser mit märchenhaften Textausschnitten überraschen. "Der verwunschene Gott" ist unglaublich liebevoll gestaltet und man merkt wie viel Arbeit investiert wurde.

FAZIT
"Der verwunschene Gott" ist eine Geschichte voller Magie, Abenteuer und Märchen. Die unterschiedlichen Erzähler sorgen für eine abwechslungsreiche Handlung, wobei diese etwas Zeit braucht um in Fahrt zu kommen. Der flüssige Schreibstil macht es aber leicht das Buch in wenigen Tagen zu verschlingen. Der Weltenbau und das Magiesystem werden bisher leider nur in ihren Grundzügen angedeutet. Der erste Teil der "Von Göttern und Hexen" Reihe bietet viel Potential, aber ist an einigen Stellen noch ausbaufähig. Trotzdem macht es Spaß der Geschichte um den verwunschenen Gott und dem vergessenen Prinzen zu folgen und ich werde der Reihe definitiv treu bleiben!

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Veröffentlicht am 08.03.2022

Verliere mich. Nicht.

Verliere mich. Nicht.
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Nachdem der erste Teil mich mit einem fiesen Cliffhanger zurück gelassen hat, war ich froh wenige Tage später bereits "Verliere mich. Nicht." in den Händen zu halten. Sage und Luca hatten mich vom ersten ...

Nachdem der erste Teil mich mit einem fiesen Cliffhanger zurück gelassen hat, war ich froh wenige Tage später bereits "Verliere mich. Nicht." in den Händen zu halten. Sage und Luca hatten mich vom ersten Moment an gefesselt, weshalb ich unbedingt wissen musste wie es mit ihnen weitergeht. Bereits im Vorfeld bin ich der Meinung gewesen, dass die Geschichte ohne Probleme in nur einem Band hätte erzählt werden können. Diese Vermutung hat sich für mich bestätigt, denn im Grunde wird die komplette Handlung noch mal aufgerollt und erst nach 300 Seiten kommt endlich Schwung in die Geschichte. Während die Nebencharaktere im ersten Band noch ein absoluter Pluspunkt waren, verliert die Autorin diese hier nach der Hälfte vollkommen aus den Augen und lässt die einzelnen Handlungsstränge allesamt offen. Und obwohl die Fortsetzung meiner Meinung nach unnötig war, kann ich nicht leugnen, dass ich wieder jedes Wort aufgesaugt habe und vollkommen von der Geschichte gefesselt war. Mit "Berühre Mich. Nicht." kann der zweite Band definitiv nicht mithalten, weil man merkt, dass die Handlung zwanghaft in die Länge gezogen wird. Sage und Luca können sich trotzdem etwas von ihrem Charme bewahren und wer den ersten Teil geliebt hat, kommt um die Fortsetzung nicht herum.

CHARAKTERE
Während ich mich im ersten Band schnell mit Sage angefreundet habe und sie mir mit jeder Seite besser gefallen hat, war ich von ihrer Darstellung in "Verliere mich. Nicht." eher enttäuscht. Von ihrer kämpferischen und selbstständigen Seite bekommt man nur wenig zu sehen und stattdessen mutiert sie zu der klassischen New Adult Protagonistin die ihren strahlenden Ritter braucht, der sie rettet. Ich fand es schade wie abhängig sie von Luca zu sein schien, zudem war Sage auf einmal unglaublich weinerlich und hat sich ständig selbstbemitleidet. Für mich war dieser Umschwung nicht nachvollziehbar, zumal die Autorin ihrer Heldin damit jeden Charme nimmt. Sage erschien auf einmal blass und obwohl ich verstehen kann, dass sie denkt nicht gut genug für Luca zu sein, hat es meine Nerven ziemlich strapaziert wie oft sich dieser Gedanke wiederholt.

Luca war in "Berühre mich. Nicht." nah der Perfektion. Doch das erste Drittel von "Verliere mich. Nicht." hat mir dies ganz schön ruiniert. Ja, er hatte seine Gründe auf Sage sauer zu sein und es ist wegen seiner familiären Situation nachvollziehbar, dass er verletzt ist. Aber das ist kein Grund direkt die nächstbeste aufzureißen und dann auch noch die Szene an Silvester. Das war mir zuviel und für mich hat es nicht zu dem Luca gepasst, den wir alle kennen und lieben gelernt haben. Ich muss zugeben, dass er mich dann aber relativ schnell versöhnt hat und wahrscheinlich geht es einem wie Sage, man kann ihm einfach nicht böse sein. Luca wird in der Fortsetzung noch mehr zum Held aufgebaut und wenngleich ich mir andere Umstände gewünscht hätte, kann ich an ihm selber absolut nichts bemängeln. Laura Kneidl hat einen großartigen Charakter erschaffen, der mir definitiv fehlen wird.

Ein Großteil meiner Lieblinge findet sich nach wie vor in den Nebencharakteren. Mit Megan und April, dem Wirbelwind und dem Sonnenschein, hat Sage wunderbare Freundinnen. Ich liebe die Freundschaften zwischen den drei und finde es großartige, wenn ein Roman auch mal ohne Zickenkrieg auskommt. Leider ist Gavin wieder viel zu kurz gekommen und ich hätte mir gewünscht mehr von ihm zu lesen. Begeistern konnte mich dafür der Handlungsstrang rund um Aaron und Conner, wenngleich mich das Ende dahingehend enttäuscht zurück gelassen hat.

WELTENBAU
Bereits bei "Berühre mich. Nicht." habe ich hervorgehoben was für eine großartige Arbeit Laura Kneidl bei den Nebencharakteren und ihren Geschichten geleistet hat. Was die Fortsetzung angeht muss ich dieses Kompliment leider zurück nehmen. Bis zur Mitte der Handlung folgt der Leser den Nebenplots, welche weiterhin spannend aufgebaut sind und einen ebenso fesseln wie Sage und Luca selbst. Doch dann verliert die Autorin sämtliche Nebencharaktere vollkommen aus den Augen. Und dies kann ich mir einfach nicht erklären. Es wird keine einzige offene Frage beantwortet, womit das Ende einen sehr bitteren Beigeschmack erhält. Für mich liest es sich, als würden die Nebencharaktere eigene Bücher bekommen. Allerdings wurde von der Autorin mehrmals betont, dass sie keine weiteren Fortsetzungen schreiben wird. Was mich zu der Frage bringt, weshalb die Nebenplots so in den Sand gesetzt wurden? Entweder kommen doch noch weitere Bücher, dann muss dies nicht erst verneint werden. Oder die Handlungsstränge wurden tatsächlich einfach aus den Augen verloren. Für mich ist dies definitiv ein ganz großer Minuspunkt an "Verliere mich. Nicht.".

Allgemein hat mir diesmal ein wenig der Tiefgang gefehlt. Die ersten 300 Seiten sind im Grunde eine komplette Wiederholung von "Berühre mich. Nicht.". Die Geschichte startet mit allerlei Problemen, dann lässt sich Sage doch überzeugen bei Luca und April einzuziehen und dort gibt es ein stetiges auf und ab der Gefühle zwischen Sage und Luca. Bis auf die Umstände und Details der Szenen hält man der Geschichte einen Spiegel vor. Das fand ich unheimlich schade, besonders weil der eigentliche Showdown viel zu schnell und unglaubwürdig über die Bühne läuft. Ich hätte mir gewünscht die Konfrontation wäre vorgezogen worden. Die ganze Geschichte über nimmt sich Laura Kneidl viel Zeit, aber im entscheidenden Moment zieht sie das Tempo viel zu stark an. Ich war unglaublich gespannt auf die Reaktion ihrer Familie, aber diese wird in wenigen Sätzen abgehandelt und ihre Schwester, die eine zentrale Rolle in dem spielt, kommt dabei nicht einmal vor. Da all dies keine 100 Seiten einnimmt, kann ich nicht verstehen weshalb eine Fortsetzung nötig war.

Der Epilog war in Hinblick auf Sage und Luca trotzdem schön zu lesen und konnte der Liebesgeschichte einen schönen Abschluss geben. In Hinblick auf die Darstellung von mentalen Krankheiten bietet die Geschichte allerdings kein gutes Beispiel. Besonders in "Verliere mich. Nicht." hatte ich das Gefühl, als wollte die Autorin vermitteln, dass es nur den Traumprinzen benötigt und alle Probleme sind vergessen. Gerade auf jüngere Leser und Betroffene kann so etwas schnell falsch wirken und ich hätte es schön gefunden, wenn dies mehr in die Geschichte eingeflossen wäre. Der perfekte Mann kann keine Therapie ersetzen und auch die Fortschritte die Sage nur wegen Luca macht halte ich letztendlich für etwas fragwürdig. Es mag nur ein fiktives Werk sein, aber bei dieser Thematik geht ein Autor meiner Meinung nach einfach eine gewisse Verpflichtung ein.

SCHREIBSTIL
Laura Kneidl hat einen wunderbaren Schreibstil, der mich wieder einmal an die Geschichte gefesselt hat. Denn obwohl die Geschichte rund um Sage und Luca für mich Schwächen aufgewiesen hat, ist es letztendlich trotzdem so, dass ich regelrecht an ihren Worten geklebt habe. Es ist wie mit einer Daily Soap, von der man ohne es zu merken süchtig wird und nicht mehr davon loskommt. Beim lesen selbst bin ich komplett abgetaucht und wurde erneut verzaubert. So sind mir viele Schwachstellen auch erst wirklich bewusst geworden, nachdem ich am Ende noch mal alles Revue passieren ließ. Mir gefällt die Art wie Laura Kneidl Geschichte erzählt sehr gut, weshalb ich gespannt auf ihre Bücher bin, die eher meinem Genregeschmack entsprechen. Auch in "Verliere mich. Nicht." erlebt der Leser alles aus der Sicht von Sage und wenngleich wechselnde Erzähler sicherlich interessant gewesen wären, hätte das den Rahmen der Geschichte deutlich gesprengt.

COVER
Die Covergestaltung von "Verliere mich. Nicht." gleicht, abgesehen vom Farbschema her, genau seinem Vorgänger. Diesmal sind die Blumen und die Schrift in grün und blau Tönen gehalten und wie schon beim ersten Teil hat man sich wieder für Pastellfarben entschieden. Es macht sich wunderbar im Regal und die beiden Bücher sind ohne Frage ein absoluter Eyecatcher! Auch der Titel ist wieder wunderbar gewählt und für das Gesamtpaket kann man dem Verlag nur gratulieren. Ich finde es großartig wenn der Titel die Geschichte selbst widerspiegelt und das ist hier perfekt gelungen.

FAZIT
"Verliere mich. Nicht." zieht die Geschichte unnötig in die Länge. Trotzdem vermögen es Sage und Luca noch immer zu fesseln und ich hätte den Abschluss nicht missen wollen. Ich finde es schade, dass die Nebencharaktere vollkommen vergessen werden und auch die Handlung erinnert mich zu sehr an den ersten Teil. Die finale Konfrontation mit Sages Vergangenheit macht es aber lesenswert und gibt der Geschichte zumindest für Sage und Luca einen schönen Abschluss.

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Veröffentlicht am 08.03.2022

Suizid - Dean Koontz

Suizid
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"Suizid" ist der erste Teil der Jane Hawk Reihe des erfolgreichen amerikanischen Autors Dean Koontz. Um diesen Namen kommt man im Bereich Thriller nur schwer herum und dementsprechend hoch waren meine ...

"Suizid" ist der erste Teil der Jane Hawk Reihe des erfolgreichen amerikanischen Autors Dean Koontz. Um diesen Namen kommt man im Bereich Thriller nur schwer herum und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Man muss vorneweg bereits darauf aufmerksam machen, wie sehr sich dieses Buch von anderen seines Genres abhebt. Mit seinen wissenschaftlichen Aspekten, die in Richtung düstere Zukunftsvisionen gehen, dürfte der Thriller nicht jedem gefallen! Allerdings verleiht gerade die Gewissheit wie nah die Wissenschaft solch Errungenschaften seien könnte, dem Lesevergnügen eine sehr bedrückende Note. "Suizid" ist eine clevere Actiongeschichte und erinnert oftmals an einen klischeehaften Hollywood Blockbuster, was durch den bildhaften, schonungslosen Schreibstil von Dean Koontz noch gefördert wird. Der Leser befindet sich auf einer Verfolgungsjagd, die einen regelrecht paranoid werden lässt und bei soviel Action dürfte es den meisten leicht fallen über die Schwachpunkte hinweg zu sehen. Es ist ein unterhaltsames, aber kurzweiliges Lesevergnügen, welches zum Glück ohne Cliffhanger auskommt, wodurch man nicht gezwungen ist die Reihe weiter zu verfolgen.

CHARAKTERE
Im Mittelpunkt steht Jane Hawk, FBI-Agentin und Powerfrau. Sie ist tough! Diese Beschreibung fällt mir als erstes ein, wenn es um die Protagonistin geht und viel mehr braucht man über sie auch eigentlich nicht zu wissen. Und genau da kommen wir auch schon zum größten Problem. Jane Hawk ist einfach zu tough. Sie hängt all ihre Verfolger ab, geht aus jedem Konflikt als Siegerin hervor und bekommt dabei nicht mal einen Kratzer ab. Sie lässt bereitwillig ihren kleinen Sohn zurück, um sich auf eine hoffnungslose Mission gegen einen übermächtigen Feind zu begeben. Alleine, versteht sich! Zwar gibt es Momente, in denen Jane an ihre Grenzen gerät und auch mal Menschlichkeit zeigt, aber mir waren diese einfach zu selten. Für mich hatte ihr Charakter nicht genug Tiefe und ich konnte mich einfach nicht in sie hineinversetzen oder eine Verbindung zu ihr aufbauen. Es mag durchaus daran liegen, dass man von einer Situation zur nächsten hetzt und es nur wenige ruhige Momente gibt, in denen man Jane besser kennen lernen kann.

"Suizid" lebt von Jane Hawk und abgesehen von ihr gibt es nur wenige Charaktere, die wirklich als erwähnenswert eingestuft werden könnten. Besonders die Nebencharaktere waren klischeehaft gezeichnet und dadurch ziemlich enttäuschend. Es gibt den gewalttätigen, sadistischen Muskelprotz und das widerwärtige, hinterhältige Internetgenie und im Grunde geht es immer so weiter. Zudem sind alle Charaktere deutlich in schwarz und weiß aufgeteilt, es gibt keine Graustufen und dadurch nur wenige interessante Charaktere. Einzige Ausnahme war Dougal. Nach einem holprigen Start konnte ich mich schnell mit ihm anfreunden und innerhalb weniger Seiten hat er sich als richtig vielversprechend herausgestellt. Letztendlich war er auch der Einzige, den ich wirklich mochte. Silverman war zwar vielversprechend, allerdings wurde – wie bei dem Großteil der Charaktere – seine Storyline leider nicht ausgeschöpft.

Als größte Enttäuschung haben sich allerdings die Antagonisten in "Suizid" herausgestellt, die allesamt nichtssagend herüberkommen und keinerlei Tiefe besitzen. Bestes Beispiel dafür ist Shenneck. Das ganze Buch über wird auf die große Auseinandersetzung hingearbeitet und er als böser Kopf der Organisation aufgebaut. Meine Erwartungen haben sich mit jedem Kapitel gesteigert und ich habe dem Finale entgegen gefiebert. Doch dann musste ich mit einem unglaublich enttäuschenden Genie Vorlieb nehmen, das weinerlich zusammenbricht wenn es zu Problemen kommt. Ich habe eine Vorliebe für faszinierende Antagonisten und habe einen solchen Charakter in "Suizid" schmerzlich vermisst.

WELTENBAU
"Suizid" ist ein sehr schnelllebiger Roman, der mit raschen Ortswechseln dem Leser keinerlei Entspannung erlaubt. Jane ist auf der Flucht und dies merkt man der Handlung auch an. Sie übernachtet nur selten länger als eine Nacht am gleichen Ort, wechselt von einem Motel ins nächste und beschafft sich Informationen in öffentlichen Bibliotheken. Man bekommt selten ein wirkliches Gespür für die Orte und wie Jane selbst fängt man an hinter jede Ecke eine Gefahr zu sehen. Besonders zu Beginn der Geschichte wird dieses Feeling gekonnt vermittelt und es fiel leicht sich in die Verfolgungsjagden hineinversetzen. Die Handlungsorte selbst nehmen eine untergeordnete Rolle ein.

Ein wichtiger Part der Geschichte ist der wissenschaftliche Aspekt, welcher sicherlich die Gemüter spalten dürfte und einer der Gründe ist, weshalb viele dieses Buch als eines der schwächeren Werke von Dean Koontz ansehen. Es ist definitiv pure Geschmackssache, aber ich persönlich mag Bücher mit komplexen Antagonisten. Wenn diese aber mehr Schein als Sein sind und die Wissenschaft der größte Feind ist, dann macht es sich der Autor in meinen Augen ein wenig zu leicht. Mind Control und all diese Aspekte nehmen der Handlung die Spannung, da jede Bedrohung einfach programmiert wird und damit aus der Welt geschafft ist. Da fehlt einfach der Reiz. Natürlich lässt es sich spannend lesen und hat eine abschreckende Wirkung. Gleichzeitig bringt es dem Leser auch zum nachdenken. Aber rein vom Spannungsbogen her konnte es meinen Geschmack nicht treffen.

SCHREIBSTIL
Dean Koontz besitzt großen Widererkennungswert. Man merkt wie er sich vollkommen in seinen Geschichten verliert und unglaublich Spaß beim schreiben hat. Der Schreibstil harmoniert mit der Handlung, ist ebenso schnell und macht es gerade dadurch dem Leser leicht in die Geschichte abzutauchen. Dies wird durch die kurzen Kapitel unterstützt, die einen dazu verführen mehr zu lesen, als man eigentlich geplant hat. Erzählt wird die Geschichte aus der der Sicht von verschiedenen Charakteren. In den meisten Kapiteln begleiten wir zwar Jane, aber mit fortlaufender Handlung kommen mehr Perspektiven dazu. Diese wechselnden Erzählstränge sind interessant zu lesen und ermöglichen einen besseren Überblick der Ereignisse. Es wäre allerdings schön gewesen mehr aus der Sicht der Gegenseite zu lesen, da der Leser die meiste Zeit Jane folgt, wodurch alles eher einseitig bleibt und einem ein Blick auf die Gegenseite verwehrt wird. Stellenweise neigt Dean Koontz zu schonungslosen Beschreibungen. Auffällig sind auch sein bildhafter Schreibstil mit vielen Metaphern und die vielen verschachtelten Sätze, die mich gelegentlich etwas verwirrt haben. Seinen Schreibstil finde ich dennoch wirklich interessant und macht mich neugierig auf seine anderen Werke.

COVER
Das Cover ist schlicht gehalten, aber wenn man es erstmal in der Hand hält, macht es durchaus etwas her. Sobald man den Roman gelesen hat, ergibt das aus Punkten und Strichen erinnernde Netzwerk zudem Sinn, was ich immer sehr schön finde. Nichts ist schlimmer als ein Cover, das überhaupt nicht zum Inhalt passt. Besonders gut gefallen mir die Blautöne und auch der dicke, schlichte Schriftzug passt gut dazu! Es hebt sich von anderen Thrillern ab und ist auch im Vergleich zum Original definitiv mein Favorit. Das amerikanische und britische Cover erinnert an unzählige andere Werke und kann sich nicht von der Masse abheben, da hat HarperCollins Germany definitiv bessere Arbeit geleistet!

FAZIT
"Suizid" ist eine atemberaubende Verfolgungsjagd, bei der an jeder Ecke neue Feinde warten. Durch den bildhaften Schreibstil fühlt man sich in einen typischen Actionfilm versetzt, der zwar gut unterhält aber keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Der wissenschaftliche Aspekt ist interessant, wird aber nicht näher ausgeführt. Solider Auftakt, der einige Schwächen aufweißt aber neugierig auf die Fortsetzung macht!

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Veröffentlicht am 08.03.2022

Geheimnis in Rot

Geheimnis in Rot
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"Geheimnis in Rot" ist ein klassischer, britischer Krimi. Wer das goldene Zeitalter der englischen Spannungsliteratur liebt, der ist mit diesem Buch genau richtig beraten. Es wurde erstmal im Jahre 1935 ...

"Geheimnis in Rot" ist ein klassischer, britischer Krimi. Wer das goldene Zeitalter der englischen Spannungsliteratur liebt, der ist mit diesem Buch genau richtig beraten. Es wurde erstmal im Jahre 1935 veröffentlicht und das merkt man der Geschichte auch an, denn sie kommt ohne Blutvergießen und viel Action aus, welches aus heutigen Thrillern kaum noch wegzudenken ist. Stattdessen ist es ein cleveres Rätselraten, bei dem der Leser selbst gefragt ist seinen Kopf zu benutzen und den Hinweisen und Ungereimtheiten zu folgen. Die Spannung liegt im Versuch das Geschehene zu rekonstruieren und die einzelnen Aussagen miteinander zu vergleichen. Dabei wird der Leser mehrfach gekonnt von Mavis Doriel Hay auf die falsche Spur geführt! Gleichzeitig ist es ein Spiegel der damaligen Gesellschaft mit dem niederen Adel und ihren Angestellten und den Problemen, die dieses Leben mit sich brachte. Der Krimi schlägt keine lauten Töne an und konzentriert sich stattdessen ganz auf die klassische Ermittlungsarbeit.

CHARAKTERE
Dem Großteil der Geschichte folgen wir Colonel Halstock, der als Chief Constable versucht dem Täter auf die Spur zu kommen. Obwohl diese Erzähltechnik die beste Herangehensweise für so einen Krimi darstellt, wird gleichzeitig verhindert, dass der Leser eine wirkliche Verbindung zu den Charakteren aufbauen kann. Mir blieben die Familienmitglieder und die Angestellten im Anwesen der Melburys dadurch eher fremd und wenngleich ich gespannt war den Täter zu finden, hätte es jeden treffen können ohne das ich allzu entsetzt gewesen wäre. Es wird stetig an der Oberfläche der einzelnen Verdächtigen gekratzt, aber keiner von ihnen gewinnt wirklich an Tiefe, was mir ein wenig den Spaß am lesen genommen hat. Insbesondere die Familienmitglieder entsprechen oftmals eher den gängigen Klischees, wodurch individuelle Charaktere leider vergebens gesucht werden. Meiner Meinung nach ist dies ein Problem, welches hauptsächlich der Erzählweise geschuldet ist.

Durch die Größe der Familie wird der Leser besonders am Anfang der Geschichte zunächst einmal mit Namen und Hintergrundinformationen erschlagen. An dieser Stelle wäre ein Personenregister hilfreich gewesen, da ich mehrmals zurück blättern musste um die Übersicht zu behalten und die Charaktere nicht durcheinander zu bringen. Dies legt sich aber nach einigen Kapiteln glücklicherweise, wodurch dem Rätselraten nichts mehr im Wege steht. Während die Hauptcharaktere einem nach dem holprigen Einstieg im Gedächtnis blieben, waren die Nebencharaktere leider sehr farblos und nichtssagend. Zwar bekamen sie alle einen Namen, aber der Widererkennungswert fehlte. Dies war letztendlich jedoch nicht weiter tragisch, weil ihre Rollen nur sehr unbedeutend ausfielen und es nicht weiter tragisch war wenn man sich die Namen nicht merken konnte. Das Rätselraten um den Mörder macht unheimlich viel Spaß, weil so viele Motive im Raum stehen und jeder Verdächtige zu einem Mord fähig scheint. Leider hat mich die Auflösung ziemlich enttäuscht, weil man daraus wesentlich mehr hätte machen können. Mir war es zu einfach und langweilig, da hätte ich ein spektakuläres Finale vorgezogen, zudem man in den letzten Kapiteln bereits erahnen kann wer der Mörder ist.

WELTENBAU
"Geheimnis in Rot" kommt mit einem sehr kleinen Setting aus und konzentriert sich hauptsächlich auf das Anwesen der Familie Melbury. Britische Herrenhäuser sind unglaublich reizvoll und ein spannendes Ambiente für einen Mordfall und besonders zur Weihnachtszeit könnte es kaum einen stimmungsvolleren Schauplatz geben. Allerdings kommt dieses ganz spezielle Flair nicht wirklich rüber. Es wäre schön gewesen, wenn das Anwesen näher beschrieben worden wäre und die Autorin es vor den Augen ihrer Leser hätte lebendig werden lassen. Doch auch hier kommt wieder einmal die Erzählweise in die Quere. Alles konzentriert sich auf die Suche nach dem Mörder, wodurch die Atmosphäre etwas zu kurz kommt. Zwar gibt es einige Beschreibung zu den einzelnen Räumen, aber diese sind alle sehr sachlich, da sie lediglich der Rekonstruktion des Falles dienen. Zum Ende der Geschichte gibt es auch einen kleinen Ortswechsel, wobei erneut auffällt wie sachlich und neutral alles beschrieben ist. Das Hauptaugenmerk liegt durchgehend auf dem Fall und es fällt schwer ein Gefühl für das Setting zu bekommen! Obwohl sich alles über die Weihnachtstage ereignet, geht auch dies etwas unter und wäre der Mörder nicht als Weihnachtsmann verkleidet gewesen, hätte es auch zu jeder anderen Jahreszeit spielen können.

SCHREIBSTIL
"Geheimnis in Rot" wird fast durchgehend aus der Sicht von Colonel Halstock erzählt. Zu Beginn des Buches fassen einige der Familienmitglieder das Geschehen vor Weihnachten bis zum Mord selbst zusammen und auch zum Ende hin treten noch andere Erzähler auf. Allgemein lässt sich der Schreibstil als sehr förmlich beschreiben. Es finden sich keine Ausschmückungen und keine bildhaften Beschreibungen. Durch die Wahl des Erzählers folgt man ganz sachlich den Ermittlungen und fühlt sich stellenweise in einen Polizeibericht hineinversetzt. Diese Erzählweise hat bei mir sehr widersprüchliche Gefühle hervorgerufen. Auf der einen Seite ist es perfekt für das clevere Rätselraten und der Suche nach dem Mörder, da man sich nur auf die Fakten und die verschiedenen, teils widersprüchlichen Aussagen konzentriert. Andererseits fehlt es der Geschichte durch die Erzählweise an Atmosphäre. Es fällt schwer sich in die Geschehnisse hineinzuversetzen, da man sich eher als Außenstehender fühlt und auch den Charakteren fehlt es dadurch an Tiefe. Der Schreibstil von Mavis Doriel Hay ist sicherlich Geschmackssache, aber man sollte sich im Klaren sein, dass sich das Buch in keinerlei Weise mit modernen Thrillern vergleichen lässt.

COVER
Das Cover zeigt das verschneite Anwesen der Familie Melbury und ist dabei ganz in blau und weiß Tönen gehalten. Im Vordergrund finden sich ein Weihnachtsbaum und davor die Silhouette eines Weihnachtsmannes. Das Cover ist definitiv ein stimmungsvoller Hingucker und schafft es viel Atmosphäre zu vermitteln, da es perfekt zum Inhalt passt. Der Vollmond im Hintergrund und die fallenden Schneeflocken geben dem Cover stimmige Details. Das Buch ist in Leinenband gefasst, wodurch es sich schön in der Hand halten lässt und zwar nicht so dick wie ein gebundenes Buch ist, aber wesentlich fester als ein Taschenbuch. Klappt man das Buch auf findet sich ein Grundriss des Erdgeschosses vom Anwesen, was im späteren Verlauf sehr hilfreich ist um die Geschehnisse zu rekonstruieren. Ich hätte es schön gefunden auch noch eine Karte vom Grundstück und der Umgebung zur Hilfe zu haben.

FAZIT
"Geheimnis in Rot" ist ein clever konstruierter Krimi, der den Leser zum Rätselraten verführt und diesen dabei mehrmals in die Irre führt. Das britische Herrenhaus bietet ein stimmungsvolles Ambiente und durch die verschiedenen Motive der Charaktere ist der Fall lange Zeit sehr undurchsichtig. Durch die sachliche und ermittlerische Erzählweise mangelt es den Charakteren allerdings an Tiefe und besonders zum Ende hin zieht sich das Buch etwas in die Länge. Für Fans von klassischen Krimis ist dieses Buch definitiv empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 11.05.2025

Ein leiser Roman, der wenig erzählt

Perlen
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Siân Hughes’ Perlen beginnt mit einer starken Prämisse: Ein achtjähriges Mädchen wird Zeugin des plötzlichen Verschwindens ihrer Mutter, ein Verlust, der wie ein Echo durch ihr gesamtes weiteres Leben ...

Siân Hughes’ Perlen beginnt mit einer starken Prämisse: Ein achtjähriges Mädchen wird Zeugin des plötzlichen Verschwindens ihrer Mutter, ein Verlust, der wie ein Echo durch ihr gesamtes weiteres Leben hallt. Marianne bleibt mit ihrem kleinen Bruder und dem emotional überforderten Vater zurück. Was folgt, ist eine Erzählung über Erinnerung, Trauer und die Sehnsucht nach Antworten – und doch verliert sich der Roman streckenweise in der eigenen Zartheit.

Hughes schreibt leise, mit Bedacht, fast meditativ – und genau darin liegt sowohl die Stärke als auch die Schwäche des Buchs. Die Sprache ist klar und poetisch, viele Passagen haben eine beinahe lyrische Qualität. Besonders gelungen ist, wie Marianne sich die Welt über Gerüche, Märchen und kleine Details der Vergangenheit erschließt. Dabei funktioniert die Erzählung weniger über Handlung als über Stimmung. Doch diese Entscheidung führt auch dazu, dass der Roman stellenweise fast stehen bleibt. Die Erinnerungsfragmente wirken manchmal repetitiv, der Erzählfluss stockt – und die eigentliche Frage, warum die Mutter gegangen ist, verliert an Schärfe.

Einige der literarischen Bezüge, insbesondere zur mittelalterlichen Dichtung („Pearl“), geben dem Roman Tiefe, aber sie bleiben für viele Leserinnen eher schwer zugänglich. Wer diese Kontexte nicht kennt, wird möglicherweise einige symbolische Ebenen übersehen. Auch Mariannes psychische Entwicklung wird nur angedeutet – ihre Selbstverletzung, das Schwänzen der Schule, ihre Isolation – vieles davon wird beschrieben, ohne dass es wirklich greifbar wird. Als Leser fühlt man sich dadurch manchmal außen vor, als würde man an einer verschlossenen Tür lauschen.

Spannend ist hingegen, wie sich die Erzählung verschiebt, als Marianne selbst Mutter wird. Erst dann beginnt eine zaghafte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, die mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Das mag realistisch sein – denn nicht jeder Verlust lässt sich erklären –, aber es hinterlässt auch eine gewisse Unzufriedenheit. Besonders da der Roman sich emotional viel zumutet, aber narrativ eher zurückhaltend bleibt.

Perlen ist ein sensibles, literarisch feinfühliges Debüt, das in seiner Melancholie berührt – aber auch Geduld erfordert. Für Leser, die klare Auflösungen oder eine treibende Handlung erwarten, dürfte der Roman trotz seines zarten Tons eher frustrierend wirken.